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5. Probleme im AHCI-Betrieb

07.11.2008 | 11:31 Uhr | Hermann Apfelböck

Sie müssen im Bios vorübergehend auf IDE umstellen
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Hat man die Treiberhürde genommen, läuft das System dauerhaft und flott im AHCI- oder Raid-Modus. Es bleiben zwei kleinere Probleme: Smart-Informationen: Eine Reihe aktueller Tools hat Probleme, unter einem im AHCI- oder Raid-Betrieb laufendem Windows die Smart-Informationen von Platten auszulesen (was im IDE-Modus kein Problem ist). Diese Daten können nützlich sein, müssen aber normalerweise nicht regelmäßig ausgelesen werden. Als Lösung bietet es sich an, den PC gelegentlich im Bios auf den IDE-Modus umzustellen, um so die gewünschten Infos zu erhalten.

Zweitsysteme scheitern: Wem das eigene System lieb und teuer ist, der sichert es über Image-Programme, um im Notfall die Windows-Partition wiederherstellen zu können. Das geht über bootfähige Rettungs-CDs, die auf Linux- oder Windows-XP-Basis arbeiten. Diese können jedoch oft nicht (oder jedenfalls nicht ohne Anpassung) auf Festplatten im AHCI-/Raid-Modus zugreifen. Ähnliches gilt für Live- und Notfall-CDs mit Partitionierungsmanagern oder Antiviren-Programmen. Als Lösung empfiehlt sich ein angepasstes Bart PE. Die PC-WELT bietet eine fertige, erweiterte Bart-PE-Edition an, in die Sie passende AHCI-Treiber einbinden können. Für Multiboot-Systeme empfehlen wir das Tool Flooter, sofern der PC ein Diskettenlaufwerk besitzt.

6. E-SATA und Hot-Plug
Das An- und Abschalten, Anstecken und Abziehen während des Betriebs ist bei USB-Platten selbstverständlich. Bei E-SATA funktioniert das nur, wenn der Host-Adapter nicht per Native IDE, sondern per AHCI (Advanced Controller Interface) oder Raid betrieben wird: Gehäuse mit E-SATA-Anschluss für Festplatten (3,5 Zoll) gibt es mittlerweile reichlich auf dem Markt. 5,25-Zoll-Gehäuse mit E-SATA-Anschluss für DVD-Laufwerke sind noch selten.Nicht Hot-Plug-fähig: Extern per E-SATA angeschlossene Laufwerke können nun zwar mit AHCI-Modus jederzeit angeschlossen werden, XP und Vista behandeln sie danach aber nicht als Wechseldatenträger, sondern als interne Laufwerke. Anders als bei USB- oder Firewire-Platten fehlt daher im Infobereich der Taskleiste der Befehl „Datenträger sicher entfernen“.
Dieser gewährleistet, dass Windows vor dem Abschalten des externen Laufwerkes alle Lese-/Schreibvorgänge beendet und den Cache leert. Unsicher ist die Methode, nach dem letzten Zugriff etwas zu warten und dann das Laufwerk auf gut Glück auszuschalten. Besser ist es, die fehlende Windows-Funktion für E-SATA-Laufwerke nachzurüsten. Das erledigt die Freeware Hot Swap . Nur Vista bietet die Möglichkeit, den Schreib-Cache des E-SATA-Laufwerks auszuschalten. Nach einem Rechtsklick auf ein Laufwerk im Windows-Explorer wählen Sie „Eigenschaften, Hardware, Eigenschaften“ und öffnen die Registerkarte „Richtlinien“. Der Nachteil dabei: Sie müssen Leistungseinbußen in Kauf nehmen.

NCQ-fähig
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7. Mehr Geschwindigkeit dank NCQ
NCQ – Native Command Queuing – ist eine weitere Funktion des AHCI- oder Raid-Modus. Mittlerweile dürften die meisten aktuellen SATA-Festplatten über diesen verbesseren Zugriffsalgorithmus verfügen. Mit einem Tool wie HD Tune lesen Sie aus, was diese Funktion bringt. Lassen Sie sich aber von einem Häkchen bei „NCQ“ in den Eigenschaften eines Laufwerkes nicht täuschen: Zum Einsatz kommt NCQ nur, wenn die Platte im AHCI- oder Raid-Modus betrieben wird.

NCQ bringt nicht automatisch mehr Leistung. Unter ungünstigen Umständen (Fragmentierung der Daten) kann die Geschwindigkeit sogar etwas sinken. Am besten spielt NCQ seine Stärken aus, wenn mehrere Anwendungen parallel laufen und verstreute Schreib-/Leseanforderungen an die Platte stellen. Ein solches Multitasking-/Multithreading-Szenario entspricht aber zunehmend der Arbeitssituation moderner PCs. Man denke an Hintergrundprozesse wie Virenscanner und Downloads, während der Anwender im Vordergrund mit einem Videoprogramm arbeitet.

Internet-Quellen geben die Geschwindigkeitssteigerung von NCQ meist mit 5 bis 10 Prozent an. Mit typischen Benchmarks gängiger Festplatten-Tools wie HD Tune und Crystal Disk Mark ist das aber kaum zu belegen. Nur mit speziellen Benchmarks wie Disk Bench lassen sich realitätsnahe Szenarien messen, in denen auf zwei Platten gleichzeitig auf zwei Dateien schreibend oder lesend zugegriffen wird. Solche Tests belegen, dass NCQ das Kopieren großer Datenmengen um 10 bis 20 Prozent beschleunigen kann.

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