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Anonym surfen: Tools, die Ihre Privatsphäre schützen

06.11.2019 | 13:39 Uhr | Oliver Kunzmann

Wenn Sie im Internet unterwegs sind, geben Sie jede Menge Informationen darüber preis, wofür Sie sich interessieren - und Datensammler freuen sich. Aber Sie können sich schützen.

Es gibt Unternehmen, deren Daseinszweck einzig und allein darin besteht, Ihr Online-Verhalten aufzuzeichnen. Dazu gehören die von Ihnen aufgerufenen Websites, Angaben zu den Produkten, die Sie kaufen, und Informationen zu Dingen, nach denen Sie suchen. Einige Firmen erstellen sogar ein Profil über Sie, das sie an Werbetreibende verkaufen, damit diese Ihnen maßgeschneiderte Anzeigen ausspielen können.

Doch es gibt Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um sich davor zu schützen.

Ihre persönlichen Daten werden verwendet, um Ihnen ähnliche Produkte anzubieten, je nach Ihrem Standort höhere Preise anzuzeigen und sogar – mit einem beunruhigenden Grad an Genauigkeit – vorherzusehen, was Sie wann brauchen oder suchen. Diese wertvollen Daten werden von Datensammlern an den Höchstbietenden verkauft.

Daneben wächst auch ständig die Zahl der Hacker, Identitätsdiebe und Cyberkriminellen, die nur darauf warten, eine Sicherheitslücke auszunutzen.

Die einzige Möglichkeit, sich vor Angriffen zu schützen, ist mehrstufige Sicherheit – also eine Kombination aus mehreren Sicherheits- und Datenschutz-Tools.

Die folgenden drei Tools bieten Schutz vor einem Hauptangriffsvektor. Alle drei zusammen können umfassende Privatsphäre im Internet gewährleisten und verhindern, dass Hacker Ihre Daten stehlen und Unternehmen Sie online „verfolgen“.

1. Bleiben Sie mit einem VPN anonym

Ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) verschlüsselt Online-Verbindungen und verbirgt Ihre IP-Adresse, so dass Sie quasi anonym surfen können. Es ist, als würden Sie in einem Mietwagen mit getönten Scheiben über die Datenautobahnen brausen – niemand kann Sie erkennen. Diese sichere Verbindung ist besonders nützlich, wenn Sie WLAN-Hotspots in Cafés, Einkaufszentren oder Flughäfen nutzen, wo Hacker geduldig darauf warten, dass Sie sich mit einem ungesicherten öffentlichen Netzwerk verbinden, um dann Ihre Anmeldeinformationen auf den von Ihnen besuchten Websites zu stehlen. Mit einem VPN-Dienst geraten Sie nicht in ihre Fänge.

So wie ein VPN einen sicheren „Tunnel“ durch alle dubiosen WLAN-Netzwerke erzeugt, leitet es Sie auch direkt an Ihrem Internetdienstanbieter (ISP) vorbei. Wenn ein VPN aktiviert ist, kann der ISP nicht feststellen, von wo Sie die Verbindung herstellen oder welche Websites Sie besuchen. Einige ISPs erfassen möglicherweise Ihren Browserverlauf, um ihn zu verkaufen oder, in einigen Fällen, um Ihre Verbindung zu verlangsamen (insbesondere, wenn keine Netzneutralität mehr gegeben ist).

VPNs sind auch in anderen Fällen praktisch: Sie können damit frei surfen, ohne Geoblocking oder preisliche Benachteiligungen. Denn es ist leider so, dass bestimmte Angebote wie Flugtickets je nach Standort unterschiedlich viel kosten. Die Website des Anbieters liest Ihre IP-Adresse und legt dementsprechend den Preis fest. Aber mit einem VPN wählen Sie Ihre IP-Adresse selbst aus und überlisten das System. Ihre neue IP-Adresse lässt es so aussehen, als wären Sie in einer anderen Stadt oder einem anderen Land.

Umgekehrt können Sie Ihre IP-Adresse auf Ihr Heimatland einstellen, wenn Sie im Ausland unterwegs sind, damit Sie weiterhin auf alle Ihre bevorzugten Streaming-Abonnements zugreifen können.

2. Verwenden Sie einen sicheren Browser, damit Sie privat surfen können

So nützlich ein VPN auch ist – es ist kein Allheilmittel. Ihr Browser muss trotzdem so sicher wie möglich sein und Sie vor potenziellen Bedrohungen und Fallen schützen. Es ist daher wichtig, einen Browser zu nutzen, der von Sicherheitsexperten entwickelt wurde und dessen oberste Priorität die Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre ist.

Der Browser sollte eine Reihe von Tools besitzen, mit welchen Sie die gewünschten Funktionen nach Bedarf ganz einfach aktivieren können. Hilfreich sind beispielsweise Funktionen, die all Ihre Finanztransaktionen privat halten und lästige Werbeanzeigen filtern, so dass Webseiten schneller geladen werden können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Filterstufe anzupassen, sodass Sie entscheiden können, ob Sie nur die aggressivsten und aufdringlichsten oder grundsätzlich alle Anzeigen blockieren lassen.

3. Verhindern Sie, dass aus Tracking-Daten ein Online-Profil von Ihnen erstellt wird

Data-Mining ist ein aggressiver Trend, bei dem die Online-Aktivitäten eines Benutzers über seine digitalen „Spuren“ verfolgt und protokolliert werden. Unternehmen erstellen ein Profil der Surf-Gewohnheiten eines Benutzers mit Details zu dessen besuchten Websites, Einkäufen, Suchvorgängen usw. Dann verkaufen sie diese Daten an andere Firmen, die sie zu ihren eigenen Zwecken verwenden.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Kaufhaus, und der Verkäufer dort nimmt sich als erstes Ihre Handtasche oder Geldbörse, um den Inhalt durchzusehen: Er schaut, welche Kreditkarten Sie haben, scannt Einkaufsbelege, fragt nach Ihrer Adresse und Ihrem Beruf und berechnet dann anhand all dieser Informationen, welche Artikel Sie am ehesten interessieren könnten. Eine wirklich hinterhältige Masche. Es ist beunruhigend, dass Unternehmen ein Profil von Ihnen erstellen können, welches manchmal mehrere Tausend Daten enthält. Mit einem Anti-Tracking-Tool, das Sie in Ihren Browser einbinden, können Sie das verhindern.

Kombinieren Sie diese Datenschutz-Tools mit Ihrem Antivirus-Programm

Vervollständigen Sie zum Schluss den Schutz Ihrer Privatsphäre mit einem Virenschutz-Programm. Es blockiert alle bekannten und unbekannten Viren, Ransomware, Phishing-Angriffe und sonstige Bedrohungen auf Ihrem Gerät.

Verwenden Sie ein Antivirus-Programm , das kontinuierlich Updates zur Verfügung stellt, um in der sich ständig weiterentwickelnden Welt der Cyberkriminalität auf dem neuesten Stand zu bleiben.

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