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Test: Seat mit Alexa, Carplay, Android Auto, Navi, CD & Radio

27.02.2019 | 09:42 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Sie können im Seat sogar Alexa nutzen. Doch auch ohne Amazons Sprachassistentin bietet Seat ein solides Infotainmentsystem mit vier unterschiedlichen Sprachsteuerungssystemen. Wir machen den Test im Seat Arona mit Media System Plus und Media-Control-App.

Welche Möglichkeiten stehen dem Fahrer eines Seat Arona bei Unterhaltung und Navigation zur Verfügung? Was sind die Stärken und Schwächen von Seats Infotainmentsystem ? Wir haben den Test gemacht.

Preis: Rund 1000 Euro

Testbasis ist ein Arona Beats 1.0 Eco TSI Start&Stop (85 kW / 115 PS) 999 ccm 7-Gang-DSG zum Basispreis von 24.345 Euro. Das Media-System im Seat Arona besitzt in der größten Ausbaustufe des Connectivity-Pakets Plus (890 Euro Aufpreis) einen 8-Zoll-Touchscreen (Standard: 6,5 Zoll), der auf Fingereingaben flott reagiert. In diesem Paket sind außerdem DAB+, Virtual Cockpit, Full Link (Carplay, Android Auto und Mirrorlink) und WLAN enthalten. Für die Navigationskarte für Europa werden 120 Euro extra fällig. Sechs Lautsprecher, 300-Watt-Verstärker und Highend-Subwoofer sind außerdem im Ausstattungspaket Beats enthalten.

Die Connectivity Box aus dem Connectivity Paket Plus lädt Smartphones kabellos nach dem Qi-Standard auf.
Vergrößern Die Connectivity Box aus dem Connectivity Paket Plus lädt Smartphones kabellos nach dem Qi-Standard auf.
© Seat

Das Media-System Plus wird noch durch eine Connectivity-Box zum kabellosen Aufladen des Smartphones und mit einer Außenantennen-Anbindung ergänzt. Diese Ladefläche befindet sich am vorderen Ende der Mittelkonsole. Die Qi-Lademöglichkeit ist im Preis des Connectivity-Pakets Plus enthalten.

Das Virtual Cockpit kann auch ganz anders als wie hier auf dem Foto aussehen.
Vergrößern Das Virtual Cockpit kann auch ganz anders als wie hier auf dem Foto aussehen.

Hardware: 8-Zoll-Touchscreen, Virtual Display, Lenkradtasten

Sie bedienen das Infotainmentsystem Media System Plus in erster Linie über den gut erreichbaren 8-Zoll-Touchscreen und die Menütasten links und rechts des Bildschirms. Zur Lautstärkenregulierung gibt es auch noch einen Dreh- und Drückknopf links vom Bildschirm. Rechts vom Bildschirm ist ein weiterer Dreh- und Drückknopf, mit dem Sie zum Beispiel in der Navigationskarte ein- und auszoomen können.

Der Touchscreen.
Vergrößern Der Touchscreen.
© Seat

Daneben stehen auch ergonomisch gelungene Lenkradtasten und eine Sprachsteuerung für Navigation, Telefonie und Radio zur Verfügung. Die Sprachsteuerung starten Sie mit einem Druck auf die Sprachsteuerungstaste links im Lenkrad. Die Sprachsteuerung funktioniert in der Regel gut, einige wenige Male verstand sie unsere Befehle aber nicht beim ersten Mal. Insgesamt können Sie im Seat vier unterschiedliche Sprachsteuerungssysteme nutzen : Seats eigenes System, Google Assistant, Siri und Alexa.

Die grundsätzliche Funktionsweise des Infotainmentsystems von Seat stellen wir in diesem Test auf der Basis des Media System Plus im Seat Ibiza Connect ausführlich vor (die damalige Karussell-Ansicht ist allerdings jetzt einer Kachel-Ansicht gewichen).

Neben dem 8-Zoll-Farb-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts befindet sich direkt vor dem Fahrer noch ein Virtual Cockpit. Für die Anzeige von Tachometer, Drehzahlmesser und Bordcomputer stellt es unterschiedliche Darstellungsformen zur Verfügung. Außerdem können Sie sich zum Beispiel Navigationspfeile oder die komplette Navigationskarte im Virtual Cockpit anzeigen lassen. Ein Head-up-Display fehlt im Seat allerdings, außerdem verbaut Seat keine SIM-Karte im Fahrzeug. Alle Datenverbindungen laufen also über das gekoppelte Smartphone.

Der Touchscreen.
Vergrößern Der Touchscreen.
© Seat

Navigation: Solide, aber ohne Highlights

Die Navigation stellt die gewohnten Funktionen wie Abbiege- und Spur-Assistent, Tag-Nachtumschaltung oder Turn-by-Turn-Sprachanweisungen zur Verfügung. Eine peppige Google-Street-View- oder Google-Maps-Satellitenansicht gibt es aber nicht.
Verkehrslagedaten stehen nur via TMC/TMC Pro zur Verfügung, sind also etwas ungenau. Die Navigationskarte lässt sich zwischen Virtual Cockpit und 8-Zoll-Touchscreen hin und herschieben; zeitgleich können Sie die Karte aber nicht auf beiden Bildschirmen darstellen lassen. Stauinfos sind über den Eintrag im eingeblendeten Zusatzfenster auf der Navigationskarte sofort aufrufbar.
Sie können Navigationsziele per Touch oder per Sprache eingeben. Die Zieleingabe per Sprache ist zwar etwas langsam, klappt aber in der Regel zuverlässig.

Navigationskarte auf dem 8-Zoll-Touchscreen. Links das eingeblendete Fenster mit Zusatzinformationen.
Vergrößern Navigationskarte auf dem 8-Zoll-Touchscreen. Links das eingeblendete Fenster mit Zusatzinformationen.

Unterhaltung

Neben Radio inklusive DAB+ und Audio-Streaming vom Smartphone steht auch ein im Handschuhfach verbauter CD-Player zur Verfügung. Außerdem gibt es USB-Ports, SD-Karten-Slots und Aux-in-Schnittstelle. Für die Auswahl des Radiosenders stehen Sprachbefehle zur Verfügung. Sie drücken also die Sprachsteuerungstaste links im Lenkrad und sagen danach „Radio, Sender Bayern 1“. Danach sollte dieser Sender zur Verfügung stehen. Webradio steht nicht zur Verfügung (außer via Alexa/Media Control App, Carplay oder Android Auto).

Freisprechanlage

Sie können problemlos über die Freisprechanlage des Media System Plus telefonieren. Das klappt sowohl per Sprachsteuerung als auch per Touch-Bedienung. Für Anrufe stehen die Kontakte das Smartphone-Telefonbuchs zur Verfügung, Sie können aber auch beliebige Telefonnummern eingeben.

Amazon-Alexa-App auf einem HTC-Smartphone.
Vergrößern Amazon-Alexa-App auf einem HTC-Smartphone.

Alexa im Seat

Seat dürfte im deutschsprachigen Raum der erste Automobil-Hersteller sein, der es dem Fahrer ermöglicht, vom Infotainmentsystem seines Fahrzeugs aus Sprachbefehle an Alexa zu schicken. Allerdings integriert Seat Amazons Sprachassistentin nicht direkt in das Seat-Infotainmentsystem ( wie es zum Beispiel Audi und BMW planen ), sondern stattdessen in seine Media-Control-App. Sie können Alexa also nur verwenden, so lange Sie Ihr Smartphone mit der Seat-Media-Control-App mit dem Infotainmentsystem des Seats über WLAN gekoppelt haben. Zudem steht die Alexa-Funktion derzeit nur für die Android-Version der Media-Control-App zur Verfügung, für die iOS-Version der App will Seat diese Funktion erst noch liefern.

Test: Wir haben die Seat-Integration getestet, unseren Testbericht dazu inklusive Videos finden Sie hier.

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Sie können Alexa im Seat genauso wie zu Hause mit einem Echo nutzen. Also Alexa nach dem Wetter fragen, Termine planen, bei Amazon einkaufen, Musik abspielen oder die Verkehrslage abfragen. Sie können sogar die Hue-Leuchten bei sich zu Hause vom Auto aus steuern.

Um Alexa nutzen zu können, müssen Sie Smartphone und Media System Plus via WLAN verbinden.
Vergrößern Um Alexa nutzen zu können, müssen Sie Smartphone und Media System Plus via WLAN verbinden.

Carplay und Android Auto

Neben Alexa sind Carplay und Android Auto sicherlich die wichtigsten Technologien für Smartphone-Besitzer. Beide funktionieren wie gewohnt und zwar kabelgebunden. Wireless Carplay gibt es also nicht.

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Fazit

Seat bietet im Arona ein solides umfassendes Infotainment-Paket zu einem akzeptablen Preis. Besonders gut gefällt die einfache und sichere Bedienung: Alle wesentlichen Funktionen sind leicht erreichbar und teilweise auch blind bedienbar wie die Lautstärkeregelung. Die Sprachsteuerung erreicht zwar nicht die Leistungsfähigkeit wie bei MBUX in der Mercedes A-Klasse , sie ist aber umfassender als beispielsweise im Mazda 6, bei dem es das Infotainmentsystem allerdings fast geschenkt mit dazu gibt. Gerade für Technik-Fans und jüngeres Publikum dürfte die gelungene Alexa-Integration ein spannendes Extra sein.

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