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Android 10 für alle! Alte Handys von Samsung, Huawei und Co. nachrüsten

17.02.2020 | 14:43 Uhr |

Android 10 bringt zahlreiche interessante neue Funktionen mit. Doch nicht jedes Phone erhält gleich das Update. Wir sagen Ihnen, wie Sie einige der Neuerungen trotzdem nutzen können.

Seit Anfang September 2019 ist Android 10 offiziell verfügbar, allerdings nur für eine überschaubare Anzahl von Googles eigenen Geräten. Jedoch haben sich bereits viele Hersteller dazu geäußert, welche ihrer Modelle in Zukunft das Update auf Android 10 erhalten sollen . Gehört Ihr Smartphone oder Tablet aktuell nicht dazu, oder Sie möchten nicht so lange auf die Neuerungen warten, haben wir eine einfach umzusetzende Alternative: Viele der neuen Funktionen können Sie problemlos mittels frei verfügbarer Apps aus dem Google Play Store nachrüsten. Wir sagen Ihnen, welche App welche Funktion ersetzen kann.

Lesetipp: Android 10 offiziell gestartet - die 10 wichtigsten Neuerungen

Steuerung des Smartphones mithilfe von Gesten 

Eine der zentralen Neuerungen von Android 10 ist sicherlich die erweiterte Gestensteuerung von Mobilgeräten. Sie können damit nicht nur schneller durch das Betriebssystem navigieren, auch die Handhabung der Apps gelingt damit deutlich besser. Für die Umsetzung auf Ihrem Smartphone haben wir zwei Gesten-Apps für Sie ausgewählt: Navigation Gestures und Fluid Navigation Gestures .

Die App Navigation Gestures erlaubt Ihnen die Steuerung Ihres Smartphones mittels Gesten sowie Antippen der Navigationsleiste. Die Gesten können Sie flexibel mit Funktionen verknüpfen.
Vergrößern Die App Navigation Gestures erlaubt Ihnen die Steuerung Ihres Smartphones mittels Gesten sowie Antippen der Navigationsleiste. Die Gesten können Sie flexibel mit Funktionen verknüpfen.

Nach der Aktivierung von Navigation Gestures sehen Sie am unteren Bildschirmrand einen Balken, welcher für die Erfassung der Gesten zuständig ist. Sie können die eventuell parallel noch vorhandene Navigationsleiste ausblenden, allerdings müssen Sie davor mittels des Kommandozeilen-Tools ADB  den Parameter WRITE_SECURE_SETTINGS setzen. Dieser lässt sich im Nachhinein natürlich auch wieder problemlos zurücksetzen.

Navigation Gestures bietet Ihnen in den Einstellungen verschiedene Möglichkeiten, um das Tippen auf den Balken und verschiedene Wischbewegungen mit einer Funktion zu versehen: Vom Aufruf des Google Assistant bis hin zum Anzeigen der aktuell geöffneten Apps ist hier sehr viel möglich. Sie haben alternativ dazu auch die Möglichkeit, die einzelnen Gesten mit eigenen Aktionen zu versehen.

Innerhalb der Einstellungen von Navigation Gestures können Sie nicht nur die Gesten konfigurieren, sondern auch das Aussehen des Navigationsbalkens und weitere Parameter festlegen.
Vergrößern Innerhalb der Einstellungen von Navigation Gestures können Sie nicht nur die Gesten konfigurieren, sondern auch das Aussehen des Navigationsbalkens und weitere Parameter festlegen.

Falls Ihnen das Aussehen des Balkens und dessen Position nicht gefallen, ändern Sie dies einfach in den Einstellungen über den Punkt „Appearance“. Im Menü „Behavior“ finden Sie zahlreiche Parameter, mit denen Sie das Verhalten und teilweise auch das Aussehen der Gestensteuerung noch anpassen können.

Fluid Navigation Gestures bietet Ihnen bis zu drei Bereiche, in denen Sie Ihre Gesten ausführen und die damit verknüpften Aktionen auslösen können.
Vergrößern Fluid Navigation Gestures bietet Ihnen bis zu drei Bereiche, in denen Sie Ihre Gesten ausführen und die damit verknüpften Aktionen auslösen können.

Einen etwas anderen Weg geht die App Fluid Navigation Gestures . Bei dieser sind Sie nicht auf einen einzigen Balken beschränkt; es stehen Ihnen drei Bereiche zur Verfügung: Neben dem linken und rechten Rand können Sie auch den unteren Rand für Ihre Gesten verwenden. Im Standard gibt es zwei Gesten: das Wischen nach oben und das Wischen nach unten. Genügen Ihnen diese sechs Aktionen nicht, können Sie noch zwei weitere Gesten hinzufügen: ein schnelles Wischen und ein Wischen mit Halten. Hierfür können Sie jeden Bereich in bis zu vier Teilabschnitte aufteilen. Somit stehen Ihnen in Summe bis zu 24 zusätzliche Aktionen zur Verfügung. Eine solch fein granulare Aufteilung macht allerdings nur bedingt Sinn, da Sie sehr genau auf den Startpunkt Ihrer Wischbewegung achten müssen. Eine Aufteilung in zwei Abschnitte hat sich in unseren Tests jedoch als praktikabel erwiesen.

Falls Ihnen die zwei Gesten je Bereich nicht ausreichen, dürfen Sie bei Fluid Navigation Gestures noch bis zu vier zusätzliche Bereiche definieren.
Vergrößern Falls Ihnen die zwei Gesten je Bereich nicht ausreichen, dürfen Sie bei Fluid Navigation Gestures noch bis zu vier zusätzliche Bereiche definieren.

Wenn Sie den unteren Bereich sinnvoll über die App nutzen möchten, müssen Sie auch hier, wie bei der vorherigen App, wieder mittels ADB die Sichtbarkeit der originalen Navigationsleiste ausschalten.

Altes Smartphone, neues OS: Custom-ROMs im Überblick

Lassen Sie das Smartphone nicht zur Sucht werden 

Die Google-App Digital Wellbeing war bereits Thema bei Android 9, hat dann aber letzten Endes erst in Android 10 ihre feste Integration gefunden. Google hatte mit der App die Absicht verbunden, Ihnen Ihre digitalen Gewohnheiten aufzuzeigen und Sie zu ermutigen, öfters mal abzuschalten und das Smartphone zur Seite zu legen. Die App verfolgt dazu im Hintergrund Ihre Aktivitäten und liefert Ihnen eine detaillierte Übersicht.

Das Original ist aktuell nur Google-Pixel-Smartphones vorbehalten. Wir haben jedoch zwei Apps gefunden, die einen vergleichbaren Funktionsumfang bieten: ActionDash und Stay Focused .

Action Dash erlaubt Ihnen eine Auswertung Ihres Nutzungsverhaltens anhand der letzten 24 Stunden beziehungsweise der letzten sieben Tage.
Vergrößern Action Dash erlaubt Ihnen eine Auswertung Ihres Nutzungsverhaltens anhand der letzten 24 Stunden beziehungsweise der letzten sieben Tage.

ActionDash bietet Ihnen eine direkte Auswertung Ihrer Aktivitäten; die Darstellung können Sie dabei nach verschiedenen Kriterien sortieren: Nutzungszeit je App, Bildschirmzeit, Anzahl der App-Starts, Anzahl der Benachrichtigungen sowie Anzahl der Entsperrvorgänge. Action Dash bietet dabei zwei Zeitintervalle an, nämlich den aktuellen Tag sowie die aktuelle Woche. Damit Sie sich ein genaueres Bild machen können, welche Apps in der jeweiligen Rubrik die Spitzenreiter darstellen, werden diese am Ende der jeweiligen Auswertung als Liste dargestellt.

Zusätzlich zur reinen Auswertung lassen sich verschiedene Beschränkungen einrichten, um Ihren Smartphone-Konsum zu zügeln. Dies kann sowohl die Dauer der Nutzung als auch das generelle Sperren bestimmter Apps umfassen. Neben der kostenfreien App gibt es von Action Dash noch eine kostenpflichtige Plusvariante mit einem erweiterten Funktionsumfang. Diese erlaubt zusätzliche Auswertungen, aber auch erweiterte Möglichkeiten zum Einschränken bestimmter Apps. Sie schlägt mit knapp fünf Euro zu Buche. 

Bei Stay Focused können Sie verschiedene Aktionen definieren, um die Nutzung bestimmter Apps einzuschränken – dies geht von der Anzahl der Aufrufe bis hin zur Nutzungszeit.
Vergrößern Bei Stay Focused können Sie verschiedene Aktionen definieren, um die Nutzung bestimmter Apps einzuschränken – dies geht von der Anzahl der Aufrufe bis hin zur Nutzungszeit.

Stay Focused verfolgt eine etwas andere Strategie: In der Ansicht „Zuhause“ legen Sie fest, welche Apps einer bestimmten Einschränkung unterliegen sollen. Hierfür stehen ein Nutzungslimit, die Beschränkung auf bestimmte Tageszeiten, das grundsätzliche Blockieren bestimmter Apps sowie eine maximale Anzahl an Starts zur Verfügung. Diese können Sie je App individuell setzen.

Natürlich gibt’s auch hier unterschiedliche Auswertungen, etwa eine Zeitleiste für die Verwendung Ihres Smartphones sowie eine Nutzungsstatistik. Leider sind gerade bei der kostenlosen Version von Stay Focused die Werbeeinblendungen sehr dominant und teilweise auch recht störend – gerade bei der „Zuhause“-Ansicht. Für die werbefreie Proversion sind mindestens 6,49 Euro fällig.

Aussehen an Android 10 anpassen, Dark Mode nutzen 

Nachdem Sie den Rootless Launcher installiert und als Startbildschirm eingetragen haben, ähnelt das Aussehen Ihres Smartphones sehr stark dem aktuellen Android 10.
Vergrößern Nachdem Sie den Rootless Launcher installiert und als Startbildschirm eingetragen haben, ähnelt das Aussehen Ihres Smartphones sehr stark dem aktuellen Android 10.

Die Benutzeroberfläche hat sich zwischen der vorherigen und der aktuellen Android-Version nur bedingt verändert. Wenn Sie jedoch nicht gerade ein originales Google-Smartphone oder eine Android- One-Version besitzen, kommen Sie bei den wenigsten anderen Herstellern in den Genuss des originalen Pixel-Startbildschirms. Dieser lässt sich jedoch ohne größeren Aufwand mithilfe eines Launchers abbilden. Hierfür ist kein Eingriff in das Betriebssystem Ihres Smartphones notwendig; es genügt die Installation eines Launchers über den Google Play Store. Wir haben den Rootless Launcher ausgewählt, mit dem Sie nicht nur das Look & Feel abbilden, sondern auch den sogenannten „Dark Mode“ nutzen können.

Wählen Sie den Launcher nach der Installation über „Einstellungen –> Apps –> Standard-Apps –> Startbildschirm“ als Standard aus. Über den gleichen Weg können Sie später jederzeit Ihren Launcher auch wieder wechseln.

Die Einstellungen des Rootless Launchers sind ein wenig versteckt. Sie finden sie in den Einstellmöglichkeiten des Startbildschirms. Hier aktivieren Sie auch den Dark Mode.
Vergrößern Die Einstellungen des Rootless Launchers sind ein wenig versteckt. Sie finden sie in den Einstellmöglichkeiten des Startbildschirms. Hier aktivieren Sie auch den Dark Mode.

Direkt nachdem Sie den Launcher zugewiesen haben, erscheint Ihr Smartphone im neuen Aussehen. Dies beschränkt sich nicht nur auf den Startbildschirm, auch in der Übersicht der Apps sieht alles nach einem Pixel-Smartphone aus. Falls Sie das Aussehen des Launchers verändern möchten, bietet Ihnen der Entwickler noch einige Einstellmöglichkeiten. Diese sind allerdings etwas versteckt und befinden sich in den Einstellungen des Startbildschirms – tippen Sie dafür den Startbildschirm etwas länger an. In diesem Menü sind zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten vorhanden, etwa ein Schalter für den „Dark Mode“, der sich hinter dem Menü „Thema“ verbirgt.

Passwörter verwalten und automatisch einsetzen

Sobald Last Pass einen Dienst erkennt, bei dem Sie bereits registriert sind, bietet es Ihnen die vorhandenen Daten zum Einloggen an. Bei mehreren Konten erhalten Sie eine Auswahl.
Vergrößern Sobald Last Pass einen Dienst erkennt, bei dem Sie bereits registriert sind, bietet es Ihnen die vorhandenen Daten zum Einloggen an. Bei mehreren Konten erhalten Sie eine Auswahl.

Die Verwaltung Ihrer Passwörter wurde in Android 10 auch noch einmal verbessert. Normalerweise werden diese über Ihr Google-Konto in der Cloud gespeichert. Alternativ dazu haben Sie natürlich auch die Möglichkeit, einen Passwortmanager einzusetzen. Die Auswahl auf dem Markt hierfür ist sehr groß und das Leistungsangebot recht unterschiedlich. Eine gute Wahl für eine leistungsstarke kostenlose Lösung ist Last Pass . Die App integriert sich nahtlos in Ihr Android-Betriebssystem und bietet Ihnen eine „Autofill“ Option: Sobald Sie erstmals zu einem Passwortfeld in einer App oder einer aufgerufenen Website navigieren und das Passwort eintippen, können Sie es anschließend in Last Pass speichern lassen. Rufen Sie die App bzw. Webseite dann erneut auf, trägt Last Pass die Daten automatisch in das Felder ein.

Darüber hinaus bietet Ihnen Last Pass noch einige Komfortfunktionen, allen voran eine Möglichkeit zum automatischen Registrieren. Immer wenn Sie sich bei einem Dienst neu anmelden, sind die gleichen Informationen notwendig: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und zahlreiche weitere Daten müssen eingegeben werden. Diese können Sie in Form von Profilen bei Last Pass einmalig hinterlegen und beim nächsten Registrierungsvorgang bequem abrufen.

Lesetipp: Die besten Akku-Apps für Android

Google hört mit – Untertitel in Echtzeit 

Den geteilten Bildschirm aktivieren Sie in der Übersicht aller geöffneten Apps. Klicken Sie auf das App-Symbol, und wählen Sie die entsprechende Funktion aus.
Vergrößern Den geteilten Bildschirm aktivieren Sie in der Übersicht aller geöffneten Apps. Klicken Sie auf das App-Symbol, und wählen Sie die entsprechende Funktion aus.

Eine weitere, gerade für Leute mit Hörschwäche interessante Funktion ist die Automatische Transkription, die bei Android 10 ab Werk integriert ist. Dabei wird die Sprache aus der Umgebung aufgenommen und als Text auf dem Display dargestellt. Das funktioniert nicht nur bei Gesprächen, sondern auch bei Filmen und Fernsehsendungen, die durch die automatische Transkription sozusagen Untertitel erhalten. Und sehen Sie die Inhalte auf dem Mobilgerät, sollen die Untertitel künftig sogar direkt darübergelegt werden. In der aktuellen Version der App ist es derzeit nur möglich, die transkribierten Worte in einem separaten Fenster darzustellen.

Die App ist jedoch nicht nur Google-Phones vorbehalten, sondern regulär im Play Store zu finden. Bevor Sie sie einsetzen können, müssen Sie sie jedoch in den „Eingabehilfen“ aktivieren. Sie finden die Automatische Transkription unter den installierten Diensten. Danach erscheint sie in der Navigationsleiste in der rechten unteren Ecke.

Nachdem Sie Ihre Bild- und Tonquelle im oberen Fenster aktiviert haben, öffnen Sie im unteren Bereich die automatische Transkription. Diese startet auch direkt mit der Anzeige der erkannten Sprache.
Vergrößern Nachdem Sie Ihre Bild- und Tonquelle im oberen Fenster aktiviert haben, öffnen Sie im unteren Bereich die automatische Transkription. Diese startet auch direkt mit der Anzeige der erkannten Sprache.

Für den aktuellen Einsatz nutzen Sie am besten den geteilten Bildschirm: Oben läuft dann der Film oder das Video und in der unteren Hälfte der Untertitel. Den Splitscreen aktivieren Sie in der Übersicht der laufenden Apps – markieren Sie das Appsymbol der gewünschten App, und wählen Sie die entsprechende Funktion aus. Im unteren Fenster starten Sie anschließend die automatische Transkription. Diese nimmt auch direkt ihren Dienst auf und zeigt Ihnen die Dialoge aus dem oberen Fenster an.

Fazit: Vieles lässt sich einfach nachbilden 

Natürlich bringt eine neue Betriebssystem-Version deutlich mehr mit als die eine oder andere Funktion. Nichtsdestotrotz sind es gerade die Komfortfeatures wie die Gesten, der Passwortmanager oder die direkte Übersetzung, die den Alltag einfacher gestalten. Hier bieten zahlreiche Apps eine komfortable Möglichkeit, fehlende Funktionen zu ergänzen. Damit lässt sich die Wartezeit bis zum Update Ihres Smartphones hoffentlich gut überbrücken.

Immer wenn man denkt, es ist schon alles erfunden, kommt die Technik-Messe CES und die PC-Hersteller überraschen aufs Neue mit coolen Innovationen. Die Highlights dieses Jahr waren unter anderem ein vollwertiger Windows-PC im Design einer Nintendo Switch (Dell Concept UFO), falt-/biegbare Notebook-Displays, der 360-Hz-Monitor ASUS ROG Swift 360Hz, die Grafikkarte AMD Radeon RX 5600 XT, die mobile 4000er-Ryzen-Serie, der Threadripper 3990X mit 64 Kernen und 128 Threads, ein PC mit eingebauter Konsole (PS4 Pro oder Xbox One S), das Razer Kishi, das Intel NUC 9 Extreme Compute Element zum Selbstbau eines Mini-Gaming-PCs und ein Notebook mit sieben Displays (Codename "Aura 7") von Expanscape.

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