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Was taugen günstige Gaming-Mäuse: Sechs Modelle ab 10 Euro im Test

02.09.2021 | 10:15 Uhr |

Günstige Gaming-Mäuse gibt es viele – nur was taugen sie tatsächlich? Wir haben uns die aktuellen Bestseller mal etwas genauer angesehen.

Nicht immer kann und auch muss es eine Gaming-Maus einer bekannten Marke wie Corsair, Razer und Co. sein. Wer nicht das nötige Kleingeld hat oder einfach nur ab und an am PC spielt, der wird sich wohl eher eine günstige Gaming-Maus kaufen. Und von denen gibt’s genug im Netz. Folgende Modelle haben wir bestellt und damit ausgiebig gezockt:

Günstige Gaming-Mäuse im Test: Das erwartet Sie

Auf den ersten Blick bieten auch die günstigen Gaming-Mäuse viele oder gar alle Funktionen der teureren Marken-Modelle: RGB, programmierbare Tasten, viele Extra-Tasten und hohe Abtastraten (DPI). Doch in der Regel müssen Sie sich auf eine eher günstig anmutende Haptik gefasst machen, klappernde Gehäuse respektive Tasten und schwammige Druckpunkte – allerdings auch nicht immer. Ziemlich häufig werden Sie auch auf schlecht übersetzte Produktbeschreibungen stoßen, die einem eher ein Rätsel aufgeben, anstatt über das Produkt aufzuklären. Außerdem fällt auch oft der Lieferumfang eher puristisch aus: Batterien sind bei kabellosen Modellen nicht inklusive, mitgelieferte Dokumentationen eher kurzgehalten.

Technik im Inneren ist ausschlaggebend

Doch bei günstigen Gaming-Mäusen alles steht und fällt mit den Sensor und einer stabilen Anbindung an den PC. Tastet der Sensor schlecht ab und ist auch zusätzlich noch die Abfragerate zu niedrig, dann reagiert der Mauszeiger ungenau, verzögert oder gar fehlerhaft, wenn der Untergrund nicht perfekt ist. Häufiges Problem ist auch die zu hohe Lift-Off-Distanz: Heben Sie die Maus an, dann tasten die meisten Sensoren den Untergrund selbst nach einigen Millimetern Luftlinie immer noch ab. Das verursacht auch ein Verziehen des Mauszeigers beim Anheben und Absetzen. Bei Wireless-Modellen ist oft auch noch die Drahtlos-Anbindung ein wunder Punkt, denn häufig lässt sich die Verbindung durch WLAN, andere Funkgeräte oder Metall in der Nähe stören – ein No-Go beim Zocken.

Preis-Tipp Wireless-Gaming-Maus: Tecknet Pro 2.4G

PREIS-TIPP Wireless-Gaming-Maus: Tecknet Pro 2.4G
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Die Tecknet Pro 2.4G ist noch günstiger und kommt ebenfalls ohne Kabel aus, in Sachen Design ist sie auch zurückhaltender. Der Funkempfänger lässt sich in der Unterseite der Wireless-Maus integrieren, was wir immer sehr praktisch finden. Besonders positiv ist die gummierte, linke Außenseite, die der leichten 40-Gramm-Maus einen guten Grip verleihen. Auch die Form ist angenehm ergonomisch, nur könnten größere Hände ihre Probleme mit der doch recht kompakt gehaltenen Maus haben. Mit insgesamt sechs nicht programmierbaren Tasten bietet die Maus nur das Nötigste. Als Energiespender fungieren zwei nicht im Lieferumfang enthaltene AAA-Batterien. Der Sensor tastet mit bis zu 2.600 DPI ab, was nicht besonders viel ist – aber auch nicht unbedingt schlecht, denn der Großteil der Gamer zockt mit eher niedrigen DPI. Die Funkverbindung ist in unseren Tests stabil und der Sensor reagiert gut. Insgesamt also eine echte Empfehlung!

Preis-Tipp kabelgebundene Gaming-Maus: Sharkoon Shark Force II

PREIS-TIPP kabelgebundene Gaming-Maus: Sharkoon Shark Force II
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Die Sharkoon Shark Force II ist mit rund 10 Euro die günstigste Gaming-Maus im Test – und das, obwohl der Hersteller hierzulande recht bekannt ist. Käufer erhalten dafür ein gesleevtes Anschlusskabel, eine ergonomische, angenehme Form sowie insgesamt sechs Tasten. Letztere sind nicht programmierbar, die integrierte, statische Beleuchtung wechselt die Farbe je nach gewählter DPI- Stufe (maximal 4.200 DPI). Der optische PixArt-Sensor verzieht leider etwas beim Anheben und Absetzen der Maus, aber nicht so schlimm wie bei den Holife-Modellen. Generell agiert die Maus auch gefühlt etwas präziser und flüssiger als bei den anderen Modellen. Sharkoon liefert sogar als einziger Hersteller in diesem Test Ersatz-Mausfüße mit! Abstriche müssen nicht nur wegen der mangelnden Software gemacht werden, sondern auch wegen der teils etwas unsauberen Verarbeitung und klappernden Komponenten, wenn man die Gaming-Maus etwas ruppiger absetzt.

Mit veränderbarem Gewicht: Zelotes T-90

Zelotes T-90
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© Zelotes

Die Zelotes T-90 ist zwar recht groß und breit, liegt dafür aber gut in der Hand. Hinzu kommt aber ein recht hohes Gewicht von 160 Gramm, das sich aber dank herausnehmbarer Gewichte (8x 2,5 Gramm) um bis zu 20 Gramm reduzieren lässt – das macht sich zwar bemerkbar, doch die nicht allzu gleitfreudigen Mausfüße lassen die Handhabung der Maus doch eher behäbig wirken. Die Polling-Rate von 500 Hertz ist fürs kompetitive Gaming aber ein No-Go, der optische Sensor mit bis zu 9.200 DPI wirkt dadurch in präzisen Situationen zu ungenau. Für langsamere Games wie Strategiespiele ist das Geld aber gut angelegt, und ein bisschen was fürs Auge gibt’s dank der einfarbigen Beleuchtung auch noch. Dass das USB-Anschlusskabel für eine bessere Haltbarkeit gesleevt ist wollen wir nicht unerwähnt lassen!

Schnittige Wireless-Gaming-Maus: Tecknet Raptor 2.4G

Tecknet Raptor 2.4G
Vergrößern Tecknet Raptor 2.4G
© Tecknet

Darauf, dass die Wireless-Gaming-Maus Tecknet Raptor 2.4G einem anderen, sehr bekannten Modell ähnlichsieht, wollen wir nicht näher eingehen. Immerhin liegt sie gut in der Hand und es stehen acht Tasten zur Verfügung, die sich mangels Software aber nicht programmieren lassen. Das Besondere ist hier aber die sogenannte „Feuertaste“, die auf Knopfdruck gleich drei Klicks hintereinander ausführt. Betrieben wird die Maus mit Hilfe von zwei AA-Batterien, die sich nicht im Lieferumfang befinden. Auch eine Beleuchtung ist mit an Bord, die sich zum Stromsparen auch deaktivieren lässt. Die Drahtlos-Verbindung (via 2,4-GHz-Funk) wird über einen Nano-USB-Dongle aufgebaut, der sich auch im Batteriefach auf der Unterseite verstauen lässt – sehr schön! Leider hatten wir mit gelegentlichen Aussetzern bei der Funkverbindung zu kämpfen, was sie fürs ernsthafte Spielen untauglich macht. Da helfen auch nicht die bis zu 4.800 DPI (was recht wenig ist) und der eigentlich akzeptable Sensor.

Guter Grip: Holife T16

Die Holife T16 (derzeit nicht erhältlich) kommt wieder mit Kabel daher, das im Übrigen nicht ummantelt, sehr starr und schwer ist. Wer dem Herr wird, der erhält eine akzeptable Gaming-Maus: Die schlanke Form und die gummierten Außenseiten erlauben ein tolles Handling der Holife, nur ist sie mit 157 Gramm doch recht schwer. Die Polling-Rate ist verstellbar und beherrscht auch standesgemäße 1.000 Hertz, die insgesamt acht Tasten sowie die DPI-Stufen lassen sich in einer übersichtlichen Gratis-Software programmieren. Selbst das Speichern in verschiedenen Profilen ist möglich. Und auch hier führt die sogenannte Feuertaste drei Klicks mit einem Tastendruck aus. Die großzügige RGB-Beleuchtung ist ebenfalls einstellbar. Freilich kommt die Leistung des optischen Sensors (mit bis zu 7.200 DPI) nicht an teurere Modelle heran, da fehlt es uns in schnellen Shootern noch ein wenig an Präzision. Problematischer ist hier eher die zu hohe und nicht einstellbare Lift-Off-Distanz, die dazu führt, dass der Mauszeiger beim Anheben und Ablegen leicht verzieht. Für reaktionsschnelle Shooter ist das eher hinderlich.

Nicht empfehlenswert: Holife T7

Holife T7
Vergrößern Holife T7
© Holife

Die Holife T7 (derzeit nicht erhältlich) ist der Holife T16 nicht unähnlich, ihr fehlt allerdings die Feuertaste. Doch auch hier lassen sich die insgesamt sieben Tasten und die Polling-Rate in einer Software programmieren. Das Kabel ist hier aber ebenfalls wieder recht unflexibel und schwer. Die DPI belaufen sich auf maximal 7.200 DPI. Was uns auffällt ist aber die zu hohe Lift-Off-Distanz: Heben wir die Maus beim Zocken an und legen sie wieder ab, verzieht es drastisch den Cursor – mehr noch als bei der Holife T16! Vor allem für schnelle Shooter ist das ein K.-o.-Kriterium. Der optische Sensor selbst arbeitet zwar akzeptabel, doch die Präzision kommt nicht an High-End-Sensoren heran. Und mit einem Gewicht von 149 Gramm ist die Holife auch nicht gerade leicht, die etwas unterdimensionierten Mausfüße könnten auch etwas glatter sowie größer sein. Die Beleuchtung der Maus pulsiert je nach eingestellter DPI-Stufe in einer anderen Farbe, was sich jedoch mit der Taste an der Unterseite abschalten lässt.

Übrigens: Wundern Sie sich nicht, wenn sie dieselbe Gaming-Maus unter mehreren Herstellernamen finden. Hier wurde einfach nur bei einem großen Maus-Produzenten eingekauft, der dann immer das jeweilige Logo des entsprechenden Anbieters integriert.

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