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Amiga, Diskette, Iomega Zip und Z80

08.09.2010 | 14:12 Uhr |

Amiga

Amiga
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Was sie waren: Der gute alte Amiga – das wird jetzt sicher der ein oder andere Leser denken. Es handelt sich um Computer von Commodore, die Mitte der 1980er bis Mitte der 1990er weit verbreitet waren und in der damaligen Zeit wegen ihrer neuen und benutzerfreundlichen Funktionen sehr beliebt waren.

Was passierte: Man könnte ein Buch schreiben über den Niedergang des Amiga – letztlich hat das auch jemand getan . Zusammenfassend kann man sagen, dass die Technik gut war, interne Machtkämpfe, falsches Marketing und Fehlentwicklungen aber schließlich zum Niedergang führten. Auch der ungewollte Ruf als Spielecomputer konnte nicht mehr abgeschüttelt werden. Richtig ist vielleicht trotzdem, dass Amiga ganz unabhängig von solchen Details zugrunde gegangen wäre - wenn man bedenkt, dass selbst Apple schwere Zeiten hatte als DOS und Windows Alternativen boten. Trotzdem hat die Strategie von Commodore den eigenen Tod besiegelt. 1994 wurde der Bankrott erklärt und keine weiteren Computer wurden hergestellt. Der Name Amiga wechselte daraufhin mehrfach den Besitzer, zierte Hard- oder Software oder verschwand zeitweise einfach von der Bildfläche.

Aktuelle Situation: Mittlerweile gehört der Name Amiga der Amiga Inc. und wird für verschiedene Hardwareprodukte, Software und Anwendungen für Mobiltelefone genutzt. Das Betriebssystem Amiga OS 4 wurde nach fünf Jahren Entwicklungszeit Ende 2006 fertiggestellt, nachdem der Fertigstellungstermin mehrfach verschoben wurde. Zusammen mit der Praxis, Hardwareprodukte anzukündigen aber nie oder verspätet zu veröffentlichen, ergab sich die letzten Jahre ein eher düsteres Bild. Ein Aufstieg steht Amiga wohl nicht mehr bevor.

Disketten

Disketten
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Was sie waren: Ein Wechseldatenträger, den es in den Formaten 3,5, 5,25 und 8 Zoll gab und der in den 70ern eine moderne Alternative zum Speichern von Programmen auf Audiokassetten war und sich schließlich als kompakte Alternative zu Festplatten entwickelte.

Was passierte: Bis Mitte der 90er blieben Disketten unersetzlich. Doch dann kam das Internet und brachte Downloads und Dateianhänge mit sich. Aufgaben, für die davor meist Disketten benutzt wurden, konnten plötzlich schneller und unkomplizierter erledigt werden. Auch war der Speicherplatz auf Disketten beschränkt. Zwar kamen als Reaktion auf den allgemeinen Speicherhunger auch Diskettenlösungen mit höherer Kapazität auf den Markt, holten die parallelen Entwicklungen jedoch nicht mehr ein. Beschreibbare DVDs und ZIP-Laufwerke spielten Disketten locker aus. USB-Laufwerke, die noch dazu wesentlich preiswerter waren, erledigten den Rest.

Aktuelle Situation: Diskettenlaufwerke sind längst nicht mehr die Standardausstattung eines Computers, trotzdem kann man sie hier und dort noch finden. In vielen PC-Gehäusen findet sich zumindest noch ein abgedeckter Schacht für ein Diskettenlaufwerk. Kaufen kann man z. B. 3,5 Zoll-Disketten noch problemlos. Doch ganz ehrlich, wer würde dafür heute freiwillig Geld ausgeben, wenn er mit einem USB-Stick ein Vielfaches der Speicherkapazität zu einem günstigeren Preis erhalten kann?

Iomega Zip

Iomega Zip
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Was sie waren: Wechselplattenlaufwerke der Firma Iomega waren in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre ein sehr beliebtes Computerzubehör. Damals galten die 100 MB, die man auf den ersten Zip-Disketten speichern konnte, als eine sehr hohe Kapazität. Außerdem war die Handhabung gegenüber CD-Laufwerken einfacher. Disketten waren zwar allgegenwärtiger, aber Zip-Laufwerke fanden eine sehr große Fangemeinde.

Was passierte: Es erging den Zip-Laufwerken wie den Diskettenlaufwerken, auch wenn sie etwas langsamer an Bedeutung verloren als der kleine Bruder. Günstige CD-Brenner ermöglichten die effiziente Datenspeicherung mit vergleichsweise hoher Kapazität und die gebrannten CDs waren auf nahezu allen Computern zu lesen. USB-Sticks und –Laufwerke boten dann schließlich noch mehr Speicherplatz und waren völlig unabhängig von einem Laufwerk. Plötzlich waren Zip-Disketten teuer und boten wenig Speicherplatz. Dazu kam der berüchtigte „Click of Death“, ein Hardwarefehler, der die Datenträger zerstören konnte. Iomega versuchte mit neuen Laufwerken (Jaz, PocketZip, und Rev) den Anschluss zu behalten, aber der Zip-Effekt stellte sich nie wieder ein.

Aktuelle Situation: Iomega ist noch immer Hersteller von Speicherlösungen für den Heimgebrauch und für Großunternehmen (mittlerweile eine Tochtergesellschaft der EMC Corporation). Auch Zip-Laufwerke und Zip-Disketten gibt es noch. Trotzdem haben die damals so beliebten Zip-Produkte den Kampf gegen die modernen Speichermedien verloren.

Z80-Mikroprozessor

Zilog Z80
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Was sie waren: 8-Bit-Mikroprozessoren, die 1976 auf den Markt kamen. Kurz nachdem die Herstellerfirma Zilog von einem ehemaligen Intel-Mitarbeiter (Federico Faggin) gegründet wurde, der dort am Intel 8080 gearbeitet hat, den man als ersten vollwertigen Mikroprozessor ansehen konnte. Schnell wurde der Z80 erfolgreicher als sein Konkurrent und wurde in vielen PCs und Spielekonsolen verbaut.

Was passierte: Schlicht und ergreifend der Fortschritt machte dem Z80 den Garaus, wenn man das so sagen kann. Es kam ein leistungsfähiger 16-Bit-Prozessor, der 8088. Dieser musste schließlich dem 32-Bit-Prozessor weichen, der seinerseits von 64-Bit-Modellen wie Intels Core 2 Duo und AMDs Phenom abgelöst wurde.

Aktuelle Situation: Er ist noch überall! Er wird noch immer von Zilog hergestellt, aber man sieht ihn nicht, da er seinen Dienst in Industrieprodukten, Musikinstrumenten und Bürogeräten verrichtet. Als Herz von Heimcomputern hat er jedoch endgültig ausgedient. Ob der Core 2 Duo 2041 noch unter uns sein wird?

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