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USB-Ladegeräte im Vergleich: Darauf kommt es an

12.01.2022 | 08:25 Uhr |

Über ein USB-C-Ladegerät können Sie nicht nur Notebooks, sondern auch Tablets und Smartphones aufladen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Kauf eines Ladegeräts achten müssen – zum Beispiel hinsichtlich der Leistungsparameter.

Universelle Netzteile gewinnen mittlerweile immer mehr an Beliebtheit, weil Sie damit nicht mehr für jedes Gerät ein eigenes Netzteil benötigen. Unterstützt beispielsweise Ihr Notebook USB-C PD (Power Delivery), können Sie es mit einem Universalnetzteil ebenso laden wie Ihr Smartphone, Ihr Tablet, Ihre Powerbank und sogar Ihre Nintendo Switch.

Universalnetzteile gibt es in unterschiedlichen Formaten: vom kompakten Gerät, das direkt in die Steckdose eingesteckt wird, bis hin zum Tischgerät mit mehreren Anschlüssen, an denen Sie Ihr Notebook, Tablet und Smartphone parallel laden können.

In diesem Workshop zeigen wir Ihnen, welche Varianten von Geräten aktuell auf dem Markt erhältlich sind, was Sie bei der Leistung beachten sollten und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Darüber hinaus erläutern wir Ihnen, welche Leistung aktuelle Notebooks, Smartphones und Tablets zum (schnellen) Laden benötigen.

Leistungsparameter: Watt, Volt und Ampère

Aktuelle Notebooks wie das Surface Pro von Microsoft (Bild) benötigen eine Leistung zwischen 60 und 65 Watt. Spitzenreiter ist das Macbook Pro mit einem Netzteil von knapp 100 Watt.
Vergrößern Aktuelle Notebooks wie das Surface Pro von Microsoft (Bild) benötigen eine Leistung zwischen 60 und 65 Watt. Spitzenreiter ist das Macbook Pro mit einem Netzteil von knapp 100 Watt.
© Microsoft

Wenn Sie beabsichtigen, Ihr Notebook mit einem Universal-Netzteil aufzuladen, sollten Sie einige Rahmenparameter überprüfen, damit Sie auch das richtige Gerät aussuchen. Entscheidend dafür sind Leistung (Watt), Spannung (Volt) und Stromstärke (Ampère). Nehmen Sie also bitte das Originalnetzteil Ihres Notebooks zur Hand und überprüfen Sie zunächst einmal, welche Werte dort hinter „Output“ oder „Ausgabe“ angegeben sind: Sie finden an dieser Stelle einen Wert für die Spannung in Volt und für die Stromstärke in Ampère – meistens sind dies 20 Volt und 4,5 Ampère. Diese Angaben sind die Voraussetzung dafür, dass Sie Ihr Notebook über die USB-C-PD-Schnittstelle laden können. Das Universalnetzteil muss diese Werte daher liefern.

Die Dauer des Ladevorgangs hängt, besonders beim schnellen Laden, hingegen von der Ausgangsleistung des Netzteils ab, die in Watt angegeben wird. Wieviel Watt Ihr Notebook maximal aufnehmen kann, steht in der Regel im Handbuch des Geräts oder wieder direkt auf dem Netzteil, welches mit dem Notebook mitgeliefert wird. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der USB-C-PD-Standard derzeit lediglich Spannungen bis zu 20 Volt bei 5 Ampère erlaubt. Aufgrund der physikalischen Formel P = U * I ergibt dies eine maximale Leistung von (20 Volt * 5 Ampere =) 100 Watt.

Mit einem Universalnetzteil können Sie nicht nur Notebooks, Smartphones und Tablets laden. Sie sind auch für Spielekonsolen wie die Nintendo Switch (Bild) geeignet.
Vergrößern Mit einem Universalnetzteil können Sie nicht nur Notebooks, Smartphones und Tablets laden. Sie sind auch für Spielekonsolen wie die Nintendo Switch (Bild) geeignet.
© Nintendo

Dell liefert beispielsweise sein XPS 13 mit einem 65-Watt-Netzteil aus. Das Originalnetzteil von Apple schafft bis zu 96 Watt und lädt damit die Macbook- und Macbook- Air-Modelle und sogar die Pro-Variante problemlos. Das Macbook und das Macbook Air benötigen rund 30 Watt, ein Lenovo Thinkpad X1 braucht rund 65 Watt, die Surface- Pro-Modelle von Microsoft erfordern zwischen 60 und 65 Watt. Für die Gaming-Notebooks von Alienware dagegen reicht die USB-C-PD-Schnittstelle zum Laden nicht aus, weil etwa das aktuelle 17-Zoll-Gerät abhängig vom Modell ein Netzteil mit einer Ausgangsleistung von 240 Watt oder 330 Watt bietet – zu viel für USB-C PD.

Smartphones und Tablets sind, was die notwendige Leistung angeht, deutlich genügsamer. Die aktuellen Spitzenmodelle von Apple, das iPhone 13 , iPhone 13 Pro und iPhone 13 Max , brauchen für die maximale Ladegeschwindigkeit ein Netzteil mit mindestens 20 Watt. Übertroffen wird dies derzeit nur vom Samsung Galaxy S21 Ultra mit 25 Watt. In einem ähnlichen Bereich liegen, was die Leistung betrifft, auch die aktuellen Tablets: Das iPad Pro verlangt rund 30 Watt für eine optimale Ladegeschwindigkeit.

Am häufigsten kommt Quick Charge als Schnellladeprotokoll zum Einsatz. Der Qualcomm-Prozessor ist sehr verbreitet in Android-Geräten und erlaubt in Version 4.0 theoretisch eine 50-prozentige Aufladung in 15 Minuten.
Vergrößern Am häufigsten kommt Quick Charge als Schnellladeprotokoll zum Einsatz. Der Qualcomm-Prozessor ist sehr verbreitet in Android-Geräten und erlaubt in Version 4.0 theoretisch eine 50-prozentige Aufladung in 15 Minuten.

Neben Notebooks, Smartphones und Tablets gibt es weitere Geräte, die eine gewisse Leistung voraussetzen, damit sie optimal geladen werden. Insbesondere für Powerbanks oder externe Akkus, mit denen Sie auch Notebooks versorgen können, ist ei- ne Leistung von bis zu 60 Watt erforderlich, um diese aufzuladen. Oftmals liefern die Hersteller der Akkus das jeweils passende Netzteil für die Geräte auch direkt mit. Auch mobile Spielekonsolen wie die Nintendo Switch lassen sich bequem über ein Universalnetzteil laden. Die Switch beispielsweise benötigt zum Laden mit normaler Geschwindigkeit 10 Watt, zum schnellen Laden sind allerdings 30 Watt vonnöten. Die Besonderheit der Switch ist die Anforderung an die Spannung: Schnelles Laden funktioniert nur dann, wenn das Netzteil eine Spannung von 15 Volt bietet.

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Unterschiedliche Schnellladeprotokolle für Smartphone & Co.

Mit einem speziellen USB-Tester ermitteln Sie die Ausgangsleistung des Ladegeräts, die es an das angeschlossene Gerät abgibt. Aus den beiden Werten können Sie den Wirkungsgrad ermitteln.
Vergrößern Mit einem speziellen USB-Tester ermitteln Sie die Ausgangsleistung des Ladegeräts, die es an das angeschlossene Gerät abgibt. Aus den beiden Werten können Sie den Wirkungsgrad ermitteln.
© FNC

Aktuell gibt es auf dem Markt verschiedene Schnellladetechnologien, mittels derer die Hersteller eine schnelle Ladung der Geräte ermöglichen. Damit die Schnellladung gelingt, benötigen Sie aber ein kompatibles Ladegerät. Am weitesten verbreitet ist das Quick-Charge-Protokoll von Qualcomm, das in den Snapdragon-Prozessoren zum Einsatz kommt. Diese sind in vielen Android-Smartphones und -Tablets verbaut.

Wenn ein Smartphone mit einem kompatiblen Quick-Charge-Ladegerät verbunden ist, liefert dieses mehr Leistung, damit das angeschlossene Gerät schneller aufgeladen wird. Quick Charge 3.0 etwa erlaubt Ihnen das Laden von Smartphones in 30 Minuten auf bis zu 50 Prozent. Der neuere Quick- Charge-4.0-Standard schafft dies sogar binnen 15 Minuten. Quick Charge ist generell abwärtskompatibel, sodass die neueren Ladegeräte auch die älteren Standards unterstützen. Neben Quick Charge gibt es noch von Apple und Samsung eigene Protokolle, welche die Schnellladung erlauben. Achten Sie also bei der Auswahl des Ladegeräts darauf, dass dieses die von Ihnen benötigten Standards unterstützt, mindestens jedoch Quick Charge 3.0.

Wirkungsgrad: So effektiv arbeitet ein Ladegerät wirklich

Für die eigene Messung des Wirkungsgrades messen Sie mit einer intelligenten Steckdose oder einem Energiekostenmessgerät den Verbrauch des Netzteils.
Vergrößern Für die eigene Messung des Wirkungsgrades messen Sie mit einer intelligenten Steckdose oder einem Energiekostenmessgerät den Verbrauch des Netzteils.

Einen weiteren Faktor, den Sie neben dem Ladeprotokoll bei der Auswahl Ihres Netzteils beachten sollten, ist dessen Wirkungsgrad. Bei keinem Gerät kommt die volle Ausgangsleistung auch am Endgerät an. Ein Teil davon wird vom Netzteil in Wärmeenergie umgewandelt. Bei guten Geräten liegt der Wirkungsgrad über 85 Prozent. Falls Sie dies selbst bei Ihren vorhandenen Netzteilen nachvollziehen möchten, benötigen Sie ein Messgerät, welches die benötigte Leistung des Netzteils misst. Außerdem ist ein Gerät erforderlich, das am USB-C-PD-Port des Netzteils die Ausgangsleistung misst. Aus diesen beiden Werten können Sie den Wirkungsgrad berechnen.

Für die Messung an der Steckdose reicht hierbei ein Energiekostenmessgerät, das in zahlreichen Haushalten vorhanden ist. Intelligente Steckdosen liefern Ihnen ebenfalls diesen Messwert.

Für die Messung der Ausgangsleistung des Netzteils gibt es kleine, kompakte USB-Tester wie beispielsweise den FNC-88 . Letztere zeigen Ihnen unter anderem Ladestatus, Spannung, Strom und Leistung an. Darüber hinaus erfahren Sie, auf welches Schnellladeverfahren sich das Endgerät und das Netzteil verständigt haben. Ein solches Testgerät gibt es ab rund 20 Euro bei den gängigen Onlinehändlern.

Verlassen Sie sich allerdings nicht nur auf die technischen Angaben des Herstellers, wenn Sie sich auf die Suche nach dem passenden Netzteil begeben. Der Grund: Neben der vom Hersteller angegebenen theoretischen Ausgangsleistung spielt in der Praxis auch der Wirkungsgrad des Geräts eine Rolle. Vor allem bei kostengünstigeren Netzteilen kann es hier zu einem Verlust von bis zu 20 Prozent kommen.

Das Aukey PA-B6S ist ein Ladegerät direkt für die Steckdose und bietet insgesamt 90 Watt Leistung, wobei Ihnen über USB-C bis zu 60 Watt zur Verfügung stehen und über die USB-A-Anschlüsse bis zu 12 Watt.
Vergrößern Das Aukey PA-B6S ist ein Ladegerät direkt für die Steckdose und bietet insgesamt 90 Watt Leistung, wobei Ihnen über USB-C bis zu 60 Watt zur Verfügung stehen und über die USB-A-Anschlüsse bis zu 12 Watt.

Kaufberatung: Welches Netzteil ist das richtige für mich?

Damit haben Sie alle wichtigen Informationen an der Hand, um sich auf die Suche nach dem passenden Netzteil zu machen. Generell gibt es verschiedene Arten von Netzteilen wie zum einen reine USB-C-Netzteile und zum anderen Netzteile mit einer Kombination aus USB-C- und USB-A-Anschlüssen. Bei einem Netzteil mit mehreren Anschlüssen spielt nicht nur die Gesamtleistung eine wichtige Rolle, sondern auch die Leistung der einzelnen USB-Anschlüsse, wenn ein oder mehrere Geräte angeschlossen sind. Das Anker PowerPort+ Atom III ist etwa ein Ladegerät mit 60 Watt, wobei über USB-C 45 Watt zur Verfügung stehen und für die USB-A-Ports in Summe 15 Watt. Damit ist das Gerät nicht in der Lage, viele aktuelle Notebooks zu laden, obwohl es eine Gesamtleistung von 60 Watt bietet.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Wahl eines Netzteils ist der Formfaktor. Sie finden am Markt Wandgeräte, die direkt in die Steckdose gesteckt werden, aber auch Netzteile, die Sie auf Ihrem Schreibtisch platzieren können.

Kabel, die eine Leistung von 100 Watt unterstützen, sind für rund 10 Euro zu bekommen. Achten Sie dabei auf die Werte für die Spannung und die Stromstärke.
Vergrößern Kabel, die eine Leistung von 100 Watt unterstützen, sind für rund 10 Euro zu bekommen. Achten Sie dabei auf die Werte für die Spannung und die Stromstärke.

Auch das USB-Kabel spielt eine wichtige Rolle 

Wie bereits erwähnt, lässt der USB-C-PD-Standard derzeit lediglich eine Leistung von 100 Watt zu. Diese wird jedoch nicht von sämtlichen Kabeln unterstützt. Somit kann das Kabel zum limitierenden Faktor für die Aufladung werden. Achten Sie also auch hier beim Kauf auf die Werte für Strom und Spannung. Das Kabel sollte für eine Leistungsübertragung von 100 Watt eine Spannung von 20 Volt und eine Stromstärke von 5 Ampere unterstützen. Insbesondere kostengünstige Kabel sind normalerweise lediglich auf eine hohe Datenübertragungsrate hin ausgelegt, allerdings nicht auch auf die maximale Leistung.

Aktuelle Netzteile für Notebooks und Mobilgeräte im Überblick

Der Markt für Netzteile ist groß und unüberschaubar. Aus diesem Grund haben wir für Sie in der Tabelle unten eine kleine Übersicht aktueller Netzteile aus verschiedenen Kategorien zusammengestellt. Diese decken unterschiedliche Anforderungen ab. Sie sehen in der Übersicht nicht nur die Gesamtleistung des Geräts, sondern auch die maximale Leistung der einzelnen USB-Ports. Der angegebene Preis ist der aktuelle Straßenpreis. Oftmals gibt es jedoch bei Herstellern wie etwa Anker Rabattaktionen, bei denen Sie die Geräte um 20 bis 30 Prozent günstiger bekommen. An dieser Stelle kann sich somit ein wenig Geduld lohnen wie auch ein Blick auf ein Preisportal, über welches Sie den Preisverlauf der letzten Wochen und damit einen möglichen Tiefpreis ermitteln können.

Hersteller

Anker

Anker

Anker

Apple

Aukey

Aukey

Samsung

Ugreen

Ugreen

Produktbezeichnung

Nano

Powerport Atom III

Nano 2  

Power Adapter

PA-D5

PA-B6S

EP-TA800

Dual USB C

USB C Ladegerät

Straßenpreis

19,99

39,99

44,99

ca. 21 €

35,99

49,99

15

32,99

33,99

Leistung

20 Watt

65 Watt

65 Watt

20 Watt

63 Watt

90 Watt

25 Watt

66 Watt

65 Watt

Ports USB-C

1

1

1

1

2

2

1

2

3

Ports USB-A

3

1

1

Leistung USB-C

20 Watt

45 Watt

65 Watt

20 Watt

60 Watt

60 Watt

25 Watt

66/45 + 20 Watt

65 Watt

Leistung USB-A

20 Watt

45 Watt

max. 22,5 Watt

Form

Wand

Tisch

Wand

Wand

Wand

Wand

Wand

Wand

Wand

Fazit: Kein Netzteilchaos mehr dank USB-C-Universallösung

Die Entwicklung der letzten Jahre hat Bewegung in den Markt der Netzteile gebracht. Noch vor ein bis zwei Jahren musste man auf Reisen ein Netzteil für das Notebook und ein weiteres für die anderen Geräte mitnehmen. Inzwischen reicht ein kompaktes Ladegerät, das unterwegs alle Geräte aufladen kann. Und auch, wenn dies nur einen Anschluss hat, reicht es vollkommen für eine kurze Reise aus. Wenn dann im Büro noch ein zweites Modell mit genügend Leistung auf dem Schreibtisch stehen sollte, lassen sich daran auch mehrere Geräte parallel laden – und im Notfall auch mal ein Notebook.

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