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Corsair K100 RGB im Test: Tastatur-Hammer für Gamer - aber teuer

01.10.2020 | 15:00 Uhr |

Wir haben gleich zwei Corsair K100 RGB im Test, denn das neue Topmodell gibt es einmal mit den brandneuen, optischen OPX-Schaltern und einmal mit den bewährten Cherry-MX-Switches vom Typ RGB Speed Silver. Wird die K100 RGB der neue Stern am Gaming-Tastatur-Himmel?

Die Corsair K100 RGB tritt zum Test an – und zwar in zweifacher Ausführung. Das neue Flaggschiff des Herstellers gibt es nämlich mit zwei Schalterausführungen: Bei den OPX handelt es sich um die ersten optisch-mechanischen Switches, die unter anderem in Kombination mit der integrierten Verarbeitungstechnik eine bis zu viermal schnellere Auslösung als herkömmliche Mechanik-Schalter ermöglichen sollen. In der zweiten Variante setzt Corsair auf rein mechanische Tastenschalter vom Typ Cherry MX RGB Speed Silver, die zu den schnellsten auf den Markt zählen.

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Corsair K100 RGB: Ein wahres Topmodell in Sachen Gaming-Tastaturen

Die Corsair K100 RGB macht schon beim Auspacken klar, was Sache ist: Die Gaming-Tastatur ist mit einer stabilen Oberplatte mit einer schwarz-eloxierten, gebürsteten Aluminium-Oberfläche ausgestattet, die einen hochwertigen, robusten Eindruck hinterlässt, der sich auch in der Praxis bewahrheitet. Mit einem Gewicht von 1,31 (OPX) respektive 1,35 Kilogramm (Cherry MX) und Abmessungen von 40,7 x 16,6 x 3,8 Zentimetern (L x B x H) kommt die Tastatur auch recht mächtig, aber immer noch nicht übertrieben daher.

Die Oberplatte aus schwarz gebürstetem Aluminium sorgt für eine hohe Robustheit und ein edles Auftreten.
Vergrößern Die Oberplatte aus schwarz gebürstetem Aluminium sorgt für eine hohe Robustheit und ein edles Auftreten.
© Corsair

Das 1,82 Meter lange Anschlusskabel endet in zweimal USB 3.0 und ist für eine bessere Haltbarkeit mit Stoff ummantelt und lässt sich recht flexibel verlegen. An der Unterseite der Gaming-Tastatur integriert Corsair mehrere Kanäle, um Kabel von anderen Peripheriegeräten, wie beispielsweise der Gaming-Maus, ordentlich zu verlegen.

Umfassende RGB-Beleuchtung und PBT-Double-Shot-Tastenkappen

Corsair wäre nicht Corsair, wenn sie ihrer K100 RGB nicht eine umfassende RGB-Beleuchtung spendieren würden. Jede einzelne Taste lässt sich, wer Zeit und Lust hat, einzeln mit einer anderen Farbe und einem anderen Effekt programmieren. Hinzu kommen RGB-Leuchtstreifen, die sich in den beiden Außenseiten in jeweils elf unabhängige Zonen und an der Rückseite in 22 (!) unterschiedliche Zonen definieren lassen. Kreative Köpfe können sich hier also nach Lust und Laune austoben, was Beleuchtungsmöglichkeiten angeht, und zwar in der iCue-Software – dazu aber später noch mehr.

An RGB-Beleuchtungszonen mangelt es der Corsair K100 RGB kaum...
Vergrößern An RGB-Beleuchtungszonen mangelt es der Corsair K100 RGB kaum...
© Corsair

Besonders positiv ist jedoch der Einsatz von PBT-Double-Shot-Tastenkappen: Anstelle auf den weit verbreiteten ABS-Kunststoff zu setzen, der günstig, aber auch weniger robust ist, kommt hier Polybutylenterephthalat, kurz PBT, zum Einsatz. Dieses Material wird vor allem von Tastatur-Enthusiasten aufgrund der hohen Festigkeit, Steifigkeit sowie Reibungs- und Verschleißbeständigkeit geschätzt. „Double Shot“ steht für ein spezielles Doppel-Spritzguss-Verfahren, bei dem der Kunststoff um ein weiteres, geformtes Stück aus Plastik gegossen wird, um die Beständigkeit noch weiter zu erhöhen. Die angenehm raue Oberfläche der Keycaps erlaubt außerdem einen guten Grip beim Tippen und verhindern ein „schmieriges“ Gefühl.

Besonders lobenswert ist, dass Corsair fast ausschließlich auf PBS-Double-Shot-Tastenkappen setzt (links günstigeres ABS, rechts PBT-Double-Shot).
Vergrößern Besonders lobenswert ist, dass Corsair fast ausschließlich auf PBS-Double-Shot-Tastenkappen setzt (links günstigeres ABS, rechts PBT-Double-Shot).
© Friedrich Stiemer

Jede Menge extra Bedienelemente

Das wohl bemerkenswerteste Bedienelement der Corsair K100 RGB ist das „iCUE Control Wheel“ an der linken oberen Ecke der Gaming-Tastatur. Damit lassen sich zahlreiche Aktionen ausführen, indem man mithilfe der Taste mit dem iCue-Logo durch die verschiedenen Modi wechselt und mit dem Drehrad den jeweils ausgewählten Modus anpasst. Jeder Modus hat eine eigene Farbe; zum Beispiel steht Türkis für das Einstellen der Leuchtintensität. Drehen Sie das Rad nach links, verringert sich die Helligkeit, und die Drehung nach rechts erhöht die Intensität.

Das iCue-Drehrad bietet ein weiteres Steuerelement, um verschiedenste Funktionen zu steuern - ohne dafür das Lautstärkedrehrad zu "opfern".
Vergrößern Das iCue-Drehrad bietet ein weiteres Steuerelement, um verschiedenste Funktionen zu steuern - ohne dafür das Lautstärkedrehrad zu "opfern".
© Corsair

Eine weitere Unterscheidung muss aber noch gemacht werden, und zwar zwischen Hardware- und Software-Modi. Erstere sind direkt auf der Tastatur gespeichert und quasi immer mit von der Partie. Die Software-Modi müssen erst in iCue-Profilen aktiviert werden, um beispielsweise horizontal mit dem Drehrad zu scrollen. Auch komplett eigene Befehle lassen sich hier programmieren, genau wie Makros.

Das iCue-Drehrad lässt sich in der Software ebenfalls programmieren.
Vergrößern Das iCue-Drehrad lässt sich in der Software ebenfalls programmieren.

Mediensteuerung und Makro-Tasten

Zusätzlich gibt es Tasten zur Mediensteuerung, die gewohnt hochwertige Metall-Drehwalze zur Lautstärkeregelung und auch eine Windows-Startmenü-Sperrtaste sowie eine Profilauswahl-Taste. Die lösen allesamt schön knackig aus und sind gut platziert. In der Mitte zeigt die Tastatur links und rechts neben dem Corsair-Logo verschiedene Indikatoren an, wie zum Beispiel ob die Lautsprecher aktuell stummgeschaltet sind oder ob der Nummernblock aktiv ist.

Corsair setzt bei der K100 RGB auch weiterhin auf eine Metall-Walze für die Lautstärkeregelung und extra Multimedia-Tasten - sehr schön!
Vergrößern Corsair setzt bei der K100 RGB auch weiterhin auf eine Metall-Walze für die Lautstärkeregelung und extra Multimedia-Tasten - sehr schön!
© Corsair

An der linken Außenseite platziert Corsair gleich sechs frei programmierbare Makrotasten mit leicht nach links außen hoch geschwungenen Tastenkappen – seltsamerweise bestehen aber diese Kappen wieder aus günstigerem ABS. Neu ist dafür die Möglichkeit, Befehle und Aktionen der Streaming-Software von Elgato darauf zu legen. Beispielsweise den Stream starten, einen Screenshot aufnehmen oder die Quelle zu wechseln.

Die sechs Makrotasten an der linken Außenseite lassen sich auch mit Streaming-Funktionen belegen.
Vergrößern Die sechs Makrotasten an der linken Außenseite lassen sich auch mit Streaming-Funktionen belegen.
© Corsair

Die OPX-Switches von Corsair im Detail

Die neuen OPX-Schalter von Corsair arbeiten mit einer optisch-mechanischen Technik: Im Schaltergehäuse leuchtet durchgehen ein Infrarot-Lichtstrahl. Wird dieser vom Stößel des Schalters unterbrochen, erfolgt die Tastenauslösung. In der Praxis sollen dadurch Prellzeiten passé sein und Nutzer sollen von einer hohen Reaktionszeit und linearen, gleichmäßigen Schaltcharakteristik profitieren. Dafür sorgen sollen auch die Auslösedistanz von nur einem Millimeter und die Betätigungskraft von 45 Gramm – der komplette Schaltweg beläuft sich auf 3,2 Millimeter. Die Lebensdauer der OPX gibt Corsair mit überdurchschnittlichen 150 Millionen Anschlägen an.

Der optisch-mechanische OPX-Schalter in der Nahaufnahme.
Vergrößern Der optisch-mechanische OPX-Schalter in der Nahaufnahme.
© Friedrich Stiemer

Rein äußerlich ähneln die OPX den Cherry MX RGB Speed Silver: Grauer Stößel mit Kreuzaufnahme, was den Einsatz vieler verschiedener Tastenkappen erlaubt. Das Gehäuse ist ebenfalls transparent – nur prangt hier das Corsair- anstelle des Cherry-Logos. Eine Besonderheit: Anstelle auf eine RGB-LED zusetzen, die sich ebenfalls im Schaltergehäuse befindet, integriert Corsair die LED direkt in der Tastatur-Platine. In der Praxis ergibt sich aber denn noch eine sehr homogene Ausleuchtung der Tasten – sehr schön!
Die OPX-Schalter lösen schnell und ohne einen hörbaren Klick aus, nur ein gewisses Klackern ist während des Tippens zu hören. Nach kurzer Eingewöhnung ist somit ein überaus flottes Schreiben möglich. Doch auch Eingabefehler können aufgrund der leichten Schaltcharakteristik öfters auftreten, wenn man die Gaming-Tastatur nicht gewöhnt ist.

Corsair Axon: Superlative unter der Haube

Doch nicht nur die Schalter selbst genügen, um eine flotte sowie zuverlässige Tasteneingabe zu gewährleisten. Unter der Haube integriert Corsair ein neues Verarbeitungssystem namens Axon, das von einem SoC (System on a Chip) betrieben wird und eine hohe Bandbreite von Tasteneingaben ermöglichen soll. Nach eigenen Angaben ist Axon das aktuell beste System, das Corsair zu bieten hat, um stets reaktionsschnell, stabil und zuverlässig in jeder Situation reagieren zu können. Hinzu kommt, dass die Technik die Polling-Rate von 1.000 auf 4.000 Hertz anheben kann, um eine bis zu viermal schnellere Verarbeitung der Eingabesignale zu ermöglichen. Der Nutzen davon ist aber strittig: Schon mit 1.000 Hertz beträgt die Signalübertragung nur eine Millisekunde, mit 4.000 Hertz wären das rein rechnerisch nur noch 0,25 Millisekunden. Dafür müssen aber auch die Eingabeverzögerung auf dem Monitor und die eigenen Bewegungen mitspielen. Dennoch: Zuverlässig flott ist die Corsair K100 RGB allemal.

Auch die Firmware des angeschlossenen Gaming-Gears lässt sich direkt über Corsair iCue aktualisieren
Vergrößern Auch die Firmware des angeschlossenen Gaming-Gears lässt sich direkt über Corsair iCue aktualisieren

Corsair K100 RGB mit Cherry MX RGB Speed Silver

In der Variante mit Schaltern vom Typ Cherry MX RGB Speed Silver gibt es einige Parallelen zu den OPX-Switches: Auch hier beläuft sich die Betätigungskraft auf nur 45 Gramm, der Stößel ist grau und das Gehäuse transparent. Nur ist der Auslöseweg mit 1,2 Millimetern und der Gesamtweg mit 3,4 Millimetern etwas länger als bei den OPX, die Lebensdauer liegt hier allerdings bei garantierten (!) 50 Millionen Anschlägen. Ein krasser Unterschied in der Schaltcharakteristik oder in der Reaktionszeit können wir zwischen den beiden Schaltervarianten in der Praxis aber nicht feststellen. Beide lösen stets schnell und immer zuverlässig aus, selbst komplexe Tastenkombinationen oder schnelle Tippfolgen kommen stets an.

Die Corsair K100 RGB mit Cherry MX RGB Speed Silver ist nicht minder schlechter und bietet ein ähnliches Tippgefühl.
Vergrößern Die Corsair K100 RGB mit Cherry MX RGB Speed Silver ist nicht minder schlechter und bietet ein ähnliches Tippgefühl.

Corsair iCue

Die Treiber-Software iCue ist die zentrale Anlaufstelle für Gaming-Gear von Corsair und bündelt alle Optionen in einer Oberfläche. Also egal, ob Sie die Firmware der kompatiblen Peripherie aktualisieren, die RGB-Effekte synchronisieren oder Makros programmieren möchten, iCue hat alle Optionen dafür parat. Die Benutzerführung ist gewohnt übersichtlich und selbsterklärend und auch versierte Nutzer dürften bei der Optionsvielfalt kaum enttäuscht werden.

Die RGB-Beleuchtung ist, wie man es von Corsair gewöhnt ist, sehr umfangreich einstellbar.
Vergrößern Die RGB-Beleuchtung ist, wie man es von Corsair gewöhnt ist, sehr umfangreich einstellbar.

Weitere Ausstattung und Lieferumfang

An der Rückseite der Corsair K100 RGB befindet sich auch eine einzelne USB-Typ-A-Buchse, um beispielsweise die Maus, das Gaming-Headset oder den Funkempfänger für Wireless-Geräte daran anzuschließen. Corsair liefert außerdem eine endlich (!) weich gepolsterte sowie magnetisch arretierbare Handgelenkauflage mit, die in der Praxis auch mit einem hohen Komfort glänzen kann. Corsair legt auch noch zehn Wechsel-Tastenkappen mit strukturierter Oberfläche bei, die aber unverständlicherweise wieder aus herkömmlichen ABS bestehen. Ein Keycap-Puller - damit Sie die Tastenkappen einfacher abziehen können - findet sich ebenfalls im Lieferumfang.

Auf einen USB-Passthrough an der Rückseite der Gaming-Tastatur müssen Sie ebenfalls nicht verzichten!
Vergrößern Auf einen USB-Passthrough an der Rückseite der Gaming-Tastatur müssen Sie ebenfalls nicht verzichten!
© Corsair

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