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Ab vier Servern wirtschaftlich

06.05.2008 | 10:15 Uhr | Christian Löbering

Die Hersteller positionieren ihr Blade-Angebot meist für bestimmte Unternehmensgrößen. "Als Faustregel kann gelten, dass ein Unternehmen beim Einstieg in diese Technik mindestens vier Blade-Server einsetzen sollte", empfiehlt Bernhard Brandwitte, Director Product Marketing Enterprise Server Business bei Fujitsu-Siemens Computers. Denn im Gegensatz zu Rackmount-Servern benötigen Blades nicht nur einen Schrank, der die Maschinen aufnimmt. Ein Blade-Chassis enthält alle gemeinsam genutzten Komponenten wie Stromversorgung oder Netzwerkanschlüsse. Je mehr Server sich also im Chassis befinden, desto geringer fallen die Chassiskosten pro Blade ins Gewicht.

"Bei zwei oder drei Servern sind normalerweise Rackmount-Geräte auch über den kompletten Lebenszyklus hinweg eine bessere Alternative", so Brandwitte. Dazu kommt noch, dass dem sukzessiven Ausbau eines Chassis Grenzen gesetzt sind: Neue Blade-Modelle verfügen meist über zusätzliche Funktionen, die sich in einem älteren Chassis unter Umständen nicht oder nur unzureichend nutzen lassen. Also sollte ein Chassis schnell komplett gefüllt werden. Mittlere und große Unternehmen haben in der Regel kein Problem, die wirtschaftlich sinnvolle Mindestmenge zu erreichen: "Die meisten Kunden bestücken ihr Chassis mit einem Cold-Standby-Blade", erläutert Brandwitte. "Das ist besonders gut als Backup beim Ausfall eines Servers geeignet, wenn auf den einzelnen Blades unterschiedliche Anwendungen gefahren werden. Fällt ein Server aus, kann einfach das Ersatz-Blade automatisch mit einem entsprechenden Image aus dem Speichernetz versorgt und die Anwendung neu gestartet werden."
Leistungssprung dank Multi-Core

Hinsichtlich der Limitierungen beim Einsatz betont Brandwitte, dass die Flexibilität der Blade-Server weiter steigt und vor allem die aktuellen Mehrkernprozessoren die Technik immer attraktiver machten. Dual-Core-CPUs sind heute der Standard, im Highend-Bereich kommen oft auch Quad-Core-Prozessoren mit vier Rechenkernen im Prozessor zum Einsatz. Werden Highend-Blades mit vier solchen CPUs bestückt und in ein Chassis mit zehn Steckplätzen eingebaut, dann verfügt der Anwender über 160 Rechenkerne in einem Gehäuse - genügend Leistung für die meisten IT-Aufgaben.

Analysten gehen davon aus, dass sich Blades in Zukunft einen deutlich größeren Marktanteil sichern werden. Die Anbieter erhöhen Zug um Zug die Flexibilität der Server, beispielsweise in Richtung Scale-up, wie einzelne Modelle auf Basis des AMD-Chipsatzes "Thor" zeigen. Dabei werden zwei oder mehr Blades im Chassis mittels einer Platine zu einem physikalischen Server verbunden. Doch wird vor allem die Energiefrage die Blade-Technik befördern. Durch ihre im Vergleich zu SMP-Servern einfachere Konstruktion ist es mit relativ geringem Aufwand möglich, energiesparende Designs und Techniken umzusetzen. (kk)

COMPUTERWOCHE

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