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Test: Die besten Multifunktionsdrucker zum Kopieren, Scannen, Drucken und Faxen

02.03.2020 | 11:10 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Aktuelle Kombigeräte können nicht nur drucken, scannen, kopieren und eventuell faxen. Gerade die besten Multifunktionsdrucker bieten clevere Zusatzfunktionen, wie der Vergleichs-Test belegt.

Grundsätzlich muss ein Tinten-Multifunktionsdrucker für zu Hause, den heimischen Arbeitsplatz oder das Büro flexibel sein. Es soll den Ausdruck von Internetseiten oder Präsentationen genauso erledigen wie den Briefverkehr oder die Belegkopie für die Steuererklärung. Im Büroumfeld spielt dabei das Drucktempo eine größere Rolle als zu Hause. Aber allzu lange wollen Sie eigentlich nie auf das Ergebnis warten.

Eine Möglichkeit, die Arbeitsweise bei Tintenstrahldruckern für den Office-Einsatz zu beschleunigen, ist der seitenbreite Druckkopf, wie ihn HP bei der Pagewide-Familie einsetzt. Selbst das Modell HP Pagewide 377dw , das den Einstieg in die Serie markiert, kommt damit rechnerisch auf bis zu 30 Seiten pro Minute und bestätigt im Test das flotte Druck- und Kopiertempo mit nur 36 Sekunden für zehn gedruckte Textseiten. Ist dieses Gerät für Ihre Zwecke überdimensioniert, finden Sie in der Maxify-Serie von Canon oder den Workforce-Modellen von Epson etwas kompaktere Alternativen, die ihre Aufgaben schnell erledigen.

Feinheiten in der Ausstattung

In den Grundfunktionen unterscheiden sich die Modelle nicht mehr so gravierend. Die Druckeinheiten sind ausgereift und die Scanner liefern Ergebnisse, die für den Alltagsgebrauch absolut ausreichen. Den eigentlichen Preisunterschied verursachen oft bestimmte Ausstattungsmerkmale wie Fax und Duplex-Einheiten. Dabei ist das automatische Bedrucken von Vorder- und Rückseite eines Blattes weiter verbreitet als das gleichzeitige Einscannen derselben. Die Duplex-Scan-Funktion findet sich deshalb eher bei höherpreisigen Geräten wie den Modellen Canon Maxify MB5150 , Epson Expression Premium XP-7100 , HPs Officejet Pro 8720 und Pagewide 377dw oder dem Officejet Pro 9019 .

Um die Multifunktionsdrucker kompakter zu kriegen, machen die Hersteller aber auch Kompromisse, die Sie vor dem Kauf kennen sollten. Canon hat mit der Pixma-TS-Reihe eine eigene Serie im Programm, die explizit darauf setzt, wenig Platz zu benötigen - jedenfalls, wenn der Multifunktionsdrucker nicht im Betrieb ist. Um das zu erreichen, sind die Bedienpanel klappbar. Das hat auch Nachteile: Denn die Panels sind dünn konstruiert und geben bei festerem Drücken mit dem Finger leicht nach - wie etwa beim Canon Pixma TS8250 .

Günstige Multifunktionsdrucker beschränken sich oft auf Schriftanzeigen oder sehr kleine Grafikdisplays, die sich nicht über Touch, sondern über Tasten bedienen lassen. Aktuell hat Canon diese Kategorie mit dem Pixma TS5350 erweitert. Das Besondere hier ist ein Oled-Panel, das zwar klein ausfällt, aber erstaunlich gut lesbar ist, auch wenn es monochrom arbeitet. Je höher der Gerätepreis, desto eher finden Sie große Touchscreens am Panel, die den Stand-alone-Gebrauch erleichtern. Wiederum dient der Canon Pixma TS8250 hier als Beispiel für ein Gerät mit großem Touchscreen.

Drucken vom Mobilgerät

Dass das Drucken vom Mobilgerät auch im Büro Einzug hält, wünschen sich alle Druckerhersteller. Dazu setzten sie anfangs auf NFC (Near Field Communication). Hier halten Sie das NFC-fähige Smartphone oder Tablet an den Tag am Druckergehäuse und schon sollen sich die Geräte gegenseitig erkennen. Im Test funktionierte der Kommunikationsweg anfangs noch nicht ganz reibungslos - etwa beim HP Officejet Pro 8620. Ob die Ursache am Tag oder dem NFC-Modul im Mobilgerät lag, ließ sich nicht genau feststellen. Inzwischen verbinden sich die Geräte jedoch gut. Epson kennzeichnet die Stelle mit dem Tag am Bedienpanel nur noch mit einem "N", wie etwa beim Workforce WF-2860DWF .

Beliebter als NFC ist Wi-Fi Direct als drahtloser Kommunikationsweg zwischen Mobilgerät und Drucker. Wie bei NFC sparen Sie sich den Umweg über den Router, um sich mit dem Drucker zu verbinden. Allerdings funktioniert das "normale" WLAN nicht, während Sie direkt kommunizieren. Die Wi-Fi-Direct-Funktion ist sehr verbreitet - sieben der zehn Geräte in der Top 10 unterstützen den Verbindungstyp - darunter auch die Modelle HP Officejet Pro 9019 oder Epson Workforce Pro WF-3720DWF .

Wichtig: Folgekosten für Tinte und Strom

Wie bei allen Druckern ist auch bei Multifunktionern ein zentraler Punkt der Tinten-Nachkauf und damit die Seitenpreise. Gerade bei Geräten fürs Büro oder Home Office sind große Tintentanks und damit möglichst niedrige Seitenpreise Pflicht. Das erfüllt vorbildlich beispielsweise der Brother MFC-J1300DW : Hier errechnen wir 0,8 Cent für das schwarzweiße und 2,4 Cent für das farbige Blatt. Zugrunde liegen jeweils Kartuschen mit hoher Reichweite, die lobenswerterweise im Lieferumfang bereits inbegriffen sind. Deshalb spricht der Hersteller bei diesem Modell auch von "All-in-Box".

Derart niedrige Seitenpreise kommen schon in die Nähe von jenen bei Geräten, die anstelle einer Patrone einen Tintentank eingebaut haben, der sich per Tintenfläschchen nachfüllen lässt. Epson gilt mit der Ecotank-Serie als Vorreiter bei Tankdruckern. Die Geräte haben mindestens einem Flaschensatz im Lieferumfang. In den meisten Fällen arbeiten sie mit vier Farben (C, M, Y, B). Die Seitenpreise sinken hier auf super günstige 0,2 Cent für das schwarzweiße und 0,4 Cent für das farbige Blatt - wie etwa beim Epson Ecotank ET-2720 . Allerdings kosten sie im Anschaffungspreis deutlich mehr als Patronen-Multifunktionsdrucker. Im Falle des ET-2720 liegt der UVP bei gut 300 Euro.

Auch Canon beherrscht die Tintenzufuhr per Tank-Leitungssystem. PC-WELT hat beispielsweise den Canon Pixma G6050 getestet. Wiederum liegt der Anschaffungspreis mit rund 363 Euro (UVP) vergleichsweise hoch. Hervorzuheben ist bei diesem Kombi-Modell, dass drei Schwarztintenflaschen ab Werk beiliegen. Mit diesem Vorrat kommen Sie rechnerisch 18.000 Seiten weit - das ist üppig. 

Aktuell ist auch HP in Deutschland in die Kategorie der Tankdrucker eingestiegen. Im Test haben wir den HP Smart Tank Plus 655 durchleuchtet. Wie bei allen aktuellen Tankdrucker-Modellen sind auch hier die Tanks ins Druckergehäuse integriert. Das kommt den Maßen zugute. Die Seitenpreise bewegen sich im ähnlichen Rahmen wie bei Epson und Canon. Zwei XL-Tintenflaschen für Schwarz sorgen für einen üppigen Vorrat.

Kurz zum Stromverbrauch: Hier sind Tinten-Multifunktionsgeräte von Hause aus nicht verschwenderisch. Einen Ausschalter, der das Multifunktionsgerät komplett vom Stromnetz trennt, haben aber immer noch nicht alle Geräte. Wiederum können hier Modelle von HP als Beispiel dienen: Bei den Officejet-Pros 8720 und 9019 zeigt das Messgerät bei betätigtem Ausschalter im Test noch 0,2 Watt an - ein unnötiger Energieverbrauch. Auch beim HP Pagewide 377dw verzichtet der Hersteller auf eine saubere Trennung. 0,4 Watt im ausgeschalteten Zustand sind die Folge. Hier punktet Canon mit den Modellen Maxify MB2750 und MB5150 genaus wie Epson mit dem Workforce WF-3620DWF und WF-2860DWF , aber auch Brother mit dem MFC-J1300DW. Hier zeigt unser Messgerät nach Betätigen des Ausschalters tatsächlich 0 Watt an. Dass die Geräte trotzdem noch geringe Mengen an Energie verbrauchen, liegt an anderen Ursachen. So ziehen sie über den USB-Anschluss noch Strom. 

Fazit: Tintenkombis sind vielseitig und trotzdem bürotauglich

Wer heute ein Multifunktionsgerät sucht, das sowohl zu Hause als auch im kleinen Büro eine gute Figur macht, muss wenig Kompromisse machen. Es findet sich eine gute Auswahl an geeigneten Geräten, wie dieser Vergleichstest zeigt. Allerdings sind diese leistungsstarken Multifunktionsgeräte in der Anschaffung nicht ganz so günstig. In der Regel müssen Sie mit rund 200 Euro  (UVP) rechnen, um auch einen Alleskönner zu bekommen, der die alltägliche Belastung im Büro oder Home Office aushält. Mit der Zeit macht sich diese Investition jedoch dank vergleichsweise moderater Verbrauchskosten bezahlt.

Immer verbreiteter wird das Prinzip, den Anschaffungspreis höher zu legen, dafür aber den Tintenvorrat in den Lieferumfang zu packen. Vorreiter war hier Epson mit der Ecotank-Serie. Inzwischen folgen weitere Anbieter wie Canon mit der G-Serie (Megatank) oder HP mit den Smart Tanks, aber auch Brother mit der "All-in-Box", dessen erster Vertreter im Test das Modell MFC-J1300DW darstellt. Im Idealfall haben Sie bei diesen Multifunktionsdruckern drei Jahre Ruhe, bevor Sie Tinten nachkaufen müssen.

Für zu Hause können auch Multifunktionsdrucker bis 100 Euro (UVP) empfehlenswert sein. Sie erweisen sich im Test als Allrounder, die viele Funktionen abdecken, aber in keiner Disziplin zur absoluten Spitze gehören. Trotzdem können sie genau den Bedarf erfüllen, den Sie an Ihren heimischen Multfunktioner anlegen. Für die Vergleichbarkeit im Test gehen wir von unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller aus. Die Straßenpreise liegen oft deutlich darunter.

Die Testsieger und Empfehlungen im Überblick

Aktueller Testsieger: HP Pagewide 377dw
Vergrößern Aktueller Testsieger: HP Pagewide 377dw

Aktueller Spitzenreiter ist der HP Pagewide 377dw : Er erreicht mit seinem großen Druckkopf, der einer Seitenbreite entspricht, neue Tempo-Bestwerte - und das, ohne an der Leistung zu sparen Auch die Ausstattung überzeugt mit Duplex-Druck- und -Scan-Einheiten, 500-Blatt-Papierkassette und zusächlichem Mehrzweckfach sowie der üppigen Schnittstellenauswahl. Allerdings gibt es auch Kritik am Alleskönner: Denn trotz großer Tintentanks und Ausrichtung auf den Büroeinsatz fallen die Seitenpreise zu hoch aus. Hier könnte HP noch nachbessern, denn die Technik an sich ist vielversprechend.

Ausführlicher Testbericht: HP Pagewide 377dw

 

Aktueller Multifunktionsdrucker mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis: Epson Workforce WF-2860DWF
Vergrößern Aktueller Multifunktionsdrucker mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis: Epson Workforce WF-2860DWF

Der Multifunktionsdrucker Epson Workforce WF-2860DWF ist ein faires Angebot, betrachten wir die runde Ausstattung, die Qualität im Drucken, Scannen und Kopieren und beziehen wir das Gesamtpaket auf den Preis (UVP) von derzeit rund 130 Euro. Insgesamt kann sich der Testkandidat damit die Auszeichnung „Preis-Leistungs-Sieger“ sichern.

Ausführlicher Testbericht: Epson Workforce WF-2860DWF

Empfehlung der Redaktion: Brother MFC-J1300DW
Vergrößern Empfehlung der Redaktion: Brother MFC-J1300DW

Insgesamt erobert sich der Brother MFC-J1300DW die Auszeichnung „Empfehlung der Redaktion“. Denn der Multifunktionsdrucker ist eine runde Lösung für den Arbeitsplatz, die zwar im Anschaffungspreis recht hoch ausfällt, sich aber lohnt, weil Sie sich selbst dann nicht über hohe Druckkosten aufregen müssen, wenn die Patronen früher als in drei Jahren leer gedruckt sind.

Ausführlicher Testbericht: Brother MFC-J1300DW

Auszeichnung Top-Design: HP Officejet Pro 9019
Vergrößern Auszeichnung Top-Design: HP Officejet Pro 9019

Legen Sie auf Design bei Ihrem Multifunktionsdrucker wert, können Sie sich den HP Officejet Pro 9019 mit einer eleganten Alu-Optik ansehen. Darüber hinaus senken Sie die Folgekosten für Tinte bei diesem Modell anfangs auf Null, denn er bringt das Tinten-Abo Instant Ink mit, das in den ersten 12 Monaten kostenlos läuft. Danach hängt es von der gebuchten Seitenzahl ab, wieviel Sie weiter zahlen müssen.

Ausführlicher Testbericht: HP Officejet Pro 9019

Auszeichnung Innovative Technik: HP Smart Tank Plus 655
Vergrößern Auszeichnung Innovative Technik: HP Smart Tank Plus 655

Auf Innovation setzt aktuell auch HP und startet mit der Tintentank-Serie Smart Tank in Deutschland. Als ersten Vertreter hat PC-WELT den HP Smart Tank Plus 655 getestet. Die gelungene Umsetzung der Tank-Technik ist uns die Auszeichnung "Innovative Technik" wert.

Ausführlicher Testbericht: HP Smart Tank Plus 655

 

Weitere Drucker im Test:

Zum Angebot: Brother MFC-J1300DW

Zum Angebot: Canon Maxify MB5150

Zum Angebot: Canon Maxify MB2750

Zum Angebot: HP Officejet Pro 8720

Zum Angebot: Epson Workforce Pro WF-3720DWF

Zum Angebot: Epson Workforce WF-3620DWF

Zum Angebot: Epson Ecotank ET-7700

Zum Angebot: HP Officejet Pro 6960

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