33704

16. Sind die wichtigsten Tools bei Windows 2000 dabei?

Was dahinter steckt: Windows NT 4 bot kaum Dienstprogramme. Wenn Sie sich das übliche Paket mit Utilities dazu kauften, gaben Sie mehr Geld aus als für das Betriebssystem selbst. Dieser Nachteil ist mit Windows 2000 behoben. Das System verfügt über eine ordentliche Grundausstattung: Defragmentierung, Backup-Software, Faxprogramm, Bildbearbeitung, Konferenz-Software und ein Media Player, der mittlerweile fast alle Formate abspielt.

Die System-Utilities sind nicht sonderlich komfortabel, aber sie erfüllen ihren Zweck. Die Defragmentierung arbeitet mit Partitionen mit den Dateisystemen FAT16, FAT32 und NTFS zusammen. Das Tool ist in die MMC (siehe Punkt 1) integriert. Bevor es loslegt, prüft es immer, ob die Defragmentierung nötig ist. Die Darstellung ist auf zwei farbige Balken reduziert (siehe Abbildung). Das Backup-Programm akzeptiert als Speichermedien endlich auch andere Datenträger als Bandlaufwerke, und der Zeitpunkt für die automatische Sicherung lässt sich in einem Kalender festlegen.

Auch die Fax-Software stellt für ein NT-System eine Neuerung dar. Für Windows NT 4 gab es zwar mal ein Fax-Add-on als Beta. Dieses hat es jedoch nie zum offiziellen Update gebracht. Jetzt - da Faxen aus der Mode kommt - leistet sich Windows 2000 einen Faxdienst, der mehrere Geräte verwalten kann. Eingehende Faxe lassen sich in ausgewählten Verzeichnissen - für jedes Modem extra - speichern und/oder

ausdrucken. Ist ein vollwertiger Mapi-Client wie Outlook (nicht Express) installiert, lassen sich Faxe auch auf ein Mapi-Mailkonto umleiten. Für den Versand lässt sich ein Druckertreiber installieren. Alternativ dazu kann man auch mit dem Mapi-Mailer faxen.

Die Konferenz-Software Netmeeting wird in der Version 3 mitinstalliert. Damit können Sie andere Netmeeting-Teilnehmer per Audio, Video und virtueller Kreidetafel kontaktieren und mit diesen Daten austauschen. Eine De-Installation ist bei Netmeeting im Übrigen genauso wenig vorgesehen wie bei allen anderen Komponenten.

Der Windows Media Player wurde in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und liegt jetzt in der Version 6.4 vor. Sie soll alle möglichen Formate beherrschen: Im Öffnen-Dialog ist kaum zu überblicken, welche Dateitypen das Programm öffnen und abspielen kann.

Selbst so alte Bekannte wie Wordpad erfuhren eine Überarbeitung. Die meist wenig beachtete Mini-Textverarbeitung kann in der Windows-2000-Version erstmals Word-97-Dateien öffnen und bearbeiten. Dabei bleiben zwar nicht alle Formatierungen exakt erhalten, doch in bestimmten Fällen bietet Wordpad sich als Alternative zu Word an: Es eignet sich etwa gut, um Mailanhänge im DOC-Format virensicher anzusehen.

Win 2000 bietet sogar deutlich mehr Utilities als Windows 98. Zu erwähnen sind kleine Werkzeuge wie der brauchbare Telnet-Server, aber auch umfangreiche Programme wie der Webserver IIS 5.0 (Internet Information Server). Der ist allerdings so eingeschränkt, dass er sich in der Praxis nicht sinnvoll einsetzen lässt. So ist er etwa auf maximal zehn Verbindungen gleichzeitig begrenzt und eignet sich somit höchstens zum Experimentieren. Die Vollversion ist in Win 2000 Server enthalten.

Dazu kommen der ganze Satz "Eingabehilfen" für Behinderte sowie der DVD-Player (DVDPLAY.EXE im Windows-Verzeichnis). Dieser benötigt allerdings entweder einen Soft- oder Hardware-MPEG-II-Decoder. Bemerkenswerterweise gibt es immer noch die unselige Bildbearbeitung Microsoft Paint, die jetzt immerhin durch Imaging ergänzt wird, eine weitere Bildbearbeitung. Ebenfalls ein Veteran ist der Editor SYSEDIT.EXE, mit dem sich einige voreingestellte Konfigurationsdateien bearbeiten lassen.

Fazit: Viele unter Windows NT 4 schmerzlich vermisste Zubehörprogramme sind nun Bestandteil des Systems. Allerdings können Sie keine Auswahl treffen - es wird immer alles mitinstalliert.

PC-WELT Marktplatz

33704