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Steckbrief zum Livesystem Puppy

29.09.2017 | 13:30 Uhr | David Wolski

Linux-Distributionen, die für sehr alte Rechner mit 32-Bit-Prozessor geeignet sind, werden weniger, sterben aber nicht aus. Eines der Livesysteme, das alter Hardware treu bleibt, ist das ausbaufähige Puppy Linux.

Mit Puppy Linux läuft auch ein richtig alter Rechner nochmal richtig flott. Das Livesystem wird keinen Schönheitspreis gewinnen, denn der Desktop ist schlicht und altmodisch, aber dafür fehlt es nicht an vorinstallierter Software und an Komfort. Puppy Linux ist seit jeher für den schnellen Start und für kleine Ressourcenansprüche optimiert. Neue Ausgaben des Systems sind aber seltener geworden, nachdem PCs immer leistungsfähiger wurden. Erst jetzt gibt es wieder eine Ausgabe, die auf den Paketquellen des aktuellen Ubuntu 18.04 LTS basiert.

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Leichtfüßig, aber schlicht

Von der Basis Ubuntu ist zunächst wenig zu sehen, denn der Desktop nutzt den kalorienarmen Window-Manager JWM – nicht etwa Gnome. Der Speicherbedarf des Systems inklusive JWM liegt nach dem Start lediglich bei 80 MB.

Der Minimaldesktop hat in Puppy Linux 8 eine Zwischenablage für Textschnipsel erhalten und sogar einen optionalen Compositor, der im Menü „Applications –› Utility –› Compton“ noch auf seine Aktivierung wartet und den Desktop mit dezenten Effekten deutlich aufwertet. Das Livesystem liegt in englischer Sprache vor, ein deutsches Sprachpaket steht aber zur nachträglichen Installation bereit. Nach dem Start kann man die gewünschte Bildschirmauflösung und die Tastenbelegung auswählen.

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Puppy Linux 8 ist kein schlüsselfertiges System für jeden Zweck, liefert aber trotz seiner Gesamtgröße von nur 280 MB eine bemerkenswerte Vorauswahl an Software: Als Browser ist eine leichtgewichtige Version von Firefox 48 namens „Light“ vorinstalliert. Ein optionaler Werbeblocker unter „Applications –› Internet –› Pup-Advert-Blocker“ kann bekannte Werbe- und Tracking-domains per Hosts-Datei blockieren. An Abspielprogrammen für Mediendateien sind der Gnome Mplayer und der kaum bekannte, aber brauchbare Player Pmusic vorhanden. Bei Office-Programmen ist Puppy Linux 8 nicht ganz so gut bestückt. Über eine Abkürzung im Anwendungsmenü ist Libre Office aber zur Laufzeit des Systems schnell nachgeladen. Über den Paketmanager hinter dem Menüpunkt „Applications –› Setup –› Puppy Package Manager“ steht das ganze Arsenal an Programmen aus den Ubuntu-Paketquellen bereit. Wird Puppy Linux über den eigenen USB-Installer bootfähig auf USB-Stick eingerichtet, so kann das System Anwendungspakete im eigenen Puppy-Format auch dauerhaft auf dem Datenträger ablegen. Dieser Einsatz ist sicher die angenehmste Betriebsart für Puppy Linux 8.

Webseite: http://puppylinux.com
Dokumentation: http://wikka.puppylinux.com/HomePage

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