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7. Erkennt Windows 2000 ACPI-PCs bei der Installation korrekt?

Was dahinter steckt: Zu den Hauptproblemen bei der Installation von Win 2000 gehört, dass es häufig nicht korrekt erkennt, ob ein Rechner ACPI-kompatibel ist. Windows 2000 selbst betrachtet jedes neuere Bios (Stichtag: 31.1.1999), das ihm nicht ausdrücklich als inkompatibel bekannt ist, als "gutes" Bios und installiert ACPI. Bei älteren Versionen verhält es sich umgekehrt: Win 2000 muss das Bios als ACPI-tauglich kennen, für alle anderen gibt es nur das alte APM. Diese Entscheidung lässt sich nur einmal treffen - bei der Installation. Da das Betriebssystem Hardware-Informationen je nach Installationsmodus völlig unterschiedlich in der Registry ablegt, ist ein nachträglicher Wechsel nicht mehr möglich.

Der Umgang von Windows 2000 mit der ACPI-Erkennung ist mangelhaft. Im Test hatten wir sowohl Rechner, bei denen ACPI nicht erkannt wurde, obwohl sie es beherrschten, als auch den umgekehrten Fall. Das wäre an sich nicht tragisch - schließlich genügt APM im Allgemeinen für einen Desktop-PC. Es stellte sich aber heraus, dass die Rechner teilweise recht ungnädig reagierten, wenn Windows 2000 sie in die falsche Kategorie einordnete: Das Abschalten nach dem Herunterfahren funktionierte ebenso wenig wie der Ruhemodus - unabhängig davon, ob ein ACPI- oder ein APM-Rechner falsch eingestuft wurde. Manche APM-PCs wehrten sich gleich bei der Installation gegen Versuche, ACPI-Funktionen einzurichten, und verabschiedeten sich vorsichtshalber komplett.

Tipp: Um Probleme bei der automatischen Installation zu umgehen, drücken Sie beim Setup während der Aufforderung, undlt;F6undgt; für einen zusätzlichen SCSI-Controller zu drücken, die Taste undlt;F5undgt;. Dann können Sie die Installation mit oder ohne ACPI-Unterstützung erzwingen.

Unseren Erfahrungen nach sind die PCs in der Überzahl, auf denen Sie besser die Installation als "Standard-PC" ohne ACPI erzwingen. Wenn die automatische Erkennung oder eine erzwungene Variante Probleme beim Abschalten hervorruft, müssen Sie wohl oder übel die jeweils andere Installationsvariante wählen.

Achtung: Im Geräte-Manager hat sich Microsoft eine grobe Fahrlässigkeit erlaubt - hier gibt es eine Option, um zwischen APM und ACPI zu wechseln. Windows 2000 installiert dann die entsprechende Variante der

Systemdatei HAL.DLL, die Registry-Informationen über die vorhandene Hardware bleiben jedoch erhalten. Die Konsequenz: Beim nächsten Start erwartet Sie ein BSOD (Blue Screen Of Death), Windows erkennt nicht einmal mehr den Datenträger, von dem es starten soll. Es gibt bei diesem Vorgehen keinerlei Warnhinweise. Und warum Windows 2000 überhaupt eine Option anbietet, die das System unter keinen Unständen heil überstehen kann, ist nicht nachvollziehbar.

Fazit: Die ACPI-Erkennung ist das größte und mit Abstand häufigste Problem bei einer Windows-2000-Installation. Microsoft behauptet mal wieder, alles richtig gemacht zu haben - Sie sollen sich an Ihren PC- beziehungsweise Hauptplatinenhersteller wenden, wenn etwas nicht klappt. Testinstallationen zeigten aber: Die Hardware-Erkennung irrt sich oft, und der Wechsel des Power-Management-Modus im Geräte-Manager hat katastrophale Folgen.

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