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Aktuell sollten Sie keine Hardware kaufen - Der Grund

30.01.2021 | 08:30 Uhr | Sebastian Schenzinger

Arbeitsspeicher, Grafikkarten, Netzteile und Prozessoren sind aktuell äußerst knapp. Wir analysieren die Preis- und Verfügbarkeitsentwicklung von PC-Hardware und wagen eine Zukunftsprognose an Hand der Aussagen der Hersteller.

Wer sich aktuell einen neuen Gaming-PC zulegen oder eine Hardware-Komponente aufrüsten möchte, sieht sich mit einer schlechten Verfügbarkeit und Preisen konfrontiert, die deutlich über der unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller liegen. Wir analysieren die aktuelle Marktsituation und gehen dabei nicht nur auf die neuen Produkte in Form von Ryzen 5000, RTX 3000 und RX 6000 ein, sondern berücksichtigen auch die Vorgängergenerationen. Doch nicht nur im CPU- und GPU-Segment, sondern auch beim RAM und potenten Netzteilen lassen sich Preisanstiege und Verfügbarkeitsprobleme beobachten.  Statements von AMD und Nvidia  lassen darauf schließen, dass sich bis zur Mitte des Jahres vorerst nichts an dieser Situation ändern dürfte.


Nach wie vor schlechte Verfügbarkeit der Ampere-Grafikkarten

Nvidia kündigte am 1. September mit den RTX-3000-GPUs seine neue Grafikkartengeneration auf Basis der Ampere-Architektur an und löste damit einen regelrechten Hype aus. Sowohl die  RTX 3080  als auch die  RTX 3090  und die  RTX 3070 , sowie die später nachfolgende  RTX 3060 Ti  konnten bei uns in den Tests - abgesehen von einer relativ hohen Leistungsaufnahme - vollkommen überzeugen. Doch alle vier Grafikkarten hatten eins gemeinsam, sie waren in Rekordzeit ausverkauft. Über mögliche Gründe für die schlechte Verfügbarkeit berichteten wir in  diesem Artikel . Auch Monate nach dem Release hat sich an der Marktsituation leider nicht wirklich etwas geändert.

Im Preisvergleich von Geizhals sind - Stand 21.01.2021 - derzeit nur sechs Modelle der RTX 3060 Ti gelistet. Der Preis der günstigsten Variante liegt bei 635 Euro und damit deutlich über der unverbindlichen Preisempfehlung von 419 Euro. Das entspricht einem enormen Preisaufschlag von über 50 Prozent. Von der  RTX 3070  sind derzeit immerhin 27 unterschiedliche Modelle ab 779 Euro bei den Händlern verfügbar. Auch hier liegt der Preis 50 Prozent über der UVP von 519 Euro. Am schlechtesten ist es derzeit um die Verfügbarkeit der  RTX 3080  bestellt. Hier lassen sich nur zwei Modelle im Preisvergleich finden, das günstigere kostet dabei 1363 Euro. Das entspricht nahezu einer Verdopplung der UVP, die bei 719 Euro liegt. Am besten bestellt ist es um die Verfügbarkeit der  RTX 3090 . Hier sind 25 Modelle bei den Händlern gelistet, los geht es ab 1759 Euro. Der Preisaufschlag im Vergleich zur UVP von 1549 Euro beträgt  hier "nur" gute 14 Prozent. In der folgenden Tabelle haben wir ihnen die aktuelle Marktsituation zusammengefasst:

Modell

Launchpreis

UVP nach MwSt. Anpassung

Günstigster Preis im Preisvergleich (21.01)

Preisaufschlag

Anzahl verfügbarer Modelle

RTX 3060 Ti

399 Euro

419 Euro

635 Euro

52 Prozent

6

RTX 3070

499 Euro

519 Euro

779 Euro

50 Prozent

27

RTX 3080

699 Euro

719 Euro

1363 Euro

90 Prozent

2

RTX 3090

1499 Euro

1549 Euro

1759 Euro

14 Prozent

25

Hinweis:  Nvidia hat die offiziellen Preise der Founders Editions in Deutschland auf Grund der Umstellung der Mehrwertsteuer angehoben. Über die genauen Details berichten wir in  diesem Beitrag

Mit Asus hat bereits der erste Hersteller auf die Marktlage reagiert und seine Produktpreise offiziell angehoben. Konkret heißt es in dem Statement: "Wir haben eine Ankündigung in Bezug auf Preisänderungen bei den empfohlenen Verkaufspreisen, die Anfang 2021 für unsere preisgekrönte Serie von Grafikkarten und Motherboards in Kraft treten" und fügt hinzu, es seien auch "zusätzlich Modelle" betroffen. Die neuen, höheren Preisempfehlungen "reflektieren Kostensteigerungen für Komponenten, Betriebskosten und logistische Aktivitäten sowie weiterhin existierende Importzölle." Man arbeite eng mit Liefer- und Logistikpartnern zusammen, um die Preiserhöhungen zu minimieren.

Mittlerweile sind auch die Hersteller EVGA und Zotac nachgezogen und haben die Preise für ihre Produkte erhöht wie das Hardware-journal berichtet. Während EVGA die Preiserhöhung in einem offiziellen Statement kundtat und damit Asus Beispiel nachfolgte, hat Zotac die Preise still und heimlich nach oben hin korrigiert. 

Nvidia hat ein Investoren-Forum im Rahmen der CES (Consumer Electronics Show) dazu genutzt, um sich selbst  zur Verfügbarkeit der neuen Grafikkarten zu äußern . Nvidia Executive Vice President und Chief Financial Officer Colette Kress räumte ein, dass die Lagerbestände in allen Vertriebskanälen wohl über das ganze erste Quartal hinweg knapp bleiben würden. Gemeint ist damit aber nicht das kalendarische Quartal, sondern das erste Quartal des Fiskaljahrs von Nvidia, dieses läuft bis Ende April. Entsprechend dürften sowohl die neuen Grafikkarten von Nvidia als auch die neuen GPUs von AMD in den nächsten Monaten wohl nur schwer zu bekommen sein.


Vorgänger-Generation Nvidia RTX 2000 & GTX 16x0 nahezu ausverkauft

Wer jetzt darauf spekuliert, dass auf Grund der neuen Grafikkarten-Generation die Preise der Vorgänger fallen müssten, den müssen wir leider enttäuschen. Tatsächlich ist es um die Preise und die Verfügbarkeit der Nvidia Turing GPUs ähnlich schlecht bestellt. Betrachten wir die Einsteigermodelle, dann lässt sich bei den Preisen ein Anstieg von 30 bis 50 Euro je nach Modell über das letzte halbe Jahr beobachten. Bei den Top-Modellen liegt der Preisaufschlag sogar bei 100 bis 150 Euro. In der folgenden Tabelle haben wir die wichtigsten Informationen zur Preisentwicklung und der Verfügbarkeit der Turing-GPUs für Sie zusammengestellt:

Modell

Launchpreis (FE)

Preis am 30.07.2020

Preis am 20.01.2021

Preisentwicklung seit dem 30.07.2020

Anzahl verfügbarer Modelle

GTX 1650

160 Euro

125 Euro

152 Euro

22 Prozent

60

GTX 1650 Super

170 Euro

147 Euro

187 Euro

27 Prozent

18

GTX 1660

225 Euro

182 Euro

245 Euro

35 Prozent

17

GTX 1660 Super

245 Euro

192 Euro

269 Euro

40 Prozent

35

GTX 1660 Ti

300 Euro

241 Euro

304 Euro

26 Prozent

14

RTX 2060

370 Euro

269 Euro

347 Euro

29 Prozent

23

RTX 2060 Super

420 Euro

337 Euro

431 Euro

28 Prozent

2

RTX 2070 Super

530 Euro

417 Euro

549 Euro

32 Prozent

1

RTX 2080 Super

740 Euro

599 Euro

752 Euro

26 Prozent

4

RTX 2080 Ti

1260 Euro

1017 Euro

1209 Euro

19 Prozent

7

Wie Sie der Tabelle entnehmen können, sind die Preise der Turing-Grafikkarten im letzten halben Jahr enorm gestiegen und liegen jetzt zum Teil sogar über dem Launch-Preis. Gerade die Top-Modelle sind auch nahezu ausverkauft und nur noch wenige Varianten bei den Händlern überhaupt gelistet. In der folgenden Bildergalerie können Sie die Preisverläufe der Zotac Gaming GeForce GTX 1660 Super Twin Fan, der Gigabyte GeForce RTX 2060 Windforce OC und der Gainward GeForce RTX 2070 Super Phoenix finden:


Gleiches Bild bei AMD RDNA 2

AMD reagierte am 18. November 2020 mit der Veröffentlichung der RX 6800 und der RX 6800 XT auf die Ampere-Grafikkarten, am 8. Dezember folgte mit der RX 6900 XT das aktuelle Flaggschiff nach. Die Tatsache, dass AMD bei der Rasterisierungs-Performance endlich wieder mit Nvidia konkurrieren kann, spielt in Anbetracht der Verfügbarkeit der neuen GPUs nur eine untergeordnete Rolle. Tatsächlich sieht es hier nämlich sogar noch schlechter aus als bei Konkurrent Nvidia. 

Im Preisvergleich sind derzeit nur fünf Modelle der Radeon RX 6800 zu finden. Für die günstigste Ausführung müssen Sie 879 Euro zahlen, das führt zu einem satten Aufpreis von 300 Euro gegenüber der UVP, die bei 579 Euro liegt. Das entspricht 52 Prozent. Von der RX 6800 XT wiederum sind sechs Modelle ab 1001 Euro gelistet, was zu einem Plus von 54 Prozent auf die UVP (649 Euro) führt. Bleibt zuletzt noch die RX 6900 XT  von der sieben Modelle für mindestens 1399 Euro gelistet sind. Hier liegt der Herstellerpreis um 40 Prozent niedriger bei 999 Euro. In der folgenden Tabelle können Sie diese Informationen übersichtlich aufbereitet finden:

Modell

Launchpreis

Günstigster Preis im Preisvergleich (21.01)

Preisaufschlag

Anzahl verfügbarer Modelle

RX 6800

579 Euro

879 Euro

52 Prozent

5

RX 6800 XT

649 Euro

1001 Euro

54 Prozent

6

RX 6900 XT

999 Euro

1399 Euro

40 Prozent

7

Bei AMD hat sich Firmenchefin Lisa Su zur aktuellen Lage geäußert . Demnach rechne man für das gesamte erste Halbjahr 2021 mit einer knappen Versorgung. Dies umfasse nicht nur die neuen Grafikkarten, sondern auch die Custom-Chips, die in den Konsolen Playstation 5 und Xbox Series X/S zum Einsatz kommen. Alle Chips werden derzeit bei TSMC gefertigt, die Kapazitäten scheinen sehr begrenzt zu sein.


Auch RX 5000 deutlich im Preis gestiegen

Um den Grafikkartenmarkt zu komplettieren, werfen wir noch einen Blick auf die RX-5000-GPUs, wobei das Bild hier identisch ist. Die Einsteigermodelle sind im letzten halben Jahr um 50 bis 70 Euro im Preis gestiegen und die Mittelklasse um 90 Euro. Die Radeon RX 5700 ist sogar nahezu gänzlich von der Bildfläche verschwunden und nur noch sehr vereinzelt bei den Händlern gelistet. Auch hier haben wir Ihnen die Preisentwicklung des letzten halben Jahres und den aktuellen Stand in einer Tabelle zusammengefasst:

Modell

Launchpreis (FE)

Preis am 30.07.2020

Preis am 20.01.2021

Preisentwicklung seit dem 30.07.2020

Anzahl verfügbarer Modelle

RX 5500 XT 4 GB

180 Euro

156 Euro

212 Euro

36 Prozent

5

RX 5500 XT 8 GB

210 Euro

178 Euro

245 Euro

38 Prozent

10

RX 5600 XT

299 Euro

264 Euro

339 Euro

28 Prozent

13

RX 5700

369 Euro

305 Euro

595 Euro

95 Prozent

3

RX 5700 XT

419 Euro

338 Euro

425 Euro

26 Prozent

15

Alle RDNA-Grafikkarten liegen mittlerweile über dem Launch-Preis, teilweise sogar sehr deutlich. Auch die Anzahl der verfügbaren Modelle hat in den letzten Monaten stark abgenommen. Am Beispiel der Sapphire Nitro+ Radeon RX 5700 XT 8G lässt sich die Preisentwicklung der RX 5000 Grafikkarten sehr gut nachvollziehen:

Preisentwicklung der Sapphire Nitro+ Radeon RX 5700 XT 8G gemäß Geizhals
Vergrößern Preisentwicklung der Sapphire Nitro+ Radeon RX 5700 XT 8G gemäß Geizhals
© Geizhals


Stabilisierung des CPU-Markts

AMD veröffentlichte am 8. November 2020 die neuen Ryzen-5000-Prozessoren auf Basis der Zen-3-Architektur, welche im  Test  auf ganzer Linie überzeugen konnten. Zum Launch spielte sich aber leider exakt das gleiche Szenario ab wie zur Veröffentlichung der Ampere Grafikkarten von Nvidia. In kürzester Zeit waren alle Modell ausverkauft und danach für mehrere Wochen nahezu nicht mehr lieferbar. Laut einem Blog-Beitrag des Händlers Mindfactory lag es hier aber wohl wirklich in erster Linie an der enorm hohen Nachfrage, da "im Vergleich zu Nvidia, wirklich massenhaft Ware am ersten Tage auf Lager" war. Nichtsdestotrotz mussten interessierte Käufer auch hier Preise bezahlen, die deutlich über der UVP von AMD lagen.

Mittlerweile hat sich die Verfügbarkeit der Zen-3-CPUs deutlich verbessert, auch wenn die Preise nach wie vor über der UVP liegen. So sind für einen Ryzen 5 5600X derzeit 345 Euro fällig, was einem Aufpreis von 46 Euro (15 Prozent) gegenüber der UVP entspricht. Für den Ryzen 7 5800X wiederum müssen Sie mindestens 450 Euro bezahlen, was der UVP von 449 Euro entspricht. Der 12-Kerner Ryzen 9 5900X wiederum stößt mit einem Straßenpreis von 789 Euro schon in die UVP-Regionen des Ryzen 9 5950X vor. Für den 12-Core liegt die von AMD veranschlagte UVP bei 549 Euro und damit 44 Prozent niedriger. Für das Topmodell wiederum sind derzeit mindestens 929 Euro fällig, was in 130 Euro Aufpreis (16 Prozent) gegenüber der UVP von 799 Euro resultiert. Immerhin sind die Preise für die CPUs über die letzten Wochen relativ stabil geblieben und schwanken nicht mehr so stark wie zum Release.

Preisentwicklung des AMD Ryzen 7 5800X gemäß Geizhals
Vergrößern Preisentwicklung des AMD Ryzen 7 5800X gemäß Geizhals
© Geizhals

Betrachten wir die Preisentwicklung der Ryzen 3000 Prozessoren über die letzten drei Monate, dann ist hier ein deutlicher Preisanstieg zu beobachten. Bei den Einsteigermodellen liegt dieser Preiszuwachs im Bereich zwischen zehn und 30 Euro, bei den Topmodellen bei bis zu 70 Euro. Bei den beiden sehr beliebten Modellen Ryzen 5 3600 und Ryzen 7 3700X sprechen wir von sieben respektive 13 Prozent Preisaufschlag, beim 12-Kerner sind es neun Prozent. In der folgenden Tabelle haben wir die Preisentwicklung der Prozessoren über das letzte Vierteljahr zusammengefasst:

Modell

Preis Stand 21.01

Vergleich 16.10

Vergleich 04.11

Vergleich 14.12

Ryzen 9 3950X

679 €

+20€

+10€

+15€

Ryzen 9 3900XT

492 €

+53€

+63€

+23€

Ryzen 9 3900X

435 €

+36€

+36€

+6€

Ryzen 7 3800XT

339 €

+6€

+30€

-5€

Ryzen 7 3800X

309 €

+10€

+10€

-10€

Ryzen 7 3700X

304 €

+35€

+25€

+9€

Ryzen 5 3600XT

244 €

+41€

+45€

+5€

Ryzen 5 3600X

269 €

+74€

+70€

+34€

Ryzen 5 3600

189 €

+12€

+11€

+1€

Ryzen 3 3300X

161 €

+29€

+29€

+4€

Ryzen 3 3100

112 €

+18€

+19€

+6€

Ryzen 5 3400G

139 €

+13€

+12€

+4€

Ryzen 3 3200G

92 €

+3€

+3€

+3€

Bei den Intel Prozessoren der 10. Generation auf Basis von Comet Lake zeigt sich ein anderes Bild. Hier ist seit Monaten ein leichter Abwärtstrend bei den Preisen zu sehen. Das mag an der schwächeren Nachfrage liegen und daran, dass Intel die CPUs selbst fertigt und dadurch nicht von den Fertigungsproblemen betroffen ist, mit denen AMD respektive TSMC zu kämpfen haben. Das Einsteigermodell, der Intel Core i3-10100(F), war bereits günstiger erhältlich, die anderen Modelle sind so günstig wie nie zuvor. Das führt dazu, dass wir auch bei unseren günstigen Gaming-PC-Konfigurationen zu Intel Prozessoren gewechselt haben. In der folgenden Tabelle haben wir die Preisentwicklung der Intel Prozessoren visualisiert:

Modell

Preis Stand 21.01

Vergleich 16.10

Vergleich 04.11

Vergleich 14.12

Core i9-10900K(F)

479 €

-2 €

-27 €

-5 €

Core i9-10850K

425 €

-3 €

-6 €

0 €

Core i7-10700K(F)

328 €

-3 €

-1 €

-12 €

Core i5-10600K(F)

214 €

-26 €

-14 €

-6 €

Core i5-10400(F)

142 €

-3 €

-3 €

-2 €

Core i3-10100(F)

92 €

+11€

+11€

+11€


RAM-Preise steigen

Nicht nur bei den Preisen von Grafikkarten und Prozessoren gibt es seit ein paar Monaten einen steigenden Trend sondern auch beim Arbeitsspeicher. Dieser ist durch die Bank bei allen Modulen zu beobachten, vollkommen unabhängig von der Speichergröße, der Taktfrequenz oder den Latenzen. Wir haben uns als Beispiel drei der meist verkauften Speicherkits herausgesucht. Los geht's mit dem G.Skill Aegis 16GB 3000 MHz CL16. Dieses war vor exakt einem Jahr für 59,40 Euro erhältlich ehe der Preis bis Mitte April auf 69 Euro anstieg. Ab diesem Zeitpunkt war der Preis stark am fallen und erreichte seinen Tiefpunkt Mitte September mit 45 Euro. Seitdem zeigt die Kurve der Preisentwicklung stark nach oben. Mit einem aktuellen Preis von 63 Euro liegen wir sogar über Vorjahr. 

Preisentwicklung des G.Skill Aegis 16GB 3000 MHz CL16 gemäß Geizhals
Vergrößern Preisentwicklung des G.Skill Aegis 16GB 3000 MHz CL16 gemäß Geizhals
© Geizhals

Zweites Beispiel ist das Corsair Vengeance RGB Pro DIMM Kit mit 16 GB, 3200 MHz und CL16. Die Preisentwicklungskurve sieht hier sehr ähnlich aus. Der Preis vor exakt einem Jahr lag bei 83,90 Euro und stieg dann bis Mitte Mai auf 100 Euro an. Der Tiefstpunkt war dann Mitte September mit 65 Euro erreicht, ehe der Preis bis zum heutigen Tag wieder auf 96 Euro anstieg. Auch dieser Wert liegt über dem Vorjahrespreis. 

Preisentwicklung des Corsair Vengeance RGB Pro 16GB 3200 MHz CL16 gemäß Geizhals
Vergrößern Preisentwicklung des Corsair Vengeance RGB Pro 16GB 3200 MHz CL16 gemäß Geizhals
© Geizhals

Kommen wir zum dritten Beispiel, dem G.Skill Trident Z Neo DIMM Kit mit 32 GB, 3600 MHz und CL16. Vor einem Jahr mussten Sie für dieses Speicherkit noch 179 Euro bezahlen. Dann steig der Preis bis auf 209 Euro an und war ab Ende April am fallen bis er seinen Tiefstwert Anfang September mit 150 Euro erreichte. Mittlerweile liegt der Preis wieder bei 199 Euro und damit 20 Euro über dem Vorjahreswert und 33 Prozent über dem bisherigen Bestpreis.

Preisentwicklung des G.Skill Trident Z Neo 32GB 3600 MHz CL16 gemäß Geizhals
Vergrößern Preisentwicklung des G.Skill Trident Z Neo 32GB 3600 MHz CL16 gemäß Geizhals
© Geizhals


Netzteile ab 850 Watt sind Mangelware

Nicht nur die Comet Lake Prozessoren von Intel, sondern auch die Topmodelle der Ampere- und RDNA-2-Architektur sind äußerst leistungshungrig. Nvidia beziffert die Total Graphics Power der RTX 3090 mit 350 Watt. Die tatsächlichen Lastspitzen liegen jedoch deutlich über diesem Wert und können bis zu 450 Watt erreichen. Das kann dann vor allem bei Multi-Rail-Netzteilen dazu führen, dass diese sich abschalten, obwohl die durchschnittliche Leistungsaufnahme noch im Rahmen der Kapazitäten der PSU liegt. Nvidia selbst empfiehlt für die RTX 3090 ein Netzteil mit mindestens 850 Watt, genauso wie AMD für die RX 6900 XT. Aus diesem Grund ist die Nachfrage nach potenten Netzteilen in den letzten Monaten deutlich gestiegen. 

Das führt dazu, dass viele PSUs von namenhaften Herstellern wie be quiet!, Corsair, EVGA, Seasonic und Super Flower aktuell nur sehr schlecht erhältlich sind. Von den genannten Herstellern gibt es im Leistungsbereich ab 1000 Watt im Preisvergleich aktuell 38 Modelle im Angebot, von denen es jedoch nur neun bei den Händlern auch zu kaufen gibt. Laut den Herstellern liegt das nicht nur an der hohen Nachfrage, sondern auch an Problemen bei den Lieferketten, welche aktuell den gesamten Hardware-Markt betreffen. So lange die Nachfrage nach leistungsfähigen Grafikkarten so hoch bleibt, rechnen wir auch mit einer schlechten Verfügbarkeit an potenten Netzteilen.


Fazit und abschließende Worte

Die Hardware-Hersteller - allen voran AMD und Nvidia - haben zwar in den letzten Monaten viele spannende Produkte auf den Markt gebracht, doch alle sind von einer schlechten Verfügbarkeit betroffen. Tatsächlich gibt es aktuell keine einzige Grafikkarte, die in den letzten Monaten nicht deutlich im Preis gestiegen ist. Eine echte Kaufempfehlung können wir hier also für keine GPU aussprechen. Bei den Prozessoren zeigt  sich ein etwas besseres Bild. Die Ryzen 5000 Prozessoren sind immer besser erhältlich und die Preise pendeln sich ein, liegen aber immer noch über der UVP. Im gleichen Zug sind die Preise für die Vorgänger in Form von Zen 2 gestiegen. Nur Intels Comet Lake Prozessoren sind in den letzten Monaten preisstabil geblieben und zum Teil sogar günstiger geworden.

Mittlerweile sind zusätzlich noch Preisanstiege beim Arbeitsspeicher und den Netzteilen zu beobachten. Die Preise liegen oftmals höher als noch vor einem Jahr und zum Teil über 30 Prozent über dem Tiefstpreis des jeweiligen Produktes. Summa summarum ist aktuell ein sehr schlechter Zeitpunkt sich einen neuen PC zu kaufen oder bestehende Hardware aufzurüsten. Sofern Sie also nicht zwingend neue Hardware benötigen, raten wir Ihnen, mit dem Kauf noch etwas zu warten. Leider kann sich die schlechte Verfügbarkeit nach den Aussagen der Hersteller noch bis Mitte dieses Jahres ziehen, was noch ein ganz schön langer Zeitraum ist. 

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