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Razer Nari Ultimate: Vibrierendes Wireless-Headset mit RGB & THX-Raumklang im Test

17.04.2019 | 11:20 Uhr |

Vibrations-Feedback an den Ohrmuscheln, THX-Surround-Sound, RGB-Beleuchtung, Wireless-Anbindung und Ohrpolster mit Kältegel: Razers neues Gaming-Headset-Flaggschiff kann im Test mit einer fetten Ausstattung aufwarten. Doch verliert der Hersteller dabei den Klang aus den Augen?

Das Gaming-Headset Razer Nari Ultimate ist ein wahres Fest für Technik-Fans ist. Surround-Sound in THX-Qualität, kabellose 2,4-GHz-Funkverbindung, individualisierbare RGB-Beleuchtung des Hersteller-Logos, bequemer Sitz dank Kühlgel im Ohrpolster und Vibrationsmotor fürs haptisches Feeback akustischer Sgnale: Die ellenlang Feature-Liste soll Gamer das Zocken noch intensiver erleben lassen.

TEST-FAZIT: Razer Nari Ultimate

Das Razer Nari Ultimate beeindruckt mit vielen Techniken, Funktionen und Ausstattungsmerkmalen, die unmittelbaren Einfluss auf das Spielerlebnis haben. Die Hypersense-Technik funktioniert meistens recht gut im Einklang mit dem Gesehenen, aber leider nicht immer. Und auf Dauer die Vibrationen aktiviert zu lassen können wir uns nicht vorstellen. Ansonsten funktioniert die Drahtlosanbindung ohne hörbare Latenz oder Fehler, der Tragekomfort ist auch nach Stunden noch angenehm und der flexible Einsatz als analoges Headset oder an der PS4 sind positiv hervorzuheben.

Nur vom Klang ab Werk sind wir nur mäßig angetan, denn Razer stellt den Bass stets zu sehr in den Vordergrund, worunter die Mitten und Höhen leiden. Auch die unterschiedlichen Klangprofile ändern da kaum etwas dran. Der Nutzer selbst muss hier ordentlich nachbessern. Der Preis von aktuell rund 170 Euro ist angesichts der Funktionsvielfalt gerade noch akzeptabel.

Pro:

+ hoher Tragekomfort

+ virtueller THX-Raumklang

+ Hypersense-Vibration…

Contra:

- …die aber nicht immer zu 100 Prozent exakt ist

- zu basslastig

Das Razer Nari Ultimate erhält den PC-WELT-Award "Innovative Technik".
Vergrößern Das Razer Nari Ultimate erhält den PC-WELT-Award "Innovative Technik".

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Ausstattung und Technik des Razer Nari Ultimate

Das Razer Nari Ultimate ist mit 50 Millimeter großen Neodym-Treibern ausgestattet, die Impedanz liegt bei 32 Ohm (Smartphone-tauglich!). Die Ohrpolster sind mit einem dichten Schaum und Kühlgel gefüllt, was nicht nur für einen bequemen Sitz, sondern auch für kühle Ohren sorgen soll. Die primäre Übertragung der Signale erfolgt über 2,4-GHz-Funk mit einer Reichweise von bis zu 12 Metern (Herstellerangabe). Hierfür muss der Nutzer den im Headset versenkbaren, kompakten USB-Dongle an die entsprechende Schnittstelle des PCs einstecken.

Das Razer-Logo verfügt über eine synchronisierbare RGB-Beleuchtung, nur frisst die eben Akkuleistung.
Vergrößern Das Razer-Logo verfügt über eine synchronisierbare RGB-Beleuchtung, nur frisst die eben Akkuleistung.
© Razer

Die Drahtlosanbindung klappt auch mit der Playstation 4, aber dann gibt es keinen Raumklang und nur statische RGB-Effekte. Alternativ lässt sich das Gaming-Headset auch analog über 3,5-Millimeter-Klinke betreiben. Die Aufladung des integrierten Akkus erfolgt über Micro-USB.

Bedienelemente zu kleinteilig

Das Mikrofon ist zwar nicht abnehmbar, aber es lässt sich komplett ins Headset einrollen. Die Stummschaltung erfolgt über eine extra Taste an der Ohrmuschel. Generell stellt Razer viele Bedienelemente an beiden Ohrhörern zur Verfügung, die aber allesamt etwas zu klein ausfallen und nah beieinander liegen. Eine Blindbedienung ist nur mit sehr viel Eingewöhnung möglich.

Die Bedienelemente am Razer Nari Ultimate fallen leider recht kleinteilig aus.
Vergrößern Die Bedienelemente am Razer Nari Ultimate fallen leider recht kleinteilig aus.
© Razer

Die RGB-Beleuchtung lässt sich im Treiber mit anderen Razer-Komponenten synchronisieren oder auch unabhängig mit verschiedenen Effekten einstellen, frisst im kabellosen Betrieb aber Akkuleistung. Apropos: Der Akku hielt mit Hypersense (mehr dazu weiter unten) und der Beleuchtung rund sechs Stunden und damit zwei unter der Herstellerangabe. Wer also eine ausgedehntere Gaming-Session plant, sollte die Funktionen deaktivieren oder nur wohldosiert aktiv lassen.

Angenehmer Tragekomfort und Vibrationen

Der Tragekomfort ist sehr hoch. Das flexible Kopfband passt sich selbstständig an die jeweilige Kopfgröße an, der Kopfbügel aus Metall sorgt für eine robuste Haptik. Tatsächlich fühlen sich die Ohrpolster im ersten Moment relativ kühl an. Nach einigen Stunden werden zwar auch die warm, aber definitiv nicht unangenehm. Für Brillenträger interessant: In beiden Ohrpolstern befindet sich eine extra Aussparung, damit das Brillengestell nicht unangenehm auf den Kopf drückt. Hierfür müssen Sie lediglich die Ohrpolster drehen, bis sich die Lücken an den richtigen Stellen befinden.

Der Tragekomfort ist sehr hoch. Die unter anderem mit Kühlgel gefüllten Ohrpolster sorgen auch dafür, dass man auch nach Stunden nicht ins Schwitzen kommt.
Vergrößern Der Tragekomfort ist sehr hoch. Die unter anderem mit Kühlgel gefüllten Ohrpolster sorgen auch dafür, dass man auch nach Stunden nicht ins Schwitzen kommt.
© Razer

Bei der Technik Hypersense setzt Razer auf das Knowhow und die Hardware eines Berliner Unternehmens namens Lofelt. Dank kleiner Motoren und einer Firmware, die Audiosignale in entsprechende Vibrationen umwandelt, sollen Gamer das Gameplay noch intensiver erleben. Dabei vibriert das Headset nicht einfach nur, sondern es handelt sich um echtes, haptisches Feedback – vom leichten Summen bis hin zu rumpelnden Erschütterungen schaffen es Lofelt und Razer, das Gesehene spürbar zu machen. Die Intensität lässt sich im Treiber auch regulieren. Leider funktioniert das nicht immer analog zu dem Gesehenen auf dem Bildschirm, vor allem bei schnellen Genres wie FPS. Auf Dauer sind die Vibrationen unserer Meinung nach allerdings nicht.

Klangqualität: Super Raumklang, mäßiges Klangbild

Anstelle auf Dolby setzt Razer auf den virtuellen Raumklang namens THX Spatial Audio – Technik aus eigenem Hause, schließlich kaufte das Unternehmen die Marke im Jahr 2016. Auf diese Weise soll ein „echter“ 360-Grad-Eindruck beim Zocken entstehen, da THX Spatial Audio keine Kanäle (wie bei 7.1) nutzt, sondern die Koordinaten dreidimensional in den Szenen in Echtzeit erfasst und entsprechend frei wiedergibt. Das funktioniert in der Praxis beeindruckend gut und wir fühlen uns tatsächlich wie mitten im Geschehen. Aber besser als andere Techniken von Premium-Anbietern ist auch diese Lösung nicht.

Das Razer Nari Ultimate verfügt über ein flexibles Kopfband, das sich selbstständig an verschiedenste Kopfgrößen anpasst.
Vergrößern Das Razer Nari Ultimate verfügt über ein flexibles Kopfband, das sich selbstständig an verschiedenste Kopfgrößen anpasst.
© Razer

Der Klang hingegen ist ab Werk sehr auf die Tiefen fokussiert. Dabei kommen die Mitten und Höhen tatsächlich etwas zu kurz. In der Treiber-Software Razer Synapse stehen zwar einige vordefinierte Klangprofile zur Verfügung, nur sorgen die nur geringfügig für ein stimmigeres Klangbild. Schade, denn so gehen oft Dialoge oder andere Details unter. Hier muss man erst stark Hand anlegen, um einen besseren Klang zu realisieren.

Getrennte Regelung von Chat- und Spiel-Sound

Am Razer Nari Ultimate befinden sich zwei Lautstärkedrehräder, denn das Gaming-Headset erlaubt die getrennte Regelung des Chat- und Ingame-Sounds. So geht die Sprachübertragung der Teamkollegen auch in wilden Gefechten nicht unter: Wird der Klang im Spiel zu laut, können Sie ihn nämlich einfach herunterdrehen, ohne dabei den Sprach-Chat zu reduzieren.

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