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1997: Steve Jobs übernimmt wieder das Ruder, Hilfe von Microsoft

26.09.2015 | 09:12 Uhr |

1997 muss Apple eine Milliarde US-Dollar abschreiben, das Unternehmen steht kurz vor dem Konkurs. Nach den Verlusten wird Gil Amelio entlassen, im September 1997 übernimmt Jobs wieder das Ruder und leitet die Wende ein. Er entlässt mehrere Apple-Manager, die er für die schlechte Lage verantwortlich macht, stellt die Produktion des Newton-PDAs ein und beendet die Lizenzierung des Betriebssystems an andere Hersteller (zum Beispiel Power Computing). Zudem strafft er die Produktpalette: Künftig soll es zwei Rechnerlinien geben, eine für Heimanwender und eine für Profis, und in jeder Rechnerlinie je ein Gerät für den mobilen und eines für den stationären Einsatz - insgesamt also vier Rechnertypen. Diese vier Produktlinien sind das iBook und der iMac für Heimanwender sowie das PowerBook und der Power Mac für Profis.

Microsoft hilft Apple - Buhrufe für Jobs

Die endgültige Rettung von Apple gelingt Jobs aber ausgerechnet durch einen Deal mit dem Widersacher Microsoft. Im August 1997 erneuern Apple Computer und Microsoft ihre Zusammenarbeit im Rahmen eines Kooperationsabkommens: Beide Unternehmen lizenzieren gegenseitig ihre Patente; Microsoft kündigt an, sein Office-Paket für den Mac weiterhin zu entwickeln, Apple legt den Internet Explorer 4.0 als Standard-Browser im Macintosh-Betriebssystem fest. Zudem investiert Microsoft als Finanzspritze 150 Millionen US-Dollar in Apple. Als Steve Jobs diese Kooperation Anfang Januar 1997 auf der Macworld Expo ankündigt, erntet er lautstarke Buh-Rufe aus der Apple-Fangemeinde.

1998-2000: Der iMac leitet die Wende ein

Den Wendepunkt in der Apple-Geschichte markiert der iMac, das erste große überarbeitete Apple-Produkt in der zweiten Amtszeit von Steve Jobs. Mit einem Aufsehen erregenden Design des neuen Chefdesigners Jonathan Ive und leistungsstarker Hardware entwickelt sich der iMac zum Umsatzbringer. Der iMac ist der erste Mac mit einem USB- und SCSI-Anschluss sowie ohne Floppy Disk-Laufwerk. Besonders auffällig ist aber das Design. Mit seinen grellen Farben, dem durchsichtigen, fast kugelförmigen Monitor sowie in Form und Farbe abgestimmter Tastatur und Maus sorgen die iMacs für Furore . Am Ende des Geschäftsjahres 1998 meldet sich Apple mit Gewinnen wieder in den Kreis der großen PC-Hersteller zurück.

1999 folgen der Power Mac G3 Blue & White sowie das bunt gestaltete iBook. Im Jahr 2000 führt Apple den Power Mac G4 Cube ein, der mit einem ungewöhnlichen Würfel-Design überrascht und komplett ohne Lüfter auskommt. Der hohe Preis und die schlechten Erweiterungsmöglichkeiten schrecken allerdings etliche Käufer ab.

Viel wichtiger ist aber die Einführung des neuen Betriebssystems Mac OS X, das auf der NeXTStep-Software beruhte. Mac OS X basiert auf Unix und der neuen Bedienoberfläche Aqua. Sie ist dem Design des iMac G3 nachempfunden und von transparenten Menüs, hellen Nadelstreif-Mustern und riesigen Icons geprägt. Mac OS X wurde in den vergangenen Jahren immer weiter überarbeitet und ist im Juli 2012 bei Version 10.8 angelangt (Mountain Lion); auch das Mobilsystem iOS für iPhone, iPod touch und iPad beruht darauf.

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