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Die Allianz gegen das Chaos

26.11.2012 | 12:09 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Die Smart TV Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, das vorhandene Sammelsurium beim Smart-TV zu beseitigen.
Vergrößern Die Smart TV Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, das vorhandene Sammelsurium beim Smart-TV zu beseitigen.

Dass die Komplexität und das Geräte-Wirrwarr in Sachen Smart-TV nicht gerade die Kauflust der Verbraucher fördern, haben inzwischen auch die Hardware-Hersteller erkannt. Ende Juni haben zunächst LG und Philips die sogenannte Smart TV Alliance   gegründet, die sich die „Verbesserung des Smart-TV-Angebots zum Ziel gesetzt hat“. Weiter heißt es in der offiziellen Stellungnahme, dass auch andere TV-Hersteller aus Japan ihren Beitritt vorbereiteten. Konkret will die Kooperation eine herstellerneutrale Umgebung schaffen, um plattformunabhängige Dienste zu ermöglichen.

Genau hier liegt nämlich bisher das Problem: Egal, ob Sie sich für eine Settop-Box vom Fernseh- oder von einem Dritthersteller, einen digitalen TV-Receiver, einen Blu-ray-Player oder einen Mediaplayer mit Festplatte als Lösung für Smart-TV entscheiden, Sie sind immer auf das App-Angebot des einen Hardware-Herstellers angewiesen. Im Einzelfall kann das sogar bedeuten, dass der Kooperationsvertrag einer Video-on-Demand-Plattform mit dem Hardware-Produzenten die Implementierung einer anderen Online-Videothek ausschließt. Ein Beispiel dafür ist Apple TV, das – wie nicht anders zu erwarten war – neben iTunes keine anderen Online-Videotheken duldet.

Videoweb bietet wie die übrigen Settop-Boxen mit Video-on-Demand und TV-Mediatheken wichtige Inhalte.
Vergrößern Videoweb bietet wie die übrigen Settop-Boxen mit Video-on-Demand und TV-Mediatheken wichtige Inhalte.

Anders sieht es bei den offeneren Systemen aus: Viele Geräte auf Android-Basis bieten entweder Zugriff auf den gesamten Play-Store oder zumindest auf ein vorinstalliertes App-Center. So finden Sie auch die neue PC-WELT-Smart-TV-App auf der Videoweb-Box, auf dem brandneuen IKEA-Fernseher, auf Geräten von Technisat und auf weiteren Modellen. Diese App bringt die PC-WELT-Videos ganz einfach ins Wohnzimmer.

Wer sich für einen echten PC entscheidet – beispielsweise ein formschönes, lautloses Modell im Kleinformat –, kann unter Windows entweder das integrierte, Microsoft-eigene Media Center oder eine Software mit fernbedienungsfreundlicher Oberfläche wie Media Portal oder XBMC verwenden. Für Linux gibt es ebenfalls spezielle Oberflächen. Diese offenen Systeme haben den Vorteil, dass unzählige Erweiterungen entweder schon implementiert sind oder im Internet als Plug-ins zur Verfügung stehen.

Medien vom Smartphone auf dem TV abspielen

Die Qual der Wahl
Angesichts der völlig unterschiedlichen Ansätze macht der Vergleich einzelner Produkte wenig Sinn. Am Schluss dieses Artikels finden Sie deshalb eine Übersicht der wichtigsten Ansätze, die aus Ihrem vorhandenen Fernseher ein Smart-TV machen. Dazu gehören jeweils die systembedingten Stärken und Schwächen, eine knappe Funktionsübersicht mit den wichtigsten Apps, der Preisbereich sowie einige Hardware-Beispiele.

Das Kapitel „Drei Smart-TV-Boxen im Praxistest“ auf Seite 1 legt den Schwerpunkt auf einfache Lösungen, die auch von weniger technikversierten Menschen bedienbar sein sollen, wie die Hersteller versprechen.

Mini-Gehäuse gibt es ab etwa 40 Euro. Mit einem passenden Mainboard (meist Mini-ITX) lässt sich daraus ein Wohnzimmer-PC aufbauen.
Vergrößern Mini-Gehäuse gibt es ab etwa 40 Euro. Mit einem passenden Mainboard (meist Mini-ITX) lässt sich daraus ein Wohnzimmer-PC aufbauen.
© Techsolo

Die größte Freiheit bieten selbstverständlich echte PCs, auf denen sich prinzipiell alles installieren lässt. Zudem laufen die Wohnzimmerrechner, auch Home-Theater-PCs genannt, praktisch lautlos, sehen schick aus und lassen sich per mitgelieferter Fernbedienung wie ein TV-Gerät steuern. Manche Modelle ohne optisches Laufwerk sind sogar kleiner als eine DVD! Als Nachteil ist der vergleichsweise hohe Wartungsaufwand mit Updates zu nennen.

Wer eine Playstation 3 zum Spielen besitzt, kann darauf auch eine Reihe von Smart-TV-Funktion benutzen, darunter Video on Demand, Surfen im Netz und Filme auf Youtube. Microsoft führt mit Xbox Smartglass erst im Herbst eine umfassende Software mit Smart-TV-Funktionen auf der Xbox 360 ein. Sie soll auch mit Smartphones und Tablets der Konkurrenzsysteme Android und iOS zusammenarbeiten und den neuen Internet Explorer 10 auf den Fernseher bringen.

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