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Alternativen zu PGP

04.05.2000 | 13:00 Uhr |

Beispiel 1: Sie sind viel unterwegs und wollen von jedem beliebigen PC mit Internet-Anschluss aus, etwa im Internet-Café, verschlüsselte Nachrichten verschicken. Für diesen Zweck bietet sich der deutschsprachige Dienst Freemail an.

Dort bekommen Sie ein kostenloses Mailkonto mit integrierter Verschlüsselungsfunktion, das sich mit jedem aktuellen Browser benutzen lässt. Nachdem Sie sich bei Freemail angemeldet haben, überprüft der Dienst zunächst Ihren Namen und Ihre Adresse: Sie bekommen per Post einen Brief mit einer Freischaltungsnummer. Erst wenn Sie diese Nummer eingegeben haben, können Sie Freemail uneingeschränkt nutzen. Um eine Nachricht zu verschlüsseln, aktivieren Sie im Eingabeformular nur den Punkt "Verschlüsselung". Vorher muss Ihnen der Empfänger allerdings einmalig eine Mail mit seiner digitalen Unterschrift gesandt haben. Freemail extrahiert daraus seinen öffentlichen Schlüssel und speichert ihn auf dem Server. Ihre eingehenden Mails werden automatisch entschlüsselt und im Klartext dargestellt.

Sie können codierte Nachrichten allerdings nur an Personen versenden, die ebenfalls Freemail oder ein anderes Mailprogramm einsetzen, das S/Mime (Secure Multipurpose Internet Mail Extensions) unterstützt, etwa Outlook Express oder Netscape Messenger. Mit PGP ist dieses Verfahren nicht kompatibel.

Beispiel 2: Da Sie viel auf Reisen sind, möchten Sie verschlüsselte Mails verschicken, ohne erst die öffentlichen Schlüssel auszutauschen. In diesem Fall melden Sie und Ihr Mailpartner sich bei dem englischsprachigen kostenlosen Maildienst Hushmail an.

Auch dieser Dienst lässt sich komplett über einen Browser bedienen. Die Registrierung dauert nur wenige Minuten. Anschließend können Sie Ihrem Bekannten sofort eine codierte Mail an seine Hushmail-Adresse schicken. Ihre öffentlichen Schlüssel müssen sie vorher nicht

extra austauschen: Sie liegen auf dem Hushmail-Server und werden bei der Verschlüsselung automatisch benutzt. Der Dienst arbeitet mit einem eigenen Verschlüsselungsverfahren, das weder zu PGP noch zu S/Mime kompatibel ist.

Beispiel 3: Sie verschicken normalerweise keine verschlüsselten Nachrichten. Jetzt müssen Sie aber eine vertrauliche Datei versenden, die Sie sicherheitshalber codieren wollen. Nur für dieses eine Mal PGP zu installieren und zu konfigurieren ist zu aufwendig.

Daher unser Tipp: Komprimieren Sie die Datei mit Winzip (auf Heft-CD und auf www.pcwelt.de ), und versehen Sie das Archiv über die Winzip-Schaltfläche "Kennwort" mit einem Passwort. Achten Sie darauf, ein möglichst langes und kompliziertes Kennwort mit mindestens acht Buchstaben zu verwenden. Sonst lässt sich die Verschlüsselung relativ leicht knacken. Das codierte Archiv hängen Sie nun an eine Mail an und teilen dem Empfänger per Telefon das Passwort mit. Bedenken Sie aber: Eine so bombensichere Verschlüsselung wie PGP bietet Winzip nicht.

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