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Ginlo: Messenger-App wird eingestellt

12.11.2019 | 11:11 Uhr | Dirk Bongardt

Die App Ginlo kommt aus Deutschland und trumpft vor allem mit DSGVO-Konformität auf. Das taugt Sie in der Praxis. Update!

Update 12.11.2019: Das Startup Brabbler musste Insolvenz anmelden. Als Resultat werden bis Ende Dezember 2019 die Messenger ginlo und ginlo Business eingestellt. Update Ende

„Whatsapp hat eben jeder“, ist eine häufig zu hörende Antwort, wenn ein Whatsappkritischer Nutzer ein anderes Tool vorschlägt. Als „Ihre Alternative zu Whatsapp, made in Germany“, beschreiben die Entwickler die für Android und iOS erhältliche App Ginlo selbstbewusst, doch über diese entscheidende Hürde ist auch Ginlo bislang nicht gekommen. Nach der Ersteinrichtung sichtete unser Tester, welche seiner Kontakte ebenfalls bereits Ginlo verwendeten, und fand exakt zwei, während Whatsapp ihm 121 Kontakte anzeigte.

Dabei könnte die App Nutzern durchaus einige Sorgen nehmen, die sie sich bei der Verwendung von Whatsapp machen müssen. Allem voran versprechen die Hersteller DSGVO-Konformität, der Dienst unterliegt deutschem Recht, die Daten werden nach Angaben des Herstellers auf in Deutschland aufgestellten Servern gehostet. Und: Während Facebooks Geschäftsmodell die Daten seiner Nutzer zu Geld macht, finanziert sich Ginlo über den für Unternehmen entwickelten Messenger „Ginlo Business“.

In der Handhabung unterscheidet sich Ginlo hingegen zunächst kaum von seinem Vorbild: Text-Chats, der Austausch von Bildern, Audio- und Videonachrichten, sogar die Übermittlung des eigenen Standorts funktionieren wie gewohnt. Anders als bei Whatsapp lassen sich sogar Dateien jedes beliebigen Typs transferieren.

Vermisst haben wir hingegen eine Telefonie-Funktion. Dafür lassen sich einige „Channels“ abonnieren. Über die kann der Nutzer sich über aktuelle Nachrichten, neue Beiträge in Blogs und auf einigen Newsportalen informieren. Das Angebot ist derzeit aber noch nicht sehr üppig.

Alternative: Threema  bietet sehr ähnliche Funktionen, ist aber nicht völlig kostenlos.

Fazit

Ginlo könnte eine DSGVO-konforme Alternative zu Whatsapp werden. Es fehlen allerdings die Telefoniefunktionen – und (noch) die breite Nutzerbasis.

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Pro

Contra

DSGVO-konform

Bislang nur wenig Anwender

Vertraute Handhabung

-

Viele unterstützte Formate

-

Technische Daten

Systeme

Android, iOS

Preis

Kostenlos

Urteil

Die Whatsapp-Alternative unterliegt deutschem und EU-Recht. Fraglich ist derzeit noch, ob dies genügend Nutzer zum Umstieg bewegt.

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