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So entfernen Sie Adware & Spyware von Ihrem Rechner

24.11.2017 | 08:35 Uhr |

Hinterhältige Adware ändert die Startseite Ihres Browsers und zeigt pausenlos Werbung an. Mit den hier vorgestellten Tricks werden Sie die Plagegeister wieder los.

Nervige Adware fängt man sich meist viel schneller ein als einen PC-Virus. Denn gegen den Virus schützt Sie Ihr Antivirenprogramm sehr zuverlässig. Taucht aber eine Adware auf, also ein Programm, das unter anderem Werbung anzeigt, dann bleiben viele Antiviren- und andere Schutzprogramme stumm.

Denn Adware ist nicht eindeutig schädlicher Code. Meist hat die Software auch halbwegs nützliche Funktionen mit an Bord. Einige Anwender etwa schätzen die Möglichkeiten, die eine Browser-Toolbar bietet. Diese zusätzlichen Menüleisten für den Browser zeigen etwa das Wetter für einen bestimmten Ort an. Darüber hinaus blenden aber viele Browser-Toolbars auch Werbung ein, verändern die Startseite des Browsers oder wechseln die Standardsuchmaschine. Entsprechend unbeliebt sind die Tools bei vielen anderen Anwendern. Manche Adware platziert sich auch in den Infobereich rechts unten neben der Uhr und zeigt dort alle paar Minuten ein kleines Pop-up-Fenster mit Werbung. Doch wer profitiert eigentlich von Adware? Warum gibt es diese nervigen Programme zuhauf? In einem Bericht amerikanischer Bürgerrechtler werden Ross und Reiter genannt.

Die meiste Adware fängt man sich über das Installationsprogramm von kostenloser Software ein. Wer in diesen Installern die Einstellung „Standardinstallation“ wählt, bekommt oft ohne weitere Nachfrage die unerwünschten Werbe-Tools mit installiert. Verhindern lässt sich das teilweise mit der Freeware Unchecky . Diese filtert einige Huckepack-Programme komplett aus oder wählt im Installationsprogramm unerwünschte Optionen ab.

Per automatischer Weiterleitung landeten wir im Adware-Selbstversuch bei diesem Angebot für die Tuning-Software Reimage.
Vergrößern Per automatischer Weiterleitung landeten wir im Adware-Selbstversuch bei diesem Angebot für die Tuning-Software Reimage.

Selbstversuch: Reimage Repair landet auf unserer Festplatte

Eines der Huckepack-Programme, die wir uns auf unserem Test-PC eingefangen hatten, war eine Tuning-Software vom Reimage. Diese startete nach einem PC-Neustart automatisch und bot uns einen Scan des Systems an. Nachdem wir dem zugestimmt hatten, meldete Reimage Repair die meisten der zuvor geladenen Adware-Programme und bot an, diese zu deinstallieren. Unsere Freude darüber hält sich allerdings in Grenzen, denn das Tool verlangt, dass wir zuerst eine Vollversion kaufen.

Unser Test-PC fing sich unfreiwillig etliche Toolbars, PC-Optimierer und andere zweifelhafte Free- und Shareware ein, etwa das hier gezeigte Reimage. Ironischerweise meldete Reimage die meisten Angaben über zuvor installierte Adware.
Vergrößern Unser Test-PC fing sich unfreiwillig etliche Toolbars, PC-Optimierer und andere zweifelhafte Free- und Shareware ein, etwa das hier gezeigte Reimage. Ironischerweise meldete Reimage die meisten Angaben über zuvor installierte Adware.

Damit Sie sich selber helfen können, finden Sie hier drei Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Beseitigung von Adware. Die erste Anleitung hilft Ihnen bei harmloser Adware. Mit den beiden anderen Anleitungen beseitigen Sie auch hartnäckigste Werbeprogramme. Die Tipps bauen aber aufeinander auf, beginnen Sie also immer mit der ersten Methode.

1. Deinstallation

Bei einer eher harmlosen Adware genügt in der Regel eine einfache Deinstallation. Die Macher der Werbe-Software wenden keine gemeinen Tricks an, um ihre Tools auf dem System zu halten. Sie bauen eher darauf, dass der Nutzer die Zusatzfunktionen so nützlich findet, dass er die Adware behält. Wer diese Software dennoch los werden möchte, muss aber wissen, wo sie sich deinstallieren lässt.

So beseitigen Sie harmlose Toolbars und andere Adware

Zu den verbreitetsten Adware-Programmen zählen Toolbars für den Browser. Diese Zusatzprogramme gibt es allerdings in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Die einen lassen sich über den Browser selbst beseitigen, die anderen nur mit einer Deinstallation über die Systemsteuerung. Den Unterschied bemerken Sie in den Einstellungen von Firefox ganz einfach. Denn bestimmte Zusatzprogramme lassen sich dort nicht löschen, sondern nur deaktivieren. In diesen Fällen geht es genau genommen nicht um „Erweiterungen“, sondern um „Plug-ins“. Und Plug-ins können Sie in Firefox nur aktivieren oder deaktivieren. Denn Plug-ins sind an sich komplette Windows-Programme, die ein Zusatzmodul in den Browser integrieren. Auch im Internet-Explorer gibt es die Unterscheidung zwischen Erweiterung und Plugin, allerdings werden die Tools in derselben Liste geführt. In Google Chrome gibt es nur Erweiterungen. Doch sollten auch Chrome-Nutzer alle Deinstallationsmöglichkeiten checken, um die unerwünschte Adware komplett vom System zu jagen. In unserem Beispiel soll die Toolbar „Elite Unzip“ von System verschwinden. Wir hatten sie auf der Suche nach möglichst viel Adware selbst installiert.

1. Toolbar über die Systemsteuerung de­installieren:  Eine eher harmlose Adware verschleiert ihren Namen nicht. Sie können sie also über „Systemsteuerung -> Programme deinstallieren“ in der dortigen Programmliste leicht ausfindig machen und per Doppelklick deinstallieren. Schließen Sie aber zunächst alle Browser. Hat sich die Adware erst jüngst auf den PC installiert, sortieren Sie die Liste mit einem Klick auf „Installiert am“. So tauchen die zuletzt hinzugefügten Programme ganz oben auf, und Sie entdecken dann vielleicht noch weitere Programme, die Sie zuletzt unfreiwillig installiert haben. In unserem Beispiel heißt die Toolbar Elite Unzip und genau mit diesem Namen taucht auch ihr Name in der Liste auf.

2. Toolbar im Browser deinstallieren:  Im zweiten Schritt kontrollieren Sie alle installierten Browser, ob in ihnen die Toolbar bereits verschwunden ist. Auch wenn Sie bei Schritt 1 erfolgreich waren, kann die Toolbar in einigen Browsern durchaus noch vorhanden sein. In unserem Beispiel ist sie nach der Deinstalla­tion über die Systemsteuerung nur aus dem Internet Explorer verschwunden, nicht aber aus den anderen Browsern.

Aus einem weiteren Grund ist es absolut nötig, alle installierten Browser zu checken – auch jene, die Sie selten nutzen. Denn wenn eine Adware in nur einem Browser übrig bleibt, kann sie von dort aus wieder alle anderen Stellen des Systems in Beschlag nehmen, sobald Sie diesen einen Browser starten. Die Toolbar in unserem Beispiel würde das zwar nicht tun, doch andere Adware-Programme schon. Mit den folgenden Schritten kontrollieren Sie die wichtigsten Browser:

Chrome:  Klicken Sie auf das Menüsymbol und wählen Sie „Weitere Tools -> Erweiterungen“. Taucht die Toolbar/Adware dort auf, löschen Sie sie über das Mülltonnensymbol rechts neben dem Toolbar-Namen.

Unerwünschte Erweiterungen in Firefox lassen sich meist an dieser Stelle entfernen.
Vergrößern Unerwünschte Erweiterungen in Firefox lassen sich meist an dieser Stelle entfernen.

Firefox:  Klicken Sie auf das Menüsymbol, und wählen Sie „Addons“. Taucht die Toolbar/Adware dort auf, löschen Sie sie über „Entfernen“ rechts neben dem Toolbar-Namen. Kontrollieren Sie auch die Einträge unter „Plugins“.

Unerwünschte Erweiterungen im Internet Explorer lassen sich meist an dieser Stelle entfernen.
Vergrößern Unerwünschte Erweiterungen im Internet Explorer lassen sich meist an dieser Stelle entfernen.

Internet Explorer:  Klicken Sie auf das Einstellungssymbol, und wählen Sie „Add-ons verwalten“. Taucht die Toolbar/Adware dort auf, markieren Sie sie und wählen „Entfernen“.

3. Startseite wiederherstellen:  Für eine Browser-Adware ist es typisch, dass sie die Startseite des Browsers ändert. So machen Sie das rückgängig und tragen an den folgenden Stellen beispielsweise www.pcwelt.de als neue Startseite für Ihren Browser ein.

Chrome:  Klicken Sie auf das Menüsymbol, und wählen Sie „Einstellungen -> Beim Start -> Bestimmte Seite oder Seiten öffnen -> Seite festlegen“.

Firefox:  Klicken Sie auf „Menü-Symbol -> Einstellungen -> Allgemein -> Startseite“.

Internet Explorer:  Wählen Sie „Einstellungs-Symbol -> Internetoptionen -> Startseite“.

4. Suchmaschine wiederherstellen:  Adware ändert nicht nur die Startseite, sondern gerne auch die Suchmaschine. So machen Sie das in den wichtigsten Browsern rückgängig.

Chrome:  Klicken Sie auf das Menüsymbol, und wählen Sie „Einstellungen -> Suchen -> Suchmaschine verwalten“.

Firefox:  Klicken Sie auf „Menü-Symbol -> Einstellungen -> Suche -> Standardsuchmaschine“.

Internet Explorer:  Klicken Sie auf das Einstellungssymbol, und wählen Sie „Add-ons verwalten -> Suchanbieter“. Markieren Sie die gewünschte Suchmaschine, und wählen Sie unten rechts im Fenster „Als Standard“.

5. Test:  Starten Sie Ihren Rechner neu und rufen Sie Ihre Browser auf. Wenn die Toolbar oder ähnliche Adware verschwunden bleibt sowie die Startseite und die Suchmaschine nicht erneut geändert wurden, dann haben Sie die unerwünschten Werbemodule erfolgreich beseitigt. Falls nicht, fahren Sie mit den folgenden Schritten zur Beseitigung fort.

2. Adware selbst entfernen

Hartnäckige Adware lässt sich zwar oft auch über die Systemsteuerung und die Browser-Einstellungen deinstallieren, doch spätestens nach einem Neustart taucht sie wieder auf. In diesen Fällen müssen Sie tiefer im System graben, um dieses Unkraut zu beseitigen. Denn die Software versteckt dort Programmaufrufe, um sich wieder zu aktivieren. Eine gute Hilfe hierbei sind Anti-Virus-USB-Sticks, die auch tief eingenistete Schädlinge auf Ihrem System entdecken können.

Wenn sich in der Verknüpfung zu Ihrem Browser eine Webadresse versteckt, wird diese gestartet statt der Startseite aus den Browser-Einstellungen.
Vergrößern Wenn sich in der Verknüpfung zu Ihrem Browser eine Webadresse versteckt, wird diese gestartet statt der Startseite aus den Browser-Einstellungen.

1. Startparameter des Browsers checken:  Sie starten Ihren Browser wahrscheinlich über eine Verknüpfung entweder auf dem Desktop, in der Schnellstartleiste oder im Startmenü (Windows-Symbol -> Alle Programme). Manche Adware manipuliert diese Verknüpfung und fügt sich selbst hinzu. Kontrollieren Sie die Verknüpfung, indem Sie mit der rechten Maustaste darauf klicken und „Eigenschaften“ wählen. Bei Verknüpfungen in der Schnellstart­leiste müssen Sie nach dem ersten Rechtsklick einen zweiten Rechtsklick auf eine neu angezeigte Verknüpfung ausführen. Kontrollieren Sie dann den Programmaufruf unter „Ziel“. Klicken Sie mit der linken Maustaste in das Feld, und gehen Sie mit der Taste Pfeil-Rechts zum Ende des Programmaufrufs. Für Firefox sieht das etwa so aus: „"C:\Program Files\Mozilla Firefox\firefox.exe"“. Hat eine Adware die Verknüpfung manipuliert, werden Sie so etwas sehen: „"C:\Program Files\Mozilla Firefox\firefox.exe" http://isearch.babylon.com“. Somit wird immer die Website babylon.com beim Browser-Aufruf gestartet, ganz gleich, was Sie als Startseite definiert haben. Löschen Sie den unerwünschten Zusatz, und bestätigen Sie mit einem Klick auf „Ok“.

2. Dateinamen der Adware ermitteln:  Das ist vielleicht der kniffligste Schritt, aber auch der wichtigste. Denn nur wenn Sie den Dateinamen einer hartnäckigen Adware kennen, können Sie in den nächsten Schritten alle Verbindungen zu dieser Datei löschen. Hinweise auf den Namen gibt oft das Werbefenster oder die Toolbar selbst, etwa Babylon, Elite Zip, Conduit oder Search Fairy.

Schauen Sie als Erstes im Startmenü, ob es zu der Adware vielleicht einen Starteintrag unter „Alle Programme“ gibt. Dann können Sie ganz simpel mit der rechten Maustaste darauf klicken und über „Eigenschaften“ den Dateinamen und den Speicherort erfahren.

Klappt das nicht, öffnen Sie den Windows-Explorer und kontrollieren die Ordner unter „C:\Programme“ nach verdächtigen und neuen Verzeichnissen. Suchen Sie anschließend unter „C:\Benutzer\Ihr Benutzername\AppData\“ und dort unter „Local“ und „LocalLow“.

Wenn Sie so nicht fündig werden, dann hilft nur noch eine Dateisuche. Gehen Sie im Windows-Explorer auf Laufwerk C:, und suchen Sie über das Feld rechts oben erst nach *.exe und dann nach *.dll. Sortieren Sie die Ergebnisliste nach „Änderungsdatum“. Eventuell müssen Sie zuvor mit der rechte Maustaste in den Explorer klicken und „Ansicht -> Details“ wählen. Wenn Sie die oben beschriebenen Deinstallationsschritte bereits durchgeführt haben, sollten zu einer hartnäckigen Adware höchstens noch ein oder zwei Programmdateien (.dll oder .exe) übrig sein. Notieren Sie sich diese Namen, und starten Sie dazu eine Suche im Internet.

Sie müssen herausfinden, ob es sich bei den Dateien tatsächlich um unerwünschte Adware handelt. Denn in den nächsten Schritten werden Sie diese Dateien löschen. Haben Sie versehentlich wichtige Systemdateien ausgesucht, können Sie Ihr Windows massiv schädigen. In der Regel finden Sie im Internet aber sehr schnell eindeutige Hinweise zu der Gefährlichkeit einer Datei.

Haben Sie die Datei gefunden, löschen Sie diese. Bei hartnäckiger Adware wird das unter Umständen nicht gleich gelingen, da die Datei gerade von Windows geladen ist. Deaktivieren Sie deshalb über die beiden folgenden Schritte den Programmaufruf der Adware, und löschen Sie sie dann nach einem PC-Neustart.

3. Autostart checken:  Da Sie nun die Programmdatei der unerwünschten Adware kennen, können Sie nun die klassischen Autostart-Methoden danach überprüfen. Das geht etwa mit der Freeware Autoruns . Nach dem Start des Programms geben Sie den Dateinamen der Adware in das Feld „Filter“ ein. Den dann gefundenen Eintrag markieren Sie und löschen ihn über die Tastenkombination Strg-D (D für delete).

4. Registry checken:  Mit Punkt 3 haben Sie bereits alle typischen Autostartmöglichkeiten geprüft. Doch manche Adware tarnt ihren Aufruf in der Windows-Registry. Starten Sie diese über die Tastenkombination Windows-R und die Eingabe von regedit. Durchsuchen Sie die Registry nach dem Dateinamen der Adware, und löschen Sie alle ihre Einträge.

5. Letzte Dateien löschen:  Starten Sie den PC neu. Suchen Sie im Windows-Explorer nach der Adware-Datei und löschen Sie sie. Sollte das Löschen immer noch nicht klappen, fehlen Ihnen unter Umständen noch die Schreibrechte für die Datei. Diese holen Sie sich mit dem Tool pcwMyRights . Nach der Installation des Tools klicken Sie bei gehaltener Shift-Taste mit der rechten Maustaste auf die unerwünschte Datei. Wählen Sie ausdem Kontextmenü „Besitz übernehmen“ und versuchen das Löschen der Datei erneut. Verweigert der Windows-Explorer das Löschen nun immer noch, haben Sie einen Autostarteintrag noch nicht gefunden. Hier kann nun eine Rettungs-DVD helfen.

Mit der PC-WELT Notfall DVD entfernen Sie auch hartnäckige Adware.
Vergrößern Mit der PC-WELT Notfall DVD entfernen Sie auch hartnäckige Adware.

3. Rettungs-DVD

Sie haben die Programmdatei zur Adware ausfindig gemacht, können sie aber unter Windows nicht löschen. Versuchen Sie es mit einer Rettungs-DVD, mit der Sie den PC starten. Empfehlenswert ist etwa das PC-WELT Notfall-System . Sie finden es hier als ISO-Datei zum Herunterladen. Wie Sie aus dem ISO eine bootfähige DVD machen, erfahren Sie hier .

Starten Sie mit der PC-WELT Notfall-DVD Ihren PC. Damit Sie unter dem Notfallsystem Zugriff auf die Festplatte mit der Windows-Installation bekommen, binden Sie zunächst diese Windows-Partitionen ein. Dazu klicken Sie in der Symbolleiste auf das Icon „Festplatten einbinden“. Sie sehen eine Liste mit den gefundenen Partitionen, in der Sie beispielsweise auf „Partition 2 (sda2, ntfs) einbinden“ klicken. Die zweite Partition ist in der Regel die Windows-Systempartition, die erste die Bootpartition. Beim Einbinden öffnet sich jeweils automatisch der Dateimanager. Damit können Sie die Adware-Datei ansteuern und löschen. Einen ausführlichen Ratgeber zur PC-WELT Notfall-DVD finden Sie hier .

Übrigens: Der Adware-Befall droht Ihnen nicht nur am Laptop oder Desktop-PC. Auch Smartphones sind gefährdet, wie Adware-Funde in App-Stores belegen.

4. Scannertools

Die Suche nach den Programmnamen der Adware (siehe oben) fällt mit einem Scannertool leichter. Dieses listet alle aktiven Programme (Prozesse) auf und zeigt sie mehr oder weniger übersichtlich an. Ist die unerwünschte Datei identifiziert, kann man sie manuell löschen. Komplette Anti-Adware-Tools suchen und beseitigen Adware dagegen selbstständig. Zu den besten Tools zählen die folgenden Programme. Auch die Hersteller von klassischen Antiviren-Programmen kümmern sich nun mehr und mehr um Adware. In diesen Tools ist dann meist von potenziell unerwünschten Programmen (PUP) die Rede.

Farbar Recovery Scan Tool findet installierte Programme

Die Software Farbar Recovery Scan Tool , kurz FRST, scannt den Computer und listet alle installierten Programme auf. Dazu zählen auch Erweiterungen für den Browser, sowie Treiber und Dienste. So erhält man zwar meist eine lange und damit etwas unübersichtliche Liste, doch ist die Chance groß, so die Adware zu entdecken.

So geht’s: FRST muss nicht installiert werden. Beenden Sie zunächst alle laufenden Programme, um die Liste der aktiven Prozesse nicht unnötig zu verlängern. Starten Sie dann FRST passend zu Ihrem System in der 32-Bit- oder 64-Bit-Version, und klicken Sie auf „Untersuchen“. Am Ende der Untersuchung zeigt FRST das Ergebnis in zwei Textdateien an, eine mit Namen FRST.txt und eine namens Additions. txt. Haben Sie Schwierigkeiten aus der Fülle der Einträge, die unerwünschten Daten herauszulesen, ist die Website www.trojaner-board.de eine gute Anlaufstelle. Wer dort sein Problem schildert und seine Scanergebnisse von FRST postet, hat gute Chancen, dass ihm dort geholfen wird. Denn in dem Forum sind sehr hilfsbereite und kompetente Fachleute aktiv. Hilfesuchende sollten allerdings zuerst die „ 8 goldenen Regeln “ des Forums lesen und beachten.

Hinweis: Das Tool FRST nimmt bei seinem Scanlauf (Klick auf „Untersuchen“) keine Veränderungen am System vor. Sie können mit dem Tool aber auch Systemeinträge löschen. Dann sollten Sie sich aber sicher sein, dass Sie den richtigen Eintrag ausgewählt haben. Eine Anleitung zum Löschen mit FRST finden fortgeschrittene Anwender hier .

Sie können das Tool übrigens sogar dann einsetzen, wenn Windows nicht mehr starten kann, etwa wenn es von einem Erpresser-Virus gesperrt wurde. Eine Anleitung dazu finden Sie auf Trojaner-Board.de .
Das Junkware Removal Tool macht kurzen Prozess

Die Freeware Junkware Removal Tool , kurz JRT, sucht selbstständig nach bekannter Adware sowie den Änderungen, die diese Adware am System vornimmt, und beseitigt diese. Dabei geht das Tools ohne großes Nachfragen zur Sache. Sie müssen deshalb vor dem Start von JRT alle laufenden Programme mit geöffneten Dokumenten schließen, da sie anderenfalls einfach von JRT beendet werden.

So geht’s: Starten Sie JRT mit einem Doppelklick. Das Tool läuft ohne Installation in der Eingabeaufforderung von Windows und zeigt dort einen Infotext an. Durch das Drücken einer beliebigen Taste starten Sie den Reinigungsprozess. Das kann einige Minuten dauern. Zum Abschluss zeigt JRT eine Textdatei mit allen vorgenommen Änderung an. Ein Windows-Neustart ist zwar nicht nötig, aber empfehlenswert, um das System auf einen reibungslosen Start hin zu testen.

In der Regel sollten die Änderungen von JRT nur Adware betreffen. Sollte das Tool aber mal eine erwünschte Software oder Datei beseitigen, lässt sich der gesamte Vorgang über die Windows-Wiederherstellung rückgängig machen. Infos zu den Wiederherstellungspunkten finden Sie hier .

Adwcleaner kennt viele nervige Adware

Das Tool Adwcleaner kennt viele unerwünschte Programme und kann diese auch komplett beseitigen.
Vergrößern Das Tool Adwcleaner kennt viele unerwünschte Programme und kann diese auch komplett beseitigen.

Das Gratis-Tool Adwcleaner kennt die meisten der gängigen Adware-Progamme und beseitigt diese gründlich. Das Tool läuft ohne Installation. Sie sollten aber vor dem Start alle offenen Programme schließen, denn Adwcleaner schießt bei der Reinigung alle laufenden Programme kommentarlos ab. Klicken Sie auf „Suchlauf“, um den Adwcleaner nach unerwünschten Werbeprogrammen auf Ihren PC suchen zu lassen. Anschließend beseitigen Sie alle Funde über „Löschen“. Die Adware wird dann zunächst in den Quarantänebereich geschoben, wo sie keinen Schaden mehr anrichten kann. Dort bleibt sie so lange, bis Sie im Adwcleaner „Deinstallieren“ wählen. Der Adwcleaner wurde im Oktober 2016 vom Sicherheitsspezialisten Malwarebytes gekauft. Seitdem wird sie laufend verbessert.

Spybot Search & Destroy: Anti-Adware-Klassiker

Dieses Tool ist der Klassiker unter den Anti-Adware-Programmen. Sollten Sie mit dem Adwcleaner nicht erfolgreich gewesen sein, können Sie Spybot Search & Destroy probieren. Das Tool ist allerdings nicht so schlank wie Adwcleaner. Sie starten einen Prüflauf in Spybot Search & Destroy über „System-Scan“. Auch dieses Tool packt gefundene Adware erst einmal in Quarantäne.

Hitman Pro: Zweitscanner, der auch Adware findet

Das Tool ist mehr auf Viren als auf Adware spezialisiert, findet aber auch solche unerwünschten Dateien. Der Vorteil von Hitman Pro ist, dass es ohne Installation läuft und neben dem bereits genutzten Antivirenprogramm gestartet werden kann. Es handelt sich bei Hitman Pro zwar um ein Kaufprogramm, doch die 30-Tage-Testversion läuft mit allen Funktionen.
Antiviren-Software: Finden nicht alles, aber einiges

Die Antiviren-Tools von Avira schützen auch vor sehr vielen Adware-Programmen, die dort PUP genannt werden, für potentially unwanted program – also möglicherweise unerwünschtes Programm.
Vergrößern Die Antiviren-Tools von Avira schützen auch vor sehr vielen Adware-Programmen, die dort PUP genannt werden, für potentially unwanted program – also möglicherweise unerwünschtes Programm.

Bis vor einigen Jahren haben sich die meisten Antivirenprogramme kaum um Adware gekümmert. Der Grund waren die oft klagewilligen Verbreiter von Adware. Wenn ein Antivirenprogramm eine Adware blockierte, wurde ihr Hersteller deswegen verklagt. So erging es etwa Kaspersky im Jahr 2007. Der russische Antivirenhersteller wurde in den USA von der Firma Zango verklagt, weil Kaspersky die Browser-Toolbar von Zango blockierte. Zwar gewann Kaspersky diesen Prozess, doch das Interesse der meisten Antivirenhersteller an der Blockade von Adware blieb gering. In Deutschland spielte schließlich Avira eine Vorreiterrolle, indem die Avira-Software zunehmend Adware blockierte und die anschließenden Rechtsstreitigkeiten ausfocht. Das war zum Beispiel bei Adware-Programmen der Firma Freemium der Fall. Die Avira-Tools blockierten die Downloader von Freemium. Daraufhin klagte Freemium vor Gericht mit dem Ziel, von Avira nicht mehr blockiert zu werden. Diesen Prozess gewann Avira im Juni 2015 vor dem Landgericht Berlin. Das macht es für Avira und andere Antivirenhersteller einfacher, Adware zu blockieren, denn sie müssen nun nicht mehr so schnell damit rechnen, von den Adware-Herstellern verklagt zu werden.

Gut: Bereits das kostenlose Programm Avira Free Antivirus erkennt Adware und hat die Suche danach in den Standardeinstellungen aktiviert. Ob auch Ihr Antivirenprogramm nach Adware sucht, kontrollieren Sie in den Optionen zum Scanner. Dort muss der Begriff „Adware“, „potenziell unerwünschtes Programm (PUP)“ oder eine ähnlich lautende Beschreibung auftauchen.

Unchecky, der Adware-Verhinderer

Die Software Unchecky überwacht die Installation von Software und prüft, ob dabei zusätzlich auch Adware installiert werden soll. Das Tool blockiert vielleicht nicht jede Adware, aber immerhin einiges.
Vergrößern Die Software Unchecky überwacht die Installation von Software und prüft, ob dabei zusätzlich auch Adware installiert werden soll. Das Tool blockiert vielleicht nicht jede Adware, aber immerhin einiges.

Das Programm Unchecky soll verhindern, dass Adware überhaupt auf den PC gelangt. Es schützt speziell vor Adware-Programmen, die huckepack mit einer anderen Software kommen. Unchecky überwacht den Installationsassistenten von neuen Programmen und informiert Sie, wenn darin Adware versteckt wird. Damit blocken Sie zwar nicht jede Adware, aber immerhin eine ganze Menge.

Avira, Avast, AVG. Gratis-Antivirensoftware gibt es viele, aber reichen sie für einen zuverlässigen Schutz aus? Was bieten kostenpflichtige Programme mehr? Kann man kostenlose Antiviren-Software mit Zusatz-Tools aufwerten und braucht man einen Virenschutz auf Android-Geräten? Alles zu diesem Thema erfahren Sie in unserer aktuellen Tech-up-Folge.

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