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1976-1980: Gründung, Apple I und II, Börsengang

26.09.2015 | 09:12 Uhr |

Der junge Steve Jobs mit einem frühen Mac-Modell (das Bild hing während der Gedenkfeier für den verstorbenen Steve Jobs am 19. Oktober 2011 am Gebäude der Apple-Zentrale in Cupertino)
Vergrößern Der junge Steve Jobs mit einem frühen Mac-Modell (das Bild hing während der Gedenkfeier für den verstorbenen Steve Jobs am 19. Oktober 2011 am Gebäude der Apple-Zentrale in Cupertino)
© Apple

Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne rechnen wohl in ihren kühnsten Träumen nicht mit einer derartigen Erfolgsstory, als sie Apple am 1. April 1976 in Palo Alto im Silicon Valley gründen. Die Anteile am Unternehmen sind ungleich verteilt: Steve Wozniak und Steve Jobs erhalten jeweils 45 Prozent, da sie mit dem Verkauf eines VW Bulli (Jobs) beziehungsweise eines Taschenrechners (Wozniak) das Startkapital stellen.

Ronald Wayne erhält 10 Prozent; dafür soll er sich um die Buchhaltung kümmern. Doch Wayne steigt schon nach wenigen Wochen wieder aus, weil dem Familienvater das Risiko zu groß wird. Immerhin entwirft er das erste Apple-Logo, das Isaac Newton unter einem Apfelbaum darstellt und an den Stil eines barocken Kupferstichs erinnert. Die Zeichnung spielt auf die Entdeckung der Schwerkraft mithilfe eines Apfels an. Im gleichen Jahr wird es aber durch das berühmte Regenfarben-Logo mit dem angebissenen Apfel ersetzt. Dieses geht wohl auf eine Verkaufsanzeige für das erste Produkt zurück, den Apple I, den das Unternehmen mit dem Slogan "Byte into an Apple" bewarb.

Die Rollenverteilung im verbliebenen Gründer-Duo ist klar: Steve Wozniak ist das Hardware-Talent, Steve Jobs das Marketing-Genie. In einer Garage entwickeln und produzieren die beiden Jungunternehmer die erste funktionstüchtige PC-Platine, den Apple I. Der Apple I wird als Bausatz zu einem Preis von 666,66 US-Dollar angeboten. Die fertig bestückte Platine muss vom Händler oder Besitzer zusammengesetzt werden. Als Zubehör gibt es ein Netzteil, eine Tastatur, einen Bildschirm und ein Gehäuse.

Ein Jahr später stellt Apple Computer bereits den Apple II vor. Er kostet 1298 US-Dollar, akzeptiert einen Fernseher als Bildschirm und ist der erste vollwertige Personal Computer. Der Apple II ist als offenes System konzipiert und hat acht freie Steckplätze für individuelle Erweiterungen. Die erste Version verfügt über einen 8-Bit-Prozessor mit rund 1 MHz Taktfrequenz und 4 kB RAM, der auf bis zu 64 kB erweitert werden konnte. Für damalige Verhältnisse beeindruckend ist die Grafik mit sechs Farben und einer Auflösung von 280 x 192 Pixeln. Der Apple II entwickelt sich zu einem Kassenschlager, nicht zuletzt durch das Programm VisiCalc, der ersten Tabellenkalkulation für einen Mikrocomputer. 1981 erhält der Apple II Konkurrenz, als IBM seinen Personal Computer vorstellt.

1978 verlässt Apple die Garage in Palo Alto und bezieht ein neues Firmengebäude in Cupertino/Kalifornien. Zwei Jahre später eröffnet das Unternehmen eine Produktionsstätte in Cork/Irland und beginnt mit der Produktion des Apple II für den europäischen Markt. Im Jahr 1980 überspringt Apple Computer erstmals die Umsatzgrenze von 100 Millionen US-Dollar und beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter. Am 12. Dezember 1980 wagt Apple Computer Inc. den Gang an die Börse. Das Unternehmen wird mit 1,8 Milliarden US-Dollar bewertet und macht seine Gründer reich.

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