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64-Bit-Systeme, Windows 7 und Google's Desktop-OS

02.12.2008 | 12:55 Uhr |

64-Bit-Architektur ermöglicht mehr RAM

1986 stellte Intel seine erste 32-Bit-CPU vor. Noch bis 1993 hat es gedauert, bis das erste 32-Bit-Windows-Betriebssystem (Windows NT 3.1) offiziell die 16-Bit-Ära beendete. 64-Bit-Prozessoren sind längst die Norm in Desktop-PCs und Notebooks, obwohl Microsoft sich immer noch nicht auf ein ausschließliches 64-Bit-Windows festnageln lässt. Aber der Software-Konzern kann nicht ewig an der 32-Bit-Architektur festhalten.

Die Technologie: 64-Bit-Versionen von Windows sind seit XP erhältlich, während es 64-Bit-CPUs sogar schon länger gibt. Tatsächlich hat fast jeder heutzutage verkaufte Computer einen 64-Bit-Prozessor unter der Haube. Irgendwann muss Microsoft die 32-Bit-Architektur endgültig über Bord werfen, so wie dies bei 16-Bit mit der Markteinführung von Windows NT geschehen ist, wenn der Konzern die Käufer sowie Hard- und Softwareproduzenten zum Umstieg bewegen möchte. Bei Windows 7 ist das noch nicht zu erwarten: Das zukünftige Betriebssystem wird bereits überall als 32- und 64-Bit-Version vorgeführt. Aber die Einschränkungen der 32-Bit-Adressierung werden uns die Hände fesseln: Sie sind jetzt schon ein Problem für Benutzer der 32-Bit-Version von Windows Vista, die inzwischen realisiert haben, dass sie nicht mehr als 3 GB RAM adressieren können. Es gibt schlicht und einfach nicht genügend Ressourcen, um mehr RAM zu adressieren.

Der Zeitplan: Nachdem der endgültige Umstieg schon mit Windows 7 erwartet wurde, wird dieser wohl endgültig bei Windows 8 stattfinden. Das wird frühestens 2013 der Fall sein. In der Zwischenzeit haben wir mit Mac OS X Leopard bereits ein 64-Bit-System und einige Hardware-Hersteller versuchen gerade, die Kunden zum Umstieg auf ein 64-Bit-Windows zu ermutigen (Samsung möchte seine gesamte PC-Linie Anfang 2009 auf 64-Bit umstellen). Und eine 128-Bit-Architektur, die ein weiterer Sprung wäre? Wollen wir erst einmal die naheliegenden Veränderungen anpacken - und uns auf den nächsten Sprung rund um das Jahr 2025 vorbereiten.

Windows 7 – unausweichlich…

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© 2014

Egal, ob Sie Vista lieben oder hassen: Das aktuelle Windows wird bald irgendwo im digitalen Nirwana verschwinden. Nach der lauen Aufnahme von Vista bei den Nutzern kümmert sich Microsoft um ein rasches Erscheinen des Nachfolgers – bekannt unter dem Namen Windows 7 .

Das System: Im Moment sieht es so aus, dass Windows 7 das Betriebssystem ist, das Microsoft ursprünglich als Vista veröffentlichen wollte, wobei schließlich die nötige Zeit oder die Ressourcen für die Fertigstellung gefehlt haben. Neben der fortschreitenden Verfeinerung im Bereich der Sicherheit und der Benutzeroberfläche könnte Windows 7 endlich das lange angekündigte datenbankähnliche Dateisystem WinFS enthalten. Verbesserungen in den Bereichen Schnelligkeit und Kompatibilität gegenüber Vista sind ebenfalls zu erwarten.

Aber die entscheidenden Vorstöße von Windows 7 werden die verbesserte Online-Integration und mehr Features im Bereich Cloud-Computing sein, damit Microsoft seine wachsenden Windows Live Services noch besser in das Betriebssystem einbinden kann als je zuvor. Bill Gates schlug vor seiner Verabschiedung als Chairman von Microsoft vor, dass der sogenannte „Pervasive Desktop“ ein Brennpunkt von Windows 7 werden sollte, damit die Benutzer die Möglichkeit haben, alle ihre Daten, Desktopeinstellungen, Bookmarks und anderes zwischen verschiedenen Computern zu transportieren – vorausgesetzt, dass auf allen Geräten Windows 7 läuft.

Der Zeitplan: Microsoft hat als geplanten Veröffentlichungstermin für Windows 7 den Januar 2010 angesetzt – ein definitiver Termin war den Verantwortlichen bisher nicht zu entlocken. Allerdings gibt es Gerüchte, dass eine erste offizielle Betaversion noch Ende dieses Jahres erscheinen wird.

Google’s Desktop-OS

Windows 7
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© 2014

Falls Sie es noch nicht gemerkt haben: Google streckt mit seiner großen Marktmacht inzwischen seine Fänge in alle Bereiche der IT-Welt aus. Angefangen vom Webbrowser bis hin zum Mobiltelefon werden Sie bald Ihren ganzen Tag im Google-Universum verbringen, ohne dieses jemals verlassen zu müssen. Wird Google als Nächstes die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems in Angriff nehmen?

Die Fakten: Google greift überall in unser Leben ein – so scheint es. Das Bezahlsystem Google Checkout bietet eine Alternative zu Paypal, Google Street View ist gerade dabei, jedes Haus in jeder Straße zu fotografieren und das nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Und die Zukunft hat längst begonnen: Googles Chrome-Browser errang schon im Beta-Status bereits nach den ersten 24 Stunden seiner Existenz einen Marktanteil von einem Prozent. Googles Handy-Betriebssystem-Plattform Android erreicht die Welt der mobilen Geräte und wird unter anspruchsvollen Anwendern der erste ernsthafte Herausforderer für das iPhone sein.

Der Zeitplan: Obwohl Google anscheinend schon fast alle Bereiche der IT-Welt abdeckt, erwarten einige Branchenbeobachter, dass der Konzern logischerweise als nächstes einen sehr großen Bereich der Softwareindustrie angreifen wird: Den Betriebssystem-Markt.

Der Chrome Browser ist die erste Zehenspitze, die Google in dieses Wasser gehängt hat. Obwohl der Browser die Plattform ist, mit deren Hilfe die Anwender die meisten Google-Produkte – unabhängig von der zugrundeliegenden Plattform – benutzen, benötigt auch Google Chrome immer noch ein Betriebssystem als Basis.

Um Microsoft auszustechen müsste Google sich allerdings erst einmal durch ein riesiges Minenfeld von Gerätetreibern hindurchkämpfen, und selbst dann wäre das Ergebnis wahrscheinlich keine gute Lösung für Anwender mit speziellen Applikationsanforderungen, vor allem für Business-User. Aber ein einfaches Google-Betriebssystem – zum Beispiel eine angepasste Linux-Distribution in Verbindung mit günstiger Hardware – könnte die PC-Landschaft tiefgreifender verändern als die Produkte kleinerer Anbieter, die bisher nur mit Open-Source-Systemen herumgespielt haben. Blicken Sie im Jahr 2011 auf heute zurück und probieren Sie in der Zwischenzeit einmal gOS , ein Betriebsystem-Projekt, das die Google-Gadgets auf den Desktop bringt, aber ansonsten organisatorisch nicht mit Google verknüpft ist

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