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Viele Aufzählungen

26.03.2013 | 11:16 Uhr |

Unter Experten ist schon lange bekannt das Aufzählungen (in Powerpoint hat sich dafür der Anglizismus "Bulletpoint" etabliert) der schlechteste Weg ist, um Informationen aufzunehmen und zu vermitteln. "Was ist das Standard-Template in Powerpoint?", fragt Gallo: "Überschriften und Aufzählungen. Das Standard-Template führt zwangsläufig zur Langeweile." Sehr oft vertrauen die Redner bei der Gestaltung ihrer Präsentationen auf Microsofts Standardvorschläge, um dann möglichst viel Informationen hinter den Bulletpoints zu vereinen. Das ist für Zuhörer und Zuschauer schlecht, sie schalten zwangsläufig ab und widmen sich den neuesten Nachrichten auf ihrem Blackberry.

Gallos Tipp: Nicht die Software, sondern der Nutzer ist für die Gestaltung einer Präsentation verantwortlich. Die Folien sollten Abwechslung bieten und sich auch in der Gestaltung unterscheiden. Hilfreich sind Seiten mit Bildern ohne Text, die Zuhörer zur Diskussion animieren. "Gewähren sie den Augen der Zuhörer möglichst häufig Ruhepausen", rät Gallo.

Keine Übung

"Ich weiß nicht wie oft ich mit Managern gearbeitet habe, die zwar mehrere tausend Dollar ausgegeben haben, um aktuelle Präsentationen zu gestalten, dann aber den Vortrag nicht vernünftig einstudiert haben," klagt Gallo. "Wer seine Präsentation übt und immer wieder über mehrere Stunden und Tage laut vorspricht, vermittelt dem Auditorium einen viel lebhafteren und müheloseren Eindruck."

Von Cisco-CEO John Chambers, der als hervorragender Sprecher bekannt ist, berichtet Gallo beispielsweise, dass er Folien Tage vor der Konferenz mehrfach intensiv durchgeht. "Er hat die Inhalte aufgesogen und verinnerlicht. Deshalb kann er flüssig ruhig vortragen", weiß Gallo.

Gallos Tipp: Zehn Probestunden für jede Vortragsstunde hält der Experte für angemessen. Die Gestaltung der Präsentation zählt übrigens nicht zu diesen Übungseinheiten. Wichtig ist, die Präsentation vor wenigstens einem Zuhörer zu testen. Hilfreich ist manchmal auch, den Vortrag auf Kamera aufzuzeichnen und auszuwerten.

Texte vorlesen

Wer nicht gerade ein begnadeter Redner ist, tendiert automatisch dazu, den Text der Powerpoint -Folien vorzulesen. "Enthält die Präsentation zu viel Textpassagen haben Redner das natürliche Bedürfnis, sie vorzulesen. Dazu drehen Sie den Zuhörern den Rücken zu", warnt Gallo. Damit sei zwangsläufig der Kontakt zum Auditorium unterbrochen. Oft ist es den Rednern gar nicht bewusst, dass sie zuviel vorlesen. Allein schon aus diesem Grund sollten die Sprecher bei der Gestaltung der Folien mit Textinhalten sparsam umgehen (wie unter Punkt zwei aufgelistet).

Gallos Tipp: Üben Sie die Rede, so dass Sie ohne Gedankenstützen vortragen können. So können Sie sich an das Publikum wenden und Blickkontakt zum Auditorium halten. "Guten Rednern genügt ein kurzer Blick auf die Folie, um zu wissen, was sie vortragen müssen ", beobachtet Gallo. "Dann drehen sie sich wieder zum Auditorium und sprechen frei."

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