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Anleitung: Windows schlank und schnell starten

30.03.2020 | 11:02 Uhr | Thorsten Eggeling

Wenn Windows zu langsam bootet, gilt es, zuerst die Ursachen herauszufinden. Mit den geeigneten Tools und unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung eliminieren Sie die größten Zeitfresser – und Ihr PC ist wieder so schnell wie am ersten Tag.

Von Betriebssystemen und Anwendungen erwartet man, dass sie schnell starten und ohne große Verzögerungen reagieren. Bei einem neuen PC oder Notebook ist die Freude über die hohe Geschwindigkeit anfänglich groß. Das liegt – im Vergleich zum wahrscheinlich betagten Vorgänger – an der leistungsfähigeren Hardware, aber auch am frisch installierten Windows. Ohne den Ballast zahlreicher Programme läuft das System angenehm flott.

Nach einiger Zeit hat man sich an den schnelleren PC gewöhnt, der einem jedoch irgendwann nicht mehr ganz so schnell vorkommt. Aber auch objektiv hat sich etwas geändert. Nach der Installation und Deinstallation von Software, Treibern und Updates startet Windows tatsächlich langsamer. Zudem belasten zunehmend mehr Hintergrundprozesse die CPU und belegen Hauptspeicher. Windows und Programme suchen nach Updates, Cloudspeicher werden synchronisiert, der Posteingang wird geprüft und der Virenscanner sucht nach Schadsoftware.

Was das System bremst, ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Für eine oberflächliche Untersuchung genügen die Windows-Bordmittel. Wer es genauer wissen will, muss etwas tiefer graben. Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme. Wie schnell startet Windows? Gibt es Auffälligkeiten in den Windows-Protokollen? Leisten Festplatten oder SSDs, was sie sollen? Im Anschluss kann man dann untersuchen, welche Programme automatisch starten und das System verlangsamen – und ob diese tatsächlich nötig sind. Windows bietet standardmäßig Tools dafür, besser geht es aber mit zusätzlichen Programmen.

1. Wie schnell startet Windows aktuell tatsächlich? 

Ereignisanzeige: In den Windows-Protokollen finden Sie Informationen zu den Startzeiten des Systems. Was Windows genau bremst, ist jedoch nicht immer unmittelbar ersichtlich.
Vergrößern Ereignisanzeige: In den Windows-Protokollen finden Sie Informationen zu den Startzeiten des Systems. Was Windows genau bremst, ist jedoch nicht immer unmittelbar ersichtlich.

Damit sich später feststellen lässt, ob die Beschleunigungsmaßnahmen wirkungsvoll waren, sollten Sie zuerst die Startgeschwindigkeit von Windows ermitteln. Anhaltspunkte dafür bietet das Windows-Ereignisprotokoll. Drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen Sie Eventvwr in das Feld ein, und klicken Sie auf „OK“. Im linken Bereich des Fensters gehen Sie auf „Anwendungs- und Dienstprotokolle –› Microsoft –› Windows –› Diagnostics-Performance –› Betriebsbereit“. Im mittleren Bereich des Fensters sehen Sie Protokolleinträge, die sich auf das Starten und Herunterfahren von Windows beziehen.

Mit der Ereignis-ID 100 protokolliert Windows den Systemstart. In der Spalte „Ebene“ steht hier in der Regel „Warnung“, wobei es sich aber eher nur um eine unbedenkliche Information handelt. Sollte die Startdauer über 30 Sekunden liegen, steht in der Spalte „Fehler“.

Wenn Sie eine Zeile anklicken, sehen Sie auf der Registerkarte „Allgemein“, wie lange der Start gedauert hat, beispielsweise „23533ms“ (gut 24 Sekunden). Klicken Sie auf die Registerkarte „Details“. Ein interessanter Wert ist „MainPathBootTime“. Das ist der Zeitraum, zwischen dem Erscheinen des Windows-Logos auf dem Bildschirm bis zum Anmeldefenster. „BootPostBootTime“ ist die Zeit nach der Anmeldung bis zum benutzbaren Desktop. Beide Zeiten zusammen ergeben die Startdauer.

Die Ereignis-ID 100 informiert nur über eine Startverzögerung, gibt aber keinen Hinweis auf die Ursache. Die nächst höheren IDs sind gesprächiger. Bei 101 hat eine Anwendung den Start verzögert, 102 bezieht sich auf Treiber, 103 auf Dienste, und bei 106 hat eine Hintergrundoptimierung für Verzögerungen gesorgt. Die IDs 107 und 108 stehen für Verzögerungen bei der Anwendung von Gruppenrichtlinien für Computer sowie Benutzer, bei 109 geht es um die Hardware-Initialisierung und bei 110 um einige wichtige Windows-Komponenten. In der Regel steht in der Beschreibung, welcher Treiber oder welches Programm der Verursacher ist und wie lang die Verzögerung war.

Herunterfahrzeiten: Sollte es beim Neustart oder Herunterfahren haken, wird das ebenfalls protokolliert. Die „ShutdownTime“ ist in Millisekunden angegeben.
Vergrößern Herunterfahrzeiten: Sollte es beim Neustart oder Herunterfahren haken, wird das ebenfalls protokolliert. Die „ShutdownTime“ ist in Millisekunden angegeben.

Wenn ein Problem beim Herunterfahren von Windows auftritt, erstellt die Ereignisanzeige einen Eintrag mit der ID 200. Infos zu dem jeweiligen Bremsklotz bekommen eine ID von 201 aufwärts.

Sollte ein Programm nur einmal oder sehr selten im Protokoll auftauchen, lohnt es sich nicht, das Problem weiter zu untersuchen. Verzögerungen sind beispielsweise normal, wenn ein Programm nach Updates sucht oder nicht gleich eine Netzwerkverbindung herstellen kann. Taucht es häufiger auf, sollten Sie der Sache nachgehen und beispielsweise im Internet nach Benutzern mit ähnlichen Erfahrungen suchen. Programme, die Sie nicht benötigen und die den Windows-Start verzögern, sollten Sie deinstallieren und bei Treibern nach Updates suchen. Es genügt auch, das Programm vorübergehend oder dauerhaft aus der Autostartliste zu entfernen (Punkt 4).

Automatische Windows-Anmeldung aktivieren

Windows fordert standardmäßig ein Passwort bei der Anmeldung an. Wenn Sie Ihren PC nur zu Hause nutzen, können Sie auf das Passwort wahrscheinlich verzichten. Auch ein Notebook, das Sie unterwegs verwenden, ist durch das Anmeldepasswort nur oberflächlich geschützt. Bei Diebstahl können Unbefugte über ein Zweitsystem problemlos an Ihre Daten gelangen, es sei denn, Sie haben die Festplatte oder die Daten verschlüsselt.

Das Anmeldepasswort erhöht die Sicherheit für private Windows-Nutzer also kaum, die Eingabe kostet jedoch Zeit. Schneller geht’s mit einer automatischen Anmeldung bei Windows. Drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen Sie netplwiz ein, und bestätigen Sie mit „OK“. Es öffnet sich ein Fenster mit Benutzerkonten. Entfernen Sie oben den Haken bei „Benutzer müssen Benutzernamen und Kennwort eingeben“, und klicken Sie auf „Übernehmen“. Geben Sie im folgenden Fenster den Benutzernamen Ihres lokalen Standardkontos sowie zweimal das zugehörige Kennwort ein. Nun noch zweimal auf „OK“ klicken – und Windows startet künftig ohne Passwortabfrage. Die automatische Anmeldung funktioniert auch mit einem Microsoft-Konto. Verwenden Sie hinter „Benutzername“ die E-Mail-Adresse, die Sie für die Microsoft-Anmeldung angegeben  haben.

2. Windows Boot-Protokoll per Script auslesen 

Schnelle Analyse: Statt in der Ereignisanzeige umständlich nach den Einträgen für die Windows-Startzeiten zu suchen, lassen Sie sich eine Statistik mit unserem Tool PC-WELT-Performance ausgeben.
Vergrößern Schnelle Analyse: Statt in der Ereignisanzeige umständlich nach den Einträgen für die Windows-Startzeiten zu suchen, lassen Sie sich eine Statistik mit unserem Tool PC-WELT-Performance ausgeben.

Wer sich einen schnellen Überblick über die Start/Stop-Ereignisse verschaffen möchte, kann dafür PC-WELT-Performance verwenden. Entpacken Sie das Tool in ein beliebiges Verzeichnis und starten Sie aus diesem RunAsAdmin.cmd. Damit rufen Sie das VB-Script PC-WELT-Performance.vbs mit administrativen Rechten auf. Das Script gibt in einem Fenster hinter „Boot Time“ die letzte Startzeit aus, sowie die Einzelwerte für „MainPathBootTime“ und „BootPostBootTime“. Es erstellt zusätzlich die Datei BootLog.csv, mit den Zeiten der letzten Starts. In Lastlog.csv wird bei jedem Scriptlauf jeweils die letzte Startzeit nebst Datum hinzugefügt. Die CSV-Dateien lassen sich beispielsweise in einer Tabellenkalkulation öffnen und der Verlauf untersuchen.

Bei einem einigermaßen aufgeräumten und durchschnittlich leistungsstarken System sollte die Startzeit zwischen 30 und 45 Sekunden liegen. Kommt eine SSD zum Einsatz, sind Startzeiten von 15 Sekunden zu erreichen. 

Wenn der Wert von „Main Path Boot Time“ ungewöhnlich hoch ist (mehr als 10 bis 15 Sekunden), liegt die Ursache möglicherweise bei einem Treiber oder Defekten auf der Festplatte. Wird für „Boot Post Boot Time“ eine Zeit von mehr als 30 bis 40 Sekunden angezeigt, ist das Problem eher bei Programmen zu suchen, die Windows automatisch startet (Punkt 4).

Lesetipp:  DSL-Tempo - So überprüfen Sie Ihre Verbindung

3. Bootzeiten regelmäßig mit Bootracer messen

Detaillierte Startzeiten: Bootracer zeigt die Zeit an, die Windows beim Booten benötigt. „Desktop“ steht für die Dauer in Sekunden, bis der Desktop vollständig geladen und einsatzbereit ist.
Vergrößern Detaillierte Startzeiten: Bootracer zeigt die Zeit an, die Windows beim Booten benötigt. „Desktop“ steht für die Dauer in Sekunden, bis der Desktop vollständig geladen und einsatzbereit ist.

Wer die Windows-Startzeiten regelmäßig erfassen möchte, greift zum Tool Bootracer . Es kann nebenbei Verzögerungen durch Autostart-Programme ermitteln, die sich über das Tool auch gleich deaktivieren lassen.

Bevor Sie das Tool verwenden, sollten Sie zuerst die automatische Windows-Anmeldung aktivieren (siehe nebenstehenden Kasten). Das ist zwar nicht zwingend erforderlich, weil Bootracer die Anmeldezeit berücksichtigt, erleichtert aber die Messungen bei mehreren Neustarts.

Nach Installation und Start des Tools klicken Sie auf „Volltest“ und dann auf „Den Test starten“ und „Ja“. Nachdem der Desktop wieder zu sehen ist, meldet sich Bootracer automatisch mit einem Countdown, der die Sekunden bis zum vollständigen Start herunterzählt. Nach kurzer Zeit sehen Sie ein Fenster mit der Gesamtstartzeit, in dem Sie auf „Mehr Informationen?“ klicken. Im Hauptfenster gibt Bootracer an, wie lange der Windows-Start gedauert hat („Windows- Boot“) und nach welcher Zeit die Oberfläche einsatzbereit war („Desktop“).

Starten Sie Windows über das Startmenü und „Ein/Aus –› Neu starten“ mehrfach neu, um mehrere Messwerte zu erhalten. Verwenden Sie danach einige Male „Ein/Aus –› Herunterfahren“ und schalten Sie den Computer wieder ein. Bei aktiviertem Schnellstart (Standard) sollte sich gegenüber „Neu starten“ eine deutliche Differenz ergeben.

Autostart-Programme: Der Windows-Taskmanager ist für die schnelle Analyse ohne Zusatztools nützlich. Er zeigt auch an, wie sehr ein Programm den Windows-Start belastet („Startauswirkungen“).
Vergrößern Autostart-Programme: Der Windows-Taskmanager ist für die schnelle Analyse ohne Zusatztools nützlich. Er zeigt auch an, wie sehr ein Programm den Windows-Start belastet („Startauswirkungen“).

Einen weiteren Test führen Sie per Klicks auf „Klartest –› Den Test starten –› Ja“ im Hauptfenster durch. Der Windows-Start bis zum Desktop erfolgt jetzt ohne Autostart-Programme. Diese werden – eines nach dem anderen – erst danach von Bootracer gestartet. Das allein kann die Startzeit schon um ein paar Sekunden reduzieren. Klicken Sie im Hauptfenster auf „Ergebnisse“. Bootracer zeigt Ihnen die Werte für „Vollständige Bootzeit“ und „Saubere Startzeit“ sowie die von Autostart-Programmen benötigte Zeit an. Klicken Sie für detaillierte Informationen auf „Verzögerungen finden“. Die Liste enthält die Startzeiten für jedes Programm.

Wiederholen Sie auch diesen Test mehrfach. Wenn ein Programm beispielsweise nach Updates sucht, kann dies zu einer deutlichen Verlangsamung des Windows-Starts führen. Das sollte jedoch nicht bei jedem Start passieren. Wenn doch, ist der Updateserver vielleicht gerade nicht erreichbar, oder es liegt eine Fehlfunktion der betroffenen Software vor, die sich durch eine Neuinstallation beheben lässt.

4. Autostart-Programme finden und deaktivieren 

Grundsätzlich ist keines der Programme, die sich im Windows-Autostart eintragen, wirklich erforderlich. Meist handelt es sich um Komfortfunktionen einer Software, etwa für die Suche nach Updates oder zur Anzeige von Informationen im Infobereich der Taskleiste links neben der Uhr.

Es kommt auf das persönliche Nutzungsverhalten an, was man besser im Autostart behalten sollte und was nicht. Wer beispielsweise regelmäßig Skype verwendet, möchte vielleicht gleich nach dem Windows-Start seinen Onlinestatus bekannt geben. Dazu muss Windows jedoch Skype automatisch starten, und so nimmt man eine gewisse Verzögerung beim Systemstart in Kauf. Die CPU wird durch Autostartprogramme ebenfalls belastet, und es wird mehr RAM belegt. Kommt Skype selten zum Einsatz, startet man das Programm besser nur bei Bedarf selbst.

Unter Windows 8.1 und 10 verwalten Sie die Autostart-Programme standardmäßig über den Taskmanager, den Sie am schnellsten mit der Tastenkombination Strg-Shift-Esc aufrufen. Um alle Funktionen zu sehen, klicken Sie auf „Mehr Details“ und gehen auf die Registerkarte „Autostart“. In der Spalte „Startauswirkungen“ erfahren Sie, wie stark ein Programm Windows bremst: „Niedrig“, „Mittel“ oder „Hoch“. Über das Kontextmenü lässt sich ein Programm deaktivieren und bei Bedarf auch wieder aktivieren.

Wenn Sie Bootracer (Punkt 3) installiert haben, lassen sich die Autostarts damit entsprechend verwalten. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Autostart“ und entfernen Sie die Häkchen vor den Einträgen, die Sie deaktivieren möchten.

Tipp: Glary Utilities bietet neben anderen nützlichen Tuning-Optionen ebenfalls eine Autostart-Verwaltung. Die Besonderheit: Autostarts lassen sich verzögern, damit der Desktop schneller einsatzbereit ist.

Protokollierung für Profis

Der Boot- und Startvorgang von Windows lässt sich noch genauer protokollieren.

Mit dem Sysinternals Process Monitor zeichnen Sie den gesamten Bootvorgang inklusive der geladenen Treiber auf. Klicken Sie direkt nach dem Start des Tools in der Symbolleiste auf die Lupe, um das Mitschreiben der Prozessaktivitäten im Programmfenster zu unterbrechen. Gehen Sie dann auf „Options –› Enable Boot Logging“. Bestätigen Sie mit „OK“, und starten Sie Windows neu.

Nachdem Windows vollständig hochgefahren ist, starten Sie Process Monitor erneut, bestätigen die Meldung mit „Ja“ und klicken auf „Speichern“. Die angezeigte Liste ist ziemlich umfangreich. Über „Filter –› Filter“ lässt sich die Anzeige reduzieren. Filtern Sie beispielsweise nach „Path ends with .sys“, um sich nur das Laden der Treiber anzeigen zu lassen.

Wer es noch ausführlicher mag, installiert das Windows Performance Toolkit über den Webinstaller des Windows Assessment and Deployment Kits. Starten Sie den Windows Performance Recorder, klicken Sie auf „More options“ und wählen Sie unter „Performance scenario“ den Eintrag „Boot“. Hinter „Number of iterations“ tippen Sie eine 1 ein. Klicken Sie auf „Start“. Folgen Sie den weiteren Anweisungen auf dem Bildschirm. Nach dem Neustart meldet sich der Windows Performance Recorder automatisch. Klicken Sie auf „Open in WPA“ (Windows Performance Analyzer). Gehen Sie auf „Profiles –› Apply“, klicken Sie auf „Browse Catalog“, öffnen Sie „FullBoot.Boot.wpaprofile“, und gehen Sie auf die Registerkarte „Timeline“. Klicken Sie beispielsweise auf „Boot Main Path“. Im Bereich darunter sehen Sie die Dauer des Vorgangs; noch weiter unten im Fenster werden die Prozesse hervorgehoben, die Windows in dieser Phase gestartet hat.

5. Autostarts mit Sysinternals-Autoruns untersuchen

Autostartkontrolle: Die Bootracer-Analyse enthält Zeitangaben für jedes einzelne Autostart-Programm. Was Windows zu stark blockiert, sollten Sie deaktivieren, außer Sie benötigen das Programm sofort nach dem Start.
Vergrößern Autostartkontrolle: Die Bootracer-Analyse enthält Zeitangaben für jedes einzelne Autostart-Programm. Was Windows zu stark blockiert, sollten Sie deaktivieren, außer Sie benötigen das Programm sofort nach dem Start.

Weder Taskmanager noch Bootracer zeigen alle Autostart-Programme an. Gründlicher geht’s mit dem Sysinternals-/Microsoft-Tool Autoruns , über das sich jede Autostart-Rampe aufspüren lässt. Die Download-Adresse finden Sie in der Tabelle auf Seite 55. Alternativ verwenden Sie das Windows System Control Center , über das Sie die in diesem Artikel erwähnten Sysinternals-Tools herunterladen und starten können. Der Vorteil: Windows System Control Center erledigt nicht nur den Download, sondern bietet auch eine Update-Funktion für die Tools.

Autoruns zeigt nach dem Start mehrere Registerkarten für die unterschiedlichen Autostart-Bereiche. Es ist am einfachsten, auf „Everything“ zu gehen und dann im Menü auf „Options –› Hide Microsoft Entries“. In der Liste tauchen dann nur noch Einträge für Programme auf, die nicht von Microsoft stammen.

Windows System Control Center: Das portable Tool lädt die gewünschten Sysinternals-Tools herunter und dient als komfortable Startzentrale. Wenn verfügbar, bietet WSCC auch Updates für die Tools an.
Vergrößern Windows System Control Center: Das portable Tool lädt die gewünschten Sysinternals-Tools herunter und dient als komfortable Startzentrale. Wenn verfügbar, bietet WSCC auch Updates für die Tools an.

Durchforsten Sie die Liste und prüfen Sie die Einträge. Bei Gelb markierten Zeilen („file not found“) handelt es sich meist um Überbleibsel von bereits deinstallierten Programmen. Hier können Sie das Häkchen in der Spalte „Autorun“ gleich entfernen, auch wenn ein ins Leere laufender Starteintrag kaum Zeit kostet.

Bei allen anderen Einträgen, vor allem in den Bereichen „Task Scheduler“ (Aufgabenplanung) und „HKLM\System\CurrentControlSet\Services“, sollten Sie vorsichtig sein und sich erst über die Funktion informieren. Dabei hilft ein rechter Mausklick und der Menüpunkt „Search Online“.

Programme, die Sie nicht mehr verwenden, sollten Sie deinstallieren, was auch Platz auf der Festplatte schafft. Der Autostart-Eintrag ist dann ebenfalls verschwunden, was Sie aber mit Autoruns kontrollieren sollten.

PC schneller machen: Windows, Speicher und Festplatten aufräumen

6. Mit Autoruns online nach Schadsoftware suchen 

Vollständige Kontrolle: Autoruns liefert Informationen zu allen Programmen, die automatisch starten. Beim Deaktivieren von Diensten sollten Sie allerdings vorsichtig sein und sich vorher über deren Zweck informieren.
Vergrößern Vollständige Kontrolle: Autoruns liefert Informationen zu allen Programmen, die automatisch starten. Beim Deaktivieren von Diensten sollten Sie allerdings vorsichtig sein und sich vorher über deren Zweck informieren.

Autoruns kann prüfen, ob es sich bei einem Autostart-Programm eventuell um eine Schadsoftware handelt. Gehen Sie auf „Options –› Scan Options...“, setzen Sie ein Häkchen vor „Check VirusTotal.com“ und klicken Sie auf „Rescan“. Beim ersten Aufruf öffnet sich die Webseite www.virustotal.com mit den Nutzungsbedingungen. Sie sehen jetzt rechts die neue Spalte „Virus Total“ mit den Ergebnissen der Prüfung. Per Klick auf „Options –› Hide VirusTotal Clean Entries“ im Menü blenden Sie die Zeilen mit den als unbedenklich erkannten Programmen aus. Steht bei einer der Zeilen beispielsweise „1/73“, hat nur einer von 73 Virenscannern einen Fund gemeldet. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um eine fälschliche Einordnung. Wenn jedoch deutlich mehr Virenscanner fündig werden, kann es sich um Schadsoftware handeln, die nicht nur Windows ausbremst, sondern auch für andere Fehlfunktionen verantwortlich sein kann. In diesem Fall klicken Sie den Link in der Spalte „Virus Total“ an, um die zugehörige Webseite im Browser zu öffnen. Unter „Details“, „Behavior“ (Verhaltensinformationen) und „Community“ finden Sie weiterführende Informationen. Im Zweifelsfall sollten Sie das Programm aus dem Autostart entfernen und die zugehörige Anwendung deinstallieren.

7. Wie schnell ist die Festplatte beziehungsweise die SSD?

Flinke „Platte“: Damit Windows schnell läuft, muss auch die Hardware mitspielen. Eine SSD bietet kurze Zugriffszeiten und reduziert die Startdauer dadurch deutlich.
Vergrößern Flinke „Platte“: Damit Windows schnell läuft, muss auch die Hardware mitspielen. Eine SSD bietet kurze Zugriffszeiten und reduziert die Startdauer dadurch deutlich.

Es ist sinnvoll, auf Festplatten und SSDs immer ein paar GB Speicherplatz in Reserve zu haben, damit es bei Windows-Updates und vielen temporären Dateien nicht zu Engpässen kommt. SSDs müssen ab und zu die Daten reorganisieren, wofür freie Speicherzellen erforderlich sind. Dafür wird ein Speicherbereich standardmäßig freigehalten. Um einer Verlangsamung entgegenzuwirken, sollten auch im partitionierten Bereich einige GB übrigbleiben, damit der Controller immer genug freie Zellen für die Reorganisation findet.

Wie schnell SSD oder Festplatte tatsächlich sind, ermitteln Sie mit dem Tool AS SSD Benchmark . Eine durchschnittliche SSD leistet um die 500 MB pro Sekunde beim sequenziellen Lesen und Schreiben, eine PCIe-SSD (Nvme) sogar um die 2500 MB/s. Festplatten bringen es nur auf etwa 100 MB/s. Entscheidend für die Windows-Startzeit sind jedoch die Zugriffszeiten. Festplatten erreichen beim Lesen von Daten typische Zugriffszeiten von 10 bis 16 Millisekunden, bei einer SSD sind es meist schnelle 0,05 Millisekunden. Deshalb lohnt es sich auch bei älteren Geräten, die Festplatte durch eine SSD zu ersetzen. Der Bootvorgang läuft deutlich schneller ab, und Windows reagiert flotter als bei der Installation auf einer Festplatte.

Sollten Sie mit AS SSD Benchmark stark abweichende Werte messen, kontrollieren Sie, ob das Datenkabel tatsächlich an einen SATA Port mit 6 GBit/s angeschlossen ist.

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