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Farblaserdrucker im großen Vergleichs-Test

04.07.2017 | 16:29 Uhr |

Test: Farblaserdrucker sind kompakt und günstig geworden. PC-WELT prüft Einstiegsmodelle für das Heimbüro und kleine Unternehmen.

Das Vorurteil, dass Farblaserdrucker für den Schreibtisch zu groß sind, stimmt nicht mehr. Denn die Hersteller haben es inzwischen geschafft, die Vierfarbdruckwerke so kompakt zu bauen, dass sich die Drucker durchaus zu Hause aufstellen lassen. Sie sind ideal, wenn neben einem hohen Seitenausstoß an Schwarzweiß-Textdruck auch gelegentlich mal Farbiges aufs Papier kommen soll. Erschwinglich sind die Farblaserdrucker auch geworden. Doch der Anschaffungspreis ist nicht allein entscheidend. Vielmehr klärt der Test, welche Leistung Sie für Ihr Geld erhalten und welche Folgekosten jeweils auf Sie zukommen.

Geschwindigkeit: Auf die Drucktechnik kommt es an

Wer sich einen Laserdrucker anschafft, will seine Ausdrucke schnell in Händen halten. Beim Schwarzweiß-Druck sind die Farbgeräte so fix wie ihre Schwarzweiß-Kollegen. Dabei sind Drucker mit Multi-Pass-Technik eindeutig auf dem Rückzug. In der Top 10 setzen alle Testkandidaten auf das Single-Pass-Verfahren. Beim aufwendigeren Farbdruck kommt es neben der Drucktechnik aber vor allem darauf an, wie schnell der Drucker die Daten aufbereitet. So genannte GDI (Graphics Device Interface)-Geräte nutzen dazu den angeschlossenen Computer. Als Beispiele dienen der Brother HL-3142CW und der Ricoh Aficio SP C240DN.

Alternativ verarbeiten Farblaserdrucker die Daten mit Hilfe der Druckersprachen PCL (Printer Command Language) oder PS (Postscript). Beides können die Modelle Canon i-Sensys LBP613Cdw, Lexmark CS310dn, Oki C321dn, Oki C332dn und Xerox Phaser 6600V/DN sowie Xerox Phaser 6510V_DN. Der Xerox Phaser 6022V/NI setzt auf PCL, hat aber PS-Schriften im Drucker hinterlegt. Beim HP Laserjet Pro M252dw wird ab Werk der PCL-Treiber mitgeliefert. PS 3 gibt es per Universal Print Driver (UPD), den Sie extra von der HP-Webseite herunterladen müssen. Der Samsung ProXpress C3010ND emuliert sowohl PCL als auch PS, nutzt aber gleichzeitig die Samsung-eigene Sprache SPL-C.  Wiederum beide Emulationen bringt der Canon i-Sensys LBP712Cx mit. Postscript geht bei Farbdokumenten in der Regel zu Lasten der Geschwindigkeit, erzeugt jedoch sehr harmonische Farben, wie der Test zeigt. 

Neben den Druckersprachen beeinflusst die Hardware-Ausstattung, wie schnell ein Farblaserdrucker die Druckaufträge aufbereitet. Hier geht der Trend zu Dual-CPUs - wie etwa beim Samsung ProXpress C3010ND oder Canon i-Sensys LBP613Cdw. Mit welcher Aufgabe genau die jeweiligen Prozessoren eingesetzt werden, ist dabei jedoch nicht transparent. Bei rechenintensiven Druckaufträgen mit hoher Farbdeckung machen die beiden Drucker im Test jedenfalls eine sehr gute Figur.

Im Vergleich: Die besten Farblaser-Multifunktionsgeräte

Scharfe Buchstaben - selbst in der Nahaufnahme: HP Laserjet Pro M252dw
Vergrößern Scharfe Buchstaben - selbst in der Nahaufnahme: HP Laserjet Pro M252dw

Qualität bei Text und in Farbe

Die Stärke der Farblaserdrucker liegt in der Qualität des Textdrucks. Hier sind Unterschiede nur klar nachzuweisen, wenn man Hilfsmittel wie eine hoch auflösende Kamera nutzt. So lassen sich winzige Teilbereiche einer gedruckten Seite so stark vergrößern, dass Schwächen sichtbar werden. Im Test sind die Modelle Oki C321dn, Lexmark CS310dn, Samsung ProXpress C3010ND und ganz aktuell der Canon i-Sensys LBP613Cdw sowie der LBP712Cx mit besonders scharf umrissenen Buchstaben aufgefallen. Fein zeichnen die Farblaser-Modelle Xerox Phaser 6600V/DN, 6022V/NI, HP Laserjet Pro M252dw sowie Brother HL-3142CW die Buchstaben aufs Papier.

Im Farbdruck produzieren die Testkandidaten oft etwas dunkle Farben. Das stört bei Ausdrucken von Präsentationen oder Internetseiten weniger. Fotos büßen dann aber leicht Details ein. Doch meist lassen sich die Farben in den Druckeinstellungen direkt im Treiber oder per Hilfsprogramm aufhellen. Bei manchen Geräten wie etwa dem Modell Oki C321dn war ab Werk im Treiber die "Farbverbesserung" aktiviert. Wurde sie abgeschaltet, waren die Ausdrucke deutlich dunkler.

Eine weitere Hürde sind größere Farbflächen. Hier produzieren manche Drucker wie etwa der Brother HL-3142CW Streifen oder kleine Flecken. Homogene Flächen gelangen dagegen den Druckern von Canon, HP, Lexmark, Samsung und Xerox. Mit hoher Farbtreue fallen im Test die Drucker von Canon, HP, Lexmark, Xerox und Ricoh auf.

Derzeitiger Testsieger: Canon i-Sensys LBP712Cx
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© Canon

Folgekosten: Farbseiten oft teurer als im Tintendruck

Hartnäckig hält sich die Meinung, Laserdrucker seien im Unterhalt viel günstiger als Tintenstrahlgeräte. Im Test bestätigt sich das nicht unbedingt, auch wenn sich den Reichweitenmessungen unterschiedliche ISO-Dokumente zugrunde liegen. Bei den untersuchten Farblaserdruckern kostet die Schwarzweiß-Seite zwischen 2,9 und 4,8 Cent. Das ist absolut vergleichbar mit den reinen Schwarzweiß-Laserdruckern. Eine Farbseite kommt auf 11,7 bis 19,2 Cent. Solche Preise können Tintenstrahl-Multifunktionsgeräte nicht selten unterbieten. Einen Sprung macht Samsung beim ProXpress C3010ND. In den Drucker passen Nachkauf-Kartuschen mit Reichweiten von 8000 schwarzweißen und 5000 farbigen Seiten. Damit kommt er auf sehr günstige Seitenpreise - 1,4 Cent für das schwarzweiße und 7,6 Cent für das farbige Blatt. Diese Preise kann der Canon i-Sensys LBP712Cx zumindest für die Farbseite weiter unterbieten: Hier kommt er auf 3 Cent - derzeit unschlagbar günstig. Die beiden Modelle sind für mehrere Anwender gedacht. Geht es um den reinen Schreibtisch-Drucker, müssen Sie mit höheren Seitenpreisen rechnen. Der ganz aktuelle Canon i-Sensys LBP613Cdw ist ein repräsentatives Beispiel mit 3,5 Cent für das schwarzweiße und 14 Cent für das farbige Blatt.  

Die besten Tinten-Multifunktionsdrucker im Test

Bei Ersatz der Tonerkartuschen wird es immer teuer. Allerdings reicht gerade bei Farblaserdruckern weniger Farbdeckung oft aus. Mit der Einstellung „Tonersparmodus“ im Treiber lässt sich daher tatsächlich viel Geld sparen. Und das Beste: Alle Drucker des Testfelds bringen einen entsprechenden Modus mit.

Gute bis befriedigende Noten gibt es für den Stromverbrauch. Allerdings ziehen die Drucker Oki C321dn, Canon I-Sensys LBP7018C sowie Brother HL-3142CW auch ausgeschaltet noch Strom. Beim Stromverbrauch im Energiesparmodus hält jedoch genau das Brother-Modell gleichzeitig den Bestwert mit 0,6 Watt. Darunter kommt derzeit kein anderer Testkandidat. Schade ist, dass die Modelle Samsung ProXpress C3010ND und Canon i-Sensys LBP712Cx nach dem Betätigen des Ausschalter noch 0,1 Watt ziehen - ein sehr kleiner Wert, der den Farblaserdruckern jedoch wichtige Punkte in der Verbrauchswertung kosten.

Aktueller Preis-Leistungs-Sieger: Oki C332dn
Vergrößern Aktueller Preis-Leistungs-Sieger: Oki C332dn
© Oki

Betriebsgeräusch: Keine Leisetreter

Wenn der Farblaserdrucker auf dem Schreibtisch steht, sollte er möglichst leise arbeiten. Ganz vermeiden lässt sich das mechanische Geräusch im Betrieb jedoch nicht. Deshalb kommt es darauf an, wie schnell ein Farblaser vom Betriebsmodus in den Ruhemodus umschaltet. HP gelingt das beim Laserjet Pro M252dw vorbildlich: Der Farblaser schaltet kurz nach der Fertigstellung des Druckjobs auf fast lautlosen Zustand. Das ist angenehm. Als größter Lärmmacher erweist sich derzeit der Ricoh Aficio SP C240DN: Er ist im Betrieb laut und auch im Ruhemodus bleibt ein Brummen hörbar. Einen guten Weg geht Canon mit dem i-Sensys LBP613Cdw. Er hat eine Stromspartaste am Bedienpanel, über die er sich manuell in den Energiesparmodus schalten lässt. In diesem Zustand verbraucht er nicht nur weniger Strom, sondern ist auch entsprechend leise.

Fazit: Farblaser sind alltagstauglich, aber keine Fotospezialisten

Die getesteten Farblaser sind fit für den Druckalltag. Bei Texten gibt es wenig zu kritisieren. Der Farbdruck ist solide, solange es sich nicht um Fotos handelt. Hier liefern Tintenstrahldrucker weiterhin eine bessere Qualität. Farblaser können zudem nicht randlos drucken oder mit Fotopapieren umgehen. Allerdings altert Toner nicht. Das ist von Vorteil, wenn Sie unregelmäßig drucken. Denn die Druckqualität bleibt auch mit "alten Tonern" konstant.

Im Trend sind derzeit Farblaserdrucker mit WLAN und Wi-Fi Direct wie die Geräte Xerox Phaser 6022V/NI und HP Laserjet Pro M252dw zeigen. Allerdings verkörpern sie auch, wie unterschiedlich die Drucker immer noch auf den Mobildruck vom Smartphone oder Tablet vorbereitet sind. Während das Xerox-Modell durchweg etwas zu umständlich mit dem Thema umgeht, bietet der HP-Drucker gute Lösungen für den Mobildruck. Der Brother HL-3142CW verzichtet sogar komplett auf die LAN-Schnittstelle und setzt stattdessen auf WLAN.Je aktueller ein Farblaserdrucker, desto mehr Mobildruckstandards sind ihm geäufig. So beherrscht Canons aktuellste Serie, zu der der i-Sensys LBP613Cdw gehört, Apple Airprint genauso wie Mopria, Google Cloudprint oder das Drucken über die Hersteller-App.

Aktueller Testsieger: Canon i-Sensys LBP712Cx
Vergrößern Aktueller Testsieger: Canon i-Sensys LBP712Cx

Testsieger: Der Farblaserdrucker Canon i-Sensys LBP712Cx erfüllt die eigene Vorgabe: Er ist auf hohen Durchsatz ausgelegt und dafür auch ausgestattet. Ab Werk ist Duplex-Druck im Treiber aktiviert. Das können Sie auch ruhig so belassen, denn das Tempo in diesem Modus ist beeindruckend. In kleinen Firmen übernimmt der Canon i-Sensys LBP712Cx locker den gesamten Druckbedarf. Dabei liefert er gute Qualität und verursacht moderate Seitenkosten. Besonders, wenn Sie die Tonerkassetten mit hohen Reichweiten einsetzen. Allerdings müssen Sie für das Gerät selbst zuvor etwas mehr investieren.

Ausführlicher Testbericht: Canon i-Sensys LBP712Cx

Der beste Preis: Canon i-Sensys LBP712Cx

Derzeitiger Preis-Leistungs-Sieger: Oki C332dn
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© Oki

Preis-Leistungs-Sieger: Mit dem Farb-LED-Drucker Oki C332dn ist dem Hersteller ein gutes Ausgabegerät zu einem sehr günstigen Preis gelungen. Es liefert hochwertige Ausdrucke, geht flexibel mit Druckmaterialien um und benötigt wenig Energie, wenn es sich im Ruhezustand befindet. Die Seitenkosten sind bei Farbdrucken zwar nicht besonders günstig, die vielen Möglichkeiten zum Tonersparen gleichen den Nachteil aber teilweise wieder aus. Da das Betriebsgeräusch beim Drucken recht hoch ist, sollten Sie den Drucker nicht direkt neben sich auf dem Schreibtisch platzieren.

Ausführlicher Testbericht: Oki C332dn

Der beste Preis: Oki C332dn

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