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Test: Fritzbox 7590 AX - neuer High-End-Router mit Wi-Fi 6

28.06.2021 | 08:29 Uhr |

Die Fritzbox 7590 AX will alles bieten: Hohes WLAN-Tempo und üppige Netzwerk-Ausstattung. Der Test zeigt, ob das zutrifft.

Jetzt bietet AVM auch das High-End-Modell für VDSL-Anschlüsse mit dem neuen WLAN-Standard an: Die Fritzbox 7590 AX überträgt per Wi-Fi 6 bis zu 3,6 GBit/s, nämlich 2400 MBit/s über 5 GHz und 1200 Mbit/s über 2,4 GHz. Sie nutzt dafür ebenso wie das bisherige Topmodell Fritzbox 7590 mit WLAN-AC jeweils vier Streams pro Frequenz – nur eben mit dem schnelleren Übertragungsstandard. Im Test zeigen wir, ob und welche Vorteile das bringt.

Mit ihrer umfassenden Ausstattung eignet sich die Fritzbox 7590 AX für große Heimnetze mit vielen Geräten, die hohes Transfertempo fordern. Darin gleicht sie der Fritzbox 7590, von der sie sich abgesehen vom WLAN-Standard nur minimal unterscheidet: Die neue Fritzbox unterstützt kein ADSL 1 und keinen Festnetzanschluss per ISDN mehr – AVM streicht damit sinnvollerweise unnötige Altlasten. Die Internetunterstützung der 7590 AX startet bei ADSL2+ und reicht bis VDSL mit Supervectoring und Downloadraten von 300 MBit/s. Der interne So-Anschluss ist weiterhin vorhanden, damit Sie auch ISDN-Telefone und -Telefonanlagen über den All-IP-Anschluss nutzen können.

Die Anschlüsse sind unverändert zur 7590 - Multi-Gigabit fehlt auch der 7590 AX.
Vergrößern Die Anschlüsse sind unverändert zur 7590 - Multi-Gigabit fehlt auch der 7590 AX.

Ausstattung wie bei der 7590

Bei der restlichen Ausstattung gleichen sich Fritzbox 7590 AX und Fritzbox 7590: Neben dem DSL-Anschluss gibt es einen WAN-Port sowie vier LAN-Ports mit Gigabit-Tempo, zwei USB-3.0.Buchsen sowie zwei a/b-Ports für analoge Telefone oder Faxgeräte. Die lassen sich alternativ auch an eine seitliche TAE-Buchse und mittels beigelegtem Adapter an einen der a/b-Ports anschließen. Als DECT-Basis versorgen beide bis zu sechs kabellose Endgeräte. Trotz des schnellen WLANs müssen Sie aber bei der Wi-Fi-6-Box auf einen 2,5-Gbit-LAN-Anschluss verzichten, wie ihn zum Beispiel die Fritzbox 6660 Cable besitzt.

Auf den ersten Blick sehen sich auch die Gehäuse des neuen und des alten Top-Modells sehr ähnlich: Tatsächlich liegt der auffälligste Unterschied in den seitlichen Luftöffnungen bei der 7590 AX. Dabei handelt es sich um das aktuelle Gehäusedesign: Die ersten AX-Modelle packte AVM noch ins Gehäuse des AC-Routers.

Seitlich hat die 7590 AX zusätzliche Luftschlitze.
Vergrößern Seitlich hat die 7590 AX zusätzliche Luftschlitze.

Im Vergleich zur Fritzbox 7530 AX, dem ersten VDSL-Modell mit dem neuen WLAN-Standard, bringt die 7590 AX deutlich mehr Ausstattung mit: Ihr WLAN ist schneller, sie hat mehr Telefonanschlüsse sowie den zusätzlichen WAN-Port.

Test WLAN-Tempo

Im Test arbeitet die Fritzbox 7590 AX mit einem aktuellen Notebook zusammen, in dem das WLAN-Modul Intel AX200 sitzt. Es bietet zwar nur 2x2-MIMO-Streams und kann das mögliche Top-Tempo der neuen Fritzbox damit scheinbar nicht ausreizen. Aber erstens gibt es derzeit keine 4x4-WLAN-Module für Wi-Fi 6, zweitens werden auch künftig die meisten Wi-Fi-6-Clients eine 2x2-Ausstattung haben. Und drittens verbindet sich das Intel-WLAN-Modul trotz 2x2-MIMO-Streams tatsächlich mit einer maximalen Datenrate von 2402 MBit/s mit der Fritzbox.

Die Fritzbox 7590 AX kann einen 160-MHz-Kanal nutzen - aber nicht bei einer 4x4-Verbindung.
Vergrößern Die Fritzbox 7590 AX kann einen 160-MHz-Kanal nutzen - aber nicht bei einer 4x4-Verbindung.

Denn die 7590 AX unterstützt bei einer Verbindung mit 4x4-MIMO-Streams nur einen 80 MHz breiten Funkkanal. Bei einer 2x2-Verbindung ist dagegen ein 160-MHz-Kanal möglich – sofern der Client dies unterstützt, wie es beim Intel AX 200 der Fall ist. Das mögliche Maximaltempo beträgt daher in beiden Fällen 2,4 GBit/s.

Test über Frequenz 5 GHz

Beim Test über kurze Entfernung (3 Meter mit Sichtkontakt zwischen Router und Client) kommt die Fritzbox 7590 auf knapp 900 MBit/s. In diesem Test unter Praxisbedingungen begrenzt also immer noch die WLAN-Übertragung und nicht der Gbit-LAN-Anschluss der Fritzbox das Tempo. Höchstens in ausgefallenen Szenarien, zum Beispiel mit mehreren NAS-Systemen am LAN-Switch der Fritzbox, die parallel an den WLAN-Client übertragen, könnte das der Fall sein.

Unter diesen optimalen Bedingungen ist übrigens die Fritzbox 7530 AX kaum langsamer: Sie schafft rund 850 MBit/s.

Die Stärken der Fritzbox 7590 AX zeigen sich vor allem über die mittlere und lange Distanz: Dabei sind Router und WLAN-Client 20 beziehungsweise 35 Meter und mehrere Räume voneinander entfernt.

Auch ein 2x2-Client kann eine Verbindung mit maximalen Tempo herstellen.
Vergrößern Auch ein 2x2-Client kann eine Verbindung mit maximalen Tempo herstellen.

Über die mittlere Distanz liefert die große AX-Fritzbox 580 MBit/s, über die lange Entfernung über 200 MBit/s: Die Bandbreite der meisten VDSL-Anschlüsse lassen sich damit also auch in großen Wohnungen oder Büros ungebremst übertragen. Damit macht die Investition in die 7590 AX in vielen Fällen den Kauf eines Repeaters überflüssig und belegt ihre Eignung für große Funknetze.

War die 7530 AX im Nahbereich noch fast gleichauf, fällt sie im 20-Meter-Test deutlich zurück und ist mit rund 300 MBit/s nur noch halb so schnell. Gleiches gilt für den 35-Meter-Test, wo die 7530 AX noch rund 100 MBit/s über 5 GHz bietet.

Ein Detail zur 5-GHz-Verbindung: Die 7590 AX unterstützt derzeit noch nicht die Funktion Zero-Wait-DFS. Diese macht die Wartezeit überflüssig, die nach einem Neustart von Router beziehungsweise WLAN anfällt, um Störungen höher priorisierter Nutzern dieser Frequenz zu vermeiden. Laut AVM soll die 7590 AX über ein Fritz-OS-Update in der zweiten Jahreshälfte damit ausgerüstet werden. Bis dahin müssen Sie rund zehn Minuten warten, bis Sie nach einem Neustart die 5-GHz-Frequenz nutzen können.

Test über Frequenz 2,4 GHz

Über 2,4 GHz schafft die Fritzbox 7590 AX im Test rund 200 Mbit/s – und zwar sowohl über die kurze wie über die mittlere Distanz. Dank der 4x4-Ausstattung kommt die große AX-Fritzbox also besser mit den schweirigen Bedingungen in dieser überfüllten Frequenz zurecht als die 7530 AX, deren Datenrate von rund 200 Mbit/s im Nah-Test auf rund 150 MBit/s über die mittlere Entfernung zurück geht. Auch über die lange Distanz hat die 7590 AX mit rund 50 MBit/s die Nase vorn gegenüber der 7530 AX mit knapp 40 MBit/s.

Test NAS-Tempo

Externe Speicher wie Sticks oder Festplatte lassen sich über die USB-3.0-Anschlüsse der Fritzbox fürs Netzwerk freigeben. Beim Test der NAS-Funktion schafft die 7590 AX beim Lesen knapp über 80, beim Schreiben etwas über 30 MB/s (Übertragung per SMB mit NTFS-formatierter SSD). Hier lässt sich keine Verbesserung zur 7590 oder zu einer anderen Fritzbox mit USB 3.0 feststellen – das neue Modell liegt in dieser Disziplin eher noch etwas hinter den Vorgängern.

Stromverbrauch

In der Spitze schluckt die Fritzbox 7590 AX bei der WLAN-Übertragung 16,5 Watt. Ohne aktive Übertragung sind es 12 Watt. Der vergleichsweise hohe Stromverbrauch ist der üppigen Ausstattung und der höheren Leistung der eingebauten Komponenten geschuldet: Die kleine 7530 AX verbraucht im Maximum 8,1 Watt und ohne aktiven WLAN-Transfer 5,6 Watt, also rund die Hälfte.

Wann sich der Umstieg auf Wi-Fi 6 lohnt

Viele aktuellen Smartphones und Notebooks, vor allem High-End-Modelle, setzen schon jetzt Wi-Fi 6 ein. Um deren Tempo ausreizen zu können, benötigen Sie also einen Wi-Fi 6 Router. Zwar arbeiten Wi-Fi-6-Clients auch mit einem 11AC-Router wie der Fritzbox 7590 zusammen – aber eben nicht schneller als AC-Clients.

Neben dem höheren Tempo bietet Wi-Fi 6 zusätzlich zahlreiche Funktionen, die dafür sorgen, dass in einem großen WLAN jedes Gerät mit optimaler Geschwindigkeit arbeiten kann - zum Beispiel OFDM, BSS Coloring und MU-MIMO im Down- und Upload. Der Umstieg auf Wi-Fi 6 macht also vor allem bei einem Router wie der Fritzbox 7590 AX Sinn, die für umfangreiche Heimnetze gedacht ist. Ob Sie diesen Schritt jetzt schon gehen, hängt vor allem von der Anzahl der Wi-Fi-6-Geräte in Ihrem Netzwerk ab.

Der Vergleich mit 7590 und 7530 AX

Das höhere WLAN-Tempo ist der einzige Grund für den Umstieg von einer Fritzbox 7590 zur Fritzbox 7590 AX: Denn abgesehen davon unterscheiden sich die beiden Top-Modelle kaum. Zudem dürfen Sie erwarten, dass die 7590 durch die regelmäßigen Fritz-OS-Updates auch künftig noch neue Funktionen und Verbesserungen erhält, sodass sich keine Ausstattungslücke zur 7590 AX auftut.

Gegenüber der 7530 AX spricht wie bei den Vorgängern das Doppel-Argument aus besserem WLAN und umfangreicherer Ausstattung für das High-End-Modell: Vor allem über längere WLAN-Distanzen setzt sich die 7590 AX klar gegen die kleine Schwester durch. Je mehr Wi-Fi-Geräte ins Heimnetz kommen, umso deutlicher dürfte dieser Unterschied werden.

TESTERGEBNISSE

Fritzbox 7590 AX

WLAN-Tempo 5 GHz (MBit/s)

Kurze Entfernung

887

Mittlere Entfernung

580

Weite Entfernung

207

WLAN-Tempo 2,4 GHz (MBit/s)

Kurze Entfernung

200

Mittlere Entfernung

200

Weite Entfernung

50

NAS-Datenrate (MB/s)

Lesen / Schreiben

82 / 33

Leistungsaufnahme (Watt)

keine Übertragung / WLAN-Übertragung

12,0 / 16,5

AUSSTATTUNG

Fritzbox 7590 AX

getestete Firmware

Fritz-OS 7.27

Modem

VDSL 2 (Supervectoring, bis 300 MBit/s)

WLAN-Standard

Wi-Fi 6 (802.11ax)

maximales WLAN-Tempo (5 GHz / 2,4 GHz)

2400 / 1200 MBit/s

MIMO-Streams

4x4

MU-MIMO

ja

Verschlüsselung

WPA3, WPA2

LAN / WAN

4x Gbit / 1x Gbit

Telefonie

DECT (bis zu 6 Endgeräte), 2x a/b oder TAE/RJ11

USB

2x USB 3.0

Preis (UVP)

269 Euro

 

 

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