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Neue Test-Plattform - so prüft PC-WELT Prozessoren auf Herz und Nieren

28.01.2020 | 12:00 Uhr | Sebastian Schenzinger

Um dem stetigen Wandel auf dem Hardware- und Software-Markt nachzukommen, hat PC-WELT die Art und Weise, wie wir Prozessoren testen, von Grund auf überarbeitet. In diesem Artikel legen wir Ihnen offen, wie unsere Testresultate zu Stande kommen.

Die grundlegende Voraussetzung für aussagekräftige Benchmark-Ergebnisse ist ein einheitliches Test-Setup und Testverfahren. Dabei darf unser Benchmark-System die zu testende Hardware zu keinem Zeitpunkt ausbremsen. Im gleichen Zuge muss jedoch die ausgeführte Software eine maximal anliegende Auslastung erzeugen. Dementsprechend kommen nur die leistungsstärkste Hardware und die anspruchsvollsten Anwendungen in Frage. Gemäß diesen Anforderungen haben wir zwei neue Test-Benches und ein umfangreiches Testverfahren ausgearbeitet.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei den jeweiligen Herstellern für die Bereitstellung der Test-Hardware bedanken, der Test-Bench hat uns Caseking zur Verfügung gestellt.

Den Praxisbezug nicht verlieren

Es ist eine Gratwanderung ein neues Technikprodukt so umfassend und schnell wie möglich zu testen, dabei jedoch den Praxisbezug nicht zu verlieren. Schließlich ist nicht jeder dazu bereit mehrere tausend Euro für seinen neuen PC in die Hand zu nehmen. Dennoch müssen wir sicherstellen, dass beim Testen eines neuen Prozessors, keine andere Hardware-Komponente wie die Grafikkarte oder der Arbeitsspeicher die CPU ausbremsen.

CPU- und Grafikkarten-Tests sind bei auf unserem Kanal in letzter Zeit leider etwas eingeschlafen - aber das ändert sich jetzt! Basti hat sich in den letzten Wochen in sein Büro eingeschlossen und ein Testverfahren entwickelt, mit dem wir ab sofort Prozessoren und Grafikkarten so richtig auf Herz und Nieren testen werden. Wichtig war uns dabei natürlich vor allem, objektive und vergleichbare Werte zu erhalten - aber auch die Praxisnähe und der Preis-Leistungs-Aspekt sollte nicht zu kurz kommen. Welche Hardware wir nutzen und welche Software bei unserem Benchmark-Setup zum Einsatz kommt, zeigt Euch Basti in diesem Video.

► So testen wir CPUs - alle Details zum Nachlesen:
www.pcwelt.de/2250520

► So testen wir Grafikkarten - alle Details zum Nachlesen:
www.pcwelt.de/223474

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► ► Unsere Test-Hardware:

► Benchtable Lian Li PC-T70X:
bit.ly/37QcDFA

► ASUS ROG Strix Z390-E Gaming (Intel):
amzn.to/36XVlVD

► ASUS ROG Strix X570-E Gaming (AMD):
amzn.to/2OqnTkl

► Intel Core i9-9900K:
bit.ly/2UixzRL

► Corsair Hydro H150i Pro:
amzn.to/2Uo07cy

► be quiet! Dark Rock Pro 4:
amzn.to/2toebHS

► G.Skill Trident Z Royal:
amzn.to/2OpeJEF

► WD Black SN750:
amzn.to/2vN4V0T

► SanDisk Ultra 3D:
amzn.to/392gMGI

► Seasonic Focus Plus Platinum 750W:
amzn.to/2UkyhxV

► be quiet! Silent Wings 3:
amzn.to/37V580e

Demensprechend teure Hardwarekomponenten kommen bei unseren Test-Systemen zum Einsatz. Wir haben bei der Auswahl der Hardware-Komponenten jedoch die derzeit beliebtesten Produkte berücksichtigt und nicht einfach zum teuersten High-End-Produkt gegriffen. Damit alle Prozessoren untereinander vergleichbar bleiben, kommt immer das gleiche Test-System zum Einsatz.

Die Schaltzentrale: ASUS ROG Strix E Gaming

Mainboard für die Intel-CPUs: ASUS ROG Strix Z390-E Gaming
Vergrößern Mainboard für die Intel-CPUs: ASUS ROG Strix Z390-E Gaming
© ASUS

Da Prozessoren von Intel nach wie vor die höchste Leistung in Spielen erbringen, fiel unsere Wahl für den Grafikkarten-Test-Bench auf den Sockel 1151 v2 mit einem Z390-Chipsatz. Konkret handelt es sich bei dem Mainboard um ein ROG Strix Z390-E Gaming von ASUS für 230 Euro. Dieses bildet gleichzeitig auch das Grundgerüst für die Tests der Intel Prozessoren aus der aktuellen neunten Generation. Für die Tests der AMD-Prozessoren kommt das entsprechende Pendant mit AM4-Chipsatz zum Einsatz, das ASUS ROG Strix X570-E Gaming .

Mainboard für die AMD-CPUs: ASUS ROG Strix X570-E Gaming
Vergrößern Mainboard für die AMD-CPUs: ASUS ROG Strix X570-E Gaming
© ASUS

Auf beiden Mainboards lässt sich der Arbeitsspeicher mit mehr als 4000 MHz Speichertakt dank XMP-Profil betreiben. Durch die Unterstützung von Nvidia SLI und AMD CrossfireX können wir auch Grafikkarten-Verbunde testen.  Für eine hervorragende Übertaktbarkeit der Test-Samples sorgt eine üppige Spannungsversorgung mit gutem Kühlsystem. Unsere M.2-System-SSD verschwindet unter einem Passivkühler. Die Ausstattung runden der moderne USB-C-Anschluss, ein WLAN-Modul und die RGB-Beleuchtung ab.

Luftkühler für die CPU-Tests: be quiet! Dark Rock Pro 4

Der Luftkühler be quiet Dark Rock Pro 4 kann eine thermische Verlustleistung von bis zu 250 Watt abführen.
Vergrößern Der Luftkühler be quiet Dark Rock Pro 4 kann eine thermische Verlustleistung von bis zu 250 Watt abführen.
© be quiet!

F ür AMDs erst kürzlich veröffentlichtes Flaggschiff, den Ryzen 9 3950X, empfiehlt der Hersteller ausdrücklich die Verwendung einer AiO-Wasserkühlung mit mindestens 280 Millimeter Radiatorfläche. Da viele Anwender aber nach wie vor davor zurückscheuen, sich eine Flüssigkeitskühlung in ihren PC zu installieren, und auch nicht alle Gehäuse genügend Platz für einen Radiator bieten, setzen wir ganz bewusst auf einen Luftkühler. Mit einem Anschaffungspreis von 70 Euro ist der be quiet! Dark Rock Pro 4 zudem deutlich günstiger als die beliebtesten AiO-Kühlungen. Der be quiet! Dark Rock Pro 4 ist in der Lage eine thermische Verlustleistung von bis zu 250 Watt abzuführen und eignet sich damit auch bestens für die Kühlung von übertakteten Prozessoren.

Hoher Speichertakt und niedrige Latenzen: G.Skill Trident Z Royal gold

D em Prozessor stehen zwei Speicherriegel des Typs G.Skill Trident Z Royal mit je acht Gigabyte Kapazität zur Seite, also insgesamt 16 GB. Die Speicherriegel takten standardmäßig mit einer Frequenz von 3600 MHz bei einer Latenz von 16-16-16-36. Diese Einstellung sorgt in Spielen für sehr hohe FPS-Zahlen und bleibt aus Preis-Leistung-Sicht dennoch in einem guten Bereich.

Sieht nicht nur schick aus, sondern überzeugt auch mit den technischen Details: Die beiden G.Skill Trident Z Royal gold Module betreiben wir mit 3200 MHz bei CL14.
Vergrößern Sieht nicht nur schick aus, sondern überzeugt auch mit den technischen Details: Die beiden G.Skill Trident Z Royal gold Module betreiben wir mit 3200 MHz bei CL14.
© G.Skill

Speicherhungrige Anwendungen wie Videoschnitt- oder 3D-Rendering-Programme profitieren dagegen mehr von kurzen Zugriffszeiten, denn von einem hohen Speichertakt. Dementsprechend passen wir die Taktrate bei der CPU-Test-Plattform auf 3200 MHz an und setzen die Latenz auf 14-14-14-34. Beim sehr beliebten CPU-Test Cinebench erzielen wir dadurch auch etwas bessere Ergebnisse. Da nicht jeder RAM und jedes Mainboard solch straffe Timings unterstützen, sollten Sie auf jeden Fall Stabilitätstests durchführen, ob das System mit diesen Einstellungen stabil läuft.
 
Die Übertaktung des Arbeitsspeichers geht Dank dem XMP 2.0 Profil leicht von der Hand. Highlight des Arbeitsspeichers G.Skill Trident Z Royal ist aber definitiv die Gold-Diamant-Optik mit RGB-Beleuchtung. Ob sie dem Anwender gefällt, ist und bleibt jedoch Geschmackssache. Der Preis für ein solches DIMM Kit beträgt aktuell 200 Euro.

Das Grafikmonster: Nvidia GeForce RTX 2080 Ti

Die derzeit beste Gaming-GPU: Nvidia GeForce RTX 2080 Ti
Vergrößern Die derzeit beste Gaming-GPU: Nvidia GeForce RTX 2080 Ti
© Nvidia

G enau wie bei den GPU-Tests müssen wir auch bei den CPU-Tests auf Nummer sicher gehen, dass keine andere Komponente der limitierende Faktor ist. Gerade Spiele fordern die Grafikkarte nämlich deutlich mehr als den Prozessor. Wir hatten also gar keine andere Wahl als auf die derzeit schnellste Gaming-GPU, die Nvidia GeForce RTX 2080 Ti , zu setzen. Die rohe Rechenleistung der Grafikkarte liegt bei satten 14.23 Terraflops und sie kann auf üppige elf Gigabyte GDDR6 Videospeicher zurückgreifen. Das ist auch für die immer beliebter werdende 4K-Auflösung genügend VRAM. Die neue Echtzeit-Raytracing-Technik von Nvidia ist ebenso an Board, um für ein noch immersiveres Gaming-Erlebnis zu sorgen. Die Leistung der GeForce RTX 2080 Ti hat jedoch ihren Preis, denn die Grafikkarte kostet immer noch 1100 Euro.

Viel Speicher für Anwendungen und Ergebnisse: WD Black SN750 & SanDisk Ultra

Mit dem M.2-Modul WD Black SN750 von Western Digital sind wir rasend schnell unterwegs.
Vergrößern Mit dem M.2-Modul WD Black SN750 von Western Digital sind wir rasend schnell unterwegs.
© Western Digital

A ls Systemplatte kommt die Westen Digital WD Black SN750 SSD mit 1 TB Speicher zum Einsatz. Dank des NVMe-Protokolls liest die SSD mit bis zu 3470 MB/s und schreibt mit bis zu 3000 MB/s. Dieser hohe Datendurchsatz ist wichtig, da wir oftmals das Betriebssystem, Spiele oder Anwendungen neu installieren müssen und wir uns hierbei viel Zeit sparen können. Auf Grund der Tatsache, dass Spiele heutzutage immer mehr Speicher benötigen, reizen wir die vorhandene Speicherkapazität von 1 TB nahezu vollkommen aus. Preispunkt der WD Black SN750 : 180 Euro.

Die SanDisk Ultra 3D dient der Auswertung der Testergebnisse.
Vergrößern Die SanDisk Ultra 3D dient der Auswertung der Testergebnisse.
© SanDisk

Sämtliche relevanten Installationsdateien, Testergebnisse und Screenshots sichern wir auf der SATA-SSD SanDisk Ultra 3D mit 1 TB Speicher. Mit einer Leserate von bis zu 560 MB/s und einer Schreibrate von bis zu 530 MB/s zählt diese zu den schnellsten Vertretern der SATA-SSDs. Für die SanDisk Ultra 3D SSD zahlen Sie aktuell 120 Euro.

Platinum-Netzteil mit Hardware-Award: Seasonic Focus Plus Platinum

2018 mit dem European Hardware Award ausgezeichnet: Seasonic Focus Plus Platinum 850W
Vergrößern 2018 mit dem European Hardware Award ausgezeichnet: Seasonic Focus Plus Platinum 850W
© Seasonic

F ür eine stabile Stromversorgung der Testplattform sorgt das vollmodulare Netzteil Seasonic Focus Plus Platinum . Das 850-Watt-Netzteil trägt die elitäre Zertifizierung 80-Plus-Platinum, arbeitet also ab 20 Prozent Auslastung mit einer Effizienz von mindestens 92 Prozent. Bei einer Auslastung zu 50 Prozent liegt der Wirkungsgrad sogar bei über 94 Prozent. Für die Focus Plus Serie hat Seasonic im Jahr 2018 die Auszeichnung „Best PSU Series“ von den European Hardware Awards erhalten. Der Semi-passiv-Lüftermodus erlaubt einen lautlosen Betrieb bei niedriger bis mittlere Auslastung. Das alles hat seinen Preis von 160 Euro pro Seasonic Focus Plus Platinum 850W .

Benchtable mit Abdeckung: Lian Li PC-T70X

Dank dem Test-Bench Lian Li PC-T70X sind die Hardwarekomponenten einfach zugänglich.
Vergrößern Dank dem Test-Bench Lian Li PC-T70X sind die Hardwarekomponenten einfach zugänglich.
© Lian Li

D ie gesamte Hardware findet Platz auf dem Test-Bench Lian Li PC-T70X , das komplett aus massivem Aluminium besteht und einen einfachen Zugang zu allen Komponenten erlaubt. Die AiO-Wasserkühlung des Grafikkarten-Test-Setups findet dabei im unteren Bereich des Gehäuses seinen Platz, wodurch keine Störgeräusche bei der Lautstärkemessung entstehen. Für einen realitätsnahen Gehäuseaufbau mit natürlichem Airflow soll die dazugehörige Abdeckung T70-1X sorgen, diese ist jedoch aktuell von Lian Li leider nicht lieferbar. Ein gesamter Benchtable inklusive Abdeckung ist ab 130 Euro erhältlich.

Natürlicher Airflow: be quiet! Silent Wings 3

Die flüsterleisen Kühler des Testsystems: be quiet! Silent Wings 3
Vergrößern Die flüsterleisen Kühler des Testsystems: be quiet! Silent Wings 3
© be quiet!

F ür einen natürlichen Airflow sorgen vier Lüfter des Typs be quiet! Silent Wings 3 . Dabei dienen jeweils zwei Lüfter der Zuführung von Frischluft beziehungsweise der Absaugung aus dem Gehäuse. Dank ihrer PWM-Ansteuerung kühlen die Lüfter die Testsysteme quasi lautlos und nehmen somit keinen negativen Einfluss auf die Lautstärkemessungen. Mit einem Stückpreis von 20 Euro pro be quiet Silent Wings 3 , erhöht sich der Preis für unsere Testsystem jeweils noch einmal um 80 Euro.

4K-Monitor mit G-Sync: ASUS ROG Swift PG27AQ

4K-Monitor mit Nvidia G-Sync: ASUS ROG Swift PG27AQ
Vergrößern 4K-Monitor mit Nvidia G-Sync: ASUS ROG Swift PG27AQ
© ASUS

Für die Bildausgabe ist der 27 Zoll große Monitor ASUS ROG Swift PG27AQ zuständig. Die Auflösung liegt bei 3840 x 2160 Bildpunkten (4K), das ist nötig um Spiele in höheren Auflösungen testen zu können. Dank des IPS-Panels bietet der Bildschirm eine gute Farbwiedergabe auch bei seitlicher Bildbetrachtung. Für eine Synchronisierung der Bildwiederholrate des Monitors mit der Grafikkarte sorgt das integrierte G-Sync-Modul, wodurch sich der 900 Euro teure ASUS ROG Swift PG27AQ auch ideal für Gamer eignet.

Wertungskategorien und Testverfahren

Genauso wie bei den Grafikkarten legen wir auch bei den Prozessoren viel Wert auf Spieletests. Hinzu kommen Single-Core und Multithreading-Tests um die Geschwindigkeit der CPUs in aufwendigen Szenarios auszuloten. Bei der Gesamtbewertung spielen außerdem die Temperaturentwicklung und die Leistungsaufnahme eine Rolle. Zudem geben wir die erreichten Single-Core und Multi-Core-Taktraten mit an.

BIOS-Einstellungen und Treiberversion

F ür die Prozessortests deaktivieren wir alle BIOS-Einstellungen, welche die CPU automatisch übertakten, Stichwort Precision Boost Overdrive. Die automatische Übertaktung hängt nämlich von der Spannungsversorgung und der Kühlung ab und spiegelt somit nicht die vom Prozessorhersteller angegebene Leistung wider. Zudem aktivieren wir das XMP-Profil unseres Arbeitsspeichers, konkret taktet dieser mit 3200 MHz bei einer Latenz von 14-14-14-34. Damit die CPUs bei geringer Auslastung heruntertakten und dadurch weniger Strom benötigen, aktivieren wir die Global-C-States. Die vier angeschlossenen Lüfter sowie die AiO-Wasserkühlungen regeln wir mittels des PWM-Signals und wählen im BIOS den Silent-Betrieb. Die verwendete BIOS-Version der ASUS-Mainboards trägt die Nummer 1302 (Intel 1151 v2) beziehungsweise 1403 (AMD AM4). Als Betriebssystem kommt Windows 10 Pro 1909 mit der Buildversion 18363.476 zum Einsatz. Die Treiberversion des Nvidia Treibers lautet 441.12.

Welche Spiele testest PC-WELT und was gilt es dabei zu beachten?

A ls Spiele haben wir uns folgende, grafisch sehr anspruchsvolle Titel herausgesucht: Assassin’s Creed Odyssey, Borderlands 3, Civilization VI Gathering Storm, F1 2019, Far Cry 5, Forza Horizon 4, Metro Exodus, Red Dead Redemption 2, Shadow of the Tomb Raider und The Division 2. Wie Sie vermutlich festgestellt haben, handelt es sich bei allen Titeln um Singleplayer-Spiele. Das liegt daran, dass in Multiplayer-Spielen die Szenen nicht reproduzierbar sind. 

Die zehn Spiele des PC-WELT Test-Parcours in der Übersicht.
Vergrößern Die zehn Spiele des PC-WELT Test-Parcours in der Übersicht.

Ein Beispiel: wir spielen eine Runde CoD MW und lassen ein Skript die Spielfigur steuern, um eine vergleichbare Szene zu erhalten. Beim zweiten Testdurchlauf sterben wir jedoch bereits nach 20 Sekunden, wodurch wir respawnen und unser Benchmark-Ergebnis sich verfälscht. Selbst bei den Single-Player-Titeln haben wir einen nicht direkt reproduzierbaren Einfluss und zwar die KI. Wenn wir einen Kampf starten und immer genau gleich agieren, zeigt die KI dennoch unterschiedliche Reaktionen.

Die Spielwelt in GTA V erschiein vor allem durch die KI und den Tag-Nacht-Rythmus so richtig lebendig.
Vergrößern Die Spielwelt in GTA V erschiein vor allem durch die KI und den Tag-Nacht-Rythmus so richtig lebendig.
© Rockstar Games

Genauso bewegen sich Menschen oder Autos in dicht besiedelten Städten nicht immer auf die gleiche Art und Weise. Und bei Spielen mit einem dynamischen Tag-Nacht-Rhythmus kann es sein, dass, wenn wir denselben Spielstand mehrmals hintereinander laden, es unterschiedlich lange dauert, bis sich die Tageszeit im Spiel verändert. All das hat Auswirkungen auf unsere Messergebnisse, weshalb wir uns dazu entschieden haben, ausschließlich die integrierten Spielebenchmarks zu verwenden, weil diese einen fest bestimmten Ablauf bieten. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie zu Hause ganz einfach den Benchmark mit den gleichen Einstellungen durchführen können, um Ihre Resultate anschließend zu vergleichen.

Natürlich gibt es bei dieser Messmethodik auch Nachteile. In manchen Fällen haben die Spieleentwickler die Benchmarks entsprechend optimiert, wodurch sie nicht die tatsächlichen Ingame-FPS-Werte widerspiegeln. Genauso lassen sich die oben aufgeführten Argumente auch negativ ausführen, weil wir den wichtigen Faktor KI bei unseren Messungen vernachlässigen. Letztendlich interessant ist aber der direkte Vergleich zu den Konkurrenzprodukten und da wir alle Prozessoren nach denselben Parametern testen, ist dieser Wert durchaus aussagekräftig.

Die Leistung des Prozessors, welcher im Durchschnitt über die zehn Spiele die höchsten FPS-Werte erzielt, legen wir als 100 Prozent fest. Davon ausgehend berechnen wir, um wie viel Prozent die anderen CPUs langsamer sind. Somit ist für Sie auf einen Blick erkenntlich wie viel Mehrleistung Sie durch ein Prozessoren-Upgrade erwarten können. Zuletzt beziehen wir noch die aktuellen Straßenpreise mit ein und bewerten alle CPUs nach ihrem Leistung-pro-Euro-Verhältnis.

In welcher Auflösung führt PC-WELT die Spieletests durch?

I n den meisten modernen Spielen ist nicht der Prozessor, sondern die Grafikkarte der limitierende Faktor. Dementsprechend schwierig ist es, eine CPU auf ihre Gaming-Tauglichkeit hin zu testen. Wenn wir die Grafikkartenleistung so weit wie möglich aus der Gleichung herausnehmen wollen, dann müssen wir die Auflösung so gering wie möglich wählen, konkret 1280 x 720 Bildpunkte.

Allerdings hat unsere Community den Einwand gebracht, dass in einer so geringen Auflösung nur noch die wenigsten Personen spielen und dementsprechend der Realitätsbezug fehlt. Da wir versuchen unsere Tests immer möglichst praxisnah zu gestalten, haben wir uns deshalb für die beiden Auflösungen Full-HD und WQHD entschieden. Bei den Messergebnissen in WQHD-Auflösung ist bereits relativ gut zu sehen, dass die Grafikkarte hier so stark limitiert, dass die CPU-Leistung nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Dementsprechend habe wir uns dagegen entschieden, zusätzlich noch Tests in UHD durchzuführen.

Mächtiges Tool: Mit CapFrameX messen wir die FPS-Raten und die Frametimes in Spielen.
Vergrößern Mächtiges Tool: Mit CapFrameX messen wir die FPS-Raten und die Frametimes in Spielen.

Die Messung und Auswertung der berechneten Bilder pro Sekunde erfolgt mit dem kostenlosen Tool CapFrameX. Dieses zeichnet nicht nur den exakten FPS-Verlauf, sondern auch die Frametimes auf und berechnet die jeweiligen Perzentile. Eine wichtige Angabe bei der Spieleleistung ist nämlich nicht nur die durchschnittliche FPS-Zahl, sondern auch die minimalen FPS, die bei besonders rechenintensiven Spielszenen auftreten.

Da jedoch immer Messtoleranzen auftreten, geben wir nicht direkt die Minimal-FPS, sondern das „99.9th percentile“ an. Diese Zahl beschreibt die minimalen FPS, wobei die schlechtesten 0,1 Prozentpunkte ausgenommen sind, womit diese Zahl deutlich aussagekräftiger ist. Um weitere Messfehler ausschließen zu können, führen wir alle Tests drei Mal durch und bilden daraus den Durchschnitt. Bei widersprüchlichen Messergebnissen gibt es dementsprechende Analysen mit darauffolgenden Nachtests.

Synthetische Benchmarks zur Bestimmung der rohen Rechenleistung

Der wohl beliebteste Benchmark zur Bestimmung der CPU-Leiistung: Cinebench.
Vergrößern Der wohl beliebteste Benchmark zur Bestimmung der CPU-Leiistung: Cinebench.

D er wohl bekannteste Benchmark zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit eines Prozessors ist Cinebench. Dementsprechend dürfen die beiden Test Cinebench R15 und R20 bei uns nicht fehlen. Mit diesen beiden Programmen ermitteln wir die Render-Leistung der CPUs auf einem Kern und im Multi-Threading mit allen Kernen. Ein weiterer Test, den alle CPUs durchlaufen müssen, ist die 3D-Grafiksuite-Blender. Hier messen wir die Zeit, wie lange ein Prozessor benötigt um vorgefertigte Grafiken zu animieren. Zum Test des Datendurchsatzes und der Multithreading-Leistung kommt der integrierte Benchmark von 7-Zip zum Einsatz. Der Test überprüft, wie schnell der Rechner bei der Komprimierung und Dekomprimierung von Dateien abschneidet.

Ein Benchmark aus dem Alltag: Videokodierung mit Handbrake
Vergrößern Ein Benchmark aus dem Alltag: Videokodierung mit Handbrake

Für alle YouTuber, Streamer und Videobearbeiter gibt es jetzt noch einen interessanten Test. Denn wir lassen eines unserer YouTube-Videos mit dem kostenlosen Programm Handbrake encodieren. Die MP4-Datei ist 12 Gigabyte groß und stammt direkt von unserer Videokamera. Diese laden wir in Handbrake, wählen als Preset "YouTube HQ 2160p60 4K" und starten die Encodierung. Das Programm wandelt die Dateien dann in das YouTube taugliche M4V-Format um. Sobald der Test abgeschlossen ist, lesen wir aus der Log-Datei die benötigte Zeit aus.

Temperaturentwicklung, Stromverbrauch und anliegende Taktraten

N eben der reinen Rechenleistung ist es auch bei den Prozessoren interessant zu wissen, wie sehr sie sich bei Maximallast erhitzen und wie viel Leistung sie dabei aus der Steckdose ziehen. Die Tests finden im Desktop-Betrieb, in einem Spiel (Shadow of the Tom Raider) und bei Maximallast (Prime95) statt. Zudem geben wir die Taktraten an, die in Prime95 auf einem Kern respektive auf allen Kernen über einen längeren Zeitraum anliegen.

Die Temperaturentwicklung hängt natürlich von dem verwendeten Kühler und der Wärmeleitpaste ab. Zur Ermittlung der Temperaturen kommt das kostenlose Tool HWiNFO zum Einsatz. Dabei geben wir nur die Package-Temperatur und nicht die Gradzahl der einzelnen Prozessorkerne an. Beim Spieletest heizen wir die CPU zunächst mit dem Programm Prime95 vor, um eine längere Spielesession zu simulieren.

HWiNFO liefert sämtliche Systeminformationen und Sensordaten aus.
Vergrößern HWiNFO liefert sämtliche Systeminformationen und Sensordaten aus.

Noch wichtiger und bei der Temperaturentwicklung maßgeblich beteiligt, ist der Stromverbrauch des Prozessors. Auch diesen Wert können wir mit Hilfe des Tools HWiNFO problemlos auslesen. Wir ermitteln dabei den Wert im Desktop-Betrieb, beim Anschauen eines YouTube-Videos in Full-HD, in Shadow of the Tomb Raider (10-Minuten-Durchschnitt und Maximal) sowie bei Maximallast mit Prime95.

Lastet die CPU auf der gewählten Core-Anzahl zu 100 Prozent aus: Prime95
Vergrößern Lastet die CPU auf der gewählten Core-Anzahl zu 100 Prozent aus: Prime95

Durch das Boost-Desaster von AMD in den letzten Monaten besonders interessant geworden ist das Überwachen der anliegenden Taktraten. Um zu überprüfen, ob die vom Hersteller versprochenen Taktraten auch wirklich stimmen, führen wir extra Tests mit Prime95 (Voreinstellung 1344K ohne AVX) durch. Mittels HWiNFO ermitteln wir dabei den maximal erreichten Takt auf einem Kern, den Takt auf einem Kern über einen Testzeitraum von zehn Minuten und den durchschnittlichen Takt auf allen Kernen über einen Testzeitraum von 10 Minuten. Zudem geben wir die Kernspannung an, die die CPU benötigt, um den jeweiligen Takt zu erreichen.

Das neue Testverfahren der Prozessoren kommt seit dem 11. November 2019 zum Einsatz.

Spieleeinstellungen

Spiel

Einstellungen

Assassin's Creed Odyssey

Extrem Hoch (VSync aus, FPS-Limit aus, Adaptive Qualität aus)

Civilization VI Gathering Storm

Ultra (DirectX 12, VSync aus, FPS-Limit aus, hochauflösende Objekttexturen)

F1 2019

Ultrahoch (Vsync aus, FPS-Limit aus, TAA) (Deutschland, starker Regen, Cockpit)

Far Cry 5

Ultra (HD-Texturen, TAA, Bewegungsunschärfe an, Vsync aus, FPS-Limit aus)

Forza Horizon 4

Ultra (Dynamische Optimierung aus, Vsync aus, Bewegungsunschärfe kurz)

Metro Exodus

Ultra (DirectX 12, Vsync aus)

Shadow of the Tomb Raider

Ultrahoch (DirectX 12, Vsync aus, TAA)

The Division 2

Ultra (DirectX12, Vsync aus, FPS Limit aus, hochauflösende Texturen, Latenzreduktion an)

Borderlands 3

Badass (DirectX 11, Vsync aus, Framerate unbegrenzt)

Red Dead Redemption 2

Ultra (Vulkan, Vsync aus, Bildqualität bevorzugen)

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