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Android-Speicher voll? Handy aufräumen – so geht's

29.01.2022 | 09:33 Uhr | Dennis Steimels, Verena Ottmann, Sandra Ohse & Andreas Hitzig

Ist der Handy-Speicher voll, ist es an der Zeit, Android mal aufzuräumen. Schöner Nebeneffekt: Das Handy wird wieder schnell! Wir erklären Ihnen, wie das geht.

Vermutlich kennt jeder Handy-Besitzer das Problem eines vollen Speichers! Denn nicht nur Fotos, Videos, Musik und Downloads nehmen eine große Menge an Speicherplatz ein, sondern auch Apps mit ihren App-Daten. Die Folge: Sie können keine weiteren Apps installieren und keine Fotos mehr aufnehmen! Außerdem wird das Smartphone langsam. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, Ihr Handy richtig aufzuräumen und im Android-Speicher wieder Platz zu schaffen.

Speicher analysieren

Android-Bordmittel: Zunächst müssen Sie herausfinden, welcher Datenmüll sich überhaupt auf Ihrem Android-Handy angesammelt hat, um diesen zu entfernen. Mittlerweile bietet Android selbst in den Einstellungen unter "Speicher" eine Analyse an, um schnell überflüssige Dateien zu finden und Speicherplatz freizugeben. Unter aktuellem Android 12 ist das etwa mit der integrierten "Files App" möglich, die Sie aber auch separat im Google Play Store herunterladen können . Die App macht Ihnen gleich "Vorschläge zum Löschen" und listet Ihnen etwa "Junk Dateien", "Alte Screenshots", "Große Dateien", "Nicht verwendete Apps", "Foto-Duplikate" und vieles mehr auf. Mit "Files" können Sie also nativ Ihren Android-Speicher bereinigen.

Manuell prüfen: Auch können in den Speicher-Einstellungen manuell die Kategorien "Apps", "Bilder", Videos" & Co. durchgehen, nach der jeweiligen Dateigröße sortieren und dann manuell die nicht mehr genutzten Dateien löschen.

Analyse-Apps: Wer eine ältere Android-Version nutzt, dessen Speicher-Einstellungen keine Speicher-Analyse und kein intelligentes Tool anbieten, um mehr Speicherplatz herauszuholen, der kann sich mit Analyse-Apps aus dem Google Play Store behelfen. Zum Beispiel der „ Android Assistant “.

Android Assistant
Vergrößern Android Assistant

Nach dem Start zeigt Ihnen die App auf dem Reiter „Überwachung“ eine Übersicht über die CPU- und die RAM-Auslastung, den Akkustand, die Temperatur sowie die Spannung. Auch der Füllstand des internen Speichers und – falls vorhanden – der Speicherkarte sind grafisch dargestellt. Ein Tipp auf das Balkensymbol daneben offenbart eine Detailansicht, aufgeschlüsselt nach Dateityp. In der Hauptansicht „Überwachung“ finden Sie darüber hinaus auch verschiedene Optimierungshilfen wie „Cache löschen“, „App deinstallieren“ und „System bereinigen“. Und Sie können beispielsweise auch den "Startup Manager" ausführen, um Apps aus dem Autostart zu entfernen, die das System verlangsamen. Der Reiter „Prozesse“ zeigt Ihnen alle offenen Tasks inklusive CPU- und Speicherbelastung an. Unter „Werkzeuge“ finden Sie Shortcuts zu Bluetooth, WLAN, GPS & Co., also alles, was die Google-Shortcuts in der aufgeklappten Benachrichtigungsleiste auch bieten.

Speicher bereinigen mit "Files von Google"

Google selbst bietet mit der App " Files von Google " eine Speicher-Anwendung an, mit der Sie Ihr Smartphone aufräumen und wieder Speicherplatz schaffen. Die App ist bei Android 12 standardmäßig ins System integriert, wodurch sie zum Beispiel direkt in den Android-Einstellungen unter "Speicher" auftaucht. Sie können die App aber auch aus dem Play Store herunterladen, sie ist mit allen Geräten kompatibel, die mindestens Android 5 verwenden. Die App ist sehr übersichtlich aufgebaut und zeigt Ihnen auf einen Blick "Junk Dateien", "Alte Screenshots", "Große Dateien", "Nicht verwendete Apps", "Foto-Duplikate" und vieles mehr an.

Files von Google
Vergrößern Files von Google

Tippen Sie unter den Kategorien jeweils auf den Button "Dateien auswählen", dann sehen Sie, welche Dateien oder Apps Google Ihnen zur Löschung vorschlägt. Sie können die angezeigten Inhalte nach Belieben sortieren, etwa die größten Dateien zuerst anzeigen.

Mit der App "Files" gibt Ihnen also Google selbst eine App für Ihr Android-Smartphone an die Hand, um den Speicher zu analysieren und zu bereinigen.

Speicher bereinigen mit Drittanbieter-Apps

Für eine Grundreinigung des Android-Speichers können Sie auch andere Anwendungen aus dem Play Store herunterladen, die sich auf die Speicher-Bereinigung konzentrieren. Leicht verständlich ist zum Beispiel der bereits erwähnte „ Android Assistant “. Wenn Sie noch auf der Suche nach weiteren Alternativen sind, werfen Sie einen Blick in unseren Artikel " Die besten kostenlosen Cleaner-Apps für Android ", die wir für Sie getestet haben.

Cache: App-Zwischenspeicher löschen

Eine wirkungsvolle Methode, um auf die Schnelle Speicher freizuschaufeln, ist das Leeren des App-Cache. Sie löschen dadurch Daten, die die Anwendung zum Zweck des schnelleren Ladens und Bedienens in den Zwischenspeicher geschrieben hat. Es ist also komplett ohne Risiko, diese Daten zu löschen. Allerdings schreibt die App die Daten wieder in den Zwischenspeicher, sobald Sie sie laden. Das kann dann auch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

In den Einstellungen jeder App finden Sie die Möglichkeit, den Zwischenspeicher, den Cache, zu löschen. Das macht Ihnen auf die Schnelle Speicher frei.
Vergrößern In den Einstellungen jeder App finden Sie die Möglichkeit, den Zwischenspeicher, den Cache, zu löschen. Das macht Ihnen auf die Schnelle Speicher frei.

Sie können den Cache jeder Anwendung direkt im App-Menü der Android-Einstellungen löschen. Gehen Sie dazu in die Detailansicht der App, danach auf „Speicher -> Cache leeren“ oder ähnlich.

Apps: selten oder nie genutzte Anwendungen deinstallieren

Haben Sie die Basisreinigung durchgeführt und auch die großen Dateien sowie den App-Cache nach Löschkandidaten durchsucht, sollten Sie als Nächstes einen kritischen Blick auf die installierten Apps werfen. Löschen Sie alle Apps, die Sie seit der Installation nicht oder nur sehr wenig verwendet haben. "Files von Google" listet Ihnen alle Apps auf, die Sie länger nicht verwendet haben. Passend dazu steht unter jeder App, wann Sie diese zum letzten Mal ausführten. Sie können auch manuell das App-Menü in den Android-Einstellungen durchgehen oder eine der anderen hier vorgestellten Cleaner-Apps starten.

Fotos: Duplikate in Bilderordnern identifizieren

Wer mit dem Smartphone fotografiert, macht meist von einem Motiv mehrere Aufnahmen, um sicherzugehen, dass eine davon scharf ist. Die „Reservebilder“ werden jedoch selten wieder gelöscht, und so füllen sie unnötigerweise den Speicher des Smartphones. Nun ist es jedoch sehr mühsam, den Bilderordner nach Duplikaten abzusuchen. Hierfür haben Google sowie die weiteren Putz-Apps eine Lösung, die wir anhand von "Files" durchgehen:

"Files von Google" zeigt Ihnen neben dem als "Original" identifizierten Foto weitere Bilder an, die identisch sind und daher unnötig Platz in Anspruch nehmen. Sie können entweder manuell die Fotos auswählen, die gelöscht werden sollen oder Sie tippen auf "Alle Duplikate", wodurch die App das jeweilige Original-Foto im Speicher behält und die Dubletten automatisch entfernt.

Downloads: Nicht mehr benötigte Dateien entfernen

Der Download-Order Ihres Android-Mobilgeräts enthält nicht nur Dateien, die Sie explizit heruntergeladen haben. Auch wenn Sie beispielsweise nur einen Blick auf eine PDF-Speisekarte werfen wollen, landet diese oft ungewollt als Download auf Ihrem Smartphone. Daher lohnt es sich, in regelmäßigen Abständen den Download-Ordner zu durchforsten und überflüssige Dateien zu löschen.

Das können Sie entweder direkt im Download-Verzeichnis Ihres Mobilgeräts erledigen oder Sie öffnen wieder "Files von Google" und navigieren zur Kategorie "Heruntergeladene Dateien löschen". Standardmäßig werden Ihnen die ältesten Dateien zuerst angezeigt, Sie können aber auch anderweitig sortieren, sodass etwa die größten Speicherfresser oben sind.

Bessere Datenübersicht: Datencheck über USB am PC

Sind Sie nun immer noch auf der Suche nach Speicherfressern, können Sie Ihr Smartphone auch mal per USB-Kabel an den PC anschließen und sich den Inhalt im Windows-Explorer ansehen. Zwar verhindert Android den Zugriff auf wichtige Teile des Speichers komplett, doch gerade bei Smartphones mit Micro-SD-Karte erhalten Sie zumindest über diesen Speicherbereich einen sehr guten Überblick.

Für besseren Datenschutz bei Android sollten Sie nicht alle Ihre Daten in die Cloud schicken lassen. In der Einstellungs- App können Sie das kontrollieren und einstellen.
Vergrößern Für besseren Datenschutz bei Android sollten Sie nicht alle Ihre Daten in die Cloud schicken lassen. In der Einstellungs- App können Sie das kontrollieren und einstellen.

Sicherheit: Persönliche Daten nicht in der Cloud speichern

Android selbst und etliche andere Apps speichern Ihre Daten in der Cloud. Häufig ist das bequem, da sich so eine App bedenkenlos löschen und neu installieren lässt, ohne dass es zu einem Datenverlust kommt. Doch natürlich wandern so zum Teil auch sehr persönliche Daten ins Internet.

Um herauszufinden, welche App Ihre Daten ins Internet sendet, navigieren Sie zu „Einstellungen > Konten“ (oder ähnlich lautend). Dort sind die Apps aufgeführt, die persönliche Daten synchronisieren, was Sie an dieser Stelle jedoch auch unterbinden können.

Fazit Speicherreinigung: Wie kann man Datenmüll vermeiden?

Die Antwort lautet: Gar nicht. Sie können höchstens dafür sorgen, dass der Datenmüll nicht überhandnimmt. Daher unser Tipp: Führen Sie regelmäßig Apps wie „Files von Google“ aus, um überflüssige Dateien und App-Rückstände zu entfernen. Außerdem sollten Sie die Micro-SD-Karte Ihres Smartphones, sofern vorhanden, immer mal wieder über den PC auslesen und auf diesem Weg Fotos und andere Dokumente, die Sie nicht immer bei sich haben müssen, sichern. Oder Sie lagern die Daten aus (etwa in die Cloud). Auf diese Weise schaufeln Sie wertvollen Speicherplatz frei, den Sie dann anderweitig nutzen können.

Android wieder schneller machen

Wenn Ihr Android-Smartphone und die installierten Apps immer langsamer reagieren, ist es an der Zeit, in die Tiefen des Systems vorzudringen und dort die Bremsen zu lösen.

Android-Autostart ausmisten

Wie bei Windows machen es sich auch unter Android viele Anwendungen unnötigerweise im Autostart bequem. Sie verlangsamen das System und verursachen Verzögerungen beim Starten von Apps und auch beim Reboot des Smartphones. Über die „normalen“ Einstellungen haben Sie jedoch keine Möglichkeit, den Autostart anzupassen. Dafür sind spezielle Apps wie der "Android Assistant" notwendig, der Ihnen unter der Option "Startup Manager - Nutzer" alle von Ihnen installierten Apps auflistet, die automatisch gestartet werden.

Wählen Sie hier die App-Einträge aus, die Sie endgültig aus dem Autostart entfernen möchten. Auf der Registerkarte „System“ finden Sie die System-Apps, die mit dem Betriebssystem gestartet werden. Diese sollten Sie nur deaktivieren, wenn Sie genau wissen, zu welcher Anwendung sie gehören und was sie bewirken.

Cachepartition leeren

Neben dem Cachespeicher für jede App besitzen Smartphones und Tablets noch eine Cachepartition. Diese Partition nutzt Android ausschließlich dazu, um temporäre Systemdateien abzulegen. Sie können diese in der Regel über den Recoverymodus löschen. Wir empfehlen Ihnen, diese Möglichkeit zu nutzen, wenn nach einem Systemupdate plötzlich Performance- oder Akkuprobleme auftauchen. Beim Löschen der Cachepartition gehen keine persönlichen Daten wie Bilder oder Whatsapp-Nachrichten verloren.

Die meisten Hersteller haben eine entsprechende Funktion in ihre Geräte integriert. Um diese aufzurufen, schalten Sie als Erstes Ihr Android-Gerät komplett aus und booten es anschließend im Recoverymodus. Welche Tastenkombination für Ihr Smartphone dafür notwendig ist, lässt sich schnell über das Internet ermitteln.

Abhängig vom Hersteller und Gerätemodell sieht das Menü jeweils ein wenig unterschiedlich aus. Der Menüeintrag lautet in der Regel jedoch meist „Wipe cache partition“. Wählen Sie den entsprechenden Menüeintrag aus, und bestätigen Sie Ihre Auswahl. Der Vorgang dauert in der Regel nur wenige Sekunden. Anschließend können Sie Ihr Smartphone mithilfe des Eintrags „Reboot system now“ neu starten.

Entwicklereinstellungen anpassen

Gerade bei etwas älteren Geräten mit wenig Arbeitsspeicher hilft auch die Optimierung der Animationen für einen schnelleren Aufbau der Fenster. Hierzu stehen Ihnen in den Entwicklereinstellungen drei Parameter zur Verfügung. Falls Ihnen die Entwicklereinstellungen nicht angezeigt werden, aktivieren Sie diese in den Einstellungen unter „Über das Telefon“ und mehrfaches Antippen des Eintrags „Buildnummer“. Rufen Sie anschließend das neue Menü „Entwickleroptionen“ auf, und navigieren Sie zum Abschnitt „Zeichnung“. An dieser Stelle finden Sie die drei Einträge „Maßstab Fensteranimation“, „Maßstab Übergangsanimation“ und „Maßstab für Animatorzeit“. Diese besitzen im Standard den Wert „Animationsmaßstab: 1x“. Verringern Sie den Wert als Erstes auf den Faktor 0,5x, und prüfen Sie, ob sich damit die Fenster schneller aufbauen. Entspricht der Wert noch nicht Ihren Erwartungen, schalten Sie anschließend die Animation komplett aus und versuchen es erneut.

Verzicht auf animierte Hintergründe

Ein weiterer Performance-Fresser sind Live-Hintergründe für Ihren Homescreen. Diese sorgen zwar für eine gewisse Abwechslung, benötigen dafür aber auch zusätzliche Systemressourcen. Falls Sie einen solchen Livehintergrund nutzen und Performance-Probleme haben, deaktivieren Sie diesen über „Einstellungen –> Display –> Hintergrund“ und wählen ein Bild oder ein Foto als statischen Inhalt aus.

Ebenfalls negativ auf die Performance können sich aktive Widgets auswirken, die etwa Nachrichten auf einem Startfenster darstellen. Diese nutzen teilweise animierte Bilder, Filme oder auch ein ständiges Nachladen von Inhalten. Versuchen Sie nach Möglichkeit, nicht allzu viele davon zu verwenden oder ganz darauf zu verzichten.

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