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Umstieg auf Linux: Distributionen im Vergleich

22.05.2019 | 08:04 Uhr | Hermann Apfelböck, Arne Arnold, Thorsten Eggeling,

Es gibt viele gute Gründe, von Windows auf Linux umzusteigen, etwa Sicherheit, kostenlose Software und Datenschutz. Doch stellt Linux den Nutzer auch vor ein paar Herausforderungen. Wir werfen einen Blick auf Vorzüge und Mängel beider Systeme.

Es gibt Argumente für und gegen Windows oder Linux, doch abseits der technischen Aspekte sollte auch gelten: Es macht einfach Spaß, sich mit Neuem, mit Linux zu beschäftigen. Zudem ist klar: Wenn Sie bisher Windows einsetzen, lässt sich Linux risikolos zusätzlich auf demselben PC nutzen. Bei der Parallelinstallation entscheiden Sie sich jeweils beim Start des PCs für das gewünschte Betriebssystem. Ausprobieren sollten Sie Linux also auf jeden Fall einmal.

Was ist Linux?

Linux startete 1991 als Terminalemulation für Großrechner an der Universität Helsinki. Linus Torvalds, der bis heute den Linux-Systemkern betreut, entwickelte das System zu Beginn nebenbei als Hobby. Linux ist außerdem undenkbar ohne die Tools des GNU-Projekts von Richard Stallman, das bereits 1984 startete. Der sehr technische Ansatz und die Ansiedlung im universitären Umfeld machten Linux zuerst nur für wenige Enthusiasten oder Programmierer interessant. Inzwischen sind mit Ubuntu, Linux Mint oder Open Suse jedoch Linux-Distributionen entstanden, die auch Einsteigern oder Windows-Umsteigern die Installation, Konfiguration und Nutzung des Systems leicht machen.

Wieso auf Linux umsteigen?

Linux ist sehr erfolgreich. Das System läuft auf vielen Geräten, wahrscheinlich auch bei Ihnen zu Hause. Auf den meisten DSL-Routern kommt Linux zum Einsatz sowie in Multimedia-Playern und Smart-TV-Geräten. Auf dem Desktop hat Linux jedoch nur einen Marktanteil von etwa drei Prozent. Ein Grund dafür könnte sein: Windows ist auf den meisten PCs und Notebooks vorinstalliert. Die Bereitschaft zum Wechsel des Betriebssystems ist eher gering. Die Oberfläche: Linux ist zwar ein völlig anderes Betriebssystem als Windows, zumindest die Oberfläche kommt aber Nutzern von Windows entgegen. Das gilt zum Beispiel für die Varianten Linux Mint mit dem Desktop Cinnamon, die Windows sehr ähnlich ist und ein Top-Tipp für Linux-Einsteiger. Einen Überblick über die wichtigsten Desktopvarianten und unterschiedlichen Linux-Distributionen finden Sie unten.

Ablaufdatum von Windows: Nutzer von Windows 7 stehen spätestens im Januar 2020 vor der Umstiegsentscheidung. Dann läuft der erweiterte Support aus und es gibt keine Sicherheitsupdates mehr. Wer dann nicht auf das bei vielen unbeliebte Windows 10 umsteigen möchte, für den ist Linux eine sehr gute Alternative.

Sicherheit und Datenschutz: Windows ist das bevorzugte Ziel von Angreifern. Linux ist zwar nicht prinzipiell immun gegen Schadsoftware, aber eine Antivirensoftware benötigen Sie nicht. Windows hat außerdem den Ruf, die Privatsphäre der Benutzer nicht ausreichend zu schützen. Bei Linux gibt es nur sehr selten Kritik am Datenschutz.

Die Wahl der richtigen Distribution

Fragt man eine zufällige Anzahl an Linux-Anwendern, welche denn nun die beste Linux-Distribution sei, so bekommt man ein Vielfaches dieser Zahl an Meinungen, Einwürfen und Empfehlungen zurück. Und dazu eine Menge obskurer Geek-Weisheiten und mit religiösem Eifer verfochtene Überzeugungen zu Usability, Paketformaten und Entwicklungsmodellen. Abfällige Bemerkungen über die jeweils anderen Distributionen inklusive.

Auf Einsteiger wirkt das alles abschreckend bis arrogant und ist bei Anfängerproblemen selten hilfreich. Für Neuankömmlinge in der Linux-Welt bringt die gebotene Vielfalt nach wie vor die Qual der Wahl, auch wenn das Einsatzgebiet wie Desktop oder Server klar ist. Nicht jedes System passt in jedes Umfeld, zu jedem Wissensstand und zu allen Geschmäckern.

Orientierungshilfe und Bewertung

Die Landkarte der Linux-Distributionen zeigt einige große bekannte Kontinente und unzählige kleinere Provinzen. Der folgende Distributions-Check nimmt sich die tonangebenden Systeme vor.

Mancher Linux-Kenner mag hier sein eigenes Lieblingssystem vermissen, denn der Überblick erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Umgekehrt sind einige Distributionen aufgeführt, die technisch keinen Platz als selbständiges Linux verdienten, aber einfach zu populär sind, um sie hier wegzulassen.

Machen Sie den Test: Welches Linux passt zu mir?

Natürlich gibt es weitaus mehr Distributionen als die hier aufgeführten. Berücksichtigt man nur die Systeme, die noch halbwegs gepflegt werden, zählt man dennoch 200 bis 300 Distributionen. Wenn Sie sich auch an andere Systeme als die hier vorgestellten wagen wollen, finden Sie hier einen Distributions-Check. Dort führt Sie ein Assistent durch einige Abfragen nach Einsatzzweck, Softwareumfang, genutzter Hardware und vielem mehr. Das Ergebnis ist dann genau eine passende Distribution.

Arch

Arch Linux
Vergrößern Arch Linux
© Arch Linux

Auch wenn Arch mit hohem Do-it-Yourself-Faktor, der schon bei der Installation beginnt, als Anachronismus erscheint, hat sich die Distribution enorm viele Freunde in der fortgeschrittenen Anwenderschaft gemacht: Arch legt Wert auf einen schlanken Aufbau und manuelle Konfiguration und versteckt die Innereien des Systems nicht hinter distributionsspezifischen Tools. Lohn der Mühe ist die volle Kontrolle darüber, was auf dem System installiert ist. Zum Bekanntheitsgrad von Arch trägt dessen hochkarätiges Wiki mit größtenteils englischsprachigen Anleitungen zu System und Software bei. Als „Rolling Release“ lässt sich Arch über den Paketmanager auf dem neuesten Stand halten. Einen Standarddesktop gibt es nicht.

Der typische Arch-Anwender ist definitiv kein Einsteiger, sondern ein avantgardistischer Linux-Fan mit langjähriger Erfahrung, der sich selbst zu helfen weiß und Linux-Systeme aus den hochaktuellen Paketquellen selbst zusammenstellt.

Offizielle Webseite: www.archlinux.de

Debian GNU/Linux

Debian
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© Debian

Das System für höchste Ansprüche an Stabilität ist in der turbulenten Linux-Entwicklung der Fels in der Brandung und mit stolzen 23 Jahren eine der dienstältesten Distributionen. Auf neueste Pakete legt die Entwicklergemeinde keinen Wert. Deswegen werden Programme und Komponenten langsamer aufgenommen als bei der Konkurrenz.

Auf dem Debian-Paketformat Deb und der Paketverwaltung Apt ist auch Ubuntu aufgebaut. Neue Debian-Ausgaben erscheinen rund alle zwei Jahre und die Entwicklung erfolgt in mehreren Zweigen: Debian Unstable bietet neueste Software, die für weitere Tests in Debian Testing aufgenommen wird, das wiederum die Vorstufe zu Debian Stable ist.

Der typische Debian-Anwender sucht ein grundsolides Serversystem für professionelle Aufgaben oder bevorzugt konservative Desktops. Die Programmversionen dürfen dabei auch älter sein – Hauptsache, alles ist gründlich getestet.

Download: Debian GNU/Linux

Linux Mint

Linux Mint gehört zu den beliebtesten Distributionen.
Vergrößern Linux Mint gehört zu den beliebtesten Distributionen.

Das populäre Linux Mint begann als inoffizielle Ubuntu-Variante mit umgestaltetem Desktop und trat erst über die Jahre mit zahlreichen Eigenentwicklungen langsam aus dem Schatten des Vorbilds. Mint basiert immer noch auf Ubuntu LTS und erscheint stets eine Weile nach einem neuen Ubuntu, setzt aber genügend eigene Akzente, um hier als eigene Distribution durchzugehen. Eigene Entwicklungen gehen von Konfigurationstools bis hin zur Arbeitsumgebung Cinnamon und den neuen X-Apps. Linux Mint ist in der undogmatischen Linux-Anwenderschaft sowie unter Umsteigern beliebt, die ein unkompliziertes Desktop-Linux suchen. Für den Servereinsatz ist es aufgrund der Softwareauswahl und vereinzelt auftretenden Paketkonflikte ungeeignet.

Der typische Mint-Anwender sucht ein anwenderfreundliches Desktop-Linux. Zudem ebnen viele Analogien zu Windows dem Windows-Umsteiger den Weg zu Linux.

Download: Linux Mint

Linux Mint: Das macht die Distribution so erfolgreich

Manjaro

Manjaro
Vergrößern Manjaro
© Manjaro

Manjaro basiert auf Arch. Arch ist schlank und nicht nur bei der Installation schnell, stellt aber Einsteiger vor erhebliche Hürden (siehe oben), da sich viele Einstellungen nur auf der Befehlszeile erledigen lassen. Manjaro erleichtert den Arch-Einstieg durch einen grafischen Installer > la Ubuntu. Zur Beliebtheit von Manjaro trägt auch das Arch-ypische, umfangreiche Softwareangebot bei. Dessen Besonderheit besteht darin, dass es für Entwickler besonders einfach ist, die Anwendungen zu aktualisieren. Daher ist die Software in den Paketquellen von Manjaro respektive Arch Linux in der Regel aktueller als bei anderen Distributionen. Als Empfehlung darf die schlanke Desktopvariante mit dem XFCE gelten. Alles greift bei dieser Version ineinander und der Umstieg von anderen Linux-Varianten fällt leicht. Aber auch KDE-Freunde finden eine Manjaro-Variante zum Download.

Der typische Manjaro-Nutzer sucht ein schnelles System mit reichhaltigem und aktuellem Softwareangebot.

Offizielle Webseite: https://manjaro.org

Slackware

Als Fossil hat sich Slackware in eine Nische zurückgezogen, in der hauptsächlich Entwickler und Administratoren zu Hause sind. Die älteste aktive Distribution war anfangs die Basis für Suse Linux. Slackware vertritt bis heute die reine Lehre der Linux-Administration: Es gibt bis auf den Installer kaum Konfigurationshilfen. Lediglich Scripts helfen bei der Programminstallation und Systemaktualisierung. Dies ist auch auf das Paketformat zurückzuführen, das TAR-Archive ohne ausführliche Metadaten nutzt. Dies erlaubt eine sehr freie Systemeinrichtung mit dem Nachteil einer fehlenden Abhängigkeitsprüfung. Slackware ist sehr schnell und schlank und mit seinen stabilen Programmversionen servertauglich.

Der typische Slackware-Anwender hat meist schon ein paar graue Haare mehr auf dem Kopf oder im Gesicht, ist bei Linux-Systemen auf ausführlich getestete, stabile Versionen bedacht und will maximale Konfigurationsmöglichkeiten.

Offizielle Webseite: www.slackware.com

Ubuntu

Ubuntu
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© Ubuntu

Die Distribution mit ungebrochener Popularität auf dem Desktop verfolgt den Anspruch, ein universelles System für PCs, Server und Mobilgeräte zu sein. Das Kernsystem basiert auf Debian. Auf dem klassischen Desktop-PC genießen offizielle Varianten mit Mate, XFCE und LXDE seit der Einführung der kontroversen Oberfläche Unity mehr Aufmerksamkeit. Alle zwei Jahre erscheint eine Ubuntu-Ausgabe mit Langzeitsupport von fünf Jahren (LTS für Long Term Support). Vom Vorbild Debian übernimmt Ubuntu das Deb-Paketformat und Apt, ist aber zu Debian nicht kompatibel. Entwickelt wird Ubuntu von einer Community und der Firma Canonical. Für den Servereinsatz sind nur die LTS-Versionen sinnvoll.

Der typische Ubuntu-Anwender will ein einsteigerfreundliches Allround-Linux mit großer Community und häufiger Erscheinungsfrequenz. Ubuntu eignet sich für Server und den PC-/Notebookdesktop gleichermaßen.

Download: Ubuntu

Fedora

Fedora
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© Fedora

Das von Red Hat gesponserte Fedora ist ein Trendsetter mit topaktueller Programmauswahl. Es spricht ambitionierte Anwender an, die ein möglichst aktuelles Linux für den Desktop-Einsatz suchen. Wenn sich eine Technologie bei Fedora bewährt hat, wandert sie später zu Red Hat Enterprise Linux. Fedora nutzt das RPM-Paketformat und ist vornehmlich für den Desktopeinsatz geschaffen, da sich das System mit häufigen Updates oft ändert. Die typische Desktopumgebung ist Gnome 3, aber auch Mate, LXDE und KDE können sich unter Fedora sehen lassen. Der Installer ist eher umständlich.

Der typische Fedora-Anwender hat beruflich oft mit Red Hat Enterprise Linux oder Cent-OS zu tun oder ist sogar Administrator, will aber zu Hause lieber ein aktuelleres Fedora, das schon mal eine Vorschau auf das nächste Red Hat bietet.

Offizielle Webseite: http://fedoraproject.org

Gentoo Linux

Gentoo Linux
Vergrößern Gentoo Linux
© Gentoo Linux

Auch wenn der Stern Gentoos langsam sinkt, ist diese Distribution kein Fall für die Geschichtsbücher. Das liegt auch an Google Chrome-OS, das seit 2010 auf das anpassungsfähige Gentoo als Basis setzt. Gentoo zeichnet sich wie Arch durch ein eigenes Paketformat aus, das mit dem Paketmanager Portage an die „Ports“ von Free BSD erinnert. Dies erlaubt die Kompilierung von Programmen nach Bedarf aus einem Repository mit mehr als 10.000 Quellpaketen. Dies ist eindeutig ein Fall für Fortgeschrittene, die sich um jedes Detail und die Konfiguration selbst kümmern. Gentoo ist ein „Rolling Release“, das sich über den Paketmanager auf dem neuesten Stand halten lässt.

Der typische Gentoo-Anwender scheut keine hohen technischen Ansprüche, weil er die Anpassungsfähigkeit und Quelltextpakete schätzt, die Gentoo zu einem besonders schnellen System machen. Die Installation erfolgt per Scripts.

Offizielle Webseite: www.gentoo.org

Open Suse

Open Suse
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© Open Suse

Einen langen gewundenen Weg hat Open Suse hinter sich, das bereits 1992 in Deutschland entstand und auf dem RPM-Paketformat basiert. Das System war über lange Jahre die einzige namhafte Distribution, die ein benutzerfreundliches, grafisches Desktop-Linux anbot und erfreute sich insbesondere in Deutschland größter Beliebtheit. Mittlerweile musste Open Suse den Pokal für Einsteigerfreundlichkeit an Ubuntu und Linux Mint abgeben, punktet aber immer noch mit exzellentem KDE-Desktop und grafischen Konfigurationshilfen. Seit der Übernahme durch Novell 2005 ist es wie Fedora ein von der Community entwickeltes Projekt. Die Paketauswahl ist nicht brandaktuell, lässt sich aber durch inoffizielle Paketquellen des Build Service erweitern.

Der typische Suse-Anwender setzt auf das grafische Menüsystem von Yast zur Administration oder ist ein Traditionalist, der mit Suse zu Linux kam und ihm bis heute treu bleibt.

Offizielle Webseite: http://de.opensuse.org

Die Wahl des richtigen Desktops

Grundsätzlich ist es zwar möglich, bei einer Distribution den Desktop auszutauschen, empfehlenswert ist das aber nicht. Die Verzahnung von Desktop und System ist so eng, dass es bei einem Austausch oft zu Problemen kommt. Besser ist es, sich für eine Distribution zu entscheiden und diese dann mit dem gewünschten Desktop zu installieren. Möglich ist das, da viele Distributionen in mehreren Versionen mit jeweils anderem Desktop verfügbar sind. So gibt es Ubuntu mit der hauseigenen Oberfläche Unity, aber auch mit KDE (Kubuntu) oder XFCE (Xubuntu).
KDE: Der Desktop ist anpassungsfähig bis detailverliebt. KDE ist eine der dienstältesten (seit 1996) und populärsten Desktopumgebungen, die sich mit Version 4 erfolgreich neu erfand. KDE ist eine opulente Oberfläche für aktuellere Rechner mit Mehrkern-CPU, Open-GL-fähigem Grafikchip und vier GB RAM. Der Desktop ist ideal für fortgeschrittene Nutzer, die detaillierte Anpassungsoptionen zu schätzen wissen. Der aktuelle Plasma-Desktop stellt die Arbeitsoberfläche bereit mit Miniprogrammen (Plasma-Widgets) und dem Window-Manager Kwin, der für Fensterdarstellung und Effekte sorgt.

KDE bietet herausragende Software wie den Dateimanager Dolphin, den Bildbetrachter Gwenview oder die Bildverwaltung Digikam. Gute KDE-Distributionen sind Kubuntu, Ubuntu KDE Neon und Open Suse Leap.

Gnome: Gemessen an der Zahl der Gnomeaffinen Nachfolger (Unity, Mate, Cinnamon, Pantheon, implizit auch XFCE, LXDE, LXQT) ist Gnome der produktivste Linux-Desktop. Das Gnome-Bedienkonzept ist modern, schick, funktional, aber reduziert. An den Grundfunktionen lässt Gnome kaum Eingriffe zu. Flexibilität erhält Gnome hauptsächlich durch externe Erweiterungen . Gnome ist ein Desktop für aktuellere Hardware mit Mehrkern-CPU, 3D-Grafik und vier GB RAM. Obwohl Gnome auf Elemente wie das Startmenü verzichtet, findet sich jeder Einsteiger schnell zurecht.

Die Standardoberfläche von Ubuntu heißt Unity und basiert seit Version 17.10 auf Gnome 3.
Vergrößern Die Standardoberfläche von Ubuntu heißt Unity und basiert seit Version 17.10 auf Gnome 3.

Unity: Unity ist die Standardoberfläche von Ubuntu. Mit Ubuntu Version 17.10 wechselte die Distribution technisch auf das Standard-Gnome 3, behielt aber eine eigene Optik und das sehr einfache Bedienkonzept von Unity bei. Das Bedienkonzept versteht jeder Nutzer auf Anhieb, allerdings bezahlt der Unity-Anwender den intuitiven Bedienkomfort mit dem Preis geringer Anpassungsmöglichkeiten. Die Bedienung erfolgt über zwei Standardleisten, die Starterleiste links und das Hauptpanel oben. Die Starterleiste ist eine Kombination aus Taskleiste und Favoritenleiste: Sie zeigt die aktuell laufenden Programme und zusätzlich die Programmfavoriten.

Cinnamon: Der Mint-Desktop Cinnamon ist seit 2011 als konservative Alternative zum modernen Gnome 3/Unity entwickelt worden. Über die Jahre reifte eine sehr attraktive Oberfläche, die viele Elemente der Windows-Welt aufgreift und auf optimale Anpassungsfähigkeit Wert legt. Die ältere Gnome-2-Basis macht sich noch in einigen altmodischen Details bemerkbar, insgesamt ist Cinnamon aber so ansehnlich wie flexibel und dabei vergleichsweise sparsam. Der Desktop läuft auch auf nicht mehr taufrischen Geräten und ist mit zwei GB RAM alltagstauglich.

Mate: Mit Mate entstand ebenfalls 2011 in Ablehnung an den modernen Gnome 3 ein weiterer Fork von Gnome 2. Mate ist seither eine weitere Alternative für Anwender, die einen traditionellen Desktop bevorzugen. Die Oberfläche erhielt trotz althergebrachter Bedienkonzepte ein modernisiertes Äußeres und reicht an die Anpassungsfähigkeit von Cinnamon heran. Dabei gehört Mate zu den sparsamen Desktops und kommt notfalls ohne 3D-Grafikchip und schon mit einem GB RAM aus. Die wesentlichen Elemente der Arbeitsfläche sind die Leisten, die sich mit diversen Applets füllen und per Rechtsklick im Detail konfigurieren lassen.

XFCE: XFCE (X-Face) gehört seit 1996 mit KDE und Gnome zu den Urgesteinen der Linux-Desktops, hat sich aber im Gegensatz zu diesen stets geradlinig entwickelt und nie revolutioniert. XFCE ist etwas angestaubt, aber perfekt für Nutzer, die klassische Elemente schätzen und selbst Hand anlegen mögen. Die Möglichkeiten sind umfassend, die Bedienung gelegentlich altmodisch, aber überall ausgereift und logisch. Nicht zuletzt hat XFCE bescheidene Ansprüche an die Hardware – ein GB RAM ist üppig, ein 3D-Grafikchip nicht erforderlich.

Linux auf dem Stick: 10 Ideen für den Einsatz

Google bringt ein neues Pixel-Smartphone auf den Markt: Google Pixel 3a und 3a XL. Die größte Neuerung ist vor allem der Preis: Je nachdem, für welches Gerät man sich entscheidet, liegt der Preis zwischen 400 und 480 Euro. Ob das neue Google Pixel 3a und 3aXL mit der deutlich teureren Konkurrenz mithalten kann und was es mit dem mysteriösen Quietschen auf sich hat, erklärt euch Dennis in diesem Video.

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