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5. Wiederherstellungskonsole: Der letzte Rettungsanker

16.04.2004 | 09:34 Uhr |

Neben der Systemwiederherstellung stellt Ihnen Win XP noch ein zweites Werkzeug zur Rettung einer zerstörten Installation zur Verfügung: die Wiederherstellungskonsole. Mit Hilfe dieses kommandozeilenbasierten Tools können Sie unter anderem Dienste aktivieren oder deaktivieren, Laufwerke formatieren sowie Daten auf einem lokalen Laufwerk lesen und schreiben.

Dabei spielt es keine Rolle, welches Dateisystem auf den Partitionen genutzt wird. Die Wiederherstellungskonsole ist besonders nützlich, wenn Sie Ihren Computer durch Kopieren einer Datei von einer Diskette, CD oder DVD auf Ihre Festplatte reparieren müssen oder einen Dienst neu konfigurieren möchten, der den korrekten Start des Computers verhindert.

Aus Sicherheitsgründen hat Microsoft die Wiederherstellungskonsole in der Standardeinstellung so konfiguriert, dass Sie nur auf ganz bestimmte Ordner und Wechselmedien zugreifen können. Im Klartext bedeutet das, dass sich die Navigation auf die Systemverzeichnisse der ausgewählten Win-XP-Installation sowie alle angeschlossenen Disketten-, CD- und DVD-Laufwerke beschränkt.

Der Zugriffsversuch auf andere Ordner wird mit einer Fehlermeldung quittiert. Außerdem lassen sich während der Verwendung der Windows-Wiederherstellungskonsole keinerlei Dateien von der lokalen Festplatte auf eine Diskette kopieren. Sie können lediglich eine Datei von einer Diskette, CD oder DVD auf eine Festplatte überspielen oder von einer Festplatte auf eine andere Festplatte kopieren.

Mit Hilfe der Gruppenrichtlinien umgehen Sie diese Beschränkung aber ganz leicht. Dazu müssen Sie eine neue Konsole anlegen.

1. Klicken Sie auf "Start, Ausführen", tippen Sie "mmc" ein, und bestätigen Sie mit "OK". Im Fenster "Konsole1" klicken Sie auf "Datei, Snap-In hinzufügen, Hinzufügen". Markieren Sie den Eintrag "Gruppenrichtlinien", klicken Sie auf "Hinzufügen" und schließen den folgenden Dialog mit "Fertig stellen".

2. Mit "Schließen" und "OK" gelangen Sie wieder zur "Konsole1". Doppelklicken Sie der Reihe nach auf "Richtlinien für Lokaler Computer", "Computerkonfiguration", "Windows-Einstellungen", "Sicherheitseinstellungen", "Lokale Richtlinien" und "Sicherheitsoptionen".

3. Rechts im Detailfenster doppelklicken Sie auf den Eintrag "Wiederherstellungskonsole: Kopieren von Disketten und Zugriff auf alle Laufwerke und alle Ordner zulassen", markieren die Option "Aktiviert" und verlassen den Dialog mit "OK".

Nachdem Sie diese Gruppenrichtlinie aktiviert haben, können Sie nach dem Start der Wiederherstellungskonsole in der Eingabeaufforderung die Umgebungseinstellungen ganz einfach mit dem Befehl "set" ändern, indem Sie das Kommando "set Variable" um einen der Parameter "TRUE" oder "FALSE" erweitern.

Zur Auswahl stehen folgende vier Variablen:

AllowWildCards = TRUE (aktiviert die Unterstützung von Platzhaltern für einige Befehle, beispielsweise für das Kommando del)

AllowAllPaths = TRUE (erlaubt den Zugriff auf alle Dateien und Ordner auf dem PC)

AllowRemovableMedia = TRUE (erlaubt das Kopieren von Dateien auf Wechselmedien, zum Beispiel auf Disketten)

NoCopyPrompt = TRUE (überschreibt eine bestehende Datei ohne explizite Bestätigungsaufforderung)

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