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2. Noch privat oder schon gewerblich: Darauf kommt es an


Im Hinblick auf die steuerrechtliche Bewertung von Internet-Verkäufen sind vor allem Einkünfte aus Gewerbebetrieb von steuerlich unbeachtlicher privater Vermögensverwaltung abzugrenzen. Damit die Steuerbehörden eine gewerbliche Tätigkeit eines Ebay-Verkäufers annehmen, muss dieser sich „selbständig“, „nachhaltig“ und „mit Gewinnerzielungsabsicht“ betätigten. Darüber hinaus müssen sich seine Geschäfte als „Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr“ darstellen. Eine solche Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr ist bei Ebay-Versteigerungen in der Regel gegeben, da der Verkäufer als Anbieter von Waren am allgemeinen Markt gegen Entgelt auftritt.

Eine Nachhaltigkeit im Sinne von § 15 Einkommensteuergesetz bedeutet ein „auf Wiederholung angelegtes“ Tätigwerden mit der Absicht der Schaffung einer Erwerbsquelle mit gewisser Beständigkeit. Eine solche Wiederholungsabsicht liegt dann nicht vor, wenn Sie nur vereinzelt Produkte bei Ebay anbieten. Deshalb bleibt es steuerlich ohne Folgen, wenn Sie beispielsweise einzelne ausgemusterte Haushaltsgegenstände, ein nicht mehr benötigtes Mobiltelefon oder einige Stücke Ihres alten PCZubehörs bei Ebay verhökern. Juristen sprechen in diesem Zusammenhang von Geschäften, die sich im Bereich der privaten Vermögensverwaltung abspielen – und denen es damit an einer Gewinnerzielungsabsicht fehlt. Gerade bei der Veräußerung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs fehlt es noch aus einem anderen Grund an der Gewinnerzielungsabsicht: Bei solchen Gegenständen ist eine Wertsteigerung in der Regel nicht anzunehmen.

Ganz anders verhält es sich allerdings, wenn ein Ebay-Nutzer regelmäßig im Bekanntenkreis eingesammelte, vom Sperrmüll zusammengetragene oder billig gebraucht erworbene Gegenstände in Online- Auktionen anbietet. Dann liegt eine Wiederholungsabsicht vor, und Sie müssen die Gewinne in Ihrer Steuererklärung als Einkünfte aus Gewerbebetrieb angeben.

Auf den im Rahmen von Internet-Auktionen erzielten Zuschlagspreis kommt es nicht an. Es spielt im Hinblick auf die steuerliche Beurteilung also beispielsweise keine Rolle, ob Sie lediglich Artikel anbieten, mit denen Sie nur wenige Euro Versteigerungserlös erzielen und die Sie selbst für nur wenige Cent erworben haben. Wer etwa einen Restposten alter Verpackungskartons günstig aufgekauft hat und diese gewinnbringend bei Ebay anbietet, muss für die erzielten Gewinne unter Umständen Steuern bezahlen. Steuerpflichtige Einkünfte führen jedoch nicht notwendigerweise dazu, dass auch Steuern festgesetzt werden. Grund hierfür können Verlustverrechnungen, Freibeträge, Freigrenzen und so weiter sein.

Besonders einfach ist übrigens die steuerrechtliche Beurteilung von Ebay-Powersellern: Aufgrund ihres meist beträchtlichen Handelsvolumens ist regelmäßig von einer dauerhaften, nachhaltigen und mit Gewinnerzielungsabsicht durchgeführten Tätigkeit auszugehen.

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