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8. Pro und Contra Raid 0 und 1

01.07.2013 | 00:10 Uhr | Hermann Apfelböck

Beim Raid-Modus können Sie zwei oder mehr (möglichst identische) Festplatten zu einem Verbund zusammenschalten. Beachten Sie, dass das Einstellen von Raid immer automatisch auch die AHCI-Funktionen aktiviert. Je nach gewählter Raid-Variante erzielen Sie mehr Geschwindigkeit (Raid 0), höhere Sicherheit (Raid 1) oder beides (Raid 5). Es gibt noch mehr Raid-Varianten, die Host-Adapter marktüblicher Mainboards für Standard-PCs unterstützen aber meist nur die ersten zwei.

So richten Sie Raid 0 ein: Für mehr Leistung kombinieren Sie also über die Firmware zwei möglichst identische Festplatten – Raid-0-Array oder Stripe Set genannt. Dazu müssen Sie nur beim Booten des PCs eine bestimmte Tastenkombination drücken und dann den Anweisungen der Raid-Manager-Software folgen, die ins Bios integriert ist. Die Speicherkapazität des resultierenden Laufwerkes addiert sich bei Raid 0 aus den Kapazitäten beider Platten. Theoretisch sollte sich der Datendurchsatz verdoppeln. In der Praxis hält sich die Steigerung jedoch in Grenzen, insbesondere beim Schreiben. Daher werden solche per Software erzeugten Arrays auch „Fake Raid“ genannt (im Unterschied zu teuren Hardware-Raid-Controllern). Bestenfalls dürfen Sie mit einer Steigerung linearer Lesezugriffe (große Dateien, nicht fragmentiert) rechnen.

Die Benchmarks der üblichen Festplatten-Tools zeigen meist Datenraten von deutlich über 100 MB/s. Unter realen Bedingungen eines PC-Systems, dessen Leistung von diversen Faktoren abhängt (Festplatte, CPU ), bleibt die Auswirkung auf die Gesamtgeschwindigkeit aber gering.
Raid lohnt sich meist nicht: Richtig klar (bis zu 100 Prozent gegenüber einer Einzelplatte) wird der Vorteil eines Raid-0-Arrays bei Kopiervorgängen großer Datenmengen innerhalb des Laufwerkes. Ähnliche Steigerungen erzielen Sie aber auch durch die Verwendung zweier separater Platten. Raid 0 hat zudem den Nachteil, dass bei Defekt einer Platte auch die Daten der zweiten Platte wertlos werden. Alles in allem Grund genug, Raid 0 nur in sehr speziellen Fällen zu empfehlen – etwa für Hardcore-Gamer.
Auch Raid 1 ist auf Standard-PCs kaum ratsam. Dabei sind zwei Platten zu einem gemeinsamen Volume mit einfacher Kapazität kombiniert, so dass alle Daten auf beide Platten geschrieben werden. Fällt eine Platte aus, hält die andere noch alle Daten vor. Auf Einzelplatz-PCs sollten Backups auf externe Platten ausreichende Sicherheit bieten.

GLOSSAR SATA-Technik
AHCI: Das Advanced Host Controller Interface ist der wesentliche Hardware-Baustein für den Betrieb von SATA-Geräten. Bleibt der AHCI-Modus im Bios deaktiviert, arbeiten SATA-Geräte abwärtskompatibel im IDE-Modus.
E-SATA: External SATA ist der seit 2004 standardisierte Anschluss für externe SATA-Festplatten. E-SATA ist wie USB Hot-Plug-fähig und etwa fünfmal schneller als der USB-Port.
NCQ: Native Command Queuing ist eine Funktion des AHCI- oder Raid-Modus des SATA-Controllers. Es sortiert die anfallenden Schreib- und Lesevorgänge so um, dass die Mechanik der Festplatte so gering wie möglich belastet wird.
Raid: Ein Redundant Array of Independent Disks ist ein Zusammenschluss mehrerer Festplatten entweder mit dem Ziel höherer Leistung oder höherer Sicherheit. Alle SATA-Controller unterstützen die einfachen Raid-Varianten 0 und 1.
SATA: Die 2003 eingeführte, inzwischen weit verbreitete Bustechnik Serial Advanced Technology Attachment ersetzt den alten IDE-Standard (inzwischen überwiegend als PATA bezeichnet – Parallel ATA). SATA ist nicht nur schneller (SATA I: theoretisch 150 MB/s, SATA II: 300 MB/s), sondern bietet zudem eine Reihe von Funktionserweiterungen.
Smart: Die Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology erlaubt die Analyse des Festplattenzustands via Software. Solche Tools unterstützen derzeit keine AHCI-betriebenen SATA-Platten.

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