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Zielerreichung bei Hyatt Hotels

15.10.2015 | 08:45 Uhr |

Scrine fand das Ergebnis sehr aufschlussreich. Jüngere Mitarbeiter, die vermutlich mit Xbox-Spielen aufgewachsen waren, reagierten auf den Kurs ganz hervorragend - ältere Mitarbeiter dagegen nicht. "Die Gamefication-Elemente stießen auf ein geteiltes Echo", so Scrine. "Für Leute, die ein eher traditionelles Lernprogramm gewohnt waren, war das zu überraschend und kreativ."

Aus diesem Grund bot das Unternehmen auch Kurse an, die ohne Spiel-Elemente auskommen. Daran nahmen aber weniger Mitarbeiter teil als an den Kursen mit Gamefication. "Die einen meinten, die Informationsvermittlung geschehe nicht seriös genug", so Scrine. "Andere wiederum fanden die neue Art der Vermittlung sehr erfrischend - erfrischender als alles, was sie zuvor an Lernprozessen durchlaufen haben."

Zielerreichung bei Hyatt Hotels

Nicht alle Gamefication-Ansätze wollen Prozesse vermitteln oder Verkäufer anspitzen. Hyatt Hotels will damit vielmehr seine Mitarbeiter belohnen. Laut Denise Pullens verfolgt man also ausschließlich betriebliche Ziele. Wenn etwa ein Kundendienstmitarbeiter eine bestimmte Anzahl von Anrufen getätigt hat, erhält er virtuelle Gutschriften, die er in einem Spiel von Snowfly , einem Entwicklerunternehmen aus Laramie im US-amerikanischen Wyoming, einsetzen kann.

Darin geht es etwa darum, eine Schatzkiste zu suchen oder Dartpfeile zu werfen. Die zu erzielenden Prämien reichen von Gutscheinen für Restaurantbesuche bis hin zu ganzen Wochenenden in einem Feriendomizil. Gamefication-Elemente würden sich in allen Bereichen des Unternehmens finden, so Pullens.

Das Ganze funktioniert aus einem guten Grund, erklärt Brooks Mitchell, CEO und Gründer von Snowfly sowie Professor für Management an der University of Wyoming. Bietet man Menschen die Chance, entweder zehn Punkte gutgeschrieben zu bekommen oder in einen Wettstreit um 10.000 Punkte einzutreten, wählen 99,6 Prozent aller Fälle den Wettstreit.

"Der Schlüssel zum Erfolg ist es, kurzfristige und messbare Erfolge zu generieren", so Brooks. "Im Vertrieb ist das Endziel immer der Verkauf. Davor gilt es aber, viele kleine Unterziele zu erreichen. Passiert dies, gibt es Belohnungen. Am Ende steht dann der Abschluss."

Die Mitarbeiter von Hyatt können das Snowfly-Spiel zwischen zwei Telefonanrufen oder in Pausen spielen. Im Reservierungscenter machen alle 500 Angestellten mit. Mittlerweile wird es auch von einzelnen Hotels der Kette eingesetzt, um ihre lokalen Mannschaften zu motivieren.

Spielend ans Ziel

Unter dem Strich kann Gamefication im Unternehmen gut funktionieren. Nach Auskunft des Gartner-Analysten Brian Burke setzen dies Firmen wie DirecTV oder NTT Data ein, um Mitarbeiter in Prozesse einzuführen. Es sei dabei wesentlich, die Spielelemente direkt an die zu erreichenden Unternehmensziele zu binden.

"Gamification funktioniert am besten in Bereichen, in denen die Ziele des Mitarbeiters deckungsgleich mit den Zielen des Unternehmens sind", so Burke. "Wenn Sie da den Dreh raus haben, dann verfolgt und erreicht der Mitarbeiter seine eigenen Ziele - und ganz nebenbei auch die Ziele der Organisation, für die er arbeitet." (sh)

Dieser Beitrag erschien ursprünglich bei unserer US-Schwesterpublikation CIO.com und wurde ins Deutsche übersetzt.

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