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3. Umstellung auf AHCI/Raid-Treiber

07.11.2008 | 11:31 Uhr | Hermann Apfelböck

Um einem XP- oder Vista-System, das im Native-IDE-Modus läuft, nachträglich AHCI-/Raid-Treiber „unterzujubeln“, benötigt man zuerst einmal den zum Chipsatz passenden AHCI-Treiber: Iastor.sys (Intel) oder Ahcix86s.sys (AMD). Die 64-Bit-Treiber tragen eine sprechend angepasste Kennung mit „64“, also zum Beispiel Iastor64.sys.

Schritt 1: Treiber besorgen. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie den Treiber auf der Treiber-CD aus dem Lieferumfang Ihrer Hauptplatine verwenden. Alternativ laden Sie den aktuellen Treiber für Ihren SATA-Adapter von der Website des Platinenherstellers herunter. Diesen Weg empfehlen wir vor allem für AMD-PCs, weil sich die Suche bei AMD selbst dornig gestaltet. Für Intel-PCs können Sie den „ Intel Matrix Storage Manager “ herunterladen.

Schritt 2: Treiberdateien extrahieren. Die Treiberdateien müssen Sie aus der EXE-Datei extrahieren. Es spielt keine Rolle, ob Sie beim Download die Iata82_cd.exe oder die Iata82_enu.exe gewählt haben. Für die Iata82_cd.exe lautet der Befehl:
Die Schalter bei der Iata82_enu.exe lauten analog. Danach kopieren Sie die Treiberdatei manuell in das Verzeichnis \.

Schritt 3: Registry anpassen. Zusätzlich sind einige Änderungen in der Registry notwendig, damit Windows korrekt starten und den Treiber beim Bootvorgang laden kann. Eine manuelle Registry-Anpassung ist aber nicht nötig. Diverse Web-Seiten bieten fertige REG-Dateien zum Download an – inklusive ausführlicher Erläuterungen, so etwa im Forum des Mainboard-Herstellers Gigabyte für Intel-Chipsätze und für AMD-Chipsätze . Bevor Sie die REG-Dateien per Doppelklick importieren, sollten Sie ein Backup Ihrer Registry ziehen.

VORTEIL FÜR AMD780-CHIPSATZ
Besitzer eines Mainboards mit aktuellem AMD780-Chipsatz haben es beim Wechsel in den AHCI-Modus einfacher: Anders als bei vielen Boards lassen sich hier die ersten vier SATA-Ports (0-3) in den AHCI-Modus schalten, während die Ports 4 und 5 im Native-IDE-Modus bleiben können (siehe Abbildung). Sie schalten also die vier Ports 0 bis 3 auf AHCI um, die Systemfestplatte bleibt an Port 4 im IDE-Mode. Das System bootet folglich ohne Probleme. Nun installieren Sie den AMD-Southbridge-Treiber erneut, wobei auch die AHCI-Treiber eingebunden werden. Beim nächsten Neustart können Sie dann auch die Systemplatte an einen der vorderen AHCI-Ports hängen.

4. Neu-Installation mit AHCI/Raid
Wer sein System neu aufsetzt, tut gut daran, das von vornherein im AHCI- oder Raid-Modus zu tun. Ein so konfiguriertes System lässt sich per Bios-Umstellung jederzeit auch im Native-IDE-Modus starten, denn die IDE-Treiber hat Windows standardmäßig an Bord. Wann eine solche Umstellung sinnvoll sein kann, lesen Sie in Punkt 5.

Das Gerücht, dass es Bootprobleme von der XP-CD oder Vista-DVD geben soll, wenn auch das CD-/DVD-Laufwerk an einem SATA-Host-Adapter im AHCI-/Raid-Modus hängt, können wir nicht bestätigen. XP wie Vista booten durchaus im AHCI-Modus von ihren Installationsmedien. Der Grund für das angebliche Bootproblem liegt an den Bios-Einstellungen für die Bootreihenfolge: Im AHCI-Modus bewirkt der Eintrag „CD-ROM“ zum Booten oft nichts mehr – vielmehr erscheint das per AHCI angesteuerte Laufwerk als eigener Eintrag in der Liste und muss extra ausgewählt werden.

XP und Vista: Beide Windows-Versionen verlangen nach einem F6-Treiber. Der Name bezieht sich auf die typische Aufforderung beim Windows-Setup, die Taste zu drücken, um Massenspeichertreiber einzubinden. Für Intel-PCs finden Sie die F6-Treiber für 32- und 64-Bit-Varianten auf der oben genannten Web-Seite (Punkt 2). Für AMD-Boards holen Sie sich den Treiber durch Entpacken aus dem AMD-Southbridge-Treiber (Punkt 3) oder laden ihn von den Support-Seiten des jeweiligen Mainboard-Herstellers herunter.

XP-Sonderproblem: Lästig bei Windows XP ist, dass das Setup diese Treiber nur von Diskette einlesen kann. Fehlt ein Diskettenlaufwerk, hilft es, mit der Freeware Nlite eine angepasste Installations-CD zu erstellen, in der die AHCI-Treiber gleich integriert sind. Wie Sie mit Nlite AHCI-/Raid-Treiber in ein Windows-Installationsmedium einbauen, erklären wir detailliert hier . Unter Vista entfällt das Problem, weil das Setup die Treiber auch von USB-Sticks oder CD/DVD laden kann.

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