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9. Registry: Mittel gegen Verfettung

16.11.2007 | 08:01 Uhr | Christian Löbering

Das bremst: Die Windows-Registry wächst und wächst. Mehr noch: Sie kann nur wachsen! Jede Installation fügt hier neue Einträge hinzu, während De-Installationen selbst dann, wenn sie alles sauber löschen, die Registry nicht mehr verkleinern. Das heißt: Die Inhalte werden zwar im Bestfall beseitigt, dennoch behält die Registry ihre Größe. Nach dem Löschen bleiben Löcher, die nicht neu beschrieben werden. Das Phänomen wird meist nicht ganz zutreffend wie bei der Festplatte als „Fragmentierung“ bezeichnet. Hier ein Blick auf die Folgen.

Windows-Start: Das Laden allzu umfangreicher Registry-Dateien unter %windir%\System32\Config (insbesondere der Dateien „system“ und „software“) hat großen Einfluss auf den Startvorgang von Windows. Das Laden der Komponente „system“ erfolgt vor dem Logon, das der „software“-Informationen beim Laden der Shell. Wie Sie der kleinen Abbildung oben entnehmen können, dauert es mess- und spürbar länger, die Registry zu laden, wenn sie zu fett wird.

RAM: Einmal geladen, kostet die Registry weit weniger Speicher, als die Ausgangsdateien unter System32\Config befürchten lassen. Ein Großteil wird außerdem in das Swapfile ausgelagert. Dennoch steht auf einem PC mit schlanker Registry mehr RAM zur Verfügung. Wir haben zwei Varianten verglichen (circa 25 MB versus circa 100 MB der Ausgangsdateien): Die kleine belegte ziemlich genau 20 MB weniger im RAM.

Windows-Explorer: Im laufenden Betrieb ist eine große Registry kein gravierender Hemmschuh. Allenfalls Tonnen von Shell-Erweiterungen können zu zähen Reaktionen des Windows-Explorers führen, weil die Registry für jedes Dateiobjekt Dutzende von Kontextmenüs auflistet, die der Explorer darstellen muss.

Das hilft : Angesichts der Datenmengen in einer geblähten Registry ist das manuelle oder automatisierte Aufräumen unbenötigter Schlüssel ein nettes Hobby ohne großen Effekt. Natürlich kann es sinnvoll sein, ein Kontextmenü für mehr Übersicht oder einen Software-Schlüssel zwecks Neu-Installation derselben Software zu entfernen. Spürbar kleiner wird die Registry damit aber kaum.

Älter, aber schlanker: Bevor Sie sich von einem zähen Windows-System durch Neu-Installation komplett verabschieden – versuchen Sie es mit einer älteren und schlankeren Registry. Sie enthält zwar nicht den aktuellen Stand der installierten Software, aber Sie beginnen damit wenigstens nicht bei Null. Die Systemwiederherstellung reicht meist nicht weit genug zurück, um einen deutlich schlankeren Systemzustand anbieten zu können. Sie müssen daher die Registry selbst gesichert haben. Wir bieten dafür seit einigen Monaten das einfach zu bedienende pcwRegSaveRestore , das die Registry im laufenden Betrieb sichert. Fürs Wiederherstellen ist ein Neustart erforderlich.

Defragmentieren: Es gibt – zumeist kostenpflichtige – Programme, die eine Defragmentierung der Registry leisten. Das heißt, die Löcher in den Registry-Dateien, die unnötig Ladezeit kosten, werden entsorgt, indem das Tool die Dateien lückenlos neu schreibt.
Lohnt sich eine solche Investition? Diese Frage können Sie sich auf der Kommandozeile leicht selbst beantworten: Das Windows-Tool Reg.EXE ist nämlich mit dem Schalter „save“ auch in der Lage, die binären Registry-Dateien neu und zusammenhängend zu schreiben. In der Abbildung unten sehen Sie die zwei „reg save“-Kommandos, mit denen Sie die wesentlichen Dateien „system“ und „software“ schreiben. Wenn Sie die Größen dieser neuen Dateien mit den originalen Registry-Dateien unter %windir%\System32\Config vergleichen und deutliche Unterschiede feststellen, kann sich die Defragmentierung der Registry tatsächlich lohnen – aber nur dann.

Auch gratis: Wer sich traut und Kenntnisse über die Registry-Struktur mitbringt, braucht kein kostenpflichtiges Tool. Die neuen, lückenlosen Dateien kann Reg.EXE schreiben, das Austauschen dieser Dateien besorgen Sie mit pcwRegSaveRestore. Dazu legen Sie erst mit dem Button „Sichern“ einen neuen Sicherungssatz an, löschen dort „system“ und „software“ und kopieren dafür die mit Reg.EXE erstellen „system.hiv“ und „software.hiv“ in den Sicherungssatz. Dann muss nur noch die Erweiterung „.HIV“ weg – und nach „Wiederherstellen“ schreibt pcwRegSaveRestore den defragmentierten Sicherungssatz.

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