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Dell XPS 13 9310: Erstes Notebook mit Intels Tiger Lake im Test

30.11.2020 | 11:20 Uhr |

Das Dell XPS 13 ist eines der ersten Notebooks mit der neuen Tiger-Lake-CPU, die eine verbesserte Xe-Grafik und Thunderbolt 4 mitbringt. Der Test zeigt, ob das reicht, um Ryzen-Laptops zu überrunden.

Von außen bleibt alles beim Alten: Das neue Dell XPS 13 kommt im gewohnt hochwertigen Design mit einem flachen Aluminium-Unibody-Gehäuse und dem super-schmalen Displayrahmen. Beeindruckend - aber die entscheidende Neuerung sitzt drinnen: Das XPS 13 ist eines der ersten Notebooks mit der neuen 11. mobilen Core-Generation Intel "Tiger Lake".

Mit "Tiger Lake" will Intel im Laptop-Bereich AMD wieder abhängen, deren Ryzen-4000-CPUs sich zum heißen Preis-Leistungs-Tipp entwickelt haben. Der neue Prozessor bringt die stark verbesserte integrierte Grafik Iris Xe mit. Außerdem beschleunigt er Komponenten und Peripherie durch eingebaute Controller für PCI-Express 4 und Thunderbolt 4.

Das Duell: Tiger Lake gegen Ryzen

Mehr Kerne gibt es mit Tiger Lake nicht: Der Core i7-1165G7 im Dell XPS 13 arbeitet mit vier Kernen und Hyper-Threading, während AMD für flache Notebooks auch 6- oder 8-Kerner im Angebot hat. Daher bleiben Geräte mit AMD-CPU die Champions im Cinebench: Der Ryzen 5 4500U ist zehn Prozent schneller als die Tiger-Lake-CPU im Dell XPS 13, der Ryzen 7 4700U sogar rund 20 Prozent. Wie bei vielen flachen Notebooks sinkt auch beim XPS 13 nach mehreren Läufen das Cinebench-Ergebnis erheblich - um bis zu 17 Prozent -, weil der Prozessor Taktrate und Leistungsaufnahme reduziert, um nicht zu heiß zu werden.

Allerdings hält Tiger Lake den Vorgänger Ice Lake auf Distanz: Die CPU im neuen XPS 13 ist im Cinebench über 20 Prozent schneller als der Core i7-1065G7 im Vorjahresmodell. Der Lüfter läuft unter Last angenehm leise und gleichmäßig, ist ansonsten nicht zu hören, verhindert aber trotzdem, dass sich das Notebook spürbar erwärmt.

Aussagekräftiger als die CPU-Leistung sind System-Benchmarks wie PC Mark 10 oder Sysmark 25. Auch im PC Mark 10 zeigt sich, dass das Dell XPS 13 bei Tests, bei denen CPU-Power und viele Kerne gefragt sind, hinter Ryzen-Laptops zurückliegt, bei Standard-Aufgaben dagegen die Nase vorn hat. Beim Sysmark 25, der mit echten Anwendungen wie Word, Excel, Outlook, Photoshop und Lightroom testet, fällt der Vorsprung des Tiger-Lake-Notebooks mit knapp 40 Prozent deutlicher aus.

Großen Anteil an der verbesserten Leistung hat die Iris-Xe-Grafik. Sie soll in einer leistungsstärkeren Variante künftig die Basis von Intels Spiele-Grafikkarten werden. Im Dell XPS 13 arbeitet die mobile Ausführung Iris Xe-LP mit 96 Ausführungseinheiten und hinterlässt im Test einen starken Eindruck: Im 3D-Mark-Test "Night Raid" liegt sie über 50 Prozent vor der internen Grafik eines Ryzen 7 4700U und ist doppelt so schnell wie die Grafik im Ryzen 5 4500U. Im Time-Spy-Test kommt sie sogar sehr nahe an eine Geforce GTX 1050 heran, mobile Nvidia-Einsteiger-Chips wie den Geforce MX250 lässt die neue Intel-Grafik locker hinter sich.

Für Gelegenheitsspieler genügt sie daher auf alle Fälle: GTA 5 läuft in Full-HD mit FXAA mit rund 70 Bilder pro Sekunde. Grafikintensive Spiele überfordern die Xe-Grafik aber: In "Rise of the Tomb Raider" kommt sie in der niedrigsten Detailstufe auf 30 fps, bei Detailstufe "Hoch" reicht es nur noch für 19 Bilder pro Sekunde.

Intels neue Plattform Evo steht für leistungsfähige Notebooks.
Vergrößern Intels neue Plattform Evo steht für leistungsfähige Notebooks.
© Dell

Das bringt Evo

Das Dell XPS 13 trägt das neue Evo-Label: Damit will Intel ein leicht verständliches Qualitätsmerkmal etablieren, das dem Käufer signalisieren soll, dass er einen schnellen, ausdauernden und mit aktueller Technik ausgestatteten Laptops vor sich hat. Voraussetzung für Evo ist natürlich ein Tiger-Lake-Prozessor (Core i7 oder Core i5) sowie Wi-Fi 6, Thunderbolt 4 und bestimmte Leistungs- und Laufzeitwerte. Allerdings gibt es auch einige Schlupflöcher: Zum Beispiel ist eine PCI-Express-4-SSD nicht Teil der Vorgaben, obwohl die CPU sie über vier Lanes anbinden könnte. Dementsprechend sitzt im XPS 13 eine NVMe-SSD von Kioxia (früher Toshiba) mit PCI-E 3.0: Sie liefert gute, aber für diese Preisklasse nicht auffällig hohe Datenraten.

Das XPS 13 bringt links und rechts je einen Typ-C-Port mit Thunderbolt 4 mit.
Vergrößern Das XPS 13 bringt links und rechts je einen Typ-C-Port mit Thunderbolt 4 mit.
© Dell

Ähnlich ist es mit den beiden Typ-C-Ports für Thunderbolt 4: Zunächst hieß es, dass der neue Standard alle bisherigen USB-Tempostufen plus USB 4 mit 40 Gbit/s unterstützt. Laut Dell ist das aber nicht der Fall: Die Tempostufe mit 20 GBit/s (USB 3.2 2x2) ist nicht vorgeschrieben. Deshalb erreichen auch entsprechende externe SSDs am XPS 13 maximal USB-Datenraten bis zu 10 GBit/s.

Das Dell-Notebook überzeugt auch bei der Akkulaufzeit: Im WLAN-Test sind knapp 13 Stunden drin. Das XPS 13 hat dabei trotz der hohen Auflösung UHD+ eine um rund 1 Watt niedrigere Leistungsaufnahme als Ryzen-Notebooks mit Full-HD-Display. Im Mobile Mark 2018 reicht der 51-Wattstunden-Akku für rund zehn Stunden - ähnlich ausdauernd sind auch Ryzen-Notebooks mit einem vergleichbar großen Akku. Doch der Tiger-Lake-Laptop arbeitet im Akkubetrieb deutlich leistungsfähiger und bietet daher unterwegs eine höhere Recheneffizienz.

Top-Display in 16:10

Wie schon beim Vorgänger ist die Bildqualität des XPS 13 herausragend: Der 13,4-Zoll-Touchscreen zeigt 3840 x 2400 Pixel, hat damit das bürotaugliche Seitenverhältnis 16:10. Die Helligkeit liegt bei rund 450 cd/qm, was ergonomisches Arbeiten unter allen Lichtverhältnissen erlaubt. Auch Kontrast und Farbabdeckung überzeugen beim 10-Bit-HDR-Panel.

Ebenfalls Top-Bewertungen verdienen Tastatur und Touchpad: Die Tastatur gibt trotz des flachen Tastenhubs eine sehr klare Rückmeldung und ist sehr stabil eingebaut. Schnellschreiber müssen aber mit dem nicht abgesetzten Cursorblock zurechtkommen, in dem die Tasten für Oben und Unten halb so groß sind wie die für Links und Rechts. Außerdem lassen sich wie bei den meisten Dell-Notebooks bestimmte Funktionen wie Pause/Unterbrechen, Num und Rollen nur über Tastenkombinationen auslösen. Das Touchpad erlaubt schnelle Mehrfinger-Gesten und überzeugt durch das klare Klick-Feedback.

Außer den beiden Typ-C-Ports, von denen einer im Normalfall für die Stromversorgung belegt ist, bietet das XPS 13 lediglich einen Audioanschluss und einen Micro-SD-Kartenleser. Schnell anmelden können Sie sich per Frontkamera oder über den Fingersensor im Startknopf rechts oben in der Tastatur. Zum Einschalten brauchen Sie ihn nicht unbedingt, weil das Notebook bereits beim Öffnen des Deckels angeht. Die Preise für das neue XPS 13 starten bei rund 1500 Euro mit Core i7, 512 GB SSD und Full-HD-Display. Als Varianten gibt es Modelle mit UHD+, Touchscreen und 1 TB großer SSD.

GESCHWINDIGKEIT

Dell XPS 13 (9310) (Note: 1,65)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

107 Punkte (von 110)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

93 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

62 Punkte (von 100)

Startzeit

10 Sekunden

BILDSCHIRM

Dell XPS 13 (9310) (Note: 1,42)

Größe

34,6 Zentimeter / 13,4 Zoll

Auflösung

3840 x 2400 Bildpunkte

Punktedichte Höchste Punktedichte im Test

338 dpi 331 dpi

Helligkeit

443 cd/m²

Helligkeitsverteilung

80 %

Kontrast

1397:1

Entspiegelung

gering

MOBILITÄT

Dell XPS 13 (9310) (Note: 1,90)

Akkulaufzeit: WLAN-Test / Mobile Mark 2018

12:55 / 10:02 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

1296/ 254 Gramm

UMWELT UND GESUNDHEIT

Dell XPS 13 (9310) (Note: 1,0)

Betriebsgeräusch: geringe /hohe Last

0,1 / 0,5 Sone

Temperatur unter Last: Unterseite /Oberseite

46 / 46 Grad Celsius

ALLGEMEINE DATEN

Dell XPS 13 (9310)

Internetadresse von Dell

www.dell.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

2000 Euro / 1900 Euro

Technische Hotline

069/97927200

Garantiedauer

12 Monate

DIE TECHNISCHEN DATEN

Dell XPS 13 (9310)

Prozessor (Taktrate)

Intel Core i7-1165G7 (2,80 GHz)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

16106 MB (16384 MB), LPDDR4-4266

Grafikchip (Grafikspeicher)

Intel Iris Xe (1024 MB (max., vom Arbeitsspeicher))

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

13.4 Zoll (34.6 Zentimeter), 3840 x 2400, spiegelnd

Festplatte

459,1 GB (nutzbar)

optisches Laufwerk

()

Betriebssystem

Windows 10 Pro (64 Bit)

LAN

nicht vorhanden

WLAN

WiFi-6

Bluetooth

Bluetooth 4.0

Schnittstellen Peripherie

x seriell (), x parallel (), x IrDA (), x PS/2 (), x USB 2.0 (), x USB 3.0 (), x Firewire (), x PC-Card (, ), x Expresscard (, ), 1x Kartenleser (links, Micro-SD), x e-SATA (), x Docking-Anschluss, x LAN (), 2x Thunderbolt (rechts. links)

Schnittstellen Video

x VGA (), x DVI (, ), x TV-In (), x TV-Out (), x HDMI (), neinx Displayport (), 1x Webcam

Schnittstellen Audio

neinMikrofon, jaKopfhörer, neinAudioeingang, neinDigitaler Ausgang (jakombiniert)

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