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4. Ungewollte Empfangsbestätigungen von Mails verhindern

Problem :
Durch eingebundene, getarnte Grafiken kann der Absender einer Mail feststellen, ob Sie seine Nachricht erhalten und gelesen haben. Das möchten Sie verhindern.

Lösungen :
Sie haben mehrere Möglichkeiten. Sie können zum Beispiel ein Mailprogramm nutzen, das zwar HTML-Mails darstellen kann, aber in die Mails eingebettete Bilder nur anzeigt, wenn sie als Anhang der Mail mitgeliefert werden – nicht aber, wenn sie erst übers Internet abgerufen werden. Das gilt beispielsweise für das Gratisprogramm Pegasus Mail.

Wenn Sie mit Outlook Express arbeiten, konfigurieren Sie das Programm so, dass es Mails nur im Textformat anzeigt. Und schließlich können Sie eine Firewall einsetzen, die sowohl auf Portals auch auf Anwendungsebene filtert, beispielsweise Outpost Firewall Free (gratis). Richten Sie hier eine Regel ein, die Ihrem Mailprogramm das Abrufen und Versenden auf den Standard-Ports 110 und 25 erlaubt, das Laden von Objekten per HTTP-Protokoll über Port 80 aber verbietet.

Tipps : Besonders Werbevermarkter und Spam-Absender haben Interesse daran, zu erfahren, ob ihre Reklamemails vom Empfänger gelesen werden. Einige bauen in ihre Mails daher Verweise auf Grafiken ein, die auf ihrem eigenen Server liegen. Oft handelt es sich um transparente Bilder, die der Empfänger nicht sehen kann. Der Dateiname der Grafik wird von einem speziellen Tool für jeden Empfänger neu generiert und in einer Liste den Mailadressen zugeordnet.

Das Mailprogramm des Empfängers lädt die eingebundene Grafik automatisch, sofern es HTML-Mails unterstützt und beim Öffnen der Nachricht eine Internet-Verbindung besteht. Anhand der Protokolldateien des Web-Servers kann der Absender erkennen, welche Bilder abgerufen wurden. Eine Spezial-Software ordnet mit Hilfe der vorher erstellten Liste die Dateinamen der Grafiken den Mailadressen zu – schon hat der Versender eine Liste, wer wann seine Werbepost gelesen hat. Solche Spionage-Grafiken bezeichnet man als "Moles" (Maulwürfe).

Mailprogramm wechseln: Dieser Weg setzt voraus, dass Sie sich an ein neues Mailprogramm gewöhnen wollen. Pegasus Mail zeigt außerdem manche HTML-Nachrichten fehlerhaft an.

Outlook Express : Nutzer von Outlook Express 6.0 SP1 können die HTML-Ausgabe von Mails unterbinden. Dazu klicken Sie auf "Extras, Optionen, Lesen" und aktivieren den Punkt "Alle Nachrichten als Nur-Text lesen". In manchen Fällen wird Outlook Express allerdings fortan ein leeres Nachrichtenfenster anzeigen – nämlich dann, wenn das Mailprogramm des Absenders nicht, wie üblich, eine zweite Textversion ohne HTML-Formatierungen in der Mail mitgeschickt hat.

Firewall : Die dritte Lösung erfordert mehr Konfigurationsaufwand. Wir erklären die Vorgehensweise am Beispiel von Outpost Firewall Free. Wir gehen davon aus, dass noch keine Regeln für Ihr Mailprogramm existieren und Outpost aktiv ist. Starten Sie Ihr Mailprogramm, und veranlassen Sie es, neue Nachrichten abzurufen. Es erscheint ein Outpost-Dialogfeld, das abfragt, ob Sie der Mail-Software gestatten, aufs Internet zuzugreifen. Markieren Sie "Eine Regel erstellen und/oder preset benutzen", und bestätigen Sie mit "OK". Sollte anschließend das Dialogfeld "Regeln" erscheinen, aktivieren Sie darin "Erlaube es".

Im nächsten Schritt verbieten Sie Ihrem Mailprogramm, Bilder und andere Objekte aus dem Internet zu laden, die in HTML-Mails eingebettet sind. Bilder, die im Anhang mitgeschickt wurden, werden weiterhin angezeigt. Öffnen Sie das Hauptfenster von Outpost, und wählen Sie wieder "Optionen, Anwendungen". Dort sollte nun ein Eintrag für Ihr Mailprogramm unter "Eingeschränkt erlaubte Anwendungen" stehen. Doppelklicken Sie den Eintrag und prüfen Sie, ob im folgenden Dialogfeld ein Eintrag steht, der auf "HTTP connection" endet. Ist das der Fall, entfernen Sie ihn. Wählen Sie anschließend "Neu". Aktivieren Sie "Wenn das gewählte Protokoll ist", klicken Sie im Feld "Regelbeschreibung" auf "Undefiniert", und wählen Sie "TCP".

Dann markieren Sie die Punkte "Wenn der gewählte Remoteport ist" und "Verbiete es". Im Feld "Regelbeschreibung" klicken Sie wiederum auf "Undefiniert" und geben im folgenden Dialogfeld "80" ein. Das ist die Nummer des Ports, über den Browser und Mailprogramme mit Web-Servern kommunizieren, um Objekte wie Bilder herunterzuladen. Ein Wermutstropfen für Anwender, die Outlook Express nutzen, um ihr Hotmail-Postfach abzufragen: Das Hotmail-Protokoll nutzt ebenfalls Port 80. Da Sie Outlook Express im vorhergehenden Schritt untersagt haben, auf Port 80 zuzugreifen, funktioniert die Hotmail-Abfrage nun nicht mehr auf diesem Weg – Sie müssen also wieder über die Website gehen.

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