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Test: Die besten Farblaser-Multifunktions-Drucker im Vergleich

19.09.2021 | 10:20 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Ein Farblaser-Multifunktionsdrucker ist mehr als ein Drucker, denn er kann zusätzlich kopieren, scannen und faxen. Dem Test stellen sich Farblaser-Kombis der Einsteigerklasse ab 250 Euro.

Der Farblaser-Drucker hat sich als Helfer am heimischen Arbeitsplatz etabliert. Reicht Ihnen das Drucken allein nicht aus, ist ein Farblaser-Multifunktionsgerät die Alternative. Es kann auch scannen, kopieren und eventuell sogar faxen. Trotz der vielen Funktionen sind Farblaser-Multifunktions-Drucker inzwischen recht kompakt gebaut. Gerade die Modelle der Einstiegsklasse lassen sich auf dem Schreibtisch oder direkt daneben unterbringen. Bitte beachten Sie: Seit vermehrt im Homeoffice gearbeitet wird und aufgrund zwischenzeitlicher Lieferengpässe steigen die Preise für die Modelle. Sie können sogar über der offiziellen UVP des Herstellers liegen. Bei rund der Hälfte der Geräte im Testfeld ist das der Fall. 

Unter den Farblaser-Multifunktions-Druckern im Test nutzt derzeit kein Modell Leuchtdioden (LED) zum Belichten. Vielmehr bauen alle Testteilnehmer auf Laserstrahl-Technik. Bekannt für LED-Technik ist der Hersteller Oki. Gleichzeitig sitzt bei der Mehrheit des Testfelds ein Single-Pass-Druckwerk im Gehäuse. Selbst im Einsteiger-Segment finden Sie Multi-Pass-Druckwerke inzwischen nur noch selten – das Modell HP Color Laser MFP 178nwg ist so ein Beispiel, dessen Druckwerk uns noch vom Samsung Xpress C480FW bekannt ist. Beim Nachfolger macht HP Abstriche in der Ausstattung und hebt die Seitenpreise sogar noch an. Grundsätzlich büßen Geräte mit diesem Druckwerkstyp im Farbdruck an Geschwindigkeit ein, denn die Farben werden nacheinander und nicht gleichzeitig übertragen.

Wichtig: Folgekosten bei Farblaser-Multifunktionsdruckern

Haben Sie Ihren Farblaser-Multifunktions-Drucker einmal angeschafft, wollen Sie ihn auch mehrere Jahre nutzen. Während dieser Zeit fallen neben dem Papier Zusatzkosten für Toner und Strom an.

Gerade wer viel druckt und kopiert, sollte auf die Seitenpreise achten. Günstige Schwarzweiß-Seiten liegen bei um die zwei Cent. Das unterbietet etwa der Multifunktionsdrucker Xerox Versalink C405dn mit 1,9 Cent pro ISO-A4-Seite. Hier verspricht der Hersteller, dass alle weiteren Komponenten wie Fixiereinheit und Bildtrommeln „bei durchschnittlicher Nutzung“ nicht getauscht werden müssen. Für den Resttonerbehälter gilt das aber nicht. Noch einen Tick günstiger ist das Modell Brother MFC-L8690CDW mit 1,8 Cent. Es erreicht die günstige Schwarzweiß-Normseite dank des Drucker-Airbags, der für die ersten 200.000 Seiten weitere Verbrauchsmittel wie etwa das Transportband abfedert.

Bei den Kosten für das Farbblatt erreicht momentan das Modell Xerox Versalink C405dn mit 10,8 Cent den niedrigsten Wert. Vertretbare Farbseitenpreise liegen im Vergleichstest bei gut 12 Cent - wie beim Kyocera Ecosys M5521cdw mit 12,7 Cent oder beim Lexmark MC3426adw mit 12,5 Cent. Dass HP inzwischen die Strategie geändert hat und mit durchaus hohen Seitenpreisen kalkuliert, zeigen neben dem schon erwähnten HP Color Laser MFP 178nwg mit 22,7 Cent auch die Kosten beim Modell HP Color Laserjet Pro MFP M183fw , für das sich eine ISO-Farbseite mit 21,9 Cent errechnet. Diese Farbseitenpreise sind umso bemerkenswerter, weil sie genauso wie die der Schwarzweiß-Seiten anhand von Tonerkartuschen mit den höchstmöglichen Reichweiten errechnet sind.

Der HP Color Laser MFP 178nwg bringt der Hersteller den Nachfolger für die beliebte Samsung-Xpress-C480-Modell auf den Markt und verteuert mit neuer Tonergeneration gleichzeitig die Seitenpreise.
Vergrößern Der HP Color Laser MFP 178nwg bringt der Hersteller den Nachfolger für die beliebte Samsung-Xpress-C480-Modell auf den Markt und verteuert mit neuer Tonergeneration gleichzeitig die Seitenpreise.
© HP

Auch bei den Farblaser-Mulfunktionsgeräten liegen wie bei den reinen Druckern weniger befüllte Starter-Toner im Paket. Hier entsprechen Reichweiten von 500 bis 700 Seiten pro Farbe geringen Füllmengen wie bei den Farbkartuschen des HP Color Laser MFP 178nwg. Eine mittlere Erstausstattung liegt bei 1000 bis 1200 Seiten pro Farbe wie etwa beim Kyocera Ecosys M5521cdw . Eine üppige Erstbefüllung stellen wir bei den Kombigeräten Brother MFC-L8690CDW und Xerox Versalink C405dn mit 3000 schwarzweißen und 1800 bzw. 2000 farbigen Blättern fest.Teils entspricht die Toner-Ausstattung ab Werk der Standard-Befüllung - dafür sind die Modelle Lexmark MC3426adw und HP Color Laserjet Enterprise MFP M480f aktuelle Beispiele.

Für einen geringen Stromverbrauch ist unter anderem entscheidend, dass sich der Farblaser-Multifunktions-Drucker nach dem Betätigen des Ausschalters komplett vom Netz trennt. Derzeit ist das etwa bei der Hälfte der Testkandidaten der Fall. Die andere Hälfte zieht Strom, wenn auch meist wenig. Zu den größten Verschwendern zählen derzeit der Xerox Versalink C405dn und HP Color Laser MFP 178nwg mit 0,3 Watt. Immerhin noch 0,2 Watt messen wir beim Xerox Workcentre 6515DNI . Dieses Modell ist für die Arbeitsgruppe gedacht und sollte eigentlich weniger verschwenderisch mit Energie umgehen. Noch den kleinsten Strombedarf im ausgeschalteten Zustand stellen wir bei den Testkandidaten Kyocera Ecosys M5521cdw und HP Color Laserjet Enterprise MFP M480f - hier zeigt das Messgerät jeweils 0,1 Watt an.

Beim Stromverbrauch im Energiesparmodus setzt derzeit das Modell HP Color Laserjet Enterprise MFP M480f mit 0,9 Watt den Bestwert. Richtige Energieverschwender in der Wartezeit zwischen den Druck-, Scan- und Kopierjobs sind inzwischen selten geworden. Im Schnitt liegt der Verbrauch zwischen 3 und 7 Watt.

Kaufberatung: Tinte oder Toner - den richtigen Drucker finden

Lärmentwicklung am Arbeitsplatz

Auch das Betriebsgeräusch ist ein wichtiges Auswahlkriterium bei Farblaser-Multifunktions-Druckern. Da Sie neben dem Drucken auch Scans ausgeben und darüber kopieren wollen, stehen die Gesellen dicht neben dem Schreibtisch oder sogar darauf. Unter den Testgeräten entpuppt sich das HP-Gerät Color Laserjet Pro MFP M183fw als wenig störend. Hier schalten die Lüfter sehr schnell ab, sobald der Druck- oder Kopiervorgang erledigt ist. In diesem Zustand sind sie außer für hoch sensible Anwender gar nicht wahrnehmbar. Gut hörbar sind dagegen die größeren Maschinen für mehrere Anwender wie Kyocera Ecosys M5521cdw, aber auch der HP Laserjet Enterprise MFP M480f. Hier dauert es, bis die Lüfter abschalten. Sie sollten besser im Gang aufgestellt werden. Manche Geräte bieten deswegen eine extra Taste, die den Energiesparmodus aktiviert.

Ganz grundsätzlich geht der Trend bei Farblaser-Multifunktions-Druckern zum schnellen Umschalten in den Energiesparmodus. Das mindert die Geräuschbelästigung und senkt gleichzeitig den Energiebedarf – hier schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Meist müssen Sie dazu keine Veränderung an den Werkseinstellungen vornehmen - wie etwa beim Lexmark MC3426adw.

Wichtig im Arbeitsalltag: schnelles Aufwachen aus dem Ruhemodus

Sie drucken, scannen, kopieren und faxen nicht permanent. Deshalb steht der Bürohelfer zwischendurch immer eine Weile still. Trotzdem soll er für den nächsten Druckauftrag flott wieder aufwachen, um die nächste Aufgabe - etwa einen Scan - zu erledigen. Wir testen diese Zeitspanne anhand einer Textseite aus dem Energiesparmodus. Gemessen wird nicht nur die Reaktion des Farblaser-Kombis, sondern die Dauer bis das fertig bedruckte Blatt in der Papierablage liegt. Mit 15 Sekunden erstaunlich schnell reagieren die Testkandidaten HP Color Laser MFP 178nwg und HP Color Laserjet Enterprise MFP M480f . Auch das Gerät Lexmark MC3426adw lässt sich mit 18 Sekunden nur einen Tick mehr Zeit. Am längsten benötigt das Xerox-Modell Versalink C405dn mit 31 Sekunden, um aus dem Schlafmodus in den Betriebsmodus umzuschalten und die Textseite auszugeben.

Qualität im Drucken, Scannen und Kopieren

Neben den genannten Faktoren bleibt die Qualität der Drucke, Scans und Kopien ein zentrales Kaufkriterium. Hier ist Aufatmen angesagt, denn keiner der getesteten Farblaser-Multifunktions-Drucker liefert im Test wirklich schlechte Ergebnisse ab. Der Grund: Die Druck-Einheiten kommen oft aus dem Single-Function-Bereich und haben sich bei den reinen Druckern bereits bewährt.

Die Stärke der Geräte mit zusätzlich eingebauten Scannern, Kopierern und Fax-Einheiten liegt im Textdruck mit scharfen Buchstaben und einer guten Tonerdeckung auf dem Blatt. Bei Farbe liefern die Multifunktions-Drucker größere Qualitätsunterschiede. Das kann sich auch ein und demselben Modell eines Herstellers bemerkbar machen. Beispiel HP: Drucken wir mit dem HP Color Laserjet Enterprise MFP M480f in den Werkseinstellungen, ist die Farboptimierung "HP Easy Color" aktiviert und erzeugt sehr helle, teils übertriebene Farben. Wenn wir die Funktion manuell im Treiber deaktivieren, erzeugt die Druckeinheit zwar dunklere, aber natürlichere Farbtöne.

Auch die eingesetzten Druckersprachen haben Einfluss auf die Farbaufbereitung eines Farblasers. PCL 6 ist hier die beliebteste Variante. Reine GDI-Drucker, die den Windows-Rechner zur Seitenaufbereitung nutzen, sind dagegen auf dem Rückzug. PS 3 (Postscript 3) wird in den meisten Fällen nur emuliert.

Alltagstauglich: Auch die Büroarbeiter liefern heutzutage ganz ordentliche Scanergebnisse, wie unser Ausschnitt zeigt. Allerdings dürfen Sie sich von der Tiefenschärfe nicht zu viel erwarten.
Vergrößern Alltagstauglich: Auch die Büroarbeiter liefern heutzutage ganz ordentliche Scanergebnisse, wie unser Ausschnitt zeigt. Allerdings dürfen Sie sich von der Tiefenschärfe nicht zu viel erwarten.

Auch im Scannen haben sich die Testteilnehmer verbessert. Ihre Qualität reicht für Büroaufgaben vollkommen aus. Für Scans, bei denen es auf Tiefenschärfe ankommt, eignen sich Farblaser-Multifunktionsgeräte weniger. Die Qualität der Scan-Einheit beeinflusst gleichzeitig auch die Güte der Kopien. Wiederum gilt: Bei Routinejobs im Arbeitsalltag können Sie sich auf Ihr Farblaser-Kombigerät verlassen.

Bessere Handhabung übers Mobilgerät

In letzter Zeit fällt auf, dass das Drucken und Scannen über Smartphone und Tablet auch bei den Ausgabegeräten fürs Büroumfeld immer populärer wird. Die Farblaser-Multifunktions-Drucker bieten allesamt Apps als Treiberersatz für das Mobilgerät. Dazu beherrschen sie nahezu durchgehend Apple Airprint und Mopria, um mit iOS- oder Android-Mobilgeräten zu kommunizieren.

Mehr App als klassischer Treiber: HPs Smart App sieht auf dem Windows-10-PC nahezu genauso aus wie auf einem Smartphone oder Tablet. Der Anwender soll sich sofort zurechtfinden.
Vergrößern Mehr App als klassischer Treiber: HPs Smart App sieht auf dem Windows-10-PC nahezu genauso aus wie auf einem Smartphone oder Tablet. Der Anwender soll sich sofort zurechtfinden.

HP geht in letzter Zeit noch einen Schritt weiter: So lässt sich die App "HP Smart" nun zusätzlich zum klassischen Treiber für Drucker und Scanner auf einem Windows-10-Rechner laden. Die App wird auch für die Mobilgeräte eingesetzt. Damit will der Hersteller erreichen, dass Sie sich sofort in der Anwendung zurechtfinden - egal, ob Sie Ihr Multifunktionsgerät über den PC oder das mobile Gerät ansteuern.

Außerdem liefern die Hersteller vermehrt flexible Management-Funktionen übers Netzwerk mit. So lassen sich beispielsweise Vorgänge automatisieren und als App am Gerät abrufen. Und auch fürs sichere Drucken ist stärker gesorgt. Dazu stehen in den Treibern gesonderte Funktionen bereit – wie etwa beim MC3426adw von Lexmark. Wiederum macht Hersteller HP hier einen weiteren Vorstoß: Beim Modell HP Color Laserjet Enterprise MFP M480f finden Sie im Webinterface zahlreiche Schutzfunktionen, die früher nur den nächsthöheren Modellen der Enterprise-Serien vorbehalten waren. Das sorgt einerseits für mehr Sicherheit beim Drucken. Andererseits setzt es beim Einrichten Admin-Erfahrung voraus.

Die detaillierten Testergebnisse finden Sie im Testbericht zu jedem Farblaser-Multifunktions-Drucker. Extra ausgezeichnete Testteilnehmer stellen wir hier kurz vor. 


Testsieger: Brother MFC-L8690CDW

Aktueller Testsieger
Vergrößern Aktueller Testsieger

Ein guter Arbeiter für den Büroeinsatz von Arbeitsgruppen. Hierfür bringt der Brother MFC-L8690CDW genügend Power mit, um auch umfangreiche Druck-, Scan- und Kopieraufträge verlässlich und in guter Qualität zu erledigen. Der Drucker-Airbag reduziert die Folgekosten in der ersten Zeit rein auf die Tonerkassetten. Das macht den Farblaser-Multifunktionsdrucker zu einem Gerät mit günstigen Seitenpreisen. Doch selbst danach wird er nicht unverschämt teuer im Unterhalt. Die Ausstattung ist gut. Praktisch ist der Dual-Scanner, der sich auch bedienfreundlich einsetzen lässt.

Ausführlicher Testbericht: Brother MFC-L8690CDW

Preis-Leistungs-Sieger: Kyocera Ecosys M5521cdw

Aktueller Preis-Leistungs-Sieger
Vergrößern Aktueller Preis-Leistungs-Sieger

Das Farblaser-Multifunktionsgerät ist auf den Einsatz im Netzwerk ausgelegt. Die Einrichtung ist etwas kompliziert. Das hätte der Hersteller einfacher lösen können. Allerdings lassen sich viele Funktionen einstellen, die im Büroalltag nützlich sind wie Scanordner oder Drucken per PIN. Die Verbrauchskosten konzentrieren sich rein auf den Toner und fallen daher günstig aus. Sie können den Multifunktionsdrucker mit Fax-Funktion in zwei Garantievarianten erwerben – einmal mit zwei Jahren Herstellergarantie, die die Trommel- und Entwicklereinheit mit einbezieht, einmal mit Kyo Life. Im letzteren Fall zahlen Sie mehr für das Gerät, erhalten jedoch eine bis zu fünfjährige Garantie inklusive Vor-Ort-Service dazu. Das kann sich gerade bei einem Multifunktionsgerät im Büroeinsatz lohnen.

Ausführlicher Testbericht:   Kyocera Ecosys M5521cdw

Attraktiver Preis: HP Color Laser MFP 178nwg

Auszeichung Attraktiver Preis
Vergrößern Auszeichung Attraktiver Preis

Wie bei den Samsung-Vorgängern wäre der HP Color Laser MFP 178nwg aufgrund seiner kompakten Gerätemaße eigentlich ein ideales Farblaser-Multifunktionsgerät für den heimischen Arbeitsplatz. Dabei kann es auch direkt neben Ihnen stehen, da das Modell im Ruhemodus so leise ist, dass Sie es auch dann nicht wahrnehmen, wenn Sie sehr sensibel auf Geräusche reagieren. Gegen den Multifunktionsdrucker sprechen jedoch die Folgekosten. Sie sind noch höher als bei den Vorgänger-Geräten wie etwa dem Samsung Xpress C480fw, der auch nicht gerade günstig im Tonernachkauf ist. Sind Ihnen die Seitenpreise egal, da Sie nur selten drucken und kopieren, kann das HP-Modell in Frage kommen, denn es ist für ein Farblaser-Multifunktionsgerät sehr preiswert in der Anschaffung.

Ausführlicher Testbericht: HP Color Laser MFP 178nwg

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