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WLAN-Router im Test: AVM Fritzbox 7510

02.06.2022 | 17:28 Uhr |

Die Fritzbox 7510 verwirrt mit einem seltsamen Ausstattungsmix. Für bestimmte Einsatzbereiche ist sie aber optimal.

Für rund 100 Euro ist die Fritzbox 7510 der günstigste Modem-Router von AVM mit Wi-Fi 6. Dafür hat der Hersteller aber ein paar Ausstattungsmerkmale gestrichen: Das WLAN arbeitet ausschließlich über 2,4 GHz, die schnellere 5-GHz-Frequenz unterstützt die Fritzbox nicht. Außerdem hat sie nur einen Gigabit-LAN-Anschluss und der USB-Port arbeitet lediglich mit 2.0-Tempo.

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Bei den Modem- und Telefonfunktionen zeigt die 7510 dagegen keine Defizite: Sie lässt sich an VDSL-Anschlüssen mit Supervectoring einsetzen und erlaubt eine Download-Rate von bis zu 300 MBit/s. Damit eignet sie sich für einen All-IP-Anschluss aller Provider wie Telekom, 1&1, Vodafone, O2 und anderen.

Gute Internet-, schwache Heimnetz-Ausstattung

Außerdem bietet sie eine DECT-Basisstation für bis zu sechs schnurlose Telefone sowie fünf integrierte Anrufbeantworter. Ein analoges Telefon oder Fax schließen Sie über eine TAE- oder RJ11-Buchse an. Zudem unterstützt auch die günstige Fritzbox die Mesh-Funktion von AVM: Sie können sie problemlos mit anderen Fritzbox-Routern oder Fritz-Repeatern koppeln.

Lediglich ein Gigabit-LAN-Anschluss sitzt hinten am Gehäuse.
Vergrößern Lediglich ein Gigabit-LAN-Anschluss sitzt hinten am Gehäuse.
© Thomas Rau

Dieser etwas seltsame Ausstattungsmix aus umfassenden Modem-Router- und kastrierten WLAN-Router-Funktionen schränkt die Einsatzbereiche der 7510 ein: Sie empfiehlt sich zum Beispiel für sehr kleine WLAN-Netzwerke, die auf ein schnelles Funknetz verzichten können oder in denen lediglich 2,4-GHz-Clients unterwegs sind – zum Beispiel eine Netzwerkumgebung für Smart-Home-Geräte. Wegen ihrer Telefonfähigkeiten kann sie aber auch als zusätzliche DECT-Basisstation und Telefonanlage neben einer „großen“ Fritzbox zum Einsatz kommen, wenn Sie die DECT-Reichweite erweitern oder zusätzliche Telefone einsetzen wollen.

Als IP-Client oder WLAN-Router hinter einem Provider-Modem oder -Router kann die Fritzbox 7510 ebenfalls zum Einsatz kommen. Das ist aber unkomfortabel: Sie besitzt dafür keinen WAN-Anschluss, die Verbindung zum Provider-Gerät muss daher per LAN-Kabel über den einzigen LAN-Port der Fritzbox erfolgen, deren Menü sich anschließend nur noch per WLAN erreichen lässt.

Fritzbox 7510: Platz- und stromsparend

Kompaktes GehäuseDas Gehäuse der 7510 entspricht der Fritzbox 7530 AX – sie ist also deutlich kompakter als zum Beispiel die Fritzbox 7590 AX . Seinen Status verrät der Router über fünf LEDs für Strom/Internetverbindung, WLAN, Telefon/DECT, Verbindung/WPS sowie einer Info-LED. Über drei Tasten am Gehäuse können Sie das WLAN ein- und ausschalten, DECT-Geräte anmelden und die 7510 ins WLAN beziehungsweise Mesh bringen. Außerdem dient jede der drei Tasten als Bestätigung, wenn Sie bestimmte Einstellungen im Fritzbox-Menü ändern wollen und kein DECT-Telefon zur Hand haben.

Mäßiges Tempo: Für externen Speicher gibt es nur USB 2.0
Vergrößern Mäßiges Tempo: Für externen Speicher gibt es nur USB 2.0
© Thomas Rau

Im Test ist auf der Fritzbox 7510 Fritz-OS 7.30 installiert mit der bekannten und umfangreichen Bedieneroberfläche. Ab Werk sind das Menü sowie die WLAN-Verbindung mit voreingestellten Passwörtern gesichert, die auf der Unterseite des Gehäuses sowie einer mitgelieferten Karte stehen.

Die Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten der Fritzbox 7510 entsprechen weitgehend denen anderer Fritzboxen: Zum Beispiel gibt es eine umfangreiche Kindersicherung mit Beschränkungen für Online-Zeit und Web-Dienste. Ebenfalls dabei ist ein Gast-WLAN, das sich sehr detailliert einstellen lässt. Und auch IPv6-Unterstützung, Fritz-NAS sowie die Möglichkeit des Fernzugriffs per MyFritz fehlen bei der 7510 nicht.

WLAN nur über 2,4 GHz

Die maximale WLAN-Geschwindigkeit der Fritzbox 7510 liegt bei knapp 600 Mbit/s. Sie nutzt dafür über 2,4 GHz zwei MIMO-Streams, erreicht das angegebene Top-Tempo aber nur, wenn sie 40 MHz breite Funkkanäle nutzen kann – in der Praxis passiert das nur selten: Aufgrund des häufig überbelegten 2,4-GHz-Bandes arbeiten die meisten Router mit 20-MHz-Kanälen.

Im WLAN-Test überträgt die Fritzbox ihre Datenpakete an das Lenovo-Notebook Legion 5 Pro mit dem Intel-WLAN-Chip AX211. Dessen 5-GHz-Fähigkeiten liegen wegen der Beschränkung der 7510 auf die 2,4-GHz-Frequenz brach, mit zwei MIMO-Streams passt er aber auch in diesem Frequenzband optimal zum AVM-Router.

Über die kurze Messdistanz von drei Metern zwischen Router und WLAN-Client erreicht die Fritzbox 114 Mbit/s – das genügt, um unter guten Bedingungen die Bandbreite der meisten VDSL-Tarife ungebremst ins Heimnetz zu bringen. Im Vergleich zur Fritzbox 7530 AX steht die 7510 sogar ein bisschen besser dar.

Bei Messposition 2 in rund 25 Meter Entfernung vom Router über zwei Zimmer hinweg, geht der Fritzbox 7510 die Puste aus: Beim Lenovo-Notebook kommen lediglich 28 MBit/s an – aber auch hier ist sie noch minimal besser als die 7530 AX. Die Latenz der WLAN-Verbindung liegt im Durchschnitt bei 18 Millisekunden – das ist ordentlich.

Testergebnisse WLAN-Messung
Vergrößern Testergebnisse WLAN-Messung

WLAN-Router: Wie wir testen

USB 2.0 bremst den NAS-Transfer

Wie sich die Fritzbox 7510 als NAS-System schlägt, testen wir mit einer externen USB-SSD am 2.0-Port des AVM-Routers. Neben der geringen USB-Bandbreite deutet auch die langsame Dual-Core-CPU darauf hin, dass die 7510 kein schneller Netzwerkspeicher ist. Die Messungen belegen das: Beim Lesen kommt sie nur auf 33 MB/s. Damit ist sie erneut in guter Gesellschaft der Fritzbox 7530 AX, die externen Speicher ebenfalls nur mit USB 2.0 anbinden kann. WLAN-Router mit USB-3.0-Port können dagegen mit Leseraten zwischen 80 und 100 MB/s mit echten NAS-Systemen mit Festplatte konkurrieren.

Testergebnisse NAS-Transfer
Vergrößern Testergebnisse NAS-Transfer

Dafür arbeitet die Fritzbox 7510 sehr sparsam: Sie nimmt weniger als sechs Watt auf, wenn ein LAN- und WLAN-Gerät angeschlossen sind, aber keine Übertragung stattfindet. Beim WLAN-Transfer kommt sie auf knapp über acht Watt: Damit ist verbraucht sie etwas weniger als die 7530 AX und liegt deutlich unter der Leistungsaufnahme einer Fritzbox 7590 AX.

AVM Fritzbox 7510

Testergebnisse

Firmware im Test

Fritz-OS 7.30

2,4 GHz, kurze Distanz (Mbit/s)

114

2,4 GHz, lange Distanz (Mbit/s)

28

Leistungsaufnahme ohne Übertragung (Watt)

5,9

Leistungsaufnahme bei WLAN-Übertragung (Watt)

8,1

NAS-Transferrate Lesen / Schreiben (MB/s)

33 / 32

Latenzmessung (ms) zu Bundesnetzagentur

18

AVM Fritzbox 7510

Technische Daten

WLAN-Standard

Wi-Fi 6

Frequenzen

2,4 GHz

max. Tempo

574 MBit/s

max. Kanalbandbreite

40 MHz

MIMO-Streams

2x2

MU-MIMO

nein

Mesh-Unterstützung

ja

DFS

nein

Modem

VDSL, Supervectoring (35b)

LAN

1x Gigabit

WAN

-

USB

1x USB 2.0

Telefon

1x analog (TAE oder RJ11)

DECT

ja

Tasten

WLAN, DECT, WPS/Connect

LEDs

Power/DSL, WLAN, DECT, WPS/Connect, Info

Lieferumfang

Kurzanleitung, Karte mit Werkseinstellungen

Garantie

5 Jahre

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