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Windows 11: Edge ist der Premium-Browser

09.11.2021 | 08:01 Uhr |

Zum Surfen im Web setzt Windows 11 auf Edge. Der hat Surf-Virtualisierung, Malware-Schutz und guten PDF-Funktionen alles unter der Haube.

Sie surfen unter Windows 10 mit Google Chrome , Firefox oder einem der weniger populären Browser wie Vivaldi oder Opera ? Dann sollten Sie Ihre Entscheidung unter Windows 11 überdenken, denn Edge bietet einige Vorteile gegenüber Alternativ-Browsern. Zunächst einmal nutzt Edge die von Google als Open-Source bereitgestellte Chromium-Engine als Unterbau. Damit ist der Windows-11-Browser funktional und im Hinblick auf die Anzeigegeschwindigkeit auf dem aktuellen Stand. Für Edge spricht darüber hinaus die Einbettung ins Betriebssystem, die sich vor allem unter Sicherheitsaspekten als vorteilhaft erweist.

Dreistufige Surfsicherung: Secure Mode, Smartscreen und Hyper-V

Der neue „Super Duper Secure Mode“ ergänzt den Smartscreen- und Hyper-V-Schutz beim Surfen. Er soll die Angriffsflächen in Edge für schädliche Webseiten verringern. Dazu deaktiviert Edge die Just- In-Time-Kompilierung (JIT), eine standardmäßig aktive Funktion des Javascript-Moduls, die beim Rendering von Webseiten für Schnelligkeit sorgt. Viele Angriffe auf Windows-PCs gehen Microsoft zufolge maßgeblich auf den JIT-Compiler zurück.

Durch das Abschalten des Compilers baut Edge manche Seiten zugunsten einer zusätzlichen Sicherheitsbarriere ein wenig langsamer auf. Einschalten können Sie den Secure-Mode in den erweiterten Einstellungen. Geben Sie edge://flags in die Adresszeile des Browsers ein und drücken Sie die Enter-Taste. Tippen Sie ins Suchfeld Super Duper Secure Mode ein und stellen Sie den blauen Schalter auf „Enabled“.

Aus Windows 10 übernommen hat Microsoft den Schutz des Betriebssystems vor potenziell unerwünschten Anwendungen, kurz PUAs. Als unerwünscht stuft Microsoft etwa Tools ein, die Passwörter auslesen oder Systemfunktionen überwachen. Der PUA-Filter ist Bestandteil des Smartscreen-Filters, mit dem Windows 11 Downloads in Edge überprüft. Durch das Scannen der Dateien im Hintergrund will der Konzern sicherstellen, dass Sie vor infizierten Webseiten und schädlichen Anwendungen geschützt sind. Außerdem werden Sie vor der Ausführung unbekannter Software gewarnt, eine Art Präventivabwehrsystem für potenziell gefährliche Software.

In Edge potenziell unerwünschte Downloads blockieren

Mit der Canary-Version als Ergänzung zum regulären Edge-Browser in Windows 11 probieren Sie neue Surf- und Sicherheitsfunktionen bereits vor der offiziellen Veröffentlichung durch Microsoft aus.
Vergrößern Mit der Canary-Version als Ergänzung zum regulären Edge-Browser in Windows 11 probieren Sie neue Surf- und Sicherheitsfunktionen bereits vor der offiziellen Veröffentlichung durch Microsoft aus.

Ein- und ausschalten lassen sich die Smartscreen- und PUA-Filter für Edge in der App „Windows-Sicherheit“. Klicken Sie auf der Startseite auf „App- & Browsersteuerung“ und „Einstellungen für zuverlässigkeitsbasierten Schutz“. Das Blockieren potenziell unerwünschter Apps steuern Sie in den Edge-Einstellungen über den gleichnamigen Schalter unter dem Menüpunkt „Datenschutz, Suchen und Dienste“.

Haben Sie die Hyper-V-Virtualisierung in Windows 11 aktiviert, gibt es eine zusätzliche Schutzfunktion für das Surfen mit Microsoft Edge: Der Microsoft Defender Application Guard, kurz MDAG. Diese Funktion führt den Edge-Browser in einem vom restlichen System isolierten Hyper-V-Container aus. Dazu klicken Sie in Edge rechts oben auf die drei Punkte und wählen „Neues Application Guard-Fenster“.

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Edge-Browser als flinker PDF-Betrachter in Windows 11

Eine Stärke von Edge ist die Anzeige von PDF-Dateien. Windows 11 öffnet PDF-Links und PDF-Dateien per Doppelklick standardmäßig in Edge. Außerdem lassen sich Dateien zur Anzeige aus dem Explorer ins Edge-Fenster ziehen.

Bei der PDF-Anzeige unterstützt Sie Edge mit einer PDF-Menüzeile, über die Sie auf die wichtigsten Funktionen zugreifen. Um die Zoomstufe anzupassen, den Seiteninhalt zu drehen oder das Dokument auszudrucken gibt es eigene Buttons. Auch die Vorlesefunktion für PDF-Text per Sprachausgabe und das Hinzufügen von PDF-Anmerkungen und Dokumentmarkierungen erledigen Sie über die Menüzeile.

Zu markiertem Text können Sie auch per Rechtsklick und den Befehl „Kommentar hinzufügen“ im Kontextmenü Anmerkungen ergänzen. Windows 11 öffnet dann ein Fenster, in das Sie Ihren Kommentar schreiben und per Klick auf das Häkchen speichern. Eine Neuerung in Sachen PDF ist die Eingabe von freiem Text über den Befehl „Text hinzufügen“. Damit füllen Sie beispielsweise die Felder in PDF-Formularen aus. Nach einem Klick auf eine beliebige Stelle innerhalb des PDF-Dokuments geben Sie den gewünschten Text ein. Schriftgröße, Schriftfarbe und Laufweite des Texts legen Sie über die Formatierungsleiste unter Ihrer Eingabe fest.

Praktisch ist der „Caret Modus“, den Sie mit der F7-Taste aktivieren. Damit navigieren Sie über die Tastatur in PDFs und sparen sich beim Anklicken von Lesezeichen und Seitenverweisen den Griff zur Maus.

Mit dem Canary-Kanal Edge-Updates früher erhalten

Stabile Edge-Versionen erhalten Sie in Form von automatischen Aktualisierungen über das Windows-11-Update und möglicherweise demnächst per Microsoft Store (Infos im Kasten). Parallel dazu verteilt Microsoft auch Vorabversionen des Browsers im so bezeichneten „Canary“-Kanal. Dort gibt es einmal täglich die neueste Entwicklerausgabe der kommenden Version des Edge-Browsers. Sie enthält damit den aktuellen Stand des Microsoft-Browsers – und üblicherweise auch noch eine ganze Menge an Programmierfehlern. Für den produktiven Einsatz am Arbeitsplatz oder sicherheitsrelevante Anwendungen wie Online-Banking setzen Sie den Canary-Edge aufgrund der Bug-Problematik besser nicht ein.

Möchten Sie frühzeitig einen Blick darauf werfen, was sich bei Edge tut, laden Sie Edge Canary  herunter. Nach der Installation starten Sie die Vorabversion über das zusätzliche Edge-Icon mit dem gelben „Canary“-Hinweis im Startmenü. Die offizielle Version starten Sie weiterhin über das bisherige Edge-Icon.

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