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Nvidia Geforce RTX 2060 & 2070 Super im Test

02.07.2019 | 15:00 Uhr |

Nvidia hat die Turing-GPUs der RTX 2060 und 2070 ordentlich aufgebohrt: Mehr Cuda-Kerne, höhere Taktraten und für das Super-Modell der 2060 zusätzlich auch noch mehr Grafikspeicher (von 6 auf 8 GB). Ist das Nvidias Präventivschlag gegen die wohl bald erscheinenden AMD-Grafikkarten auf Navi-Basis?

Wir haben die beiden Founders Edition der Nvidia Geforce RTX 2060 Super und RTX 2070 Super im Test und vergleichen die Leistung der neuen Modelle mit den hauseigenen Vorgängern. Die Founders Edition der Super-Modelle unterscheidet sich im Übrigen vor allem durch eine verchromte Oberseite und dem Super-Schriftzu in Grün.

TEST-FAZIT: Nvidia Geforce RTX 2060 & 2070 Super

Sowohl die Nvidia Geforce RTX 2060 Super, als auch die RTX 2070 Super werden ihrem Namen gerecht: Die Leistung beider Modelle steigt im Vergleich zu den Nicht-Super-Modellen um durchschnittlich 15 Prozent an. Der zusätzliche Grafikspeicher für die RTX 2060 Super auf nun insgesamt 8 GB macht das "kleinste" RTX-Modell zukunftssicher. Hinzu kommt die hohe Energieeffizienz - auch wenn die Leistungsaufnahme beider Karten insgesamt etwas steigt.

Aber ganz ehrlich: Warum nicht gleich so, Nvidia? Unsere Mutmaßung: Mit Navi dürfte AMD wohl bald einen passablen Gegenspieler zu den 2060- und 2070-Grafikkarten auf den Markt bringen, Wohl vor allem deshalb ergreift Nvidia die Initiative und holt mit dem Super-Update zum Präventivschlag aus. Alles in allem überzeugt die Leistung der Super-Modelle - doch wer weiß, eventuell lohnt es sich abzuwarten, was AMD veröffentlichen wird. Eins wissen wir aber sicher: Fortschrittliche Techniken wie Raytracing werden die Radeon-Grafikkarten wohl nicht bieten.

Die RTX 2060 und 2070 Super sind von diversen Grafikkartenherstellern ab sofort in den Shops gelistet. Sie müssen allerdings mit einer Lieferzeit von mindestens drei Wochen rechnen. Die unverbindliche Preisempfehlung für die RTX 2060 sowie 2070 Super beläuft sich auf 419 respektive 529 Euro. Die Straßenpreise liegen zum Start um bis zu 50 Euro darüber, hier muss man also erst einmal schauen, wo sich die Preise mittelfristig einpendeln. Um den Kaufanreiz zu erhöhen, gibt's gratis beim Kauf einer Super-Grafikkarte die zwei Top-Spiele "Control" und "Wolfenstein: Youngblood".

Pro:

+ spürbare Leistungssteigerung gegenüber den Vorgängern

+ fortschrittliche KI- und Raytracing-Techniken

+ hohe Energieeffizienz

Contra:

- Founders Edition wird unter Last recht heiß

Die Nvidia Geforce RTX 2060 Super erhält den PC-WELT-Award "Empfehlung der Redaktion".
Vergrößern Die Nvidia Geforce RTX 2060 Super erhält den PC-WELT-Award "Empfehlung der Redaktion".

Nvidia Geforce RTX 2060 Super: Technische Details

Die Nvidia Geforce RTX 2060 Super basiert weiterhin auf der Turing-GPU TU106. Allerdings steigen die Anzahl der Streaming-Multiprozessoren (SMs) von 30 auf 34, die Cuda-Cores von 1920 auf 2176 sowie die Textureinheiten von 120 auf 136. Der L1-Cache bekommt ebenfalls eine höhere Kapazität von insgesamt 2176 KB (vorher 1920 KB). Der GPU-Standard-Takt ist ebenfalls höher und beläuft sich nun auf 1470 anstelle von 1365 MHz. Die garantierte GPU-Boost-Taktrate sinkt beim Super-Modell allerdings etwas, und zwar von 1680 auf 1650 MHz.

Die technischen Eckdaten der neuen RTX-Super-Grafikkarten.
Vergrößern Die technischen Eckdaten der neuen RTX-Super-Grafikkarten.
© Nvidia

Die wohl größte Änderung betrifft allerdings den Grafikspeicher, der nun 8 anstelle von 6 GB GDDR6 umfasst. Auch das Speicher-Interface wächst von 192 auf 256 Bit. Auch wenn die Speicher-Datenrate bei 14 Gigabit pro Sekunde gleich bleibt, profitieren Gamer von einer erhöhten Speicherbandbreite von 448 Gigabyte pro Sekunde – vorher waren es nur 336,1 Gigabyte pro Sekunde. Auch die Tensor- und RT-Kerne steigen deutlich an, was die Nvidia-spezifischen Techniken wie Raytracing oder DLSS um einiges beschleunigen dürfte.

Ist das die Angst vor AMDs Navi-Karten? Nvidia bringt mit der RTX 2060 Super und der RTX 2070 Super zwei aufgebohrte Versionen seiner "Einsteiger"-Raytracing-GPUs auf den Markt. Was die beiden Super-Grafikkarten drauf haben und warum Ihr mit dem Kauf lieber noch etwas warten solltet, erfahrt Ihr in diesem Video.

Die Nvidia Geforce RTX 2060 Super unterstützt weiterhin kein SLI.
Vergrößern Die Nvidia Geforce RTX 2060 Super unterstützt weiterhin kein SLI.
© Friedrich Stiemer

Laut Nvidia ist eine RTX 2060 Super nun schneller als eine GTX 1080, bis zu 22 Prozent schneller als eine reguläre RTX 2060 und nur ein Prozent langsamer als eine „normale“ RTX 2070. Das hat aber auch seinen Preis, denn die TDP steigt von 160 auf 175 Watt. Und zu guter Letzt: Die RTX 2060 Super unterstützen ebenfalls kein SLI.

Die RTX 2060 Super muss zusätzlich über einen 6-Pin-Stromanschluss mit Energie versorgt werden.
Vergrößern Die RTX 2060 Super muss zusätzlich über einen 6-Pin-Stromanschluss mit Energie versorgt werden.
© Friedrich Stiemer

Technische Daten von Grafikkarten im Vergleich

Nvidia Founders Edition:

RTX 2060 Super

RTX 2060

RTX 2070 Super

RTX 2070

Architektur

Turing

Fertigung

12nm FinFET

GPU

TU106

TU104

TU106

Basistakt

1470 MHz

1365 MHz

1605 MHz

1410 MHz

Boosttakt

1650 MHz

1680 MHz

1770 MHz

1620 MHz

Shader

2176

1920

2560

2304

TMUs

136

120

184

144

ROPs

64

48

64

64

RT-Kerne

34

30

40

36

Tensor-Kerne

272

240

320

288

SP-Leistung

7,2 TFlops

6,5 TFlops

9,1 TFlops

7,9 TFlops

Speicher

8 GB GDDR6

6 GB GDDR6

8 GB GDDR6

Anbindung

256 Bit

192 Bit

256 Bit

Speichertakt

1750 MHz

1750 MHz

1750 MHz

Bandbreite

448 GB/s

336 GB/s

448 GB/s

TDP

175 Watt

160 Watt

215 Watt

175 Watt

Marktstart

09.07.2019

15.01.2019

09.07.2019

17.10.2018

Preis

419 Euro

369 Euro

529 Euro

499 Euro

Nvidia Geforce RTX 2070 Super: Technische Details

Die Nvidia Geforce RTX 2070 Super nutzt hingegen eine andere GPU-Variante, und zwar den TU104, der auch in der RTX 2080 verbaut ist. Damit steigen die SMs von 36 auf 40, die Cuda-Kerne von 2304 auf 2560, der L1-Cache von 2304 auf 2560 KB. Einen Anstieg gibt es auch bei den Textureinheiten, die sich nun auf 184 anstatt 144 Stück belaufen. In Sachen GPU-Taktraten gibt es ebenfalls mehr Megahertz: Der Standard-Takt kommt nun auf 1605 anstatt 1410 MHz und der Boost auf 1770 MHz (vorher nur 1620 MHz). Auch gibt es hier mehr RT- und Tensor-Cores. Beim Speicher gibt es hingegen keinerlei Änderungen.

Damit die RTX 2070 Super genug Energie erhält, stehen ein 8- und ein 6-Pin-Stromanschluss bereit.
Vergrößern Damit die RTX 2070 Super genug Energie erhält, stehen ein 8- und ein 6-Pin-Stromanschluss bereit.
© Friedrich Stiemer

Dennoch genügen die Upgrades, um deutlich mehr Leistung aus dem Grafikchip zu holen. Nach Herstellerangaben ist eine RTX 2070 Super flotter als eine GTX 1080 Ti und bis zu 24 Prozent schneller als eine reguläre RTX 2070. Nicht überraschend ist da die Erhöhung der TDP von 175 auf 215 Watt. Und wer mag, der kann die RTX 2070 Super auch im SLI betreiben.

Im Gegensatz zur RTX 2060 Super unterstützt die 2070 Super SLI.
Vergrößern Im Gegensatz zur RTX 2060 Super unterstützt die 2070 Super SLI.
© Friedrich Stiemer

Mehr Informationen zu Turing und den neuen Techniken erhalten Sie in unserem Artikel  "Nvidia Geforce RTX 2080 & 2080 Ti im Test: Schnell, innovativ & teuer".

Marktstart am 9. Juli 2019

Die neuen Super-Grafikkarten 2060 und 2070 werden ab dem 9. Juli 2019 verfügbar sein. Die RTX 2070 Super und RTX 2080 Super werden die Non-Super-Varianten ersetzen. Ein guter Zeitpunkt, um die restlichen Bestände der älteren RTX-Karten günstig zu erstehen. Die reguläre RTX 2060 hingegen wird es weiterhin parallel zur Super-Version geben. Die RTX 2080 Super hingegen wird etwas später erscheinen.

Käufer von Super-Grafikkarten erhalten zwei Top-Titel gratis

Zum Marktstart gibt's einen zusätzlichen Kaufanreiz: Wer sich eine neue Super gönnt (egal ob 2060, 2070 oder 2080), der erhält zwei Spiele kostenlos dazu. Beim ersten handelt es sich um Control von Remedy Entertainment, ein Third-Person-Action-Adventure mit Echtzeit-Raytracing und Global Illumination. Als zweites Spiel erhalten die Käufer dann noch Wolfenstein: Youngblood von Bethesda. Im neusten Teil des Shooters kommt nun unter anderem auch Raytracing zum Einsatz.

Neues Nvidia-Tool misst Leistungsaufnahme und FPS

Zusammen mit den RTX-Super-Grafikkarten veröffentlicht Nvidia auch ein Gratis-Programm namens Frame View. Damit lassen sich nicht nur detailliert die Bildraten in Echtzeit anzeigen (unter anderem inklusive Drops), sondern auch die Leistungsaufnahme der Grafikkarte recht genau messen. Dabei geht der Hersteller sogar so weit und gibt dabei nicht nur den Gesamtverbrauch der Karte an (Overall Board Power), sondern auch den Verbrauch der GPU allein. Laut Nvidia sollen diese Angaben auch recht nah an der tatsächlichen Leistungsaufnahme liegen. Alle Werte der Software lassen sich auch in Logfiles abspeichern, um daraus beispielsweise Diagramme zu erstellen.

Das neue Gratis-Tool von Nvidia namens "Frame View" erlaubt neben der Messung der Bildraten auch die Anzeige der GPU- und Grafikkarten-Leistungsaufnahme.
Vergrößern Das neue Gratis-Tool von Nvidia namens "Frame View" erlaubt neben der Messung der Bildraten auch die Anzeige der GPU- und Grafikkarten-Leistungsaufnahme.
© Nvidia

Gaming-Leistung der Nvidia Geforce RTX 2060 und 2070 Super

Die durchschnittlichen Bildraten in Full-HD im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bildraten in Full-HD im Vergleich.
Die durchschnittlichen Bildraten in Ultra-HD im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bildraten in Ultra-HD im Vergleich.
Die Punktzahlen synthetischer Benchmarks (3D Mark) im Vergleich.
Vergrößern Die Punktzahlen synthetischer Benchmarks (3D Mark) im Vergleich.

Nvidia behält mit seinen Leistungseinschätzungen recht: Sowohl die RTX 2060 als auch die 2070 Super leisten deutlich mehr als die Non-Super-Versionen. Das wird sowohl in den Bildratenmessungen, als auch in den Synthetik-Benchmarks von 3D Mark klar. Vor allem in Ultra-HD macht der gestiegene Speicher der RTX 2060 Super einiges an FPS wett.

Raytracing, DLSS und GPGPU-Performance auf dem Prüfstand

Die durchschnittlichen Bildraten bei aktiviertem und deaktiviertem Raytracing (DirectX) im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bildraten bei aktiviertem und deaktiviertem Raytracing (DirectX) im Vergleich.
Die durchschnittlichen Bildraten verschiedener Kantenglättungstechniken im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bildraten verschiedener Kantenglättungstechniken im Vergleich.
Die Ergebnisse von GPGPU-Tests (SiSoftware Sandra) im Vergleich.
Vergrößern Die Ergebnisse von GPGPU-Tests (SiSoftware Sandra) im Vergleich.

Die gestiegene Anzahl an Raytracing- und Tensor-Cores macht sich beim Raytracing und bei aktivierten DLSS deutlich bemerkbar. Selbst mit einer RTX 2060 Super lässt sich nun vernünftig mit aktiviertem Raytracing in Full-HD spielen.  

Leistungsaufnahme und Temperaturen

Die Leistungsaufnahme von Grafikkarten im Vergleich.
Vergrößern Die Leistungsaufnahme von Grafikkarten im Vergleich.
Die GPU-Temperaturen im Vergleich.
Vergrößern Die GPU-Temperaturen im Vergleich.

Da die TDP beider Super-Grafikkarten im Vergleich zu den Vorgängern gestiegen ist, ist die höhere Leistungsaufnahme auch keine Überraschung. Im Verhältnis zur gezeigten Leistung ist die Energieeffizienz aber immer noch durchweg hoch. Hier zeigt Turing, was es wirklich kann. Nur die Kühlung könnte unter Last noch etwas effektiver arbeiten, da wir bei beiden GPUs um die 80 Grad Celsius unter Last messen (offene Testplattform).

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