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7. Berechtigungen: Wer darf was unter XP und Vista?

26.08.2010 | 08:36 Uhr | Hermann Apfelböck, Thorsten Eggeling, Christian Löbering

Nicht jeder darf alles: Normale Benutzer können unter „Hkey_Local_Machine“ nur nachsehen, welche Einstellungen gelten, sie jedoch nicht ändern. Doch auch für Administratoren trifft das teilweise zu: Der wirklich allmächtige Administrator ist einzig das System selbst, und es kann jedem Benutzer – selbst dem Administrator – Registry-Rechte entziehen. Auch Administratoren, deren PC an eine Windows-Domäne angeschlossen ist, haben keine Rechte mehr über Schlüssel, die von der Domäne übernommen wurden.

Mehr Rechte: Von solchen Fällen abgesehen, können Sie die Berechtigungen in der Registry jedoch durchaus ändern und sich Zugriff verschaffen. Unter Vista wird der Registry-Editor von der UAC (User Access Control – Benutzerkontensteuerung) geschützt; Sie müssen seine Verwendung bestätigen oder – falls Sie kein Administrator sind – ein Administrator-Passwort eingeben. Auch unter Windows XP ist es geboten, sich als Administrator anzumelden, um Systemeinstellungen ändern zu dürfen. Für normale Benutzer würde es zum Glücksspiel – Sie erführen erst jeweils beim konkreten Versuch, ob Sie an dieser Stelle die Berechtigungen ändern dürfen.

Spezialfall XP Home: Hier können Sie sich standardmäßig nicht als Administrator anmelden. Rufen Sie unter „Start, Ausführen“ den Benutzermanager mit „control userpasswords2“ auf. Klicken Sie auf der Registerkarte „Erweitert“ auf die Schaltfläche „Erweitert“. Klicken Sie doppelt auf den voreingestellten Benutzer „Besitzer“, und öffnen Sie die Registerkarte „Mitgliedschaft“. Nun gehen Sie auf „Hinzufügen“ und tragen in das Eingabefeld „Benutzer“ ein. Danach entfernen Sie über den entsprechenden Button die Mitgliedschaft in „Administratoren“. Beim nächsten Log-in steht auch der Administrator zur Verfügung.

Endlich Zutritt: Falls Sie auch als Administrator Schlüssel nicht einsehen oder ändern können, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf diesen Schlüssel und wählen aus dem Kontextmenü den Punkt „Berechtigungen“. Wenn Sie im Feld „Gruppen- oder Benutzernamen“ den Benutzer nicht vorfinden, für den Sie Rechte anpassen wollen, klicken Sie auf „Hinzufügen“ und tragen ihn in das Eingabefeld ein. Nach der Bestätigung mit „OK“ wählen Sie „Erweitert“, markieren den Anwender in der Liste, für den Sie die Zugriffsrechte ändern wollen, und klicken auf „Bearbeiten“. Sie erhalten eine Liste aller Rechte und können diese nun erweitern. „Vollzugriff“ verschafft Ihnen alle Rechte in einem Rutsch. Mit den Optionen „Berechtigungen übergeordneter Objekte“ und „Berechtigungen für alle untergeordneten Objekte“ beeinflussen Sie gegebenenfalls, wie Sie sie anwenden wollen: Mit der ersten reichen Sie die Rechte auch an alle Unterschlüssel durch. Wenn Sie die zweite wählen, entfernen Sie die bisherigen Rechte in allen Unterschlüsseln, egal wie sie gesetzt waren, und ersetzen sie alleine durch die in der Liste angezeigten.

Trick: Sollte sich herausstellen, dass Sie die Rechte nicht ändern dürfen, hilft ein Trick. Geben Sie unter „Start, Ausführen“ oder auf der Kommandozeile den Befehl

at hh:mm /interactive regedit.exe

ein. Für „hh:mm“ setzen Sie eine Uhrzeit ein, die möglichst nahe liegt, also etwa die aktuelle Systemzeit plus eine Minute. Warten Sie ab, bis es soweit ist, und der Registry-Editor öffnet sich nun mit System-Rechten. Sie besitzen nun alle Rechte, die es lokal überhaupt gibt. Wenn der PC Mitglied einer Windows-Domäne ist, kann es allerdings sein, dass Sie immer noch nicht alles dürfen.

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