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An Smartphone und PC Bilder bearbeiten

12.02.2021 | 08:03 Uhr |

Smartphone-Fotos sind selten perfekt, oft müssen sie nachbearbeitet werden. Wir zeigen Ihnen in diesem Workshop, welche Korrekturen Sie problemlos gleich am Phone erledigen und wann Sie zum Rechner wechseln sollten.

Schnappschüsse mit dem Smartphone sind selten perfekt: Mal fehlt es ein wenig am Kontrast, und mal ist der Weißabgleich bei einem anderen Bild nicht ganz gelungen. Hier können Sie mit Software nachhelfen. Wir zeigen Ihnen in diesem Workshop, welche Korrekturen Sie einfach mit dem Phone durchführen und wann es sich lohnt, den PC einzusetzen. Für die Korrekturmaßnahmen verwenden wir auf dem Smartphone die für Android  und iOS  kostenlos verfügbare App Snapseed, für Windows kommt Cyberlink Photo Director zum Einsatz, das mit vielen Funktionen überzeugt.

Snapseed: Erste Schritte mit der Bildbearbeitungs-App

Nachdem Sie die App installiert haben, sollten Sie im ersten Schritt die Grundeinstellungen von Snapseed prüfen und anpassen. Rufen Sie dazu über die drei Punkte in der rechten oberen Ecke die Einstellungen auf und passen Sie die Werte unter „Format und Qualität“ an. Damit die Bilder beim Abspeichern nicht komprimiert werden, wählen Sie entweder „JPG 100%“ oder „PNG“ aus. Insbesondere wenn Sie das Bild ausdrucken oder am Rechner weiterverarbeiten möchten, sollten Sie die Bildgröße nicht verändern. Falls Sie lieber mit einem dunklen Design arbeiten, passen Sie dies im Abschnitt „Darstellung“ an.

Das zu bearbeitende Bild laden Sie entweder direkt über das Pluszeichen oder über die Schaltfläche „Öffnen“ und den Dateimanager Ihres Smartphones. Danach stehen Ihnen folgende Optionen zur Auswahl: „Looks“ sind vorkonfigurierte Filter, die Sie direkt auf das Bild anwenden können. Innerhalb der „Tools“ verbergen sich zahlreiche Bearbeitungswerkzeuge, die wir Ihnen später genauer vorstellen. Über das „Exportieren“- Menü sichern Sie Ihre Ergebnisse und teilen sie über die installierten Social-Media-Apps oder die klassischen Wege wie E-Mail oder Ihren Cloudspeicher. Alternativ hierzu speichern Sie das Ergebnis lokal auf Ihrem Smartphone. Dafür stehen Ihnen drei Wege zur Verfügung: „Speichern“ legt eine Kopie des Bildes im gleichen Verzeichnis ab und behält alle Eigenschaften des Bildes wie etwa Größe oder Format bei.

Haben Sie die Werte in den Einstellungen verändert und wollen Sie Ihr Arbeitsergebnis mit veränderten Eigenschaften abspeichern, nutzen Sie den Punkt „Exportieren“. Falls Sie den Namen und das Verzeichnis eigenständig auswählen möchten, verwenden Sie den Punkt „Exportieren als“. 

Snapseed: Vordefinierte Filter zur schnellen Bearbeitung einsetzen

Ihnen stehen für die Bearbeitung Ihrer Bilder verschiedene Filter zur Verfügung. Sie können diese auch als Basis für weitere individuelle Bearbeitungen nehmen und am Ende den neu generierten Look abspeichern.
Vergrößern Ihnen stehen für die Bearbeitung Ihrer Bilder verschiedene Filter zur Verfügung. Sie können diese auch als Basis für weitere individuelle Bearbeitungen nehmen und am Ende den neu generierten Look abspeichern.

Die einfachste Form der Bildbearbeitung gelingt über das Einsetzen von Filtern. Im Menü „Looks“ stehen Ihnen im Standard bereits elf Filter zur Verfügung. Die Auswahl geht dabei von „Porträt“ über „Pop“ bis hin zu „Silhouette“.

Des Weiteren haben Sie bei Snapseed die Möglichkeit, eigene Filterkombinationen zu erstellen und zu speichern (siehe nächster Abschnitt). Diese finden Sie im Anschluss daran auch im „Looks“-Menü.

Durch das Verwenden eines Filters haben Sie unter Umständen die ersten groben Anpassungen für Ihr Bild erledigt. Den Feinschliff nehmen Sie im nächsten Schritt über die „Tools“ vor

Lesetipp: Die besten Bildbearbeitungs-Apps für Android 2021

Snapseed: Werkzeuge zum Feintuning Ihrer Aufnahmen

Starten Sie mit der automatischen Feinabstimmung. Diese optimiert Ihr Bild grundlegend. Führen Sie dann über die Schieberegler eine manuelle Korrektur durch, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.
Vergrößern Starten Sie mit der automatischen Feinabstimmung. Diese optimiert Ihr Bild grundlegend. Führen Sie dann über die Schieberegler eine manuelle Korrektur durch, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Die grundlegenden Korrekturen eines Bildes nehmen Sie in den „Tools“ über die „Feinabstimmung“ vor: Mit dem Zauberstab führen Sie eine automatische Anpassung durch, die Schieberegler blenden Sie über das entsprechende Symbol in der unteren Leiste ein. Wählen Sie daraufhin aus dem Fenster die gewünschte Eigenschaft aus und schieben Sie den Regler am oberen Bildschirmrand nach links oder rechts, bis Sie den gewünschten Effekt erzielt haben. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, können Sie die Kombination der Einstellungen als eigenen Look speichern. Wechseln Sie dazu zurück in das „Looks“-Menü und scrollen Sie in der Auswahlleiste nach rechts bis zum Pluszeichen. Tippen Sie dieses an, und speichern Sie Ihre Einstellungen unter einem sprechenden Namen ab.

Sind in Ihrem Bild Muster oder Strukturen vorhanden, die Sie betonen möchten, dann benutzen Sie einfach das Tool „Details“ mit den Funktionen „Struktur“ und „Schärfen“. Damit optimieren wir in unserem Beispielbild das Fell der Affen, die Betonwand im Hintergrund sowie den Baumstamm, auf dem die Tiere sitzen.

Mit „Schärfen“ und „Struktur“ im Werkzeug „Detail“ arbeiten Sie die Details von Objekten heraus, wie etwa das Fell der Affen oder die Struktur des Baumstamms und der Betonwand im Hintergrund.
Vergrößern Mit „Schärfen“ und „Struktur“ im Werkzeug „Detail“ arbeiten Sie die Details von Objekten heraus, wie etwa das Fell der Affen oder die Struktur des Baumstamms und der Betonwand im Hintergrund.

Beeindruckende Effekte erzielen Sie ebenfalls mit „HDR Scape“, wenn Sie Naturbilder oder Aufnahmen mit Personen nachbearbeiten möchten. Die Details des Bildes werden durch die Erhöhung der Filterstärke deutlich herausgehoben und Farben werden übernatürlich gesättigt. Über die drei Regler können Sie die Filterstärke, die Helligkeit sowie die Sättigung unabhängig voneinander steuern.

Der Filter „Körniger Film“ verleiht Ihren Bildern einen gewissen Retro-Look, der abhängig von der gewählten Körnung unterschiedlich ausfällt.
Vergrößern Der Filter „Körniger Film“ verleiht Ihren Bildern einen gewissen Retro-Look, der abhängig von der gewählten Körnung unterschiedlich ausfällt.

Interessant sind auch die Effekte von „Körniger Film“, vor allem wenn Sie Ihrem Bild ein Retro-Aussehen verleihen wollen. Der Filter simuliert verschiedene Körnungen, von A01 bis X05. Abhängig von Ihrer Auswahl werden bestimmte Elemente eines Bildes besonders hervorgehoben.

Snapseed: Einfaches Anpassen von Bild und Perspektive

Das Drehen-Werkzeug wenden Sie entweder in 90-Grad-Schritten oder auch frei an. Die zwei aufeinander gerichteten Pfeile spiegeln das Bild.
Vergrößern Das Drehen-Werkzeug wenden Sie entweder in 90-Grad-Schritten oder auch frei an. Die zwei aufeinander gerichteten Pfeile spiegeln das Bild.

Die Hardware und die Einstellungen der verwendeten Kamera-App bestimmen die Auflösung Ihrer Bilder. Falls diese am Ende nicht zum gewünschten Zielformat passen. können Sie das Bild „Zuschneiden“. Dies geht von einer freien Abpassung der Eckpunkte bis hin zur Wahl eines festen Bildformats wie 4:3 oder 16:9.

Für den Fall, dass Sie Ihr Phone bei der Aufnahme nicht ganz gerade gehalten haben, korrigieren Sie das im Nachgang über die Funktion „Drehen“. Mit dem Schieberegler am oberen Bildschirmrand drehen Sie das Bild um einen frei festgelegten Winkel. Die Schaltfläche am unteren Bildschirm erlaubt Ihnen dabei feste Drehungen von 90 Grad. Mit den zwei aufeinander zeigenden Pfeilen spiegeln Sie das Bild um die Mittelachse. Falls Ihnen darüber hinaus auch die Perspektive Ihres Bildes nicht zusagt, verändern Sie diese mithilfe des gleichnamigen Werkzeuges. Sie können sie nach oben, unten, links und rechts korrigieren.

Snapseed: Optimieren Sie die Details Ihrer Bilder

Mit dem „Pinsel“ korrigieren Sie größere Flächen. Hierfür haben Sie vier Korrekturmöglichkeiten: Helligkeit, Belichtung, Temperatur und Sättigung.
Vergrößern Mit dem „Pinsel“ korrigieren Sie größere Flächen. Hierfür haben Sie vier Korrekturmöglichkeiten: Helligkeit, Belichtung, Temperatur und Sättigung.

Ein sehr hilfreiches Werkzeug ist „Reparieren“. Damit entfernen Sie nicht benötigte Elemente aus Ihrem Bild, etwa eine Mülltüte am Strand oder Abfall im Tiergehege. Hierbei werden die benachbarten Bereiche herangezogen, um das Muster des zu korrigierenden Ausschnittes zu ermitteln. Vergrößern Sie am besten den Ausschnitt, der das zu löschende Objekt enthält, damit Sie dieses genau markieren können. Tippen Sie mit Ihrem Finger auf die gewünschte Stelle, und Snapseed ersetzt diese automatisch mit einem aus dem Umfeld errechneten Farbwert. Wenn Sie eine größere Fläche ersetzen möchten, dann wischen Sie mit Ihrem Finger über diesen Bereich.

Ein weiteres Werkzeug, mit dem Sie einen bestimmten Teil eines Bildes bearbeiten, ist die „Selektive Anpassung“. Mit ihrer Hilfe korrigieren Sie sowohl Helligkeit und Kontrast als auch Sättigung und Struktur für einen bestimmten Radius rund um den gewählten Punkt. Die Intensität der Korrektur legen Sie wie gewohnt über den Schieberegler am oberen Bildschirmrand fest. Sie können mehrere Punkte für die selektive Anpassung in einem Bild platzieren und sie unabhängig voneinander steuern.

Korrekturen größerer Flächen nehmen Sie über den „Pinsel“ vor. Mit diesem färben Sie die Fläche ein, die Sie überarbeiten möchten. Tippen Sie zur besseren Sichtbarkeit der Markierungen das Auge an. Damit wird die angemalte Fläche farblich hervorgehoben, bevor die Korrektur umgesetzt wird. Ihnen stehen vier unterschiedliche Reparaturpinsel für Helligkeit, Belichtung, Temperatur und Sättigung zur Verfügung. Passen Sie den Wert jeweils über die Pfeile in der unteren Leiste des Bildes an. Sind Sie mit Ihren Korrekturen zufrieden, bestätigen Sie diese über das Häkchen rechts unten.

Sollte eine Anpassung nicht wie gewünscht ausfällen, machen Sie diese direkt wieder rückgängig. Snapseed bietet an dieser Stelle eine sehr komfortable Korrekturmöglichkeit an: In der rechten oberen Ecke sehen Sie einen Stapel von übereinander geschichteten Papieren mit einem Pfeil. Wenn Sie darauf tippen, geht ein Menü auf, in welchem Sie die letzten Schritte rückgängig machen können.

Wenn Sie bis zu einem bestimmten Bearbeitungsschritt zurückgehen wollen, wählen Sie bitte den Punkt „Änderungen ansehen“ aus. Sie erhalten in einer Liste alle Anpassungen angezeigt und können darüber einen Punkt auswählen, zu dem Sie in der Bearbeitung zurückkehren möchten.

Tipp: Digitalisieren Sie Ihre alten Fotos mit Hilfe von Google Foto

Photo Director: Erste Schritte am PC zur Bearbeitung der Bilder

Sie können auf Ihrem PC nicht nur Bilder von Grund auf bearbeiten, sondern auch die Korrekturen, die Sie auf dem Smartphone begonnen haben, fortsetzen. Achten Sie beim Speichern auf ein verlustfreies Format.
Vergrößern Sie können auf Ihrem PC nicht nur Bilder von Grund auf bearbeiten, sondern auch die Korrekturen, die Sie auf dem Smartphone begonnen haben, fortsetzen. Achten Sie beim Speichern auf ein verlustfreies Format.

Nicht immer ist das Smartphone die geeignete Umgebung, um Korrekturen an einem Bild durchzuführen. Gerade wenn es sich um sehr kleine Bereiche handelt, die Sie anpassen möchten oder wenn leistungsfähigere Werkzeuge erforderlich sind, bleibt Ihnen nur der Griff zum PC. Wir zeigen Ihnen am Beispiel von Cyberlink Photo Director, wie sich damit nicht nur grundlegende Korrekturen durchführen, sondern auch Bilder vom Phone weiterbearbeiten lassen. Dazu speichern Sie als Erstes Ihre Arbeitsergebnisse auf dem Smartphone, am besten verlustfrei, übertragen das Bild danach auf Ihren Computer und öffnen es in der Bildbearbeitungssoftware.

Der Photo Director unterscheidet in seinen grundlegenden Funktionen zwischen „Anpassung“ und „Bearbeiten“. Im ersten Fall stehen Ihnen auf der linken Seite verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, mit denen Sie manuell oder mittels Vorgaben Korrekturen durchführen. Auf der Registerkarte „Manuell“ stehen Tools für die Bereichsanpassung und die allgemeinen Anpassungen zur Verfügung.

Zahlreiche der Funktionen, die Sie bereits aus Snapseed kennen, finden Sie ebenfalls in den allgemeinen Anpassungen wieder. Dies beginnt bei Werkzeugen für Weißabgleich, Kontrast oder Belichtung. Wenn Sie etwas nach unten scrollen, sehen Sie darüber hinaus noch weitere Werkzeuge, die eine viel genauere Korrektur erlauben: Mithilfe von „HSL / Farbe“ korrigieren Sie lediglich einzelne Farbwerte wie Rot, Grün oder Blau, die Ihrer Meinung nach zu stark oder zu schwach ausgeprägt sind.

Photo Director: Bereiche mit verschiedenen Werkzeugen anpassen 

Der Hauptbereich „Anpassung“ von Photo Director ist in „Allgemeine Anpassung“ und die „Bereichsanpassung“ aufgeteilt. Darin stehen Ihnen zahlreiche Werkzeuge zur Verfügung.
Vergrößern Der Hauptbereich „Anpassung“ von Photo Director ist in „Allgemeine Anpassung“ und die „Bereichsanpassung“ aufgeteilt. Darin stehen Ihnen zahlreiche Werkzeuge zur Verfügung.

Wesentlich komfortabler ist die Korrektur der Bilder. Für diese Aufgabe stehen Ihnen unter „Bereichsanpassung“ verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Mit diesen verändern Sie beispielsweise die Ausrichtung des Bildes und entfernen mit einem Kopierstempel Objekte aus Ihrem Foto.

Gerade bei Aufnahmen mit Blitz kommt es bekannterweise immer wieder zu roten Augen. Auch hierfür steht Ihnen ein Werkzeug zur Verfügung. Mit dem Korrekturpinsel passen Sie, ähnlich wie beim Reparaturpinsel aus Snapseed, verschiedene kleinere oder größere Bereiche an.

Für die grundlegende Korrektur stellt Ihnen der Photo Director im Hauptbereich „Bearbeiten“ verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung: Möchten Sie beispielsweise bei Porträts die Haut korrigieren, um Augenringe zu entfernen, dann verwenden Sie im Bereich „Geführte Tools“ (Zauberstab-Symbol in der linken Leiste) die „Hauttools“ aus der „Personenretusche“. Die Anzahl der Filter- und Korrekturmöglichkeiten ist viel größer als in der Snapseed-App.

Sehr hilfreich in der Rubrik „Extrahieren und zusammensetzen“ sind auch die Werkzeuge zur Entfernung des Hintergrundes sowie für die Fotomontage („Inhaltssensitives Kopieren“ beziehungsweise „Inhaltssensitives Verschieben“).

Was ist besser: Smartphone oder Computer oder beides?

Je länger Sie sich mit den Bildbearbeitungswerkzeugen von Snapseed und Photo Director beschäftigen, desto mehr werden Sie erkennen, dass es sich an dieser Stelle nicht um eine Entweder/Oder-Entscheidung handelt. Snapseed erlaubt es Ihnen, auch unterwegs einen Schnappschuss schnell zu bearbeiten – aufgrund der intuitiven Oberfläche ohne große Einarbeitung. Die App ist darüber hinaus auf Smartphone-Bildschirme hin optimiert.

Geht es allerdings um grundlegende Korrekturen, kommen Sie um einen größeren Bildschirm und ein leistungsstärkeres Programm nicht herum. Denn lediglich in dieser Kombination lassen sich Korrekturen, zum Beispiel der Haut, oder auch das exakte Ausschneiden von Objekten realisieren. Dank der verlustfreien Bildformate können Sie jederzeit die Arbeit, die Sie an einem Bild auf Ihrem Smartphone begonnen haben, auf Ihrem Rechner vollenden und anschließend über Ihr Mobilgerät an Freunde und Bekannte verteilen.

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