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Weltpremiere Far Cry 6: Der Breaking-Bad-Star als Diktator

22.07.2020 | 13:31 Uhr |

Hollywood-Star Giancarlo Esposito, der schon in Breaking Bad und The Mandalorian stark aufspielte, mimt den Diktator eines Landes, das von Kuba inspiriert ist. Neu und anders: Es gibt nicht nur Dschungel, Strände und Paradies-Gefühl, sondern auch Großstadt-Open-World im Stil von Dying Light 2: Far Cry 6 in der Weltpremiere

Far Cry 6 beginnt in Esparanza, in einer mondänen Villa. Einem Regierungspalast, dem es an nichts fehlt: Marmorfußböden, einem Schreibtisch aus feinstem Ebenholz, goldene Kronleuchter. Vor den Toren protestiert das Volk, es hat genug vom Hunger, der Arbeitslosigkeit, dem Regime, welches Menschen verschwinden lässt, die aufbegehren. Diego sitzt an diesem Schreibtisch aus Ebenholz, bastelt an einem Modell eines Oldtimers, hört Musik über weiße Apple-Kopfhörer – Far Cry 6 spielt also im Hier und Heute. Diego scheint ein normaler Junge zu sein, mit langem Haar, nett und freundlich.

Sein Vater jedoch ist anders: Er ist der Diktator Yaras, welches sich gleich nach Kuba anfühlt – mit seinen alten Cadillacs, seiner Kultur und seiner Architektur. „Das ist wunderschön, ja regelrecht perfekt. Aber nutzlos, mein Sohn“, sagt er über das Modell-Auto. „Ich habe hier etwas für Dich, Diego. Reich mir Deine Hände.“ Er ist sein Vater, Diego vertraut ihm, er öffnet seine Hände und sein Vater legt eine Granate hinein. Ist der Typ völlig irre? Warum riskiert er so unnötig das Leben seines Kindes? „Atme Diego. Atme. Der Splint sichert einfach nur den Griff. Erst wenn du loslässt, macht die Granate … Boom.“

Spielt der Star aus The Mandalorian einen Psychopath wie Vaas? 

Far Cry 6 soll laut Narrative Director stark mit der Idee spielen, dass Diego als Sohn eines Diktators zerrissen ist zwischen der Liebe zu seiner Familie und dem Volk des Landes.
Vergrößern Far Cry 6 soll laut Narrative Director stark mit der Idee spielen, dass Diego als Sohn eines Diktators zerrissen ist zwischen der Liebe zu seiner Familie und dem Volk des Landes.
© Ubisoft

Die ersten Szenen aus Far Cry 6 deuten klar in Richtung Far Cry 3 und lassen uns an Vaas denken: Ein genialer, aber völlig durchgeknallter Pirat – ein Psychopath und Sadist, der es genoss, andere leiden zu sehen. Ist Präsident Castillo auch so jemand? Er glaubt, dass die Insel vor 50 Jahren vor der ersten Revolution am schönsten war, am prachtvollsten, am stärksten. „Unser Volk ist unterdrückt von seiner eigenen Freiheit. Selbst wenn Du es von Herzen liebst, selbst wenn Du nur sein Bestes willst, wird es Dich hassen, Diego“, erzählt er seinem Sohn. Far Cry 6 möchte eine starke Geschichte erzählen, in dem es seinen Antagonisten menschlicher macht als jene zuvor. Denn auch sein Vater war Präsident, er war dabei als Kind, wie sein Papa von Revolutionären hingerichtet wurde, was seinen Hass auf diese erklärt. „Unser Volk ist wie diese Granate – Du musst es ganz fest im Griff behalten. Oder wir alle machen - Boom.“

Antón ist von Anfang an mit der Perspektive, Denkweise und Weltanschauung aufgewachsen, dass die Insel seiner Familie gestohlen wurde. Und weil Yara im Laufe der Jahre durch Wirtschaftsembargos und innenpolitische Probleme seinen Niedergang erlebte, sah der Präsident dies als Beweis dafür, dass nur die Familie Castillo Yara wirklich retten kann. Als er an die Macht kommt, verspricht er seinem Volk, dieses Paradies wiederaufzubauen. Er tritt mit dem Versprechen an, Yara zu alter Größe zu führen. Und das Giancarlo Esposito schauspielern kann, wie kaum ein Zweiter, bewies er nicht nur als Gus Fring in Breaking Bad. Auch die deutsche Synchronisation (Ronald Nitschke, die dt. Stimme Tommy Lee Jones‘) von ihm in Far Cry 6 ist erstklassig besetzt, der Weltpremieren-Trailer macht definitiv Lust auf mehr.

In Far Cry 6 bauen wir aus Laserpointern und Fischkonserven Visiere für Sturmgewehre

Witzige Idee: Aus Schlagbohrern und anderem Handwerkszeug bauen wir im Crafting-System Waffen.
Vergrößern Witzige Idee: Aus Schlagbohrern und anderem Handwerkszeug bauen wir im Crafting-System Waffen.
© Ubisoft

Wir spielen Dani Rojos, den wir als Mann oder Frau spielen können. Scheinbar ist Ubisoft durch Assassin’s Creed auf den Geschmack gekommen, vorher waren Far-Cry-Charaktere immer klar männlich oder weiblich. Interessant ist sicherlich, dass Dani im Unterschied zum Protagonisten in Far Cry 4 ein Einheimischer ist – er wird also nicht als Eindringling gesehen, sondern seine Freunde leben hier, seine Familie, sie alle leiden unter dem Regime. Laut Ubisoft ist er weniger Revolutionär, sondern wird mehr von der Libertad-Bewegung mitgerissen. Er will zunächst nur protestieren und seine Meinung sagen, wird verfolgt und dadurch militarisiert. Und hier wird es spannend, denn wir basteln in Far Cry 6 unsere eigenen Upgrades. So ein professionelles Rot-Punkt-Visier von einem Waffenhersteller ist sehr teuer, die Kombination aus Fischkonserve, um Stabilität zu schaffen und angepinntem Laser-Pointer hingegen finanziell viel leichter machbar für die breite Bevölkerung Yaras. 

In Far Cry 6 können wir auch Panzer fahren, müssen den aber natürlich erst von Yaras Armee mopsen.
Vergrößern In Far Cry 6 können wir auch Panzer fahren, müssen den aber natürlich erst von Yaras Armee mopsen.
© Ubisoft

Dani ist handwerklich geschickt, was sich auf das Crafing-System auswirkt: Aus einem Auspuffrohr entsteht etwa ein improvisierter Raketenwerfer, um der hochgerüsteten Armee Antón Castillos etwas entgegensetzen zu haben. Er ist der klassische Politiker, der über die Armut seines Landes klagt, auf der anderen Seite aber Geld für Panzer verschwendet, die er gegen sein eigenes Volk einsetzt. Diese Panzer sollen wir aber auch selbst steuern können, wenn es uns gelingt, einen zu klauen aus einer Basis oder in einem Hinterhalt die Crew zu überrumpeln. Erinnert sich hier noch jemand an Triple X 2 mit Vin Diesel? “Ich hatte doch die Panzer erwähnt“, sagt FBI-Agent Steele. „Und ich sagte: Hat es Räder oder Ketten, sind wir schon damit unterwegs.“ Bleibt zu hoffen, dass es nicht zu einfach wird, diese Panzer zu klauen, denn das Entwenden von Fahrzeugen war in Far Cry immer so leicht wie einem Kind den Lutscher zu mopsen.

Erwartet uns in der Groß stadt Parcour-Gameplay wie in Dying Light 2? 

Schon dieser Screenshot zeigt richtige Hochhäuser: Far Cry 6 lässt uns nicht nur im Dschungel und Strand kämpfen, sondern auch in der Vertikalen.
Vergrößern Schon dieser Screenshot zeigt richtige Hochhäuser: Far Cry 6 lässt uns nicht nur im Dschungel und Strand kämpfen, sondern auch in der Vertikalen.
© Ubisoft

Far Cry 6 wird stärker auf Vertikalität setzen, was sehr gute Nachrichten sind. Far Cry 5 war spaßig und ein gutes Spiel, fühlte sich aber sehr stark wie Far Cry 4 und 3 an, es gab relativ wenige Neuerungen abseits des Buddy-Systems, welches etwa Flugzeuge und Kampf-Hubschrauber integrierte als Luftunterstützung. Seine Kleinstädte fühlten sich auch eher wie Dörfer an, mit vielleicht 10 bis 15 Häusern. Mit Esparanza wird jetzt eine richtige Hauptstadt integriert, die das Spielgefühl stark verändern soll. Hoffentlich nutzt Ubisoft hier auch seine enormen Stärken aus dem Parcours, die man ja klar aus der Entwicklung von Assassin’s Creed hat. Noch hat Ubisoft sein Open-World-Gameplay nicht en détail gezeigt, aber wir sind enorm gespannt, ob man sich hier ein Stück weit auf Dying Light 2 zubewegt. Das wäre ein smarter Move, denn es gibt aktuell kaum ein anderes Spiel für Next-Gen, welches Parcours anbietet. Narrative Director Navid Khavari erzählt im Rahmen der Weltpremiere:

"Von Anfang an wussten wir, dass wir eine Hauptstadt einbauen wollen. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt über viele komplett neue Gameplay-Elemente sprechen, aber es ändert definitiv die Art und Weise, wie Sie spielen und Situationen angehen. Sobald wir eine Stadt haben, geht es definitiv um Vertikalität. Sie schleichen durch Gassen, klettern über Dächer, legen Hinterhalte und bekommen wirklich das Gefühl einer Revolution, die aus dem Untergrund geführt wird. Denn eine Guerilla-Revolution beginnt normalerweise im Dschungel und auf dem Ackerland, aber die Freiheitskämpfer kreisen um die Hauptstadt und nähern sich langsam dem Regierungspalast.“ 

Rein technisch machen die ersten Szenen schon richtig viel her. Da Far Cry 6 erst 2021 erscheint, dürfte es ein richtiges Next-Gen-Showcase werden.
Vergrößern Rein technisch machen die ersten Szenen schon richtig viel her. Da Far Cry 6 erst 2021 erscheint, dürfte es ein richtiges Next-Gen-Showcase werden.
© Ubisoft

Es ändert aber auch die Art, wie wir die Geschichte erzählen. Ich mag es, mit dem Diktator im Palast in einem Raum zu sein und zu sehen, wie er versucht, sich zu rechtfertigen. Wir zeigen Ant ó n nicht nur als Figur, die ein Land regiert, sondern auch als Vater, der möchte, dass sein Sohn sein Erbe fortführt. Natürlich hat er diese verquere Sicht auf die Welt, die für uns falsch wirken mag. Doch aus seiner Perspektive, wie er aufwuchs und was er erlebte, ist diese durchaus nachvollziehbar.“

- Navid Khavari, Narrative Director von Far Cry 6 -

Wird Diego ein brutaler Diktator wie sein Vater oder öffnet er sich?

Für den Chefautor ist das Dreieck zwischen Antón, Diego und Dani absolut entscheidend:

Was ich sagen kann ist, dass wir bei Diego die Idee, dass es sich um einen 13-jährigen Teenager handelt, wirklich interessant fanden. Ich denke, viele Leute können sich daran erinnern, wie es war, ein Teenager zu sein. Es ist schwer genug herauszufinden, wer Du bist und was Du in dieser Welt tun wirst, und was das alles bedeutet. Aber versuchen Sie das, während Sie gleichzeitig der Sohn eines Diktators sind, der ein Land regiert. Wir wollten mit Diego wirklich einen Charakter schaffen, bei dem Sie nicht wissen, wo die Reise für ihn hin geht. Wird er in die Fußstapfen seines Vaters treten? Wird er selbst ein brutaler Diktator sein? Oder wird seinen eigenen Weg finden? Ich bin gespannt, was die Spieler davon halten.“

Anders als Joseph Seed aus Far Cry 5 soll der neue Antagonist nicht einfach nur ein durchgeknallter Irrer sein, sondern ein Mensch mit Profil, der seinen Sohn liebt und sein Land wiederaufbauen will, koste es was es wolle.
Vergrößern Anders als Joseph Seed aus Far Cry 5 soll der neue Antagonist nicht einfach nur ein durchgeknallter Irrer sein, sondern ein Mensch mit Profil, der seinen Sohn liebt und sein Land wiederaufbauen will, koste es was es wolle.
© Ubisoft

Erstes Fazit: 

Far Cry 5 war klasse und machte richtig Laune, ließ aber etwas frischen Wind vermissen. Insofern ist es super spannend, dass wir in Far Cry 6 jetzt nicht nur Dschungel und Wildnis erleben werden, sondern auch mehr auf Stealth in der Großstadt setzen dürfen. Ein Muss für Serien-Fans dürfte der Titel schon deshalb werden, weil Giancarlo Esposito schauspielert wie ein Gott - schon die Weltpremiere war ein Hochgenuss, auf Gus Fring als Antagonisten in einer Rolle, die wir für ihn geschrieben ist als Diktator auf Lebenszeit, freuen wir uns riesig. Bleibt zu hoffen, dass Ubisoft mit seiner Next-Gen-Engine auch technisch aus allen Rohren feuert - es wird Zeit für den Crysis-Moment der nächsten Generation.

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