2435695

Wiko View 3 im Test: 179-Euro-Handy mit Triple-Cam

21.06.2019 | 14:40 Uhr | Dennis Steimels

Knapp 180 Euro für insgesamt 4 Kameras, 4000-mAh-Akku und Fullscreen-Display. Aktuelles Android 9 hat das neue Wiko View 3 natürlich auch. Ob das Smartphone damit im Test überzeugen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Mit dem View 3 bringt der französische Smartphone-Hersteller Wiko das laut eigenen Angaben erste Smartphone mit Triple-Kamera für unter 200 Euro auf den Markt. Für seine UVP von 179 Euro bringt das Wiko View 3 aber noch jede Menge mehr mit. Dazu zählen zum Beispiel der große 4000-mAh-Akku, auf den teilweise Top-Smartphones verzichten müssen. Sie müssen aber auch Abstriche machen für den günstigen Preis.

TEST-FAZIT: Wiko View 3

Für den Preis von rund 180 Euro bietet das Wiko View 3 eine anständige Kamera mit zusätzlichem Weitwinkel-Objektiv, auch wenn hier die Farben übersättigen. Das Design gefällt uns und das Display ist groß und hell. Um den günstigen Preis anbieten zu können, muss der Hersteller natürlich gewisse Abstriche machen: Deshalb müssen Sie als Nutzer auf USB-C und Schnellladen verzichten, müssen sich mit einer geringen Display-Auflösung zufrieden geben und mit recht schwacher CPU-Leistung leben. Darüber hinaus fehlt NFC für mobiles Bezahlen. Dafür ist Android 9 installiert und der 64-GB-Speicher ist per Speicherkarte erweiterbar. Haben Sie etwas mehr Geld zur Verfügung, dann können Sie auch zum guten Wiko View 3 Pro (im PC-WELT-Preisvergleich) greifen.

Wiko View3 im PC-WELT-Preisvergleich für unter 180 Euro

Pro
+ Schickes Design
+ Großes, helles Display
+ Speicher erweiterbar
+ Triple-Kamera für unter 180 Euro

Contra
- Nur Micro-USB
- Geringe Display-Auflösung
- Schwache Leistung
- Weitwinkel-Kamera mit zu hoher Farbsättigung

TESTERGEBNISSE (NOTEN)

Wiko View 3

Testnote

gut (1,92)

Preis-Leistung

sehr günstig

Ausstattung und Software (24 %)

1,85

Handhabung und Bildschirm (24 %)

2,13

Internet und Geschwindigkeit (20 %)

1,90

Mobilität (19 %)

1,14

Multimedia (10 %)

2,79

Service (3 %)

2,81

Design und Display: Großer Screen, aber geringe Auflösung

Der angesprochene IPS-Fullscreen-Bildschirm ist 6,26 Zoll groß und hat ein Seitenverhältnis von 19:9. Das Smartphone ist für seine Größe also recht schmal und dadurch handlich. Für unseren Geschmack könnten die Display-Ränder dünner sein, aber irgendwo muss man Abstriche gegenüber der teuren Highend-Klasse machen. Und wenn wir uns das iPhone XR (Test) angucken, dann finden wir die unschönen und dicken Display-Ränder trotz Fullscreen auch noch in teureren Modellen. Gespart hat Wiko auch bei der Auflösung, Inhalte zeigt das View 3 bei der Größe nämlich nur in HD+ (1520 x 720 Pixel) an. In der Praxis ist die Pixeldichte von 269 ppi aber ausreichend. Die Helligkeit des Displays ist hoch. Bei spitzen Blickwinkeln lassen Farben und Kontrast nach.

Schickes Design für die Preisklasse
Vergrößern Schickes Design für die Preisklasse
© Wiko

Das Kunststoffgehäuse ist nicht so stabil wie Glas/Alu-Gehäuse der teuren Modelle, die Stabilität ist aber in Ordnung. Mit seinem leichten Farbverlauf sieht das View 3 sehr schick aus. Neben Blau gibt es das Wiko-Handy in Gold und Grün. Die glänzende Rückseite des Smartphones ist anfällig für Fingerabdrücke, Sie müssen also regelmäßig putzen.

Kamera: Macht ordentliche Fotos

Laut Wiko hat das View 3 als erstes Smartphone unter 200 Euro eine Triple-Kamera auf der Rückseite. Die besteht aus dem Hauptsensor mit 12 Megapixeln, einem 2-Megapixel-Tiefensensor sowie einer Weitwinkelkamera mit 13 Megapixeln und 120 Grad. Optischen Zoom gibt es nicht, hier müssen Sie sich mit digitaler Vergrößerung zufriedengeben.

Triple-Kamera für einen Preis von 179 Euro UVP
Vergrößern Triple-Kamera für einen Preis von 179 Euro UVP
© Wiko

Mit der Hauptkamera machen Sie bei guten Lichtverhältnissen gute Bilder mit hoher Schärfe und natürlichen Farben. HDR ist ab Werk auf Automatik gestellt. Die Weitwinkelkamera sorgt für etwas Abwechslung und Spielraum beim Fotografieren. Allerdings ist die Bildqualität etwas schlechter als bei der Hauptkamera. Zwar ist die Schärfe in Ordnung, aber die Farben sind gerade bei Außenaufnahmen völlig übersättigt.

Im Portrait-Modus schafft das View 3 für diese Preisklasse eine ziemlich gute Trennung zwischen Motiv und Hintergrund. Wie stark die Unschärfe sein soll, können Sie einstellen. Je krasser die Unschärfe, umso kleiner der Schärfebereich und schwieriger, ein schönes Foto hinzubekommen.

Leistung: Etwas schwach auf der Brust

Der Octa-Core-Prozessor Mediatek Helio P22 mit maximal 2 GHz Taktung überzeugt uns im Test wenig. Die geringe Leistung fällt sofort nach dem Start auf. Denn schon das Hochscrollen des App-Menüs stockt und funktioniert nicht flüssig. Allgemein verzögert das System auffällig bei Animationen und verschiedenen Aktionen. Das bestätigen auch die Benchmark-Tests: Im Antutu Benchmark schafft das Wiko View 3 knapp 77.000 Punkte. Ein Highend-Smartphone wie das Galaxy S10/S10+ (Test) schafft satte 335.000 Punkte.

Mobilität: Richtig großer Akku

Für ein Einsteiger-Smartphone hat das Wiko View 3 mit seinem 4000-mAh-Akku eine ordentlich große Batterie an Bord. Bei normaler Nutzung können Sie das Handy etwa zwei Tage nutzen, ehe es wieder an die Steckdose muss. Zur normalen Nutzung zählen unter anderem hin und wieder telefonieren, per Whatsapp chatten, Instagram durchstöbern und auf Google Maps Routen suchen. Schnelles Laden gibt es beim Wiko View 3 nicht.

Wiko View 3
Vergrößern Wiko View 3
© Wiko

Ausstattung und Software: Mobiles Bezahlen nicht möglich

Wie die meisten recht günstigen Smartphones setzt auch das Wiko View 3 nur auf einen Micro-USB-Anschluss statt auf USB-C. Auch gibt es nur Mono-Sound, auf Stereo müssen Sie hier verzichten. Positiv ist, dass Wiko eine Klinkenbuchse einbaut, die befindet sich auf der Überseite des View 3. Außerdem können Sie den internen 64-GB-Speicher (55 GB frei verfügbar) per Micro-SD-Karte erweitern. Neben der Tropfen-Notch gibt es eine Benachrichtigungs-LED. Und über der Notch befindet sich in den Rahmen integriert der Lautsprecher zum Telefonieren.

Bluetooth 4.2, WLAN-n und LTE Cat 4 (150 Mbit/s im Download) sind ebenfalls mit dabei. NFC gibt es leider nicht, um beispielsweise mit dem Smartphone drahtlos zu bezahlen.

Auf dem Wiko View 3 läuft Androdi 9 Pie. Das System belässt Wiko nahezu unverändert, installiert aber eigene Apps wie den intelligenten Assistenten vor, der sich ab Start direkt auf dem Homescreen befindet. Der ähnelt stark der Aufräum-App CCleaner, er hat auch die gleichen Funktionen. Mit diesem Feature halten Sie Ihr Wiko View 3 sauber und können schnell Datenmüll beseitigen und den Speicher beschleunigen. Außerdem können Sie das Handy auf Viren überprüfen.

Während des Einrichtungsprozesses können Sie bereits einige Drittanbieter-Apps auswählen, die anschließend automatisch installiert werden. Sechs Apps sind bereits vorausgewählt, darunter Flixbus.

Auch interessant: Die besten Android-Smartphones im Test

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2435695