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Corsair K60 RGB Pro: Gaming-Tastatur mit Viola-Schaltern von Cherry im Test

23.11.2020 | 11:20 Uhr |

Die Corsair K60 RGB Pro ist die erste und bisher auch einzige Tastatur, die auf die brandneuen, mechanischen Schalter vom Typ Viola setzt: Die speziell für Einsteigermodelle konzipierten Switches wurden von Cherry komplett neu entwickelt und sollen gegen Rubberdome sowie Hybrid-Lösungen konkurrieren.

Mit der Corsair K60 RGB Pro haben wir die erste Gaming-Tastatur mit Cherry-Viola-Switches im Test. Bei dieser Neuentwicklung handelt es sich um vollmechanische Schalter, die speziell für erschwinglichere Keyboards entwickelt wurden. Können Corsair und Cherry den Markt damit umkrempeln?

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Corsair K60 RGB Pro: Design und Ausstattung

Die Corsair K60 RGB Pro bietet das, was wir von einer heutigen Gaming-Tastatur mindestens erwarten: Eine programmierbare RGB-Beleuchtung, vernünftige Schalter und eine übersichtliche Software mit vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten. Das Design an sich ist recht schlicht, erwähnenswert ist aber die Oberplatte aus Aluminium, die der Tastatur einen stabilen Untergrund bereitet. Das USB-Anschlusskabel ist nicht mit (Kunst-)Stoff ummantelt oder abnehmbar – also das Kabel immer schön pfleglich behandeln, sonst muss bei einem Defekt ein neues Keyboard her.

Die Corsair K60 RGB Pro ist eine recht schlichte Gaming-Tastatur.
Vergrößern Die Corsair K60 RGB Pro ist eine recht schlichte Gaming-Tastatur.
© Corsair

Für mehr Bedienkomfort wären noch extra Makro- oder Multimedia-Tasten ideal gewesen, doch stattdessen muss der Gamer sich mit einer Doppelbelegung der F-Tasten begnügen. Auch der Lieferumfang fällt mager aus: Bis auf etwas Papierwerk liefert Corsair nichts mit. Eine abnehmbare Handgelenkauflage, selbst wenn sie nur aus reinem Plastik gewesen wäre, hätte der Gaming-Tastatur noch mehr Ergonomie verliehen.

Die Oberplatte der Corsair K60 RGB Pro besteht aus Aluminium und bereitet einen robusten Untergrund.
Vergrößern Die Oberplatte der Corsair K60 RGB Pro besteht aus Aluminium und bereitet einen robusten Untergrund.
© Corsair

Flaches Design ist Gewöhnungssache

Als Tastenkappen kommen bei der Corsair K60 RGB Low-Profile-Varianten aus herkömmlichen ABS-Kunststoff zum Einsatz. Klar wären robusteres PBT-Keycaps besser, aber zu dem angepeilten Preispunkt ist das einfach nicht machbar. Das flache Design ist aber gewöhnungsbedürftig und definitiv Geschmackssache. In jedem Fall wirkt die Gaming-Tastatur aber schlicht und edel aufgrund des kompakten Formats. Wer eher einer abgestufte Tastenanordnung gewöhnt ist, der kann die Corsair K60 RGB über die Klapp-Standfüße an der Unterseite anwinkeln.

Die Tastenkappen sind im Low-Profile-Format, generell ist die Tastatur etwas flacher als herkömmliche Modelle.
Vergrößern Die Tastenkappen sind im Low-Profile-Format, generell ist die Tastatur etwas flacher als herkömmliche Modelle.
© Corsair

Was gibt es sonst noch? Wie es sich für eine Gaming-Tastatur gehört hat Corsair ein N-Key-Rollover mit 100-prozentigem Anti-Ghosting integriert, damit auch wirklich alle Tasteneingaben im System ankommen – egal wie flott der Nutzer tippt und wie viele Tasten gleichzeitig er oder sie drückt.

Auch wenn das hier ein gerendertes Foto ist: Die RGB-Beleuchtung ist schön kräftig und auch homogen.
Vergrößern Auch wenn das hier ein gerendertes Foto ist: Die RGB-Beleuchtung ist schön kräftig und auch homogen.
© Corsair

Cherry Viola: Vollmechanische Schalter für Preis-Leistungs-Tastaturen

Wie bereits erwähnt sind in der Corsair K60 RGB Pro erstmals die Cherry Viola verbaut, die der Hersteller aus Auerbach in der Oberpfalz im Januar 2020 vorgestellt hat. Hierbei handelt es sich um einen vollmechanischen Schalter, der von Grund auf neu entwickelt wurde – keine Überraschung, denn die Expertise ist dank der hauseigenen MX-Technik ja vorhanden. Mit Viola will Cherry die günstige, aber fehleranfällige Rubberdome-Technik sowie Hybrid-Lösungen vom Markt fegen und ab sofort der Standard für Preis-Leistungs-Tastaturen sein.

Die Cherry-Viola-Schalter ohne Tastenkappen.
Vergrößern Die Cherry-Viola-Schalter ohne Tastenkappen.
© Corsair

Die Basis eines jeden Viola-Schalters bildet das neue V-Shape-Kontaktsystem, das aus einem V-förmigen Bronzekontakt und einer Feder besteht. Im Prinzip macht dieses Kontaktsystem erst die Tasteneingabe möglich, weil es die Verbindung zwischen den Pads vom Schalter und PCB herstellt. Hierbei ist auch kein Löten notwendig und das Kontaktsystem reinigt sich bei jeder Betätigung sogar selbst. Das Kontaktsystem ist eine bisher einzigartige Neuentwicklung und zeigt, dass der Erfinder der mechanischen Tastaturschalter durchaus noch Innovationen im Ärmel hat. Viola unterstützt auch die Hot-Swap-Funktionalität: Die Schalter lassen sich unkompliziert in eine Tastatur ein- und ausstecken, selbst im laufenden Betrieb. Nur sieht Corsair das anscheinend nicht so gerne: Wer die Schalter tauscht, für den erlischt die Herstellergarantie, sofern dabei etwas kaputt geht.

Schaltcharakteristik und „Made in Germany“

Durch das V-Shape-Kontaktsystem bieten die Cherry Viola auch eine besondere Schaltcharakteristik, die der Hersteller als „CrossLinear“ bezeichnet, da die Switches zweistufig und linear auslösen. Mit einer Betätigungskraft von 45 Gramm erfolgt die Aktivierung nach zwei Millimetern, der komplette Weg beläuft sich auf vier Millimeter. Damit fühlen Sie sich am ehesten wie die Cherry MX Red an, die ebenfalls bei 45 Gramm und nach zwei Millimetern auslösen und einen Gesamtweg von vier Millimetern haben. Auch der Klang der Schalter ähnelt sehr den MX Red, da kein hörbares Klicken entsteht. Wie schon bei den MX-Schaltern erfolgt die Herstellung aller Teile und der Zusammenbau von Viola in Deutschland.

Links ein Cherry-Viola-Schalter, rechts die Einzelteile. Vor allem der V-förmige Bronzekontakt ist essenziell für die Schaltcharakteristik.
Vergrößern Links ein Cherry-Viola-Schalter, rechts die Einzelteile. Vor allem der V-förmige Bronzekontakt ist essenziell für die Schaltcharakteristik.
© Cherry

Das Hauptgehäuse der Viola-Schalter besteht aus Kunststoff und ist dank insgesamt acht Führungsschienen auch nahezu wackelfrei. Der äußere Teil dient als Montagerahmen für die Montage in Tastaturen. Der Stößel ist kreuzförmig und ermöglich somit den Einsatz von herkömmlichen, weit verbreiteten Tastenkappen. Auch bei der Beleuchtung gibt es eine Neuerung: Die LED sitzt nun nicht mehr im Schalter selbst, sondern wird direkt auf die Leiterplatte der Tastatur implementiert. Aus diesem Grund ist das Oberteil eines Viola-Schalters auch transparent, um eine homogene Ausleuchtung der Tastenkappen zu gewährleisten – was bei der Corsair K60 RGB Pro auch der Fall ist.

Corsair iCue: Übersichtliche Software

Wer schon Corsair-Peripherie besitzt der wird die Treiber-Software iCue bereits kennen. Das Programm bündelt alle kompatible Software unter einem Dach und bietet die Möglichkeiten die Tasten und Beleuchtung zu programmieren oder eigene Makros aufzuzeichnen. Auch die Firmware der Produkte lässt sich hierüber aktualisieren. Insgesamt ist das Tool recht übersichtlich und selbsterklärend gestaltet und gibt keinen Grund zur Beanstandung.

Die iCue-Treiber-Software von Corsair bietet vielfältige Einstellungsmöglichkeiten in einer übersichtlichen Oberfläche.
Vergrößern Die iCue-Treiber-Software von Corsair bietet vielfältige Einstellungsmöglichkeiten in einer übersichtlichen Oberfläche.

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