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Test: AMD Ryzen 9 3950X - maximale CPU-Leistung für Gamer und Kreative

14.11.2019 | 18:25 Uhr | Sebastian Schenzinger

Die 16-Kern-CPU AMD Ryzen 9 3950X überzeugt auf ganzer Linie. Der Prozessor eignet sich nicht nur bestens für Gamer, sondern auch professionelle Anwender.

Kampf der Giganten: AMD Ryzen 9 3950X vs. i9-9900K. Mit reichlich Verspätung kommt der 16-Kerner Ryzen 9 3950X und muss sich gegen den Intel Core i9-9900K beweisen. Kann sich die CPU der HMX2 auf den Gaming-Thron setzen oder muss sich AMD Intel geschlagen geben? Wir testen den AMD Ryzen 9 3950X in diesem Video auf Herz und Nieren - und natürlich könnt Ihr Euch schon darauf freuen, wenn wir das Teil in die Höllenmaschine einbauen und übertakten.

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Nach langem Warten hat AMD sein Flaggschiff, den Ryzen 9 3950X, endlich von der Leine gelassen. Der Prozessor basiert ebenso wie alle anderen Ryzen-3000-CPUs auf der "Zen 2"-Architektur. Diese steht nicht nur für viele Rechenkerne und der daraus resultierenden Multithreading-Leistung, sondern auch für ein hohes Energieeffizienzlevel. Mit dieser Devise setzt AMD Intel schon seit längerem enorm unter Druck, welcher sich mit der Veröffentlichung des 16-Kerners weiter erhöht. Unser Test zeigt, dass sich der Ryzen 9 3950X selbst vor Intels High-End-Desktop-Plattform nicht verstecken braucht und beim Gaming auf einem ähnlichen Level mit dem Core i9-9900K steht.

TEST-FAZIT: AMD Ryzen 9 3950X

AMD liefert schon seit längerem mehr Multithreading-Leistung pro Euro als der Konkurrent Intel und baut diesen Vorsprung mit dem Ryzen 9 3950X noch weiter aus. Tatsächlich schlägt AMD mit dem 16-Kerner zwei Fliegen mit einer Klappe. AMDs neues Desktop-Spitzenmodell greift auf Grund der hohen Spieleleistung nicht nur Intels Consumer-Plattform rund um den Core i9-9900K, sondern auch die High-End-Desktop-Plattform mit dem Core i9-9980XE an. Die Rechenleistung bei der Auslastung aller 16 Cores ist exzellent und auch bei Spielen ist AMDs Flaggschiff ganz vorne mit dabei.

Dabei ist die Stromaufnahme unter Volllast im Verhältnis sehr niedrig, auch wenn sie bei geringer Auslastung etwas zu hoch ausfällt. Die Temperaturentwicklung liegt ebenso auf einem guten Niveau, womit der Ryzen 9 3950X ein nahezu perfektes Gesamtpaket abliefert. Der ausgerufene Preis ist für reine Gamer aber zu hoch, wobei die CPU mit Spielen auch nicht annähernd ausgelastet ist. Sie richtet sich eher an Streamer und Produktive, die die vollen 16 Kerne ausreizen können. Wenn Sie zur letzten Gruppe gehören, dann führt am Ryzen 9 3950X aktuell eigentlich kein Weg vorbei.

Es ist schon absurd eine CPU für 819 Euro als "günstig" zu bezeichnen, aber wenn man die gebotene Leistung und den Preis mit der Konkurrenz vergleicht, ist der Prozessor nun einmal preiswert. Vor allem, weil Sie keine Abstriche machen müssen: volle Spieleleistung und höchste Multithreading-Performance. Bisher gar es immer nur entweder oder. Aus diesem Grund hat sich der Ryzen 9 3950X unseren Award "Empfehlung der Redaktion" redlich verdient.

Pro:

+ Enorme Multithreading-Leistung

+ Sehr hohe Spieleleistung

+ Energieeffizient bei Maximalauslastung

+ Verhältnismäßig günstig

Contra:

- Hohe Leistungsaufnahme bei geringer Auslastung

- Für reine Gaming-PCs zu teuer

Der Ryzen 9 3950X hat sich unseren Award "Empfehlung der Redaktion" mehr als verdient.
Vergrößern Der Ryzen 9 3950X hat sich unseren Award "Empfehlung der Redaktion" mehr als verdient.

Die technischen Daten sprechen schon einmal für sich

Die Taktrate von allen 16 Kernen liegt bei 3,5 GHz, wobei ein Core auf bis zu 4,7 GHz hochtakten kann. Wie alle anderen "Zen 2"-Prozessoren auch unterstützt der Ryzen 9 3950X PCIe 4.0 und setzt beim Arbeitsspeicher auf ein Dual-Channel-Interface. Im Gegensatz zu den anderen Ryzen-3000-CPUs liegt dem 16-Kerner kein Luftkühler bei. Dies ist der hohen Wärmeentwicklung geschuldet, auch wenn AMD die thermische Verlustleistung nur mit 105 Watt angibt. Stattdessen empfiehlt der Hersteller die Verwendung einer 280 Millimeter großen All-in-One-Wasserkühlung.

Die Spezifikationen des Ryzen 9 3950X können sich dabei durchaus sehen lassen. Auf der Platine des Prozessors sind wie beim Ryzen 9 3900X drei Dies verbaut. Der Input-/Output-Die ist, wie der Name schon vermuten lässt, für die Anbindung der Schnittstellen wie zum Beispiel SATA oder USB zuständig. Dazu kommt die Verwaltung der Schnittstellenkarten wie der Grafikkarte und die Anbindung des Arbeitsspeichers. Die beiden CPU-Dies bestehen wiederum aus zwei Core-Complexen, die jeweils vier Kerne und 16 MB L3-Cache beherbergen, Das ergibt summa summarum 16 Kerne, 64 MB L3-Cache und 8 MB L2-Cache. Für die optimale Zusammenarbeit der einzelnen Dies ist die sogenannte Infinity Fabric zuständig, die AMD im Vergleich zur Vorgängergeneration Ryzen 2000 deutlich verbessert hat.

Alle Informationen zu den Ryzen 3000 CPUs auf einen Blick

Spieleleistung in WQHD auf Core i9-9900K Niveau

Als direkten Vergleich für die Spieleleistung haben wir Intels beste Gaming-CPU, den Core i9-9900K, als Referenz gewählt. Die Messungen der durchschnittlichen FPS Werte, sowie des 99.9th percentile erfolgten mit dem kostenlosen Tool CapFrameX. Bei dem zweiten Wert handelt es sich um die minimalen FPS, wobei die schlechtesten 0,1 Prozent auf Grund von Messtoleranzen ausgenommen sind. Sämtliche Spieleeinstellungen können Sie am Ende des Artikels in einer Tabelle aufgelistet finden. Um die reine CPU-Leistung zu ermitteln, führen wir die Tests zunächst in HD-Auflösung (1280 x 720 Pixel) durch.

Das mag zwar praxisfern sein, dient aber dazu, die anderen Faktoren wie die Grafikleistung so weit wie möglich aus der Gleichung herauszunehmen. Die Spieleperformace hängt nämlich sehr stark von der verwendeten Grafikkarte ab. Da wir aber die Leistung der CPU in Spielen bewerten wollen, darf die Grafkkarte nicht der limitierende Faktor sein. Damit dennoch ein Praxisbezug vorhanden ist, folgt ein zweiter Testdurchlauf in WQHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel). Im folgenden finden Sie unsere Messwerte in zehn topaktuellen Spielen:

In der HD-Auflösung zieht der Ryzen 9 3950X durchwegs den Kürzeren.
Vergrößern In der HD-Auflösung zieht der Ryzen 9 3950X durchwegs den Kürzeren.

In der HD-Auflösung sticht sofort ins Auge, dass der Core i9-9900K in jedem der zehn Spiele die Nase vorne hat. Teilweise ist der Ryzen 9 3950X sogar um 20 bis 30 Prozent langsamer. Im Durchschnitt rechnet die AMD-CPU in 1280 x 720 Pixeln gute 15 Prozent langsamer als der Octa-Core von Intel. Das Spiel Shadow of the Tomb Raider konnten wir in HD leider nicht testen, da sich die Auflösung weder im Game-Launcher noch im Spiel selber einstellen ließ. Man sieht an diesen Messungen sehr gut, dass der Ryzen 9 3950X seine 16 Kerne in Spielen nicht ausspielen kann und der Core i9-9900K auf Grund seiner höheren Taktraten davonzieht.

In der WQHD-Auflösung liegen der Ryzen 9 3950X und der Core i9-9900K gleich auf.
Vergrößern In der WQHD-Auflösung liegen der Ryzen 9 3950X und der Core i9-9900K gleich auf.

Wenn wir die Spiele in der realitätsnahen WQHD-Auflösung testen, ändert sich das Bild völlig. Auf einmal liegen die beiden Kontrahenten quasi gleichauf. Tatsächlich trennen den Ryzen 9 3950X und den Intel Core i9-9900K nur 0,77 Prozentpunkte in der durchschnittlichen Spieleleistung. Nur in zwei der von uns getesteten Spiele kann der Intel Prozessor sich mit sechs bis acht Prozent höherer Bildrate absetzen. In sechs Spielen liefern sich die beiden CPUs ein "Kopf an Kopf"-Rennen, wobei der AMD Prozessor sogar in sechs der zehn Spielen die Nase vorne hat. Im Spiel F1 2019 sind es sogar ganze sieben Prozent Mehrleistung auf Seiten des 16-Kerners. Sollten Sie also vor haben, in WQHD-Auflösung zu spielen, dann haben Sie die Qual der Wahl, weil wirklich viel nehmen sich die beiden Prozessoren nicht. Der Ryzen 9 3950X ist zwar deutlich teurer, liefert dafür aber auch deutlich mehr Leistung für Kreative und dazu kommen wir jetzt.

AMD Ryzen 3000 CPUs bei Mindfactory

Enorme Multicore-Leistung trifft auf Consumer-Plattform

Der einfachste Weg, um die rohe Rechenleistung eines Prozessors zu bewerten ist der Benchmark Cinebench. Dementsprechend haben wir auch den Ryzen 9 3950X durch den Single- und Multi-Core-Test des Cinebench R15 und R20 gejagt. Die Ergebnisse des Core i9-9900K sind mit den gleichen Testparametern entstanden. Die Werte des Ryzen 9 3900X, Threadripper 2950X und des Core i9-9980XE entstammen früheren Tests mit einer anderen Testplattform und sind dementsprechend nicht 1:1 vergleichbar. Dennoch nehmen wir sie im Diagramm auf, um einen groben Anhalt zu geben. Tatstächlich ist Cinebench als reiner CPU-Test von der restlichen Hardware sogar weitesgehend unabhängig.

Der Ryzen 9 3950X liefert für eine CPU mit 16 Kernen eine enorme Single-Core-Leistung
Vergrößern Der Ryzen 9 3950X liefert für eine CPU mit 16 Kernen eine enorme Single-Core-Leistung

Bei den Single-Core-Tests fällt auf, dass der Ryzen 9 3950X für seine 16 Kerne eine enorm hohe Leistung abliefert. Im älteren Cinebench R15 muss er sich nur knapp Intels Core i9-9900K geschlagen geben, den Core i9-9980XE und auch den Threadripper 2950X lässt der Prozessor weit hinter sich. Im Cinebench R20 erreicht die CPU sogar den höchsten Wert, das ist beeindruckend.

In den Multi-Core-Tests kann der Ryzen 9 3950X sogar den Prozessoren der HEDT-Plattformen das Wasser reichen.
Vergrößern In den Multi-Core-Tests kann der Ryzen 9 3950X sogar den Prozessoren der HEDT-Plattformen das Wasser reichen.

 Wenn alle Kerne unter Vollauslastung stehen, zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Im Cinebench R15 ist der Ryzen 9 3950X nur marginal langsamer als der Core i9-9980XE, obwohl dieser zwei Kerne und vier Threads mehr zur Verfügung hat. Beim Cinebench R20 dreht sich der Spieß um und AMDs 16-Kerner liefert den Bestwert ab. Intels Core i9-9900k liegt in beiden Tests weit abgeschlagen zuück, schließlich bietet dieser auch nur acht Kerne.

AMD Ryzen 9 3950 X

Intel Corfe i9-9900K

7-Zip Benchmark

129756 MIPS

71864 MIPS

Blender Benchmark

8:23.43 min

15:20.49 min

Handbrake

18:21min

30:19 min

Neben den Cinebench Tests musste sich die Multithreading-Performace des Ryzen 9 3950X auch noch im Benchmark von 7-Zip und Blender und dem Videoenkodierungsprogramm Handbrake beweisen. Der Vergleich erfolgte hier nur mit Intels Core i9-9900K, da wir leider keine Vergleichswerte mit den anderen Prozessoren zur Hand haben. Im 7-Zip Benchmark testen wir den Datendurchsatz bei der Komprimierung und Dekomprimierung von Dateien. Wenig verwunderlich ist der Ryzen 9 3950X auf Grund seiner doppelten Kernanzahl fast doppelt so schnell wie Intels Octa-Core. Mit Blender ermitteln wir die Renderleistung der CPUs und messen dabei die benötigte Zeit. Diese fällt beim 16-Kerner knapp 7 Minuten kürzer aus als bei Intels Core i9-9900K und damit nur gut halb so lang.

AMD Ryzen 9 3900X und Ryzen 7 3700X im Test

Für alle YouTuber, Streamer und Videobearbeiter gibt es jetzt noch einen interessanten Wert. Denn wir haben eines unserer YouTube-Videos mit dem kostenlosen Programm Handbrake encodiert. Die MP4-Datei ist 12 Gigabyte groß und stammt direkt von unserer Videokamera. Diese laden wir in Handbrake, wählen als Preset "YouTube HQ 2160p60 4K" und starten die Encodierung. Das Programm wandelt die Datein dann in das YouTube taugliche M4V-Format um. Hierfür benötigt der Ryzen 9 3950X nur 18:21 Minuten und damit deutlich kürzer als der Intel Core i9-9900K mit 30:19 Minuten.

Temperaturen, Stromverbrauch und anliegende Taktraten

Die Leistugsaufnahme der Prozessoren ermitteln wir mit dem kostenlosen Programm HWiNFO64. Dabei messen wir den Verbrauch im Idle, in dem Spiel Shadow of the Tomb Raider und unter Maximalauslastung mit Prime95.

Stromverbrauch (HWiNFO64)

AMD Ryzen 9 3950 X

Intel Corfe i9-9900K

Idle

16,77W

7,85 W

YouTube-Video (Full-HD)

36,2W

9,35 W

Spiel avg (Shadow of the Tomb Raider)

83,5W

62,5 W

Spiel max (Shadow of the Tomb Raider)

112,4 W

85,39 W

Maximallast (Prime95)

143,14W

135,57 W

Im Idle genehmigt sich der Ryzen 9 3950X doppelt so viel Leistung wie der Intel Core i9-9900K. Obwohl die Global C-States aktiviert sind, scheinen die 16 Kerne selbst im Ruhezustand einiges an Leistung zu benötigen. Beim Anschauen eines YouTube-Videos in Full-HD Auflösung vervierfacht sich der Stromverbrauch sogar im Vergleich zur Konkurrenz. Das mag in erster Linie daran liegen, dass der Ryzen 9 3950X die Spannung immer pro CCX, also für vier Kerne auf einmal, anpasst, um eine höhere Taktrate zu ermöglichen. In Spielen benötigt der Ryzen 9 3950X im Schnitt 20 Watt mehr als der Intel Core i9-9900K, die maximale Leistungsaufnahme liegt sogar 30 Watt höher. Der interessanteste Wert ist jedoch das Ergebnis unter Vollast. Denn hier liegt der Unterschied bei gerade einmal 7,5 Watt bei fast doppelter Multithreading-Performace. Dieses Ergebnis ist enorm stark.

Auch das Auslesen der Temperaturen erfolgt über HWiNFO64. Hierbei konzentrieren wir uns auf die Package-Temperatur und nicht auf die Temperatur jedes einzelnen Cores (Intel) beziehungsweise jedes CCX (AMD). Da AMD dem Ryzen 9 3950X im Gegensatz zu den anderen Ryzen Prozessoren keinen Kühler beilegt, haben wir eine 280 Millimeter All-in-One-Wasserkühlung von NZXT dazu erhalten. Das entspricht auch der Empfehlung von AMD, denn laut Hersteller sollten Sie für den 16-Kerner eine mindestens 280mm große AiO verwenden. Wir haben uns jedoch bewusst für einen Luftkühler, den be quiet! Dark Rock Pro 4, entschieden, um zu sehen, ob an AMDs Aussage etwas dran ist.

Temperatur (HWiNFO64)

AMD Ryzen 9 3950 X

Intel Core i9-9900K

Idle

34,3°C

31°C

Spiel (Shadow of the Tomb Raider)

68,1°C

66°C

Maximallast

71,0°C

72°C

Im Idle liegt die Temperatur des Ryzen 9 3950X etwas höher als beim Intel Core i9-9900K aber völlig im Rahmen. In dem Spiel Shadow of the Tomb Raider erhitzt sich die CPU nach einer halbstündigen Spiele-Session auf bis zu 68,1 Grad. Das ist ein sehr guter Wert und lässt auch noch Spielraum für leichte Übertaktung. Selbst unter Volllast steigt die Maximaltemperatur nur noch leicht an auf 71 Grad Celsius. Das zeigt, dass man den Ryzen 9 3950X auch problemlos mit einem Luftkühler kühlen kann. Zugegebenermaßen ist der be quiet! Dark Rock Pro 4 auch nicht günstig, aber immer noch billiger als eine 280 Millimeter große AiO.

Zuletzt werfen wir noch einen Blick auf die anliegenden Taktraten. Hierfür führen wir Prime95 mit der entsprechenden Core-Anzahl aus. Die Ryzen 3000 Generation hatte zu Release ein großes Problem, dass die Prozessoren die von AMD angegebenen Boost-Taktraten nicht erreicht haben. Ob sich das mit der AGESA Version 1.0.0.4 Patch B geändert hat, können Sie folgender Tabelle entnehmen:

AMD Ryzen 9 3950 X

Intel Core i9-9900K

Anliegende Taktraten

Core VID

Anliegende Taktraten

Core VID

Single Core Max

4666,6 MHz

1.475V

5002,5 MHz

1.325V

Multi Core

3992,8 MHz

1.163V

4699,5 MHz

1.218V

Durchschnitt Single Core

4613 MHz

4862 MHz

Unsere Messergbnisse zeigen, dass das "Boost-Debakel" quasi behoben ist. Zwar erreicht unser Ryzen 9 3950X bei der Vollauslastung in der Spitze nur 4666,66 MHz, aber das ist schon sehr nahe an den angegebenen 4,7 GHz dran. Interessant ist der anliegende Single-Core-Takt, wenn wir den Test eine halbe Stunde lang ausführen. Im Schnitt taktet der Ryzen 9 3950X hier nämlich mit 4613 MHz und damit nur gute 50 MHz und seinem maximal erreichten Takt. Beim Intel Core i9-9900K fällt der Durchschnittswert dagegen auf 4862 MHz, das sind satte 140 MHz weniger als der Maximaltakt. Das bedeutet, der 16-Kerner von AMD kann seinen Maximaltakt über einen längeren Zeitraum nahezu konstant halten wohingegen der Intel Prozessor deutlich heruntertaktet. Wenn wir alle Kerne über eine halbe Stunde lang voll auslasten, liegt der Takt des Ryzen 9 3950X bei knapp 4 GHz. Das ist für die Kernanzahl ein sehr guter Wert. Vorraussetzung hierfür ist natürlich eine gute Kühlung.

Preis und Verfügbarkeit

Der Ryzen 9 3950X ist ab dem 25. November zu einem Preis von 819 Euro erhältlich und kostet damit genauso viel wie Intels 14-Kerner, der Core i9-9940XE, aktuell. Der 16-Kerner, Threadripper 2950X, aus dem eigenen Haus ist aktuell ab 799 Euro erhältlich. Betrachtet man die gebotene Leistung nicht nur in Multithreading-Anwendungen, sondern auch in Spielen, dann ist der Preis sogar niedrig. Dass ein Prozessor nämlich in beiden Bereichen so hohe Performance-Werte abliefert ist eine absolute Seltenheit.

Die Einordnung des Ryzen 9 3950X fällt schwer

AMD geht mit der Veröffentlichung des Ryzen 9 3950X einen gewagten Schritt und bietet erstmals 16-Cores für die Consumer-Plattform AM4 an. So viele Rechenkerne waren bisher den High-End-Desktop-Plattformen (HEDT) AMD TR4 respektive Intel 2066 vorbehalten. Dementsprechend schwierig fällt es auch, AMDs neuen Prozessor einzuordnen. Es gibt drei Ansätze: der Vergleich mit Intels Cosnumer-Plattform, der Vergleich mit einer ähnlich teuren CPU von Intel oder der Vergleich mit einer Intel CPU, die ebenfalls 16 Kerne hat.

Nimmt man die Consumer-Plattform als Grundlage, steht der Ryzen 9 3950X dem Core i9-9900K gegenüber, einem Octa-Core. Dementsprechend unfair fällt der Vergleich der Multi-Core-Leistung aus. Betrachtet man den Preis, dann ist der auserkorene Gegner Intels Core i9-9940X mit 14 Kernen. Dieser setzt aber auf die HEDT-Plattform, die in der Grundanschaffung teurer ist, dafür aber auch Quad-Channel-Anbindung für den Arbeitsspeicher und mehr PCIe-Lanes bietet. Wählt man den letzten Ansatz des direkten Core-Vergleichs, dann muss man den Core i9-9960X als Gegner wählen. Im folgenden haben wir Ihnen die technischen Daten dieser Prozessoren, sowie des Ryzen 9 3900X zusammengefasst.

Ryzen 9 3900X

Ryzen 9 3950X

Threadripper 2950X

Core i9-9900K

Core i9-9940X

Core i9-9960X

Core i9-9980XE

Plattform

AM4

AM4

TR4

1151 v2

2066

2066

2066

Segment

Mainstream

Mainstream

HEDT

Mainstream

HEDT

HEDT

HEDT

Kerne

12

16

16

8

14

16

18

Threads

24

32

32

16

28

32

36

Basistakt

3,80 GHz

3,50 GHz

3,50 GHz

3.60 GHz

3,30 GHz

3,10 GHz

3,00 GHz

Turbotakt

4,60 GHz

4,70 GHz

4,40 GHz

5,00 GHz

4,40 GHz

4,40 GHz

4,40 GHz

L3-Cache

64 MB

64 MB

32 MB

16 MB

19,25 MB

22 MB

24,75 MB

Speicher- controller

Dual-Channel 3200 MHz

Dual-Channel 3200 MHz

Quad-Channel 2933 MHz

Dual-Channel 2666 MHz

Quad-Channel 2666 MHz

Quad-Channel 2666 MHz

Quad-Channel 2666 MHz

PCIe-Lanes

24x PCIe 4.0

24x PCIe 4.0

64 x PCIe 3.0

16x PCIe 3.0

44x PCIe 3.0

44x PCIe 3.0

44x PCIe 3.0

TDP

105 W

105 W

180 W

95 W

165 W

165 W

165 W

Fertigung

7 nm

7 nm

12 nm

14 nm++

14 nm++

14 nm++

14 nm++

Preis

549 €

819 €

799 €

499 €

819 €

929 €

1.049 €

Es lässt sich sehr schnell erkennen, dass durch den Ryzen 9 3950X die Linie zwischen der Consumer- und der High-End-Desktop-Plattform verschwimmt. Für erstere ist er mit seinen 16 Kernen eher überdimensioniert und auch etwas zu teuer. Für zweitere fehlt der Quad-Channel-Support und die Unterstützung von mehr PCIe-Lanes. Interessant ist die CPU also vor allem für Streamer und Kreative, die eine günstige Alternative zu den "Workstation"-Prozessoren suchen. Der Ryzen 9 3950 bietet nämlich tatsächlich das beste aus beiden Welten: eine hervorragende Multithreading-Leistung und gleichzeitig eine sehr hohe Spieleleistung bei einer vergleichsweise niedrigen Stromaufnahme.

Verwendete Testhardware

Testsystem AMD

Testsystem Intel

Mainboard

ASUS ROG STRIX X570-E Gaming (BIOS: 1403)

ASUS ROG STRIX Z390-E Gaming (BIOS: 1302 )

CPU

Ryzen 9 3950X (Precision Boost Override Off, Global C-States On)

Intel Core i9-9900K

CPU-Kühler

be quiet! Dark Rock Pro 4

be quiet! Dark Rock Pro 4

RAM

G.Skill Trident Z Royal gold 2x 8GB 3200 MHz CL14

G.Skill Trident Z Royal gold 2x 8GB 3200 MHz CL14

System-SSD

Western Digital WD Black SN750 1TB

Western Digital WD Black SN750 1TB

Daten-SSD

SanDisk Ultra 1TB

SanDisk Ultra 1TB

Netzteil

Seasonic Focus Plus Platinum 850W ATX 2.4

Seasonic Focus Plus Platinum 850W ATX 2.4

Benchtable

Lian Li PC-T70X ATX Test Bench

Lian Li PC-T70X ATX Test Bench

Lüfter

4x BeQuiet! Silent Wings 3

4x BeQuiet! Silent Wings 3

Betriebssystem

Windows 10 Pro 1903

Windows 10 Pro 1903

Buildversion

18362.449

18362.449

Treiberversion

441.12

441.12

Spieleeinstellungen

Spiel

Einstellungen

Assassin's Creed Odyssey

Extrem Hoch (VSync aus, FPS-Limit aus, Adaptive Qualität aus)

Civilization VI Gathering Storm

Ultra (DirectX 12, VSync aus, FPS-Limit aus, hochauflösende Objekttexturen)

F1 2019

Ultrahoch (Vsync aus, FPS-Limit aus, TAA) (Deutschland, starker Regen, Cockpit)

Far Cry 5

Ultra (HD-Texturen, TAA, Bewegungsunschärfe an, Vsync aus, FPS-Limit aus)

Forza Horizon 4

Ultra (Dyn. Optimierung aus, Vsync aus, Bewegungsunschärfe kurz)

Metro Exodus

Ultra (DirectX 12, Vsync aus, Hairworks on)

Shadow of the Tomb Raider

Ultrahoch (DirectX 12, Vsync aus, TAA)

The Division 2

Ultra (DirectX12, Vsync aus, FPS Limit aus, hochauflösende Texturen, Latenzreduktion an)

Borderlands 3

Badass (DirectX 11, Vsync aus, Framerate unbegrenzt)

Red Dead Redemption 2

Ultra (Vulkan, Vsync aus, Bildqualität bevorzugen)

Softwareversion und Einstellungen

Synthetische Benchmarks

Programmversion

Einstellungen

7-Zip Benchmark 

19.00

Wörtebuchgröße 32

Blender Benchmark 

1.0 Beta2

Quick Benchmark

Cinebench R15 Single-Core

06. Feb 17

Cinebench R15 Multi-Core

06. Feb 17

Cinebench R20 Single-Core

28. Mrz 19

Cinebench R20 Multi-Core

28. Mrz 19

Handbrake

1.2.2

YouTube HQ 2160p60 4K

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