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8 gute Gründe, um von Chrome zu Firefox zu wechseln

01.06.2022 | 15:45 Uhr |

Google Chrome ist der meistgenutzte Internetbrowser weltweit. Und doch gibt es viele Gründe, warum Firefox die bessere Alternative ist.

Firefox ist kürzlich 100 geworden (wir meinen die Version 100 natürlich) und ist seit jeher der unterschätzte Rivale von Google Chrome, der ebenfalls mittlerweile die 100er-Marke überschritten hat. Im Hinblick auf die globalen Desktop-Browser-Marktanteile scheinen die beiden fast schon Welten voneinander entfernt. Und doch gibt es viele Gründe, warum Sie Firefox eine Chance geben sollten. Eine Sache kann er nämlich besonders gut: Online-Datenschutz. Sie werden staunen, was Firefox an integrierten Funktionen bietet, um Ihr Surferlebnis so angenehm und sicher wie möglich zu machen.

Dies sind die acht wichtigsten Vorteile von Firefox!

1. Automatische Sperrung von Autoplay-Videos

Sie kennen diese Fälle mit Sicherheit, wenn beim Surfen plötzlich irgendwo im Hintergrund Geräusche zu hören sind. Der Grund: Viele Websites beinhalten Videos und andere Medien, die automatisch abgespielt werden, sobald Sie die Seite laden. Der größte Nachteil dieser Autoplay-Videos ist, dass sie unnötig Bandbreite verbrauchen. Beachten Sie dies, wenn Sie Verbindungen mit begrenztem Datenvolumen nutzen.

In Chrome können Sie solche Websites nur blockieren, wenn Sie eine Drittanbieter-Erweiterung installieren. Firefox hingegen bietet in seinen Einstellungen eine automatische Sperrung an. Wenn Sie diese aktivieren, wird die Audiowiedergabe standardmäßig stumm geschaltet. Außerdem können Sie Webseiten (z.B. YouTube) festlegen, bei denen die automatische Wiedergabe von Audio und Video blockiert wird. Sie finden die Option in den Firefox-Einstellungen unter Datenschutz & Sicherheit > Berechtigungen > Automatische Wiedergabe.

In Firefox können Sie manuell entscheiden, bei welchen Webseiten die automatische Wiedergabe blockiert werden soll.
Vergrößern In Firefox können Sie manuell entscheiden, bei welchen Webseiten die automatische Wiedergabe blockiert werden soll.

2. Schnelleres Surfen auf Websites

Eine Neuinstallation von Firefox blockiert automatisch Tracker, die das Surfen verlangsamen können. Denn grundsätzlich gilt: Je mehr Skripte als Teil einer Website geladen werden müssen, desto geringer die Geschwindigkeit – selbst wenn die Skripte unsichtbar im Hintergrund laufen.

Ferner schützt Firefox Ihren PC vor sogenanntem Cryptojacking . Darunter versteht man das unerlaubte Schürfen von Kryptowährungen auf fremden Geräten, indem bösartige Codes oder Malware über Websites verbreitet werden. Indirekt hilft diese Schutzfunktion auch bei der Browsing-Geschwindigkeit. Wenn Ihre Systemressourcen durch den Zugriff eines Cryptominers gebunden werden, arbeitet Ihr PC spürbar langsamer.

3. Geringerer Verbrauch an Systemressourcen

Chrome ist dafür bekannt, dass es viele Systemressourcen beansprucht – hauptsächlich den Arbeitsspeicher, oft aber auch die CPU. Bei Firefox haben Sie dieses Problem nicht, da es im Allgemeinen sehr sparsam mit Systemressourcen umgeht. Selbst wenn Sie viele Tabs und Fenster öffnen, wird der Browser nicht langsamer.

Allerdings kann auch Firefox gelegentlich unter einer zu hohen Speicherauslastung leiden, nämlich dann, wenn Sie viele Tabs über einen längeren Zeitraum offen lassen. Tritt ein solcher Fall ein, sollten Sie Firefox oder Ihren PC neu starten.

4. Mobile Erweiterungen

Haben Sie genug von Pop-ups und lästiger Werbung, während Sie mit Ihrem Smartphone im Internet surfen? Android-Nutzer haben Glück. Genau wie auf dem Desktop können Sie auch in der mobilen Version von Firefox Browser-Erweiterungen installieren. Die Auswahl ist zwar sehr beschränkt, deckt aber die wichtigsten Bereiche ab, um das Surfen im Internet und die Sicherheit zu verbessern.

Unter anderem finden Sie dort Add-ons wie uBlock Origin (Werbeblocker), NoScript (Kontrolle über JavaScript), HTTPSEverywhere (erzwingt sichere Website-Verbindungen, wo verfügbar) und viele mehr.

Aber: Zu viele Erweiterungen können ebenfalls unnötige Ressourcen beanspruchen. Installieren Sie daher nur die allernötigsten (eine Faustregel, die im Grunde für jeden Browser gilt).

5. Synchronisierung über alle Geräte hinweg

Was Chrome in erster Linie so attraktiv macht, ist die nahtlose Verbindung mit dem Google-Ökosystem. Egal, welches Endgerät Sie verwenden, mit dem Google-Browser wird der Zugriff auf Ihre Lesezeichen und die Synchronisierung offener Tabs zum Kinderspiel. Dieses Feature ist aber nicht auf Chrome beschränkt. Auch mit Firefox können Sie problemlos geräte- und plattformübergreifend im Internet surfen.

Wenn Sie ein Firefox Sync-Konto erstellen, können Sie Ihren Browserverlauf, Ihre Lesezeichen, Tabs, gespeicherten Passwörter und vieles mehr auf alle beliebigen Geräte übertragen, auf denen Sie sich anmelden. Außerdem lassen sich über das Konto zusätzliche datenschutz- und sicherheitsorientierte Dienste wie Firefox Relay (E-Mail-Maskierung) und Firefox Monitor (Überwachung von Datenschutzverletzungen) nutzen.

6. Umfassende Schutzmaßnahmen für die Privatsphäre

Firefox verhindert nicht nur, dass Cookies und Tracker von Drittanbietern Daten über Ihre Surfgewohnheiten sammeln, sondern blockiert auch Fingerprinting – eine noch heimtückischere Methode zur Überwachung von Personen im Internet.

Ein digitaler Fingerabdruck sammelt Informationen über Ihre PC-Hardware, Software (z.B. Ihr Betriebssystem und Ihren Browser), Add-ons, Vorlieben und manchmal auch Themen und Anpassungen. Eine solche Verfolgung kann sich über Monate oder sogar länger hinziehen, was bedeutet, dass sich jeder, der Zugang zu diesen Daten hat, ein klares Bild von Ihrem Privatleben und Ihren Gewohnheiten machen kann.

Das ist ungefähr so, als würde Sie jemand über öffentliche Instagram- und andere Social-Media-Konten stalken – nur dass derjenige dabei Informationen erfährt, die Sie nicht öffentlich machen wollen. Vielleicht nicht einmal mit Ihren engsten Freunden und Ihrer Familie.

Firefox ermöglicht es Benutzern auch, DNS-over-HTTPS (DoH) zu aktivieren. Das bedeutet: Der angefragte Domainname (zum Beispiel https://www.pcwelt.de) wird nicht als Klartext gesendet, sondern über eine HTTPS-Verbindung an einen DNS-Server. Dadurch können Dritte nicht mitlesen, welche Webseiten Sie aufrufen.

7. Lesemodus

Manchmal möchte man einfach nur den Artikel auf einer Website lesen und sich nicht durch Pop-ups, eingebettete Videos, Werbung oder was auch immer durchkämpfen. Bevor Sie sich jedoch zig Adblock-Extensions installieren, möchten wir Ihnen eine unfassbar praktische Option in Firefox vorstellen: den Lesemodus.

Wann immer Sie in der Adressleiste im Browser das Leseansicht-Symbol sehen, können Sie den Modus per Klick aktivieren. Dadurch erhalten Sie eine übersichtliche, reduzierte Ansicht, die nur den Text und die dazugehörigen Bilder anzeigt. Ein weiterer Klick auf das Symbol beendet den Modus wieder.

Fairerweise muss man sagen, dass Chrome den Lesemodus schon viel früher angeboten hat. Aus unerfindlichen Gründen kommt er aber in einigen Versionen des Google-Browsers nicht vor. Wenn Sie diese Funktion also zuverlässig nutzen wollen, empfehlen wir Firefox.

Praktisch: Firefox liefert einen integrierten Lesemodus, der Werbung und andere Ablenkungen ausblendet.
Vergrößern Praktisch: Firefox liefert einen integrierten Lesemodus, der Werbung und andere Ablenkungen ausblendet.

8. Open-Source-Code

Das Hauptproblem an Google Chrome ist, dass all Ihre Daten an ein Unternehmen gebunden sind, das sein Geld mit Werbung verdient. Egal, wie man sich diesen Aspekt schönreden will – Datenschutz ist nicht Googles Stärke. Außerdem ist es relativ schwierig, die Sicherheit von Chrome zu überprüfen. Der Browser basiert zwar auf einem Open-Source-Projekt (Chromium), mischt aber Googles proprietären Code ein, der natürlich unter Verschluss gehalten wird.

Mit Firefox müssen Sie sich über all das keine Sorgen machen, da der Browser-Code für jeden zugänglich und einsehbar ist – und zwar komplett.

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