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Test: AVM FRITZ!Repeater 3000

12.03.2019 | 16:14 Uhr |

Mit Tri-Band-Technik soll der Fritz Repeater 3000 für mehr Tempo im WLAN sorgen. Der Test zeigt, dass er vieles sehr gut macht – aber nicht alles.

Der Fritz-Repeater 3000 ist der schnellsten WLAN-Verstärker von AVM – und der erste, der nicht in die Steckdose muss. Deshalb lässt sich der rund 19 Zentimeter hohe Stand-Repeater optimal in der Wohnung platzieren, um das Funknetz zu verbessern.

Der Fritz-Repeater 3000 ist die ideale Tempo-Erweiterung fürs WLAN – vor allem im Zusammenspiel mit einer Fritzbox 7590. Diese Kombination nutzt die Tri-Band-Technik am besten aus. Untypisch für ein AVM-Produkt müssen Sie für eine optimale Verbindung selbst Einstellungen anpassen – doch das sollte sich mit einem der nächsten Fritzbox-Updates erledigt haben.
Für einen älteren oder langsameren Router ist der Repeater 3000 überdimensioniert: In diesem Fall tut es auch ein langsamerer Fritz-Repeater oder Sie heben das WLAN mit einem Mesh-Tri-Band-System gleich auf eine neue Tempostufe.

+ hohes Tempo durch Tri-Band

+ 2 Gigabit-LAN-Ports

Außerdem neu: Der Repeater 3000 arbeitet mit drei Funkeinheiten. Für die Verbindung zur Basisstation – also in dem meisten Fällen einer Fritzbox – nutzt er eine 4x4-Konfiguration, kann also vier MIMO-Streams für bis zu 1733 Mbit/s gleichzeitig übertragen. WLAN-Clients bindet er über 2,4 und 5 GHZ mit jeweils 2x2 an, was eine maximale Brutto-Datenrate von 400 beziehungsweise 866 Mbit/s ergibt.

Tri-Band bringt schnelle Verbindung zum Router

Die 4x4-Verbindung zur Fritzbox läuft über einen 5-GHz-Funkkanal ab Kanal 100, die Anbindung der 5-GHz-Clients erfolgt in einem niedrigeren Kanal. Nach dem Einrichten bindet ihn die Fritzbox automatisch ins Mesh-Netzwerk ein. Aber damit die optimale Kanalzuordnung funktioniert, müssen Sie derzeit noch selbst Hand anlegen: Im Test mit einer Fritzbox 7590 (Firmware 7.01 beziehungsweise Labor-Version 7.08-66227) schafft es der AVM-Router auch bei mehreren Versuchen nicht, den Repeater über einen hohen Kanal zu verbinden, sondern macht es immer anders herum: WLAN-Clients arbeiten über einen Kanal ab 100, der Repeater und die Fritzbox kontaktieren sich auf einem niedrigeren Funkkanal und damit nur mit einer maximalen Datenrate von 866 MBit/s. Sie müssen also in der Fritzbox für das 5-GHz-Frequenzband selbst einen passenden Kanal ab 100 einstellen. Ob es geklappt hat, können Sie im Repeater-Menü überprüfen: Bei der Belegung der WLAN-Kanäle muss der Hinweis „als WLAN-Verbindung zum Heimnetz genutzt“ bei einem Kanal ab 100 stehen.

Laut AVM wird die Fritzbox ab einer der kommenden Laborversionen automatisch den optimalen Funkkanal für die Verbindung zum Repeater einstellen können.

Im Fritz-Repeater 3000 lässt sich bereits die WPA3-Verschlüsselung aktivieren.
Vergrößern Im Fritz-Repeater 3000 lässt sich bereits die WPA3-Verschlüsselung aktivieren.

Mit neuer Verschlüsselung WPA3

Auch bei der WLAN-Sicherheit hat der Fritz-Repeater eine Neuigkeit im Gepäck: Er unterstützt den neuen Verschlüsselungsmodus WPA3. Der lässt sich aktivieren, wenn Sie den Repeater nicht als Teil des Fritzbox-Mesh, sondern im LAN-Modus betreiben, er also per Kabel an der Fritzbox hängt und als Access Point arbeitet. Dann lässt sich in den Sicherheitseinstellungen der Modus „WPA2+WPA3“ auswählen. Damit kann der Repeater sowohl mit WPA3- wie WPA2-Geräten mit Hilfe des festgelegten Passwortes eine sichere Verschlüsselung aushandeln.

Beim WLAN unterstützt der Repeater neben den Standards 11ac und 11n auch die verbesserte Modulation 256QAM, Multi-User-MIMO sowie die Verbindungsstandards 11k und 11v für AP- und Band-Steering.

Das Funknetz baut der Fritz-Repeater 3000 über acht integrierte Antennen auf. Außerdem besitzt er zwei Gigabit-LAN-Ports auf der Rückseite und einen roten Connect-Knopf für WPS. Im Lieferumfang befinden sich das Netzteil, ein LAN-Kabel und ein Kurz-Handbuch.

Starke Leistung in den Tempo-Tests

Mit dem Tri-Band-Radio im Fritz Repeater will AVM die Bremse lösen, die Fritz-Dualband-Repeater wie den 1750E bisher schlechter aussehen ließen als Tri-Band-Mesh-Systeme wie zum Beispiel Netgear Orbi. Vor allem bei vielen gleichzeitigen Verbindungen sorgt der dedizierte Kanal zwischen Router und Repeater für ein Tempo-Plus gegenüber Dual-Band-Verstärkern.

Der Test des Fritz-Repeater 3000 mit einer Fritzbox 7590 belegt das: Bei einer Entfernung von 20 Metern zwischen Router und Client und dem Repeater in der Mitte dieser Strecke arbeitet der 3000 um knapp 60 Prozent schneller als der 1750E. Bei sieben gleichzeitigen Verbindungen sind es knapp 80 Prozent. Als WLAN-Client kommt in diesem Test ein Rechner mit der PCI-Express-Karte Asus PCE-AC88 zum Einsatz, die 4x4-MIMO-Ströme unterstützt. Obwohl der Fritz-Repeater nur 2x2-Streams an den Client weiterreichen kann, sorgt die höhere Antennen-Anzahl der Asus-Karte für einen besseren Empfang als sie ein 2x2-Client am Fritz-Repeater hätte.

Trotzdem ist der Test mit einem 2x2-Client praxisnäher, denn die meisten Notebooks, Tablets und Smartphones haben ein 2x2-WLAN-Modul. Wir testen den Fritz-Repeater in diesem Szenario mit einem Dell XPS 13, in der das Intel-Modul Dual-Band-Wireless-AC 8265 sitzt.

Hier setzt sich der Repeater mit einem Vorsprung von 55 Prozent vom 1750E ab. Bei sieben parallelen Verbindungen sind es 44 Prozent Zugewinn.

Die echten Gegner für den Fritz-Repeater 3000 sind aber nicht die Repeater aus der eigenen Fritz-Familie: Mit der Verbindung aus Fritzbox und Fritz-Repeater 3000 will AVM die Mesh-Systeme von Netgear, Google & Co. in die Schranken weisen. Deshalb tritt im Test auch das 2er-Set Orbi RBK20 von Netgear gegen den Fritz-Repeater an. Auch das Orbi-System arbeitet mit drei Funkeinheiten. Allerdings beträgt die maximale Datenrate der exklusiven Verbindung zwischen Basisstation und Satellit nur 866 Mbit/s (2x2-MIMO). Obwohl das Orbi-System dem Fritz-Repeater technisch unterlegen ist, bietet sich dieser Vergleich an, denn das Orbi RBK20 ist mit rund 200 Euro deutlich günstiger als Tri-Band-Mesh-Systeme mit 4x4, die knapp 400 Euro kosten. Damit kommt es auch vom Preis her eher als Alternative zum Fritz-Repeater in Betracht, der 130 Euro kostet – vor allem, wenn Sie schon eine Fritzbox als Internet-Router nutzen.

Auch im Vergleich zum Orbi-System arbeitet die Kombination Fritz Repeater 3000 und Fritzbox 7590 schneller. Allerdings fällt das Tempoplus geringer aus: Im besten Fall sind es plus 37 Prozent bei einer Verbindung zum PC mit der Asus-Karte. Bei den anderen Tests liegt der Vorsprung bei rund zehn Prozent.

Das Mesh-System von Netgear liefert im Test aber eine höhere Reichweite: Im Entfernungstest, bei dem der WLAN-Client nicht zehn, sondern 25 Meter vom Repeater entfernt steht, schafft der Fritz-Repeater keine zuverlässige Verbindung mehr. Auch dem Repeater 1750E gelingt das nicht. Der Satellit des RBK20 bringt es bei dieser Entfernung immerhin noch auf 17 MBit/s.

Fritz-Repeater 3000 als WLAN-Brücke

Wer Geräte ohne WLAN mit hohem Tempo ins Funknetz einbinden will, nutzt den Fritz-Repeater 3000 als WLAN-Brücke. Das Netzwerk-Gerät schließen Sie dann per LAN-Kabel an den Fritz-Repeater an, zwischen Repeater und Fritzbox laufen die Daten dann per 4x4-WLAN. Im Test stehen Fritzbox und Repeater mit dem angeschlossenen Client zehn Meter auseinander: Mit dem Fritz-Repeater gehen 400 bei einer und 480 Mbit/s bei sieben gleichzeitigen Verbindungen übers Funknetz. Der Fritz Repeater 1750E erzielt knapp unter beziehungsweise knapp über 300 MBit/s.

Aufgrund der besseren Ausstattung hat der neue Repeater eine höhere Leistungsaufnahme als der 1750E: der Repeater 3000 zieht bei aktiviertem Funknetz ohne Übertragung 5,6 Watt, bei WLAN-Verkehr sind es 7,8 Watt. Der 1750 arbeitet mit 3,1 beziehungsweise 6,3 Watt sparsamer.

FRITZ!Repeater 3000

Technische Daten

WLAN-Standard

11ac, 11n

Anzahl Funkeinheiten

3 (2x 5 GHz + 2,4 GHz)

maximales WLAN-Tempo

1733 Mbit/s (5-GHz-Band, zum Router) 866 MBit/s (5-GHz-Band, für WLAN-Clients) 400 Mbit/s (2,4-GHz-Band für WLAN-Clients)

MIMO-Streams

4x4 (5 GHz, zum Router) 2x2 (5 GHz, für WLAN-Clients) 2x2 (2,4 GHz, für WLAN-Clients)

Anschlüsse

2x Gigabit-LAN, Strom

Verschlüsselung

WPA2-PSK, WPA3 Transition Mode

Bedienelemente

Connect-Knopf für WPS

LED-Anzeigen

Verbindungsqualität, Status

Maße

8,8 x 18,4 cm x 13,6

Preis

129 Euro

FRITZ!Repeater 3000

Testergebnisse

getestete Firmware

7.03

Datenrate mit 4x4-Client: 1 Verbindung, 7 Verbindungen

287 / 521 Mbit/s

Datenrate mit 2x2-Client: 1 Verbindung, 7 Verbindungen

218 / 291 Mbit/s

Datenrate im Modus WLAN-Brücke: 1 Verbindung, 7 Verbindungen

400 / 480 Mbit/s

Leistungsaufnahme: Ruhemodus / Sendemodus

5,6 / 7,8 Watt

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