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Windows 7 mit Vboot in VHD-Datei installieren

08.08.2011 | 11:41 Uhr |

Wenn Sie Software und Einstellungen lieber mit einem Zweit-Windows testen, sollten Sie das englischsprachige Programm Vboot einsetzen. Der Trick von Vboot: Es richtet die Betriebssysteme in einer speziellen Container-Datei mit der Endung „.vhd“ (Virtual Hard Disk) ein. Das Betriebssystem in der VHD-Datei lässt sich dann über Vboot wie von einer richtigen Festplatte starten.

Beim ersten Start sehen Sie im Vboot-Menü einige Beispieleinträge (1), die aber noch ohne Funktion sind. Sie müssen das Menü erst selbst anpassen, bevor Sie eine VHD-Datei starten können. Die kurze Hilfe (2) zeigt die wichtigsten Kommandos.
Vergrößern Beim ersten Start sehen Sie im Vboot-Menü einige Beispieleinträge (1), die aber noch ohne Funktion sind. Sie müssen das Menü erst selbst anpassen, bevor Sie eine VHD-Datei starten können. Die kurze Hilfe (2) zeigt die wichtigsten Kommandos.

Für die Installation benötigen Sie eine Abbilddatei der Windows-Installations-DVD. Geeignet sind nur vollwertige Installations-DVDs, Recovery-DVDs funktionieren nicht. Um das Abbild zu erstellen, können Sie das Programm Imgburn verwenden. Legen Sie die Windows-Installations-DVD/CD in das Laufwerk, starten Sie Imgburn, und klicken Sie auf „Imagedatei von Disk erstellen“. Speichern Sie das Abbild etwa unter dem Namen win7.iso direkt im Hauptverzeichnis der Festplatte C. Danach gehen Sie so vor:

Schritt 1: Bei der Arbeit mit Vboot ist es hilfreich, wenn Sie im Windows-Explorer auch die versteckten Systemdateien und Dateinamen-Erweiterungen sehen. Falls diese auf Ihrem PC nicht angezeigt werden, öffnen Sie bei Windows Vista und 7 den Windows-Explorer und gehen auf „Organisieren ➞ Ordner- und Suchoptionen“. XP-Benutzer wählen „Extras ➞ Ordneroptionen“. Bei jeder Windows-Version wechseln Sie dann auf die Registerkarte „Ansicht“ und entfernen die Häkchen vor „Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden“ und „Geschützte Systemdateien ausblenden“. Außerdem setzen Sie unter „Versteckte Dateien und Ordner“ ein Häkchen bei der Option „Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen“. Bestätigen Sie mit „OK“.

Schritt 2: Entpacken Sie das Programm Vboot in den Ordner „C:\Vboot“. Danach drücken Sie die Windows-Taste und dazu die Taste R. Geben Sie cmd.exe ein, um die Kommandozeile zu starten, und klicken Sie auf „OK“. Falls Sie selten mit der Kommandozeile arbeiten, helfen Ihnen die Hinweise auf Seite 68 unten.

Schritt 3: Bei einem 32-Bit-Windows tippen Sie in die Kommandozeile C:\vboot\vbootedit.exe install ein und drücken die Enter-Taste. Bei einem 64-Bit-Windows verwenden Sie den Befehl C:\vboot\vbootedit64.exe install. Damit wird Vboot auf der Windows-Startpartition installiert. Anders als bei Windows XP ist das bei vielen Windows-7-Installationen nicht das Laufwerk C. Denn Windows 7 legt bei der Installation meist eine etwa 100 MB große versteckte Partition an, in der es die Startdateien ablegt. Wenn Sie als Windows-7-Benutzer auf Laufwerk C einen Ordner mit dem Namen „Boot“ finden, ist das bei Ihrem PC nicht der Fall.

Andernfalls müssen Sie die Startpartition ermitteln: Halten Sie dazu die Windows-Taste, und drücken Sie die Taste R. Tippen Sie dann diskmgmt.msc ein, und bestätigen Sie mit „OK“. Suchen Sie danach die Startpartition, und klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf. Wählen Sie im Menü „Laufwerksbuchstaben und -pfade ändern“. Dann klicken Sie auf „Ändern“, wählen einen beliebigen freien Buchstaben aus, und klicken auf „OK“. Wenn Sie sich dieses Laufwerk danach im Windows-Explorer ansehen, finden Sie neben dem Ordner „Boot“ den Ordner „Vboot“. In ihm liegen die Vboot-Startdateien. Wichtig ist vor allem die Datei
„\Vboot\grub\grub.cfg“. Sie enthält die Konfiguration für das Vboot-Menü, die Sie später ändern können.

Schritt 4: Als Nächstes erstellen Sie die VHD-Datei, die das Zweitsystem aufnehmen soll. Dazu arbeiten Sie wieder mit der Kommandozeile. Jeden der nachfolgend genannten Befehle bestätigen Sie, indem Sie die Enter-Taste drücken. Bei einem 32-Bit-Windows tippen Sie diesen Befehl ein:
C:\vboot\tools\x86\vbootctl.exe createhd c:\win7.vhd /size 40
Für ein 64-Bit-Windows lautet die Zeile:
C:\vboot\tools\amd64\vbootctl.exe createhd c:\win7.vhd /size 40
Die virtuelle Festplatte für Vboot ist damit auf maximal 40 GB festgelegt, eine empfehlenswerte Größe. Sie können hier natürlich auch einen größeren Wert einsetzen.

Schritt 5: Danach erstellen Sie einen neuen Startmenü-Eintrag. Bei einem 32-Bit-Windows geben Sie diesen Befehl ein:
C:\vboot\vbootedit.exe create title=“Windows 7 installieren“ harddisk=c:\win7.vhd cdrom=c:\win7.iso boot=cdrom
Bei einem 64-Bit-Windows lautet er so:
C:\vboot\vbootedit64.exe create title=“Windows 7 installieren“ harddisk=c:\win7.vhd cdrom=c:\win7.iso boot=cdrom

Schritt 6: Starten Sie den PC neu. Wählen Sie im Startmenü „Vboot“ und dann den ersten Menü-Eintrag „Windows 7 installieren“ aus. Die anderen Menü-Einträge sind Beispiele, die aber noch nicht funktionieren. Der PC startet danach vom Abbild der Windows-Installations-DVD, also von „C:\win7.iso“. Drücken Sie eine beliebige Taste, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Dann startet das Installationsprogramm. Drücken Sie die Umschalttaste und dazu die Taste F10. Damit öffnen Sie ein Kommandozeilenfenster, um die Treiber für den Zugriff auf die VHD-Datei zu installieren. Dazu tippen Sie den Befehl c:\vboot\tools\x86\vbootctl setup (32-Bit-Windows) oder c:\vboot\tools\amd64\vbootctl setup (64-Bit-Windows) ein und bestätigen mit der Enter-Taste. Sollte danach die Fehlermeldung „Das System kann den angegebenen Pfad nicht finden“ auftauchen, ersetzen Sie in der Befehlszeile den Laufwerksbuchstaben C durch D oder E. Schließen Sie danach das Kommandozeilenfenster.

Bei der Windows-7-Installation müssen Sie die VHD-Datei als Zielpartition für das neue Betriebssystem (1) auswählen. Achten Sie darauf, dass Sie hier nicht versehentlich Ihre Festplatte angeben, sonst droht Datenverlust. Nach einem Klick auf „Weiter“ (2) formatiert Windows 7 die Partition und richtet das Betriebssystem in der VHD-Datei ein.
Vergrößern Bei der Windows-7-Installation müssen Sie die VHD-Datei als Zielpartition für das neue Betriebssystem (1) auswählen. Achten Sie darauf, dass Sie hier nicht versehentlich Ihre Festplatte angeben, sonst droht Datenverlust. Nach einem Klick auf „Weiter“ (2) formatiert Windows 7 die Partition und richtet das Betriebssystem in der VHD-Datei ein.

Schritt 7: Klicken Sie auf „Weiter“ und dann auf „Jetzt installieren“. Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. Achten Sie bei der Auswahl des Datenträgers für die Installation, dass Sie wirklich die VHD-Datei als Ziel angegeben. Sie erkennen die richtige Partition an der Größe. Wenn Sie hier fälschlich Ihre Windows-Partition auswählen, wird Windows 7 hier neu installiert, und alle Daten gehen verloren.

Schritt 8: Sobald Windows nach der ersten Installationsphase neu startet, wählen Sie im Startmenü „Windows 7“ oder „Windows XP“ – nicht „Vboot“ – und starten Ihr bisheriges Windows. Öffnen Sie die Datei „\Vboot\grub\grub.cfg“ (siehe Schritt 3) in einem Textprogramm. Suchen Sie die Zeile, in der „Windows 7 installieren“ vorkommt, und ändern Sie diese so ab:
menuentry „Windows 7 VHD“ {vboot harddisk=“(UUID=Wert)/win7.vhd”}
Der Wert hinter „UUID“ ist eine Identifikationsnummer, über die Vboot die VHD-Datei anspricht. Lassen Sie sie, wie sie ist. Speichern Sie die Datei „Grub.cfg“, und starten Sie den PC neu. Wählen Sie im Startmenü jeweils „Vboot ➞ Windows 7 VHD“, so oft die Installation einen Neustart erfordert.

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